Dienstag, 29. Dezember 2015

»299«

Noch eine Nacht bis zur großen Party. Ich bin sehr gespannt wie das alles wird. Ob es Probleme gibt oder ob alles einfach, einfach läuft. 

Morgen um die Zeit sitzen wir in meinem anderen Zimmer verteilt auf Bierbänken und essen Raclette. Auf blauen Tischdecken mit hellblauen und dunkelblauen Kerzen. Ich freue mich und ich bin auch sehr gespannt. 

18 ist eine komische Zahl. Ich erinnere mich daran das ich kurz vor meinem 15 Geburtstag damit angefangen habe zu Bloggen.

Drei Jahre. Wenn ich so zurück denke hätte ich damals nicht gedacht das ich es jemals zu meinem 16 Geburtstag geschweige denn bis zu meinem 18 schaffen würde. 

Und jetzt stehe ich hier. Mit einem richtig guten Jahr hinter mir. Dem besten überhaupt. Auch wenn 2014 für immer das Jahr der Jahre bleiben wird war auch das letzte Jahr eins der besten überhaupt.

Auch wenn es viele schwarze Momente gab. Die Farbe der einzelnen Momente überwiegt. Die Farbe die meine Freunde in mein Leben zaubern. Die Sommerferien in Österreich. Mein Dad. Die Kinder In der Kita. Meine Gesundheit. All die Bilder. Das alles bringt Farbe zurück in mein ehemals so schwarz - graues leben. Und ich bin so froh dafür die letzten Jahre doch erlebt zu haben. 

Danke A! Danke das du die ganze Zeit an mich geglaubt hast. Das du mir gezeigt hast wie schön das Leben sein kann wenn man es in all seinen Farben und Formen betrachtet und lebt. Danke das du mich immer als den Menschen angenommen hast der ich bin. Und nicht versucht hast jemanden aus mir zu machen der ich nicht bin. Danke für all die Farbe die du mir mit jedem Tag, jeder Stunde, jeder Minute und jeder Sekunde zurück in mein Leben bringst. Danke das du mich wieder lebendig gemacht hast. Danke das du mit mir durch die guten und auch durch die schlechten Tage gegangen bist und immer für mich da warst. Danke dir für alles. Ich liebe dich! ❤️



So ihr lieben. Die noch minderjährige Lee verabschiedet sich für heute.

Ich trink Tequila auf jeden von euch wundervollen Menschen da draußen!
Auf meine Liebe Lia und die weltallersüßeste Lucy. 

Auf Trying, Fee, Jacky, Maddie, Mina, Phönix, Effy, Alice, Candice! 

Auch auf dich meine liebe Emma trinke ich! Weil du immer mein Vorbild warst und es immer sein wirst! Du bist ein unglaublich toller Mensch und ich bewundere dich für deine Stärke! 

Auf meine Liebe L. weil du mir Fehlst, weil du in dieser welt einfach fehlst. 

Und auf alle wundervollen Menschen da draußen und auf die Liebe Anonnyme Person die mir immer wieder in den Arsch getreten hat! 



Danke euch allen das ihr auch dieses Jahr da wart und mich begleitet habt auf einer Reise in ein besseres Leben! 



Ich wünsche euch allen von tiefstem Herzen nur das Allerbeste! 
Aller liebst,
XOXO,
eure Lee ❤️


Donnerstag, 24. Dezember 2015

»298«

"Frohe" Weihnachten. Was für ein kleiner, unbestimmter Satz. Man sagt ihn so leicht. Wünscht ihm jedem. Und doch meint man es nur in den seltensten fällen wirklich ernst. So geht es mir zumindest.
 
Weihnachten verbinde ich mit zu vielen Erinnerungen die schrecklich sind um mich auf dieses "Happy" Family Getöse einzulassen.

Selbst nach über einem Jahr und bereits dem zweiten Weihnachten bei meinem Dad schafft es die Vergangenheit noch immer mich zu zerstören.



Es ist 15:50 und ich liege auf meiner Coutch. Mein Verhalten wechselt zwischen Decke anstarren, panisch durchdrehen und einfach zusammengefaltet da liegen und weinen.

Heute Abend gehe ich zu meiner Tante.
Mom wird auch da sein. Nach Monaten in diesen wir uns nicht gesehen haben wird das, das erste aufeinandertreffen sein das außerhalb ihrer vier Wände statt findet.

Ich habe Angst. Fühle mich nicht sicher. Kann nicht richtig Atmen. Kann nicht aufstehen und mich fertig machen. 
Kann nichts außer hier liegen, nachdenken und unendlich viele Tränen aus mir raus sickern lassen.

Frohe Weihnachten. 


Dienstag, 1. Dezember 2015

»297«

Du bremst ab. Die Räder des Autos bleiben abrupt stehen. Bevor du den Motor abstellst, deine Tür öffnest und aussteigst. Lange sehe ich dir nach bis du aus meinem Blickfeld verschwindest. 
Wir bleiben sitzen. Kurze Zeit später klopfst du an meine Tür. Der Hebel des alten Ford Fiesta in meiner Lieblingsfarbe lässt sich einfach drücken und ich schaue dich an. 
"Mitkommen." sagt du.
Wir stehen auf und folgen dir mit schnellen Schritten. 
Manche dieser Menschen habe ich schon einmal gesehen aber die meisten kenne ich aus den unendlichen Erzählungen von dir.

Kurz wird sich unterhalten oberflächliche Gespräche. Natürlich, wir sind ja auch nicht zu Spaß hier. Wobei eigentlich schon! Dann wird es spannend. Geld gegen Ware. Ware gegen Geld. Du steckst das Zeug in deinen BH.
Noch ein paar leere Worte werden gewechselt bis wir zurück zum Auto gehen. 

