Donnerstag, 8. Juni 2017

»332«

Mitternacht. Der Vollmond scheint hell und klar durch ein Fenster hinein. Das Licht strahlt meine Seele an und trotzdem fühlt es sich so an als würde ich keine Besitzen. Innerlich in meinem tiefsten, verwundbarsten, gequältesten Punkt, da gibt es nichts mehr was irgendwie dazu führen würde das ich etwas fühlen könnte. Jeglicher Schmerz der letzten Tage hat mich taub und müde gemacht. Hat mich gelähmt, aufgeweckt, niedergeschlagen und letzen Endes auch eingenommen.

Der Rest der Welt sieht diesen Schmerz und das unendliche Leid das durch meine Adern pulsiert nicht. Es bleibt vor jedem verborgen. Mein ganz persönliches Geheimnis. Meine eigene Hölle.
Meine niemals endende, stillschweigende Trauer.

Jeden Tag warte ich darauf das der Schmerz vergeht. Das die Angst abebbt und ich beginne wieder nach vorne zu sehen. So sehr ich es auch versuche nichts scheint zu funktionieren. Ich bin unfunktional und inkompetent in jeglicher Hinsicht und weiss nicht wie ich damit umgehen soll und was ich tun kann, um mich Selbst wieder zu reparieren. Vor allem dann, wenn es draußen dunkel wird und selbst das Licht, der scheinbar ewig leuchtenden Straßenlaternen irgendwann kurz nach Mitternacht erlischt. Besonders dann wünsche ich mir einfach nur jemanden der mich festhält.
Der diesen Strudel aus Schmerz, Trauer, Leid, Wut und Hass aufhält und die Tränen aus meinen hellen, wasserfarbenen Augen trocknet.


"Wie soll ein Mensch das ertragen? 
Dich alle Tage zu sehen,
ohne es einmal zu wagen..
Dir in die Augen zu sehen.

Könnt ich einen einzigen Tag nur
in meinem Leben dir gefallen,
um dann ein einziges Mal nur
in deine Arme zu fallen"
                            - Philipp Poisel

Manchmal wünschte ich, ich könnte noch ein letztes mal in deine Augen schauen. Könnte den Schmerz sehen und deine Tränen fühlen. Könnte dinge sagen die mein Handeln weniger belastend für dich gestalten würden. Aber ich weiss es ist falsch. Du hast so viel in mir kaputt gemacht, viel mehr als es scheint. 

171 Tage haben es nicht besser gemacht. Reden nicht. schweigen nicht. Nichts macht den schmerz besser. Nicht mal der gesunde Menschenverstand. Obwohl du mir alles genommen hast und mich zu einem Menschen gemacht hast, der ich nie sein wollte.. Selbst mit diesem Gedanken im Hinterkopf schmerz es noch immer. Und ich bete und flehe und hoffe, dass der Schmerz irgendwann vergeht. 
Das dieses Leid irgendwann vergeht. 

Doch ich warte schon so lange auf diesen Tag. 
Auf diesen Tag an dem es aufhört mich zu zerreißen.
Er scheint nicht zu kommen. 

Gibt es ihn überhaupt? 

Meine Hoffnung ist verbrannt und zerfällt zu Asche.
Mit jedem weiteren Tag. 


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