Sonntag, 26. April 2015

»281«

Seit Donnerstag geht es mir schlechter.
Es wird schlimmer. Ansträngender. Schwerer. Gegen mich selbst an zu kämpfen. Und ich weiß nicht wer diesen Kampf gewinnen wird. Ich oder das ich in mir. 

Freitag Morgen habe ich mit T. geredet und dann musste ich alles einfach mal los werden. Ich hab ihr von meinem Kotzproblem erzählt. Zum ersten Mal habe ich mit jemandem darüber geredet, der mir nahe steht. 

Freitag war ich beim Zahnarzt. Schockierende Nachricht. 4 Zähne müsse gezogen werden und er hat mich gefragt wieso meine Speiseröhre so in Mitleidenschaft gezogen ist. 

"Kotzproblem." 

Diese verdammte Krankheit hat nicht nur dafür gesorgt das ich rein innerlich komplett kaputt bin. Sondern sie hat mich zum ersten Mal spüren lassen, das mein Körper auch an der ganzen Sache  kaputt geht. 

Am Abend hat S. mich angerufen und aus einem 5 Minuten Gespräch wurde ein 3 Stunden Telefonat über alles. Über jedes bisschen was mich zerstört. 

Jetzt gerade sind wir auf Studienfahrt. Ich liege in meinem Bett. Starre die Decken an und weiß nicht was ich tun soll. Im Bus habe ich T. gesagt das sie etwas trinken soll, weil sie viel zu wenig trinkt. 
"Nur wenn du etwas isst." war ihre Antwort. Sie trinkt. Ich esse.

Nach einer langen Busfahrt und einer unendlichen Stadtrundführung saßen wir dann beim Abendessen. Salat mit Hähnchenstreifen. T. lächelt mir zu. Und es tut gut jemanden zu haben der einem etwas Kraft gibt. Als ich beim Nachtisch angelangt bin sind sie und A. schon fertig mit essen und gehen eine rauchen. 
Auf dem Weg nach draußen kommt sie hinter mich und flüstert mir ins Ohr. 
"Ich bin Stoltz auf dich!" und ich kann hören wie sie lächelt und mir dann einen flüchtigen Kuss auf den Hinterkopf gibt, bevor sie den Raum verlässt. 

Kurze Zeit später stehe ich auf. Lasse den Nachtisch, einfach Nachtisch sein und gehe ins Zimmer. Dort lege ich mich kurz ins Bett und versuche die Magenkrämpfe zu unterdrücken. 
Versuche an alles zu denken außer an das was ich eigentlich denken will.

Ich gebe nicht auf.
Ich zerbreche nur.
Stück für Stück.
An alles und an jedem.
Aber am meisten,
an mir selbst..



 

Montag, 20. April 2015

»280«

»Wir können uns im Leben nicht aussuchen ob wir verletzt werden oder nicht. Aber wir können mitbestimmen von wem.«

Und ich für meinen Teil bin zufrieden mit meiner Wahl. Denn ich glaube das es egal ist wie lange wir versuchen uns selbst zu schützen, eines Tages werden wir verletzt werden. Und ich bin mir sicher das ich die richtigen Menschen ausgewählt habe. 

»Und es währe mir eine Ehre mir von diesen Menschen das Herz brechen zu lassen!«


Nach einem ziemlich anstrengenden Wochenende. Zwischen eiben Kurzen Besuch bei meiner Mom, Mathesamstag, Beziehungskriese von meinen Besten Freunden und einem kleinen Streit mit T. War die Zeit viel zu knapp. 

Im Moment stelle ich alle anderen vor mich selbst und das ist ein ziemlich großes Problem. Und noch ein Problem ist das mich die letzten Jahre sehr schnell verletzlich gemacht haben. Ich meine das T. Und ich uns gestritten haben ist mittlerweile eigentlich nicht mehr der Rede wert aber mir ist einfach nur aufgefallen wie wichtig sie mir ist und wie viel Macht dieser Mensch schon jetzt über mich hat. Auf jedenfall wurde die Beziheungskriese beendet und T. und ich haben uns wieder vertragen. 

