Montag, 21. November 2016

»322«

Ich sehe dieser Mädchen vor mir. 
Sie verlässt gerade den Kindergarten.
Und ist dabei ihre Jacke anzuziehen und hält ein Bild in ihrer Hand. 
Sie läuft gemeinsam mit ihrer Mutter nach Hause. Sie bleibt stehen und legt das Bild auf den nassen Boden und versucht weiterhin ihre Jacke anzuziehen. Ihre Mutter läuft weiter und dreht sich erst nach einigen Metern um. Dann kommt sie auf das Mädchen zu und fragt sie was sie denn tut. "Die Jacke anziehen. Es ist kalt." Ich höre die Mutter nur, wie sie sagt das sie sich nicht so anstellen soll und gefälligst mitkommen soll. Das Mädchen hat mittlerweile die Jacke übergezogen und ist dabei den Reisverschluss zu zu machen. Doch er klemmt fest. 
"Bist du sogar zu dumm dich anzuziehen?" durchfahren kalte Worte die frische Winterluft. Auf einmal stille. Ein Schlag. Das Mädchen schaut zu Boden. Ihre Wange wird rot. Ihr Blick wird tot.
 
Das war der Tag an dem sie begann, zu sterben. Und bis heute ist sie noch immer Tod. Tief im inneren. Die kleine Kinderseele wurde gebrochen und niemand konnte sie wieder zusammen flicken. Selbst heute, 13 Jahre später nicht. Und ich sehe wie sie abends in ihrem Bett liegt und in ihr Kissen weint. Und das einzige was sie sich wünscht ist eine Familie. 

Dieses Mädchen, das bin ich. 

Sonntag, 13. November 2016

»321«

Ich melde mich zurück bei euch mit bestandenem Führerschein, einer neuen Klasse, viel Stress, Streit und Ärger. Melde mich zurück mit neuem und altem Schmerz, aber vor allem einer Menge an Veränderungen. 

Seit September ist einiges passiert. 
Fangen wir mal damit an das ich im Schwarzwald war, um aufzuarbeiten was mit M. und mir und der Welt und all dem Schmerz passiert ist. 

Im Endeffekt hat es genau das Gegenteil bewirkt. Als ich dort war ging es mir gut. Es gab viel zu sehen, viele schöne Erinnerungen aufzurufen. Viele Orte und vor allem viel Zeit für mich. GANZ ALLEINE. Aber seitdem ich wieder hier bin ist etwas anders. Ich fühle mich anders. Und ich verhalte mich anders. Ich bin pampig zu A., zu meinem Dad, zu meiner Oma. Zu allen um ehrlich zu sein. Ich bin empfindlich, stehe nur noch unter Stress. Komme nicht mehr zur Ruhe. 
Schlafe gut ein, aber der schlaf fühlt sich nicht erholsam an. Träume schlecht. 

S. hat mich gestern gefragt was los ist. 
Ich habe ihr nicht alles erzählt. Habe Angst das sie es nicht hören will. 

Auf der einen Seite steht da T. die mir fehlt. Auch wenn ich weiß, das es vielleicht besser ist wenn ich sie im Moment aus meinem Leben halte, fehlt sie mir schrecklich, weil mir keiner dieses Gefühl gibt etwas Wert zu sein.

Dann war S. für 4 Wochen in einer Klinik. Was mich gefreut hat weil ich das Gefühl habe ihr hat das gut getan. Aber die Zeit ohne sie war schwer, weil A. sich immer mehr von mir abwendet und ich sonnst niemanden habe.. 

Die Schule stresst mich im allgemeinen. 

Und dann schwirrt in meinem Kopf die ganze Zeit noch meine Mom umher. 

Und irgendwo zwischendrin, zwischen all dem ist M. Und ich hab das Gefühl keiner versteht das die Trauer nicht weniger wird. Das es nicht aufhört weh zu tun. Das der Schmerz einfach nicht vergeht. Das es mal einfacher und mal weniger einfach ist damit umzugehen. Doch es hört nie auf. Das ist das Problem.