Mittwoch, 2. September 2015

»289«

Um mich herum, wirbeln Menschen hektisch umher. Manche Tragen einen Anzug. Andere sind schlicht gekleidet. Ein kleiner Junge läuft mit knallig, Grünen Kopfhörern direkt an mir vorbei. Manchmal frage ich mich was die einzelnen Menschen wohl für ein Leben haben? Das kleine Mädchen, das Hand und Hand mit ihrem Vater und ihrer Mutter durch die Stadt läuft. Was hat sie wohl für ein Leben? Wie sieht es aus? Ist sie wohl glücklich? Streiten sich ihre Eltern oft oder nie? Liest ihr jemand Gute - Nacht - Geschichten vor bevor, man sie behutsam zu Bett bringt und ihr liebevoll einen Kuss auf die Stirn drückt? Oder wird sie einfach eine Stunde vor den Fernseher, auf dem gerade ein Krimi läuft, gesetzt um dann in's Bett geschickt zu werden? Oder der Mann im Anzug? Hat er eine eigene Firma? Oder ist er ein kleines Teil, eines größeren Teils? Vielleicht eine Bank oder doch eine Anwaltskanzlei? 

Oder das Mädchen, das auf dem Rand des großen Brunnens sitzt? Mit den Kopfhörern im Ohr, durch die man leise noch die viel zu laute Musik von außen hören kann, wenn man den hinhört? Immer wieder blickt sie umher und beobachtet die Menschen der Stadt. Dann sieht sie auf ihren Notizblock und beginnt etwas zu notieren bevor sie sich vorsichtig durch die langen, dunkelblonden, ja fast Haselnussbraunen Haare fährt? Was hat sie für ein Leben? 

Ich kann euch sagen was sie für ein Leben hat. Meins! 

Gerne sitze ich da und beobachte die Leute aber dann frage ich mich auch, ob sie mich wohl bemerken? Ob sich auch jemand fragt was ich für ein Leben habe? Ob jemand denkt das alles Perfekt gelaufen ist für mich weil ich immer so viel lache? 

Einmal sollten wir im Unterricht im Laufe des letzten Jahres herausfinden was unser Name für ein Bedeutung hat. 

»Ich bin der Sonnenschein.« - waren meine Worte damals. 

A. meinte zu mir das würde passen, weil ich sehr oft lache. Zumindest seit ich sie kenne. Über ganz unbedeutende Sachen. Und wenn es nur über unsere Blödheit war!

Sieht die Frau mit dem Kinderwagen das Mädchen auch als einen Sonnenschein an? Vielleicht auf die Entfernung betrachtet? Aber tritt man näher verändert sich das Bild. Dann sieht man was für Worte sie in ihr kleines, braunes Büchlein schreibt. Es sind dunkle Worte. Worte die man von einem so jungen Menschen, nicht erwarten würde. Man sieht den gespielten Ausdruck in ihrem Gesicht und die leicht glasigen, hellblauen Augen.

Doch dann blickt sie in die Augen des kleinen Mädchens, das im Kinderwagen liegt und mit ihrer Rassel leise musiziert. Link diesem Moment verändert sich irgendetwas und sie beginnt zu strahlen. Dann sieht auch die Frau das, das Mädchen ein Sonnenschein ist. Trotz den alten, verblassten Narben auf ihrer Haut und den Tränen in ihren Augen. Denn sie hat trotz allem nie verlernt, was echtes und unverfälschtes Lachen ist. 






 

Kommentare:

  1. Warum kannst du nur so wundervoll schreiben? :O Ich wünschte ich hätte dein Talent! ♥
    Xenja ♥♥

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    1. Danke liebes ❤️
      Ich schreibe auch schon eine ganze Weile. Ich glaube seit ich 8 Jahre alt bin, träume ich davon ein eigenes Buch zu veröffentlichen und ich glaube ich schätze die Wortvielfalt einfach und das macht es um einiges leichter sich passend auszudrücken. Und ich habe schon immer sehr viel gelesen :D
      Liebe Grüße,
      Deine Lee ❤️

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  2. Ich kann mich anderen nur anschließen, du schreibst wirklich unglaublich schön. Ich freue mich immer neue Texte von dir zu lesen.
    Und ich hoffe das es bald nicht mehr nur dunkle worte in deinem Buch sind.
    Ich wünsche dir alles liebe für den September

    <3

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