Sonntag, 26. März 2017

»326«

Seit vier Wochen liegt sie im krankenhaus. Von Tag zu Tag geht es ihr schlechter und die Worte der Ärzte und Doktoren geben wenig Hoffnung. 
Mir nicht, ihr nicht, niemandem.

Jahrelange Grausamkeit, schlägt auf sie zurück. Hilflos liegt sie da. Unfähig sich zu bewegen. Schmerzen und Qualen durchleidend. 

Und ich? Ich bin verwirrt. Habe unendlich viele Meinungen und Worte in meinem Kopf und bekomme sie nicht geordnet. 
Unendlich viele Gefühle. Mit diesen ich nicht umzugehen weiß..

Mein Umfeld denkt ich stecke das alles locker weg. Was ich nicht tue. Ich rede nicht viel darüber. Ich rede in letzter Zeit sowieso sehr wenig. Fast garnicht. Nur zwanghaft. Um nicht wieder irgendjemanden zu verlieren. Aber ich denke den ganzen Tag darüber nach. Über Angst und Tod und schmerzen und Vergangenheit und Hass und vermissen und den gescheiterten Versuch ihr zu verzeihen. 

Das alles es macht mich müde. Und kaputt und leer. Falls ich das nicht eh schon bin. Möchte all diese Gefühle weit weg von mir aufbewahren. Einfach weg schließen und nicht an mich ran lassen.

Was wenn sie wirklich stirbt? 

Ich hatte nie eine Mutter und nun raubt man mir die Illusion ich hätte irgendwann noch die Möglichkeit dazu eine Mutter zu bekommen...

Ja selbst nach über zwei Jahren bin ich immer noch am hoffen und vielleicht werde ich mein ganzes Leben hoffen.. 
Solange diese Hoffnung nichts an meinen Entscheidungen ändert ist sie berechtigt zu existieren. Irgendwie..