Sonntag, 12. Juli 2015

»285«

Angst. 

Angst ist ein ziemlich großes Wort. Es ist unendlich definierbar. Es ist so weit gefächert. Mann kann vor so vielen Dingen angst haben. 

Ich für meinen Teil habe Angst davor verlassen zu werden. Und genau jetzt gehen zwei Menschen aus meinem Leben, die ich am wenigsten verlieren kann.

Nach den Ferien wird T. nicht mehr jeden Tag im Unterricht neben mir sitzen. Sie wird nicht morgens um 5 vor 8 durch den kleinen Eingang kommen und mich anlächeln und mir dadurch einen Grund geben, auch zu lächeln. Sie wird nicht mehr Stundenlang mit mir reden und mich ablenken, egal von was. Sie wird nicht mehr im Unterricht bösen von den Lehrern angeschaut werden weil wir geredet haben. Sie wird nicht mehr mit mir Disskutieren. Wird mir nichts mehr erklärten. Sie wird fehlen.

Nach den Ferien wird T. eine Stationäre Therapie beginnen. Zumindest ist das der Plan. Ich bin froh das sie diesen Schritt wagt, aber trotz allem habe ich auch angst. Riesengroße Angst. Das ich diesen "Verlust" nicht verkrafte und das wir uns aus den Augen verlieren werden.

Nach den Ferien werde ich auch A. nur noch Montags und Dienstags in der Schule sehen. Denn den Rest der Woche sind wir im Betrieb arbeiten. 

Auch S. werde ich nicht mehr in der Achule sehen. Denn sie hat Donnerstags und Freitags Unterricht. 

Ich habe so Angst davor. 

Noch nie in meinem ganzen Leben war mir ein Mensch so wichtig wie T. 
Sie ist unglaublich. Und ich wüsste echt nicht was ich ohne diesen Menschen wäre. Sie hat so viel für mich getan. So viel und noch viel mehr. Und die Hälfte davon hat sie nicht einmal registiert. Es sind die kleinen Dinge, die für mich so groß sind. Es sind kleine Nachrichten. Kleine Gesten. Kleine, bedeutsame Worte. Eine Umarmung. Ein Lächeln. Ein Augenblick Musik. Ein Moment Ruhe. Ein forschender Blick. Ein Bild. Ein aufmunterndes Wort. Eine Sekunde mit diesem Menschen um mich herum. Das sind die Dinge die mich glücklich machen. Und das weiß T. ganz genau. 

Ich hatte in meinem Leben noch nie solche Freunde. Freunde die immer hinter einem stehen. Die einem Rückendeckung geben. Freunde die sich vor jede Kugel stellen würden und für dich durch's Feuer gehen würden. Freunde die alles aufgeben würden nur um dich zu retten. Freunde die dich besser kennen, als du dich selbst kennst. Freunde die wissen wie dein Saz endet, bevor du ihn zuende gesprochen hast. Freunde die das selbe denken wie du und genau so handeln. Freunde die wissen wann dein Lächeln echt ist und wann nicht. Freunde die sich komplett zum Affen machen nur um deine Tränen zu trocknen und dich wieder zum Lächeln zu bringen. Freunde mit denen man Stundenlang irgendwo sitzen kann ohne sich zu langweilen. Freunde bei diesen man, man selbst sein kann. Freunde die einen mit allen Ecken und Kanten akzeptieren. Freunden diesen man alles anvertrauen kann. Freunden mit diesen man die Zukunft planen kann.

Aber vor allem hatte ich noch nie Freunde die sagten »Wir bleiben für immer.«

Und genau das haben T., A. und S. zu mir gesagt. Wir sind nicht einfach nur beste Freunde, nein! Wir sind eine Familie. 

Und ich bin so unendlich dankbar dafür das ich diese drei Menschen kennen gelernt habe. Und das sie immer da sind und auch immer da sein werden wenn es drauf ankommt. Ich bin so dankbar das ich den ganzen Tag Freudentränen weinen könnte - wäre da nicht diese Angst. Diese Gottverdammte Angst. 

Ich habe nur noch zwei Wochen. 
Die Zeit rennt mir davon. 
Brauche mehr von ihr.
Muss sie anhalten.
Sofort.



Kommentare:

  1. Ich bin mir sicher, dass diese tiefe Freundschaft hält. Denn solche Menschen gibt es nicht oft, aber du hast sie gefunden. Und eine solche Freundschaft hält so viel mehr aus, als wir manchmal denken.
    Ich denk an dich und knuddel dich ganz doll durch ♥

    AntwortenLöschen
  2. Es ist schön, dass Du solche wunderbaren Menschen um Dich hast. Aber Du bist auch Dein eigener Mensch. Du wirst als Einzelperson genauso bestehen können. Schließlich sind sie ja nicht aus der Welt.
    Alles Liebe,
    L

    AntwortenLöschen
  3. Ich möchte meiner Vorschreiberin gern zustimmen. Deine Freunde gehen nicht aus deinem Leben, auch wenn sich das so anfühlen mag. Deine Freunde sind ja noch da, nur das Zeitmanagement ändert sich. Du kannst dich auf Treffen freuen, auf Briefe, die du T. schreiben kannst, auf die Zeit, die ihr dann irgendwann wieder zusammen haben werdet.
    Und in der Schule, sind da nicht noch andere Leute, die dich ein bisschen zum Lächeln bringen können?
    Und kannst du dich selbst mittlerweile ein bisschen besser zum Lächeln bringen?

    Liebe Grüße,
    Die Anonyme

    Ps: ich finde sehr gut, dass du mir bei deinem letzten Post widersprochen hast! Lass dir deine Meinung nicht ausreden, schon gar nicht von einer anonymen Person im Internet :D ;)

    AntwortenLöschen
  4. es tut mir unendlich leid, dass du t. nicht mehr sehen wirst. aber ich denke, das wird ja nicht für immer so sein, oder? meine beste freundin hat eine stationäre therapie begonnen & danach die schule gewechselt, aber das muss ja nicht immer so sein. außerdem kann man sich natürlich trotzdem sehen... oder vielleicht kannst du sie auch in der klinik zu besuchszeiten besuchen? (wenn das möglich ist).
    ansonsten gibts ja auch whatsapp oder briefe :D
    ich wünsche dir ein lächeln ins gesicht ♥

    AntwortenLöschen
  5. war auf dem rockharz :)
    und danke dir auch für deine lieben worte <3

    AntwortenLöschen