Gestern wurde mir dann alles zu viel. Ich meine es reicht ja nicht das ich seit Wochen wieder Suizidgedanken habe und sogar davon träume, sodass ich nicht mal mehr ohne Tabletten schlafen kann seidenn ich habe Alkohol getrunken, wobei ich die Tabletten mittlerweile auch nehme wenn ich etwas getrunken habe. Was nicht unbedingt klug ist aber ich habe ja auch noch nie von mir behauptet das ich klug bin. 

Liege in meinem Bett. Starre die Decke an. Lausche der unendlichen Stille die sich wie ein Schwarzes Loch in mir und um mich herum ausbreitet und dann springe ich auf. Rennen ins Bad und stecke mir die Finger in den Hals. Somit bin ich meine Abendessen wenigstens wieder los geworden. 

Rückfall Nummer 2 für dieses Jahr. Kacke. Wobei ein kleiner Teil von mir auch die ganze Zeit einfach nur "Komm scheiss drauf" denkt und will das ich weiter mache. 

In der Schule haben wir darüber geerdete wie das zweite Ausbildungsjahr aussehen wird und irgendwie sind wir darauf gekommen wie man von der Schule geschickt werden kann. Depressionen. 
Depressionen können eine Möglichkeit für einen höflichen Schulverweis sein. Das macht mir Angst. Ich habe panische Angst das irgendein Ereignis auf mich zufliegen wird und mich niederschmettert und das ich danach nicht mehr aufstehen kann. 

Den ganzen Tag laufe ich heute mit einem gezwungen Lächeln durch die leere Schule und schaffe es alle zu überzeugen. 

Während dem Ernährungsuntericht malt T. mir etwas auf meinen Arm. 


Und ihr wisst garnicht wie viel mir dieser Satz bedeutet. Ich meine ich schreibe ihr so ziemlich jeden irgendwas auf ihren Arm oder ich Male sie an aber das man mir auch mal sagt das ich Stark sein soll ist irgendwie schön. Denn mir geht so langsam die Kraft aus. Und ich verschenke selbst das letzte bisschen auf alle anderen, anstatt an mich selbst zu denken. Und das tue ich von ganzem Herzen. 



Aber ich gehe kaputt.
An mir selbst.
Jeden Tag,
ein Stück mehr.




Dienstag, 14. April 2015

»279«

Sitze im Bus. Lasse die erwärmte Landschaft an mir vorbei ziehen. Mein Bauch tut furchtbar weh. Mir ist schlecht. Mein Kopf explodiert. Mir geht es nicht gut. 

So sehr ich versucht habe in der letzten Zeit alles zu verstecken. Ich schaffe es nicht mehr. Meine Maske fällt. 

Mein Selbsthass wird von Tag zu Tag schlimmer. Ich kann mich nicht mehr ansehen. Stehe zu lange vor spiegeln. Schaue mich andauernd in Fensterscheiben an. Kann nicht glauben was ich da sehe. So viel Fett. 

Wie konnte ich nur zulassen wieder so zu werden. Ich bin wütend. Wütend auf alles. Aber am meisten auf mich selbst.

Meine Therapie ist vorbei. Schon seit über einem Monat habe ich keine Regelmäßigkeit mehr in meinem Leben. 
Die Krankenkasse sagt nein. Eine weitere Verlängerung bekomme ich nicht. 

Aber wen kümmert es schon. Auf einmal stehen ich ganz alleine da. Ohne Therapeutin. Ohne Thera.

Worte durchfliegen meinen Kopf. 
Wie kann man einen Menschen der noch immer Depressionen und Selbstmordgedanken hat einfach so ins Leben laufen lassen. Ich komme nicht mehr klar. Weder mit mir, noch mit allem anderen. 