Ab da geht alles ganz schnell! 
Einsteigen. Tür zu. Losfahren. Die Reifen quietschen leicht als wir um die Kurve fahren. Aber Auto fahren konntest du schon immer! Wir rasen über die Landstraße. Erst als wir auf der Autobahn sind entspannt sich dein Gesicht.
Ich lächle dich an. Du siehst es durch den Rückspiegel. Was machen wir hier eigentlich?



Montag, 16. November 2015

»296«

Verdammt, Ich hab noch so viel vor.

Ich will leben. 
Ich will Dinge erleben. 
Ich will frei sein. 
Ich will mich betrinken, gnadenlos.
Ich will Drogen nehmen.
Ich will verreisen.
Ich will rumknutschen.
Ich will laut und von Herzen lachen.
Ich will tun was ich will.
Ich will Auto fahren und zur Musik mitgröhlen.
Ich will Fallschirmspringen.
Ich will in ein Schwimmbad einbrechen und vom 5er Springen.
Ich will mit dem Motorrad über die Autobahn rasen.
Ich will nur mit einem Rucksack durch ein komplettes Land wandern.
Ich will fremde Sprachen und Kulturen kennen lernen.
Ich will mit dir um die Wette rennen.
Ich will Polarid - Foto's machen.
Ich will Erinnerungen sammeln.
Ich will jung sein.
Jung und dumm und leichtsinnig und losgelöst.
Ich will niemals aufgeben.
Ich will träumen und träume verwirklichen.
Ich will durch die Nacht schreien.
Ich will in Clubs gehen und abspasten.
Ich will loslegen. 
Loslegen mit dem großen Leben.
Ich will mich verlieben und geliebt werden.
Ich will die dunklen Jahre vergessen.
Ich will Spaß haben.
Ich will Achterbahn fahren.
Ich will Menschen kennen lernen.
Ich will erzählen. Von vergangenen Zeiten.
Ich will vergessen was alles passiert.

Ich will endlich Leben.
Ganz egal wie, Hauptsache leben.

Undzwar genau so;
WIE ICH WILL.





Dienstag, 10. November 2015

»295« [Ein Jahr später!]

Heute vor genau 365 Tagen habe ich dich verlassen. Habe dich mit deinem Schicksal und deiner Einsamkeit alleine gelassen. Vielleicht war es die beste Entscheidung die ich je getroffen habe, vielleicht auch nicht. Aber, ich hab sie getroffen. Als ich am 10.11.2014 in einer Nacht und Nebel Aktion beschloss meine Sachen für immer zu packen, hast du mir ein paar letzte Worte mit auf den Weg gegeben die mich noch heute das ein oder andere mal zerstören. So wie jetzt beispielsweise. Worte, noch viel schwärzer als deine Seele. Manchmal ist es schwer die Vergangenheit hinter sich zurück zu lassen und nach vorne zu Blicken. Vor allem dann wenn alles was du siehst aus tiefschwarzer Angst besteht. Und diese Angst die lähmt dich. Sie nagelt dich fest. Genau an dem Punkt, an diesem du stehst. Wenn du beschließt stehen zu bleiben. Es ist so als würde jemand Treibsand unter deinen Füßen aufgießen um dich gnadenlos darin versickern zu lassen. 
Oft habe ich mir gewünscht ich könnte einfach stehen bleiben. Einfach warten. Solange bis alles an mir vorbei gezogen ist und all das verblasst. Zu einer grauen, klaren Masse aus nichts. Damit all deine grausamen Worte und Taten zu dem werden was sie sind. Ein schwarz - grauer Sumpf aus Verachtung. Ein ekelhaftes Meer aus Hass, Wut, Trauer, Angst, Verzweiflung und jede Menge Gewalt. 

Doch dann kam dieser eine Tag in meinem Leben. Der Tag an dem ich zum ersten Mal ein paar Tropfen Lösungsmittel in eben dieses Meer gab. 
Zu Beginn sah man nicht viel von den Auswirkungen meiner Entscheidungen. Aber mit der Zeit wurde die Oberfläche immer mehr durchbrochen. Lücken entstanden. Lücken durch die viele Teile meiner selbst etwas entfliehen konnte um zu mir zurück zu finden. Noch heute gibt es stellenweise schwarze Stellen in den Tiefen meines eigenen kleinen Ozeans aber es wird überschaubarer. 
Manche Dinge kann man nicht vergessen. Deine Worte. Deine Taten. Deine Verachtung, deinem eigenen Kind gegenüber. Dein Hass. Das was du in mir zerstört hast. Das sind Dinge die Zeit brauchen um erneut zusammen zu wachsen. Manche Lücken werden sich wohl oder übel auch niemals mehr füllen lassen. Aber ich versuche die Anzahl der Schwarzanteile in mir so klein wie möglich zu halten. Oft fällt es mir schwer. Gerade in Momenten wie jetzt. Wenn ich mich mit dir und deinem Wesen auseinandersetzen muss. Wenn ich dein Name, mehrfach dunkel und kühl in meinem Ohr erklingt. Oder wenn ich Bilder von mir sehe, die du in mich und meine Seele hinein gebrannt hast.
 Manchmal ist es so als würde ich bestimmte Situationen noch einmal durchleben und mir immer wieder dabei zusehen wie mehr und mehr, Stück für Stück ein kleines Bisschen von mir stirbt. 
Aber dann wird mir bewusst das der Anteil, der überlebt hat viel größer ist als all die Teile die du zertrümmert hast. Sie sind zwar ein Teil von mir aber sie machen mich nicht mehr aus. Du bist nicht mehr der Mensch, der bestimmt wie und was ich bin. Welche Dinge ich mag und was ich hasse. Ich kann meine eigene Meinung vertreten (auch wenn mir das noch viel zu oft schwer fällt)! Ich kann selbst entscheiden mit wem ich befreundet bin und wer Teil meines Lebens ist und nicht wen du für gut empfindest. Ich kann endlich selbst über mich entscheiden. 

