Samstag, 13. Mai 2017

»328«

Die Welt steht Kopf. Sie überschlägt sich. Macht einen Handstand und Purzelbäume. Das Gefühl diesem ständigen Wechsel aus Bewegungsabfolgen nicht standhalten zu können macht sich in mir breit. Als wäre ich in einer art Trance gefangen und könnte ihr nicht entkommen. Seit Wochen Träume ich nachts den immer selben Traum und wache immer wieder mit Herzrasen auf. 

Bin gefangen in einem Container. Um mich herum höre ich den Hafen und Schiffe die ablegen und ankommen. Boden aus Metall berührt meine haut. Es ist kalt. Fürchterlich kalt. Meine Kleidung ist zerrissen und voller Blut. Und es ist dunkel. Mein Körper zittert aber meine Seele sie ist bereits davon geflogen. 
Auf einmal höre ich wie sich die eisentür des Containers öffnet und eine Männerstimme einige Worte spricht. 
"Ich habe schon überall nach dir gesucht aber da bist du ja." durchfahren seine Worte den Raum. Einige Schritte kommen auf mich zu. Dann ein Schlag. Ein Tritt. Ich fliege durch den Raum und knalle mit meinem Kopf gegen die Wand aus Metall. Spüre wie Blut an meinem Gesicht herab rinnt. Er kommt näher. "Das war's dann wohl." Sagt er und tritt mir ins Gesicht. Schwärze. Ich wache auf. 


Dieser Traum verfolgt mich. Noch immer habe ich nicht verstanden was er bedeuten soll und was ich tun kann damit er endlich verschwindet. Es fühlt sich jedes Mal so real an. Als würde das alles wirklich passieren. So sehr ich mir vor dem schlafen einrede das alles nur ein Traum sei, es fühlt sich jedes Mal wieder wie die Wirklichkeit an. 

Seitdem habe ich Angst alleine im dunklen. Bin abends nicht mehr unterwegs und wenn ich Auto fahre schließe ich alle Türen ab. Auch sonnst bin ich nie alleine irgendwo. Außer in meinem Zimmer. In meiner eigenen Hölle. Da wo alles greifbar ist, da bin ich alleine. Jeden nach wieder und wieder. Und ich frage mich wann das endlich aufhört. 
Wann mich meine Vergangenheit endlich zufrieden lässt. Wann ich vergessen kann und mit meinem Leben im Einklang leben kann und ob es so etwas überhaupt gibt. 

Vor einigen Tagen wurde meine Tattoo (Der Kompass) nachgestochen und seitdem geistert in meinem Kopf immer öfter T. umher. Bin zwischen weinen und schreien und hassen und leiden gefangen und sehen keinen Ausweg mehr. Da ist Licht am Ende des Tunnels aber sag mir: Wie erreiche ich es? 

»Ich hatte alles, doch kam mit nichts zurück außer nem' kaputten Kompass. 
Leer wie der Inhalt meines Koffers, 
ein kaputter Kompass. « (Raf Camora - Kompass) 



Kommentare:

  1. So Träume sind verdammt mies... Ich hoffe, ich trete dir nicht zu nah, wenn ich sage, dass ich den Traum mit deiner Mutter in Verbindung bringe...
    Lass dich ganz lieb drücken, ich denke oft an dich. ❤

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  2. Der Traum klingt wirklich schrecklich, ich glaube, davor hätte jeder Angst..ich wünsche dir sehr, dass er dich bald in Ruhe lässt und du besser schlafen kannst!

    Hast du es schon mal mit Meditation versucht? Vielleicht hilft es dir ja, vor dem Schlafen gehen 'abzuschalten' und diesen Traum fern zu halten. Oder zumindest ein wenig zur Ruhe zu kommen.

    Ich schicke dir ganz viel Kraft und Liebe, du wundervoller Mensch! ♥

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