Versuche so gut es geht alles zu unterdrücken. Aber ich kann nicht mehr. 
Bin so kaputt. Wünschte T. oder A. oder S. wären jetzt hier. Damit ich nicht so alleine sein muss aber die drei haben ihr eigenes Päckchen Probleme mit sich herum zu tragen und ich will sie nicht belasten. Oder Nerven. Oder was auch immer. 

Blicke die ganze Fahrt aus dem Fenster. Fühle nichts. Bin so unglaublich leer. In mir ist wieder dieses Echo und es schreit. 

Wie sollen es andere mit mir aushalten, wenn ich es noch nicht einmal mit mir selbst aushalte? 

Ich weiß es nicht. 
Ich weiß nichts mehr.




Montag, 13. April 2015

»278«

Die Osterferien sind nun fast vorbei. Um ehrlich zu sein handelt es sich nur noch um vereinzelte Minuten bis der erste Schultag wieder da ist. Die Ferien waren unglaublich anstrengend aber auch unglaublich schön. Und ich glaube ganz ehrlich, es waren die besten Ferien seit langem.

Wir saßen auf meinem Balkon. Zu 4. Komplett. Mit komplett meine ich im Sinne davon, das keiner meiner Lieblingsmenschen fehlt. Haben getrunken, uns unterhalten, ich habe zu viel über die falschen Dinge erzählt und habe der Vergangenheit zu viel nachgetrauert. Auch wenn das, das einzige ist was bleibt heißt das nicht das, dieses nach trauern das einzige ist was ich an Optionen so offen habe.

Vielleicht ist es Schicksal das ich es immer nur dann schaffe über M. zu reden, wenn ich betrunken bin. Vielleicht liegt es einfach nur daran das ich so überhaupt irgendwelche Worte über sie aus meinem Mund bekomme ohne an meinem Tränenmeer zu ersticken. Oder vielleicht liegt es nur daran das M. mein  Kryptonitmensch  war. Ich glaube ich gehe den dreien auf die Nerven mit meinem ewigen vermissen und ich würde das sogar verstehen, weil ich mir damit manchmal selbst auf die nerven gehe.

Aber über die letzten Jahre verteilt habe ich einfach so oft ins Fleisch gebrannt bekommen, das vermissen letzten endes das einzige ist was bleibt. Ob dies nun ein Lebender oder ein Toter Mensch ist steht ausser frage. Denn es gibt noch einen Menschen den ich vermisse. Ein Mädchen das ich liebe. Nur das Problem ist sie weiß es nicht und ich werde es ihr niemals sagen weil ich a) zu viel angst davor habe sie dadurch zu verlieren und weil sie b) glücklich ist - mit jemand anderem. Vielleicht auch jemand besserem und das würde ich ihr um Gottes willen kein bisschen verübeln.
Denn sie hat etwas besseres verdient als ich.

Und eben habe ich T. geschrieben das ich wie immer nicht weiß was ich will. Und ich hab sie gefragt ob sie glaubt, das irgendwas mit mir nicht stimmt. Und schon allein dafür das ich sie frage.. Ausgerechnet T.? Ich meine glaubt ihr sie denkt jetzt das mit sich selbst auch was nicht stimmt? Dann wär mein ganzes Gefühlschaos echt ne ziemliche scheiße und ich muss mich jetzt mal für meine Schrift entschuldigen aber es ist kurz nach 12 und ich muss in 4 Stunden wieder aufstehen da ist mir ordentliches schreiben einfach zu anstrengend.

Ich weiß nicht ob ihr mich versteht. Ich tue es nämlich um ehrlich zu sein nicht.
Ich meine was ist denn los mit mir?
Hatte Frau S. so sehr recht?
Bin ich echt so Beziehungsunfähig wie sie mir das damals prophezeit hat.
Was ist nur los mit mir?

Ich beende den Post jetzt einfach hier und schreibe euch wahrscheinlich morgen den Rest über meine Ferien.. Ich krieg gerade einfach nichts mehr auf die Reihe.
Und am wenigsten krieg ich mein Leben auf die Reihe.