Dienstag, 6. Oktober 2015

»292«

Mit immer schneller werdenden schritten laufe ich der Tür entgegen. Halte meine Hand etwas nach oben und schiebe die Tür auf. Noch zweimal links abbiegen. Du bist nicht da. Mein Lächeln verschwindet. Du hast mich bestimmt vergessen. Hast jemanden gefunden der besser ist. Geknickt, lehne ich mich an die Mauer und zünde mir eine Zigarette an. Die Sonne brennt mir in den Nacken und mir wird warm. Aber nur von außen. In mir drin bin ich gerade drauf und dran zu erfrieren. 

Im Augenwinkel sehe ich wie etwas hinter mir vorbei huscht. Ich sehe A. an und rede weiter mit ihr. Dann schaust du über meine Schultern, direkt in mein Gesicht.
Ich beginne zu lächeln. "Lenaii" sagst du mit deiner altbekannten Stimme. Langsam taut der scheinbar niemals endende Winter in mir und ich fühle mich zum ersten Mal seit Wochen wieder sicher. 

Ich Schlinge meine Arme um dich und drücke mein Gesicht in deinen Pulli. 
Viel zu früh lasse ich dich wieder los und du beginnst zu reden. Zu erzählen und mir wird wieder klar wie sehr ich dich vermisst habe.

Ein paar Stunden später sitzen wir auf deiner Coutch. Der Fernseher füllt die kurze Stille zwischen den unendlichen Worten die wir von uns geben.
Genau das hat mir so sehr gefehlt. 
Mit dir ist alles immer so einfach. Es kostet mich keine Anstrengung mit dir zusammen, irgendwo zu sein. 

"Lenaii, ich weiß nicht warum ich so ein Arschloch bin! Ich weiß es einfach nicht. Wenn ich wüsste wieso, dann würde ich es ändern." 

Dieser Satz fließt aus deinem Mund umhüllt mit Dingen wie Gefühlskalt und "Ich bin nicht stark"!

Glaub mir, ich weiß genau was du meinst. Das ist alles nur Fassade. 
Die Fassade die jeder hat. Jeder von uns.
"I Know You" sage ich und ich sehe wie ein kläglicher versuch, zu lächeln über deine Lippen huscht.

Manchmal weiß ich nicht, wie ich meinem Kampfkäfer noch helfen soll. 
So viele Dinge haben sein Leben so gemacht wie es jetzt ist und ich kann all diese Dinge nicht einfach so ändern.
Manche Dinge sind selbstverschuldet andere einfach nur Schicksal. Wie auch immer. Ich glaube wir müssen versuchen uns mit der Vergangenheit abzufinden.

Auch wenn das wohl die schwierigste Aufgabe ist, die man uns mit auf unseren Weg geben kann..


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