Ich glaube nur wenige Menschen verstehen wie es ist Jahrelang mit einem Menschen zusammen zu leben und seelisch und körperlich von einem Menschen abhängig zu sein der einen im Prinzip Tag für Tag tötet. Jeden Tag ein Stückchen mehr. Wer weiß wie es ist von seiner eigenen Mutter Seelisch erpresst zu werden? Wer weiß wie es ist wenn man sich überall sicherer fühl als in den eigenen vier Wänden. Wer weiß wie es ist wenn man nachts Angst hat zu schlafen weil man nicht weiß wie die Person mit der man zusammen lebt in dieser Nacht ihre Wut und ihren Hass auf das einzige lebendige und somit auch zerstörbare “Utensil” kompensieren wird. Wer weiß wie es ist wenn man gezwungen ist die Meinung eines anderen Mensch zu übernehmen, aus Angst das man besagten Menschen sonnst zu einem weiteren Wutausbruch geleiten könnte. Wer weiß wie es ist wenn die eigene Mutter einen Tag für Tag, Jahr für Jahr terrorisiert. Wenn sie einem einredet man sein nichts wert und unwichtig und nutzlos und einfach nur eine elendige Last? Wer weiß wie es ist gnadenlos in’s Gesicht gespukt zu bekommen? Oder so lange Fäusteregen zu ertragen bis man sich so unfassbar klein fühlt? Kleiner als ein Buchtabe auf einer Weltkarte? Wer weiß wie es ist schon als Kind immer wieder in der Notaufnahme zu sitzen weil unzählige Körperteile in Mitleidenschaft gezogen wurden? Wer weiß wie so ein Leben ist? Ich hoffe niemand, aber ich glaube dieses denken wäre egoistisch. Und das war ich noch nie.. 

Es ist unglaublich das ein einfacher Umzug so viel in meinem Leben verändert hat. Zum ersten Mal seit Jahren habe ich so etwas wie ein wirkliches Zuhause. Da wo man sich willkommen fühlen kann und gelegentlich abschalten kann. Seit Jahren kann ich einigermaßen gut schlafen auch wenn meine Mutter mich noch viel zu oft in meinen Träumen besucht um mir still und leise verstehen zu geben, das sie mich niemals ganz gehen lassen wird. Seit Jahren habe ich in einem Schuljahr weniger als 10 Tage im Unterricht gefehlt weil es keinen Grund gab 3,4,5 Tage nicht zum Unterricht gehen zu können weil der eigene Körper nicht fähig war das Haus zu verlassen. Seit Jahren gibt es niemanden der einen nachts in irgendeinem Raum einsperrt oder Dinge Nach einem wirft. Seit Jahren habe ich zum ersten Mal das Recht darauf ich selbst zu sein und das auch sein zu dürfen. 

Der Tag heute ist nicht einfach. Er ist geprägt von vielen Dingen die mich tief im Inneren zum erfrieren bringen aber es ist auch einer der schönsten Tage in meinem Leben. Mein Persönlicher Tag der selbsterkämpften Freiheit. 
Und für nichts auf dieser Welt werde ich diese Freiheit jemals wieder hergeben.

Freitag, 6. November 2015

»294«

Mein Blick geht starr gerade aus.
Ich schaue durch das Fenster in den Wald hinein. Die Blätter färben sich von Gelb zu Rot und von Rot zu Braun.
Ein kleines Mädchen stellt sich vor mich.

"Lena ich muss dich was fragen." sagt sie in einer leisen, irgendwie forschenden frage!
»Was gibt es denn?« sage ich freundlich und sehe ihr in die Augen. Sie sind dunkelbraun und tief. So ehrlich. So lebendig. So voller leben. 
"Bist du traurig?" sagt sie und schaut mir in's Gesicht.
»Weißt du, ich glaube jeder ist mal traurig. Du bist bestimmt auch manchmal traurig oder?« frage ich sie..
"Ja aber du bist oft traurig oder?"

'Oh Scheiße' denke ich. 
Merkt Mann mir das so sehr an? 
Dabei lache ich im Kindergarten immer so viel und bin so glücklich.

»Naja man hat mir sehr weh getan. Aber das ist okay. Aber weißt du was?«
"Was denn?" fragt sie.
»Ich bin froh das ich hier bei euch sein darf.« sage ich und lächele.
Das Mädchen lächelt auch!
"Warum?" 
»weil ihr mich immer wieder sehr glücklich macht und es schafft das ich garnicht mehr traurig bin.«

Und dann beginnt sie zu strahlen. 
So als hätte die Sonne am Nachmittag ihren Höhepunkt erreicht.
"Dann bin ich froh das du da bist!" 
»Ich auch!« sage ich und habe fast Tränen in den Augen.
Dann klettert sie auf meine Beine und schlingt ihre Arme um mich. 
"Du darfst nie wieder gehen!" sagt sie.
Und ich strahle auch.
»Ich bin noch eine ganze Weile bei euch!«

Es ist so unglaublich was Kinder aus ihrer Umwelt mitbekommen! Es ist so unglaublich wie viel Mitgefühl und Anteilnahme diese kleinen Menschen aufbringen können und noch unglaublicher ist es wie schnell es Kinder schaffen einen zum Lächeln zu bringen.

Dieses Gespräch ist mitunter wieder einmal der Beweis für mich das ich mir den richtigen Beruf ausgesucht habe und alles dafür tun werde meine Ausbildung zu bestehen.




Mittwoch, 28. Oktober 2015

»293« (Ankerkind)

Morgen ist es soweit.
Nachdem ich nun seit über einem Jahr von einem ganz bestimmten Tattoo Träume habe ich morgen den Termin zum verewigen. 

Wer es noch nicht weiß:
Ich bin ein Ankerkind.

Ich glaube die Verbindung zu den Ankern ist in einer Sitzung mit Fr. S entstanden. 
In der ich gesagt habe das meine Freunde meine Anker sind.

Anker im übertragenen Sinn.
Das meine Freunde mir viel Halt und Kraft geben. 
Das sie das sind was mich am Boden hält.
Das sie mich zusammen halten wenn alles auseinander fällt.

Anker sind für mich die Dinge die mich zum weiterlaufen und weiterkämpfen animieren. Das sind auch Dinge wie wünsche oder Ziele und vor allem Träume.
Auch meine "Familie" ist ein zum Teil mein Anker. 

So viele Dinge sind in mir und in meinem Herzn fest verankert das ich sie nun, ab morgen unter meiner Haut tragen werde. 

Und ihr wisst garnicht, 
wie sehr ich mich auf diesen Moment freue.

Und wie aufgeregt ich jetzt gerade schon bin. 

Und ich muss noch weniger als 18 Stunden aushalten. Omg! 




Dienstag, 6. Oktober 2015

»292«

Mit immer schneller werdenden schritten laufe ich der Tür entgegen. Halte meine Hand etwas nach oben und schiebe die Tür auf. Noch zweimal links abbiegen. Du bist nicht da. Mein Lächeln verschwindet. Du hast mich bestimmt vergessen. Hast jemanden gefunden der besser ist. Geknickt, lehne ich mich an die Mauer und zünde mir eine Zigarette an. Die Sonne brennt mir in den Nacken und mir wird warm. Aber nur von außen. In mir drin bin ich gerade drauf und dran zu erfrieren. 

Im Augenwinkel sehe ich wie etwas hinter mir vorbei huscht. Ich sehe A. an und rede weiter mit ihr. Dann schaust du über meine Schultern, direkt in mein Gesicht.
Ich beginne zu lächeln. "Lenaii" sagst du mit deiner altbekannten Stimme. Langsam taut der scheinbar niemals endende Winter in mir und ich fühle mich zum ersten Mal seit Wochen wieder sicher. 

Ich Schlinge meine Arme um dich und drücke mein Gesicht in deinen Pulli. 
Viel zu früh lasse ich dich wieder los und du beginnst zu reden. Zu erzählen und mir wird wieder klar wie sehr ich dich vermisst habe.

Ein paar Stunden später sitzen wir auf deiner Coutch. Der Fernseher füllt die kurze Stille zwischen den unendlichen Worten die wir von uns geben.
Genau das hat mir so sehr gefehlt. 
Mit dir ist alles immer so einfach. Es kostet mich keine Anstrengung mit dir zusammen, irgendwo zu sein. 

"Lenaii, ich weiß nicht warum ich so ein Arschloch bin! Ich weiß es einfach nicht. Wenn ich wüsste wieso, dann würde ich es ändern." 

Dieser Satz fließt aus deinem Mund umhüllt mit Dingen wie Gefühlskalt und "Ich bin nicht stark"!

Glaub mir, ich weiß genau was du meinst. Das ist alles nur Fassade. 
Die Fassade die jeder hat. Jeder von uns.
"I Know You" sage ich und ich sehe wie ein kläglicher versuch, zu lächeln über deine Lippen huscht.

Manchmal weiß ich nicht, wie ich meinem Kampfkäfer noch helfen soll. 
So viele Dinge haben sein Leben so gemacht wie es jetzt ist und ich kann all diese Dinge nicht einfach so ändern.
Manche Dinge sind selbstverschuldet andere einfach nur Schicksal. Wie auch immer. Ich glaube wir müssen versuchen uns mit der Vergangenheit abzufinden.

Auch wenn das wohl die schwierigste Aufgabe ist, die man uns mit auf unseren Weg geben kann..


Donnerstag, 1. Oktober 2015

»291«

Jegliche Chatverläufte fangen immer gleich an. Alles beginnt mit einem kleinen Wort wie beispielsweise "Hallo" oder auch ein leises "Hey"! Darauf wir geantwortet. Dann folgt die immer gleiche Frage: "Wir geht es dir?" 
Darauf folgt die erste Lüge. "Gut" ist wohl die größte Lüge überhaupt. 

Meine Standartlüge.

Doch um zu Lügen muss es überhaupt erstmal zu dieser Frage kommen. 
Seit Wochen meldest du dich nicht bei mir. Antwortest nur Knapp auf meine unzähligen Versuche mit dir Konversation zu betreiben. Und gibst mir das Gefühl kein Teil mehr deines Lebens zu sein.
Ich sehe Bilder auf Snapchat. Wie du lachst mit anderen Freunden. Du gehst in's Kino. Triffst dich mit anderen Menschen. Dein Übliches Leben. 
Nur das ich dieses Mal, kein Teil davon bin. 

Du fehlst mir so sehr. Es fehlt mir das du mit deiner vollkommen bekloppten Art jede noch so fürchterliche Situation um das Milliardenfache einfacher und besser machst. Es fehlt mir das du da bist. 
Und mir das Gefühl gibst in irgendeiner Art und weise wichtig und richtig zu sein. 
Du fehlst mir einfach so sehr. 

Meine Gedanken kreisen ständig nur um dich, um S. und um A. aber es scheint nur einen Menschen von euch zu interessieren und das ist letztere Person.

Ich hoffe so sehr das du dich meldest. 
Ein kleines "Hey" würde reichen. 
Ein bisschen Smaltalk. Ein bisschen dummes Gerede. Ein paar Augenblicke voller lachen. Das würde schon genügen.

Aber selbst das scheint zu viel verlangt zu sein! 




Freitag, 4. September 2015

»290«

Ein ganz normaler Tag!


Gegen neun Uhr in der Früh wache ich auf. Drehe mich auf die Seite und schleudere meine Beine auf den kalten, harten Boden der Tatsachen. Meine Zehen berühren das Laminat. Eine Welle aus Kälte wandert langsam durch meinen Körper und bringt mich zum zittern. 
Die übliche Ration Pillen landen in meinem Mund. Zwei kleine weiße, eine längliche und zwei blaue und werden von einem Schluck Wasser herunter gespült. 
Mein Kopf ist noch nicht ganz bei Verstand. Ich laufe durch den Flur und mein zweites Zimmer und öffne die Balkontür. Ein kalter Windstoß bläst mir die Haare aus dem Gesicht. Meine Hände greifen nach der blauen Zigarettenschachtel und erklimmen die Leiter zum Dach. Oben angekommen setze ich mich auf die Dachziegel und betrachte meine "Heimat." Am Morgen wirkt alles noch so lebendig. So lebhaft. So.. Scheisskaff. Der Zigarettenstummel purzelt die Dachschräge hinunter, direkt in die Regenrinne hinein. Dort warten schon unzählige Brüder und Schwestern auf ihn, die fröhlich "Willkommen - Willkommen" rufen und wild applaudieren. Ich begebe mich in die Küche. Öffne den Kühlschrank der nach Käse und Buttermilch riecht und pansche in meinem Chiapudding (99) herum. Schnell noch 60g Mango (39) abwiegen, zerschneiden und obendrüber kippen. 
Langsam kann man zusehen wie die Stücke nach mehreren Minuten versinken. Wie kleine Schiffe, diesen man ein Loch ins Holz schoss. Sie gehen unter. Ich rühre um. Vermansche alles und beginne zu essen. 


Tür auf. Den Rest zurück in den Kühlschrank stellen. Tür zu. Kriechende Schritte nach oben. Kleidung aus den Wäschekörben ziehen, die seit Wochen an ein und derselben Stelle stehen. Die Treppe gibt leises  Poltern zu hören, während ich sie wieder herunter flitze. 
Badezimmertür auf. Badezimmer Tür zu. Lautsprecher anschließen und bis zum Anschlag aufdrehen. Ein paar Lieder später bin ich frisch geduscht und angezogen. Tür auf. Tür zu. Oma sagt die neue Hose steht mir. Doch sie ist nicht neu. Sie ist schon zwei Monate alt. Müll rausbringen. Geschirr schnell spülen. 
Wieder hoch. 

Vorsichtig nehme ich meine Tasche und Kippe ihren Inhalt auf meinem Bett aus. 
Geldbeutel, Schlüssel, Notizbuch, IPad, Handy, Köpfhörer und Ladekabel fliegen in eine neue Tasche diese ich mir schnappe und die Treppe runter renne. 
"Fall nicht Lee, mach langsam!" Ruft mir meine Oma entgegen. »Ich komm zu spät, ich komm zu spät! ICH KOMM ZU SPÄT« schreie ich ihr entgegen. "Aber wozu?" wirft sie mir fragend entgegen. »Zum Leben!« und naja in dem Moment bestand mein Leben aus dem Bus der in den kommenden 4 Minuten abfahren sollte. Tür auf. Tür zu. Tür abschließen. Tasche auf. Zigarette raus. Feuer an. Feuer aus. Rauch rein. Rauch raus. 
Und los. 

Meine Füße Rennen gleichmäßig im Takt den Berg hinab und die Hauptstraße entlang. Über den Zebrastreifen. Die Treppe hoch und zur Bushaltestelle. Dort angekommen warte ich noch kurz bevor der Bus um die Ecke biegt. Bustür auf. Einsteigen. Bustür zu. So geht das eine ganz Weile weiter. Bis ich mit dem Zug in meiner Lieblingsstadt angekommen bin. Dort angekommen vertreibe ich mir meine Zeit mit etwas Bummeln. Einkaufskassen klimpern auf und zu. Menschen stöbern in Läden. Musik aller Art ist zu hören. Stände sind aufgebaut. Sie verkaufen vor allem Wein und Traubensaft. Aber auch Flammkuchen und anderen Quatsch. Mehr Menschen als sonnst sind auf den Wegen zu sehen. Geldbeutel auf. Zwei Hosen und zwei Pullis gekaut. Geldbeutel zu. 90€ weniger, sagt die Kreditkarte. 

Eine Weile warte ich noch. Bis mich eine Nachricht von T. erreicht. Sie kommt nicht. Also tragen mich meine Füße zu Starbucks. Meine Zunge bestellt nach ausgiebigem rechnen und überlegen einen Pumpkin spice Latte (367) und einen Himbeer - Cheescake - Muffin (476)! Mittagessen: Check. 

Mal wieder sitze ich am Brunnen, beobachte die Menschen. Esse. Schreibe auf. Trinke Kaffee. Schaue umher. Schreibe weiter. Trinke noch mehr Kaffee und begebe mich letzten Endes zur Bahn. 

Während meiner Reise in den Öffentlichen Verkehrsmitteln, schaue ich mir eine Folge "Heroes" an und versuche zu schlafen. 

Zuhause angekommen Rede ich ein bisschen mit meinem Dad und mache Faxen mit ihm. Dann fahren wir einkaufen. Meine Hände halten einen Strauß Blumen in der Hand. Er ist bunt. Mit vielen Farben. Gelb. Pink. Grün. Weiß. Lila. Wir nehmen ihn mit. Nur für den Fall das ich morgen doch zu ihr fahre. An unseren Ort. Da wo alles begann. Zuhause angekommen. Packe ich ein paar sachen zusammen und begebe mich in die Küche. Zerschneide etwas Gurke (18) und Paprika (41). Danach bestreiche ich zwei Knäckebrote (51) mit Frischkäse (39). Die genau abgewogene grammzahl landet in meinem Magen. 

Total: 1130 kcal 


Danach schnappe ich mir meine Tasche und mache mich auf den Weg zu Mom. 

Ich bin gleich da..



 

Mittwoch, 2. September 2015

»289«

Um mich herum, wirbeln Menschen hektisch umher. Manche Tragen einen Anzug. Andere sind schlicht gekleidet. Ein kleiner Junge läuft mit knallig, Grünen Kopfhörern direkt an mir vorbei. Manchmal frage ich mich was die einzelnen Menschen wohl für ein Leben haben? Das kleine Mädchen, das Hand und Hand mit ihrem Vater und ihrer Mutter durch die Stadt läuft. Was hat sie wohl für ein Leben? Wie sieht es aus? Ist sie wohl glücklich? Streiten sich ihre Eltern oft oder nie? Liest ihr jemand Gute - Nacht - Geschichten vor bevor, man sie behutsam zu Bett bringt und ihr liebevoll einen Kuss auf die Stirn drückt? Oder wird sie einfach eine Stunde vor den Fernseher, auf dem gerade ein Krimi läuft, gesetzt um dann in's Bett geschickt zu werden? Oder der Mann im Anzug? Hat er eine eigene Firma? Oder ist er ein kleines Teil, eines größeren Teils? Vielleicht eine Bank oder doch eine Anwaltskanzlei? 

Oder das Mädchen, das auf dem Rand des großen Brunnens sitzt? Mit den Kopfhörern im Ohr, durch die man leise noch die viel zu laute Musik von außen hören kann, wenn man den hinhört? Immer wieder blickt sie umher und beobachtet die Menschen der Stadt. Dann sieht sie auf ihren Notizblock und beginnt etwas zu notieren bevor sie sich vorsichtig durch die langen, dunkelblonden, ja fast Haselnussbraunen Haare fährt? Was hat sie für ein Leben? 

Ich kann euch sagen was sie für ein Leben hat. Meins! 

Gerne sitze ich da und beobachte die Leute aber dann frage ich mich auch, ob sie mich wohl bemerken? Ob sich auch jemand fragt was ich für ein Leben habe? Ob jemand denkt das alles Perfekt gelaufen ist für mich weil ich immer so viel lache? 

Einmal sollten wir im Unterricht im Laufe des letzten Jahres herausfinden was unser Name für ein Bedeutung hat. 

»Ich bin der Sonnenschein.« - waren meine Worte damals. 

A. meinte zu mir das würde passen, weil ich sehr oft lache. Zumindest seit ich sie kenne. Über ganz unbedeutende Sachen. Und wenn es nur über unsere Blödheit war!

Sieht die Frau mit dem Kinderwagen das Mädchen auch als einen Sonnenschein an? Vielleicht auf die Entfernung betrachtet? Aber tritt man näher verändert sich das Bild. Dann sieht man was für Worte sie in ihr kleines, braunes Büchlein schreibt. Es sind dunkle Worte. Worte die man von einem so jungen Menschen, nicht erwarten würde. Man sieht den gespielten Ausdruck in ihrem Gesicht und die leicht glasigen, hellblauen Augen.

Doch dann blickt sie in die Augen des kleinen Mädchens, das im Kinderwagen liegt und mit ihrer Rassel leise musiziert. Link diesem Moment verändert sich irgendetwas und sie beginnt zu strahlen. Dann sieht auch die Frau das, das Mädchen ein Sonnenschein ist. Trotz den alten, verblassten Narben auf ihrer Haut und den Tränen in ihren Augen. Denn sie hat trotz allem nie verlernt, was echtes und unverfälschtes Lachen ist. 






 

Samstag, 29. August 2015

»288«

Kleine Rauchwölkchen fliegen tief in meine Lunge hinein und bringen Sie zum flattern. Die Welt um mich herum ist dunkel und mitternachtsschwarz. 
Die Lichter meiner "Heimat" sind schon lange aus gegangen und nur vereinzelt brennt noch Licht in den Häusern. Von hier oben habe ich einen guten Blick über alles. Sehe den Wald. Wiesen. Häuser. Gehwege. Straßen, die sich in ein unendliches Labyrinth verästeln. Kleine Feldwege. Vereinzelt ein paar Tiere. Aber vor allem, sehe ich den Himmel.


Die letzten Wochen waren sehr schön und auch sehr anstrengend. Mein Dad ist die meiste Zeit sehr gestresst von der Arbeit und auch von daheim. Meine Oma vergisst immer mehr, was im hier und jetzt geschieht und klammert sich an die alten Geschehnisse aus ihrer Vergangenheit. Um ehrlich zu sein beneide ich sie einwenig. 

Vergessen ist das einzige, was ich mir seit Jahren wünsche. 

Vor einiger Zeit habe ich mich mit A. über meine Vergangeheit unterhalten. 
Und damals hat sie zu mir gesagt: 
"Lena ich glaube, wenn du all diese schrecklichen Dinge nicht erlebt hättest wärst du nicht du selbst. Diese Erlebnisse haben dich zu dem gemacht was du heute bist. Sie haben dich zu dem Menschen gemacht der von so vielen Menschen wertgeschätzt und geliebt wird. Klar, würde ich dir wünschen du hättest das alles nicht erlebt aber am Ende bist du genau an diesen Dingen gewachsen. Die Vergangenheit ist ein Teil von uns, den wir nicht einfach ausradieren können. Er gehört zu uns wie unsere Handschrift oder unsere Augenfarbe. Du kannst sie nicht ändern. Du kannst sie nur hinnehmen und das beste draus machen." 

Und sie hat so recht. Wie immer! 
Wahrscheinlich wäre ich nicht der Mensch der ich heute bin. Wenn meine Mom mich nicht Jahrelang zerstört hätte, wenn Cii und Julii mir nicht so weh getan hätten und wenn Marie nie gestorben wäre. Aber das alles ist nunmal passiert. 
Und hat mich verändert. Hat mich besser oder schlechter gemacht. Ich weiß es nicht aber wenn ich eins weiß, dann das sie meinen Charakter geprägt haben. 


Vielleicht würde ich nicht immer jeden retten wollen. Würde nicht jedem zuhören und versuchen Lösungen zu finden. Würde den Menschen die mir etwas bedeuten nicht so viel Liebe und Zuwendung schenken. Aber vor allem
Hätte ich nicht so viel Ahnung vom Leben. 

Ja und vielleicht klingt es verrückt wenn man mit 17, fast 18 Jahren sagt man habe viel Ahnung vom Leben. Weil das komplette leben ja eigentlich noch vor einem liegt. Aber ich habe in diesen Jahren so viel erlebt und gesehen. Habe so viel gelesen und gehört. So viel gelöst und bin so oft gescheitert. Habe so viel geträumt und träume zerschlagen. Habe so viel verloren und doch so viel dazu gewonnen. Das ich doch sagen kann ich weiß einiges. Ich hab zwar keine Ahnung von Mathematik und Physik. Und auch nicht von Kommasetzung (wie ihr schon gemerkt habt) und wann man das mit einem s oder zwei s schreibt. Ich weiß nicht wo Städte liegen, die ich nicht bereisen will und ich kapiert auch nicht wie ein Samsung Handy funktioniert. 

Aber ich weiß wie Menschen funktionieren. 

Und bisher bin ich mit dieser Art von Wissen relativ weit gekommen! 
Klingt komisch aber ich verstehe jeden. Ich verstehe warum Menschen so sind wie sie sind. Selbst jene, die ich nicht so sehr mag. Ich glaube, selbst wenn mich mein größter Feind anrufen würde, selbst ihm würde ich zuhören würde er am Telefon darum bitten. 

Vielleicht bin ich Loyal. Vielleicht einfach zu freundlich. Oder vielleicht bin ich auch einfach ich. Denn genau das macht mich aus. Vergeben. Aufrichtig sein. Zuhören. Da sein. Festhalten. Durchdenken. Helfen. Lösungen suchen. Jeden Retten. Mut machen. Lieben. Umarmen. Verschenken. Kleine Dinge Wertschätzen. Aufmuntern. Meinung äußern. Acht geben. Behutsamkeit. Neugierde. 

Das alles, das bin ich. Und das sind die Dinge für die ich dankbar bin. Jahrelang habe ich all diese Dinge nie bekommen oder durfte so nicht sein und vielleicht machen mich deshalb all diese kleinen Dinge so sehr aus? Weil ich nicht will das sich jemals jemand so fühlen muss, wie ich mich einst fühlte. Das hat mich die Vergangeheit, am aller meisten gelehrt.





Dienstag, 11. August 2015

»287«

Die Welt ist so dunkel. Draußen blitzt ab und an ein grelles Licht auf und verbreitet hellen Nebel. Sommergewitter. 

Ich liege da und denke nach. Zu viel. Ich verschwende mal wieder viel zu viele Gedanken an M. Warum kann ich sie nicht einfach aus meinem Kopf ausradieren? Einfach raus mit ihr.

Seit Tagen wüsche ich mir nichts mehr als endlich abschließen zu können und ich weiß was ich dazu brauche. Ich brauche einen Ort. Ihren Ort. Es gibt genau zwei Plätze wo dies möglich ist. Auf dem Friedhof, bei ihrem Grab oder da wo wir uns kennen gelernt haben. Beide Möglichkeiten machen mir große Angst. Aber ich weiß das ich es eines Tages schaffen werde ihr "Leb wohl" zu sagen um mich auf die Suche nach einem neuen Herzmädchen zu machen. Ich weiß nur noch nicht wann. 


Heute Morgen bin ich dann in's Fitnessstudio gegangen um meinem Kopf mal wieder klar zu kriegen. 
Bin 11km gerannt und hab danach noch 1 Stunde Krafttraining gemacht. 
Am Nachmittag war ich dann so fertig das ich einfach mal zwei Stunden schlafen musste. 

Schlussfolgerung daraus ist das ich jetzt wieder einmal hier liege und hellwach bin.

Mit dem Essen läuft es im Moment irgendwie nicht ganz so gut.
Mir wird von allem total schlecht. 
Mein Kreisslauf ist total durcheinander.
Bin gestern Abend zusammengebrochen.
Alles in allem nicht das was ich mir erkämpft habe.

Aber manchmal ist es einfacher alten Gewohnheiten zu folgen als neue zu testen. 

Egal, irgendwie geht es immer weiter.

xoxo,
eure Lee! ❤️






Freitag, 24. Juli 2015

»286«

Jetzt ist es soweit. 319 Tage. Unzählige Präsentationen und Klausuren. Praktische Vorträge und eine Milliarden Wörter wurden uns in den letzten 319 Tagen in unseren Kopf hinein gequetscht. Nur für diesen Moment, das wir jetzt unser Zeugnis in den Händen halten. Erstes Ausbildungsjahr: Check! 

Doch mit genau diesem Moment geht auch etwas zu Ende. T! 

Nach dem Abschluss Gottesdienst, haben wir hab draußen mit der gesamten Klasse noch einmal verabschiedet. 

Unsere Lehrerin nahm erst D. und dann T. in ihre Arme. Und genau in dem Moment ist es mir bewusst geworden. Sie kommt nicht wieder. Nicht dieses Jahr. Sie ist weg. Einfach weg. Es wird keine Disskusionen mehr geben. Keiner wird dumme Grimmassen schneiden, wenn ich kurz vorm heulen bin. Niemand wird mir unzählige Worte um die Ohren hauen weil er weiß das ich das so gerne mag. Zuhören. Es wird still. 
Obwohl T. noch da ist, 
fehlt sie mir schon jetzt. 

Die erste die weint ist S. Und nachdem A. und ich den beiden ihre Zeugnisse gegeben haben die wir Ihnen gestern noch geschriebene haben, weil sie keins bekommen. Nimmt T. mich in den Arm. Und dann brechen auch bei mir so langsam die Dämme. Die Wände der Beherrschung brechen ein und ich weine. 

"Du wirst mich nicht los."
"Ich hab dir den kleinen Finger Schwur gegeben."
Und unzählige andere Sätze fließen aus ihr heraus während sie mich noch immer im Arm hält.

Die Große Traurigkeit ist noch nicht einmal bei mir angekommen. Ich glaube dieser Moment wird erst kommen wenn ich nach den Ferien in unserem Klassenraum sitze. Wenn ein Platz neben mir leer sein wird. Wenn es so still sein wird. Wenn T. nicht durch den Eingang kommt und mich mit ihrem schiefen Grinsen anschaut oder irgendwelche Faxen macht. Wenn kein Mensch da ist den ich Anrufen kann. Oder mit dem ich Nachtschichten schieben kann. 

Ich meine wer spielt denn jetzt mit mir digital Uhr oder gibt Motten nachts einen Namen. Wer verprügelt Cii wenn sie wieder irgendeine scheisse mit mir abzieht. Wer sagt den Barbies das sie ihre Klappe halten sollen? Wer ist da? 

Es ist so komisch. Und ich habe solche Angst. 

Am meisten habe ich Angst davor das du mich vergisst T. Das du vergisst was wir alles erlebt haben weil du bessere Menschen findest..


Sonntag, 12. Juli 2015

»285«

Angst. 

Angst ist ein ziemlich großes Wort. Es ist unendlich definierbar. Es ist so weit gefächert. Mann kann vor so vielen Dingen angst haben. 

Ich für meinen Teil habe Angst davor verlassen zu werden. Und genau jetzt gehen zwei Menschen aus meinem Leben, die ich am wenigsten verlieren kann.

Nach den Ferien wird T. nicht mehr jeden Tag im Unterricht neben mir sitzen. Sie wird nicht morgens um 5 vor 8 durch den kleinen Eingang kommen und mich anlächeln und mir dadurch einen Grund geben, auch zu lächeln. Sie wird nicht mehr Stundenlang mit mir reden und mich ablenken, egal von was. Sie wird nicht mehr im Unterricht bösen von den Lehrern angeschaut werden weil wir geredet haben. Sie wird nicht mehr mit mir Disskutieren. Wird mir nichts mehr erklärten. Sie wird fehlen.

Nach den Ferien wird T. eine Stationäre Therapie beginnen. Zumindest ist das der Plan. Ich bin froh das sie diesen Schritt wagt, aber trotz allem habe ich auch angst. Riesengroße Angst. Das ich diesen "Verlust" nicht verkrafte und das wir uns aus den Augen verlieren werden.

Nach den Ferien werde ich auch A. nur noch Montags und Dienstags in der Schule sehen. Denn den Rest der Woche sind wir im Betrieb arbeiten. 

Auch S. werde ich nicht mehr in der Achule sehen. Denn sie hat Donnerstags und Freitags Unterricht. 

Ich habe so Angst davor. 

Noch nie in meinem ganzen Leben war mir ein Mensch so wichtig wie T. 
Sie ist unglaublich. Und ich wüsste echt nicht was ich ohne diesen Menschen wäre. Sie hat so viel für mich getan. So viel und noch viel mehr. Und die Hälfte davon hat sie nicht einmal registiert. Es sind die kleinen Dinge, die für mich so groß sind. Es sind kleine Nachrichten. Kleine Gesten. Kleine, bedeutsame Worte. Eine Umarmung. Ein Lächeln. Ein Augenblick Musik. Ein Moment Ruhe. Ein forschender Blick. Ein Bild. Ein aufmunterndes Wort. Eine Sekunde mit diesem Menschen um mich herum. Das sind die Dinge die mich glücklich machen. Und das weiß T. ganz genau. 

Ich hatte in meinem Leben noch nie solche Freunde. Freunde die immer hinter einem stehen. Die einem Rückendeckung geben. Freunde die sich vor jede Kugel stellen würden und für dich durch's Feuer gehen würden. Freunde die alles aufgeben würden nur um dich zu retten. Freunde die dich besser kennen, als du dich selbst kennst. Freunde die wissen wie dein Saz endet, bevor du ihn zuende gesprochen hast. Freunde die das selbe denken wie du und genau so handeln. Freunde die wissen wann dein Lächeln echt ist und wann nicht. Freunde die sich komplett zum Affen machen nur um deine Tränen zu trocknen und dich wieder zum Lächeln zu bringen. Freunde mit denen man Stundenlang irgendwo sitzen kann ohne sich zu langweilen. Freunde bei diesen man, man selbst sein kann. Freunde die einen mit allen Ecken und Kanten akzeptieren. Freunden diesen man alles anvertrauen kann. Freunden mit diesen man die Zukunft planen kann.

Aber vor allem hatte ich noch nie Freunde die sagten »Wir bleiben für immer.«

Und genau das haben T., A. und S. zu mir gesagt. Wir sind nicht einfach nur beste Freunde, nein! Wir sind eine Familie. 

Und ich bin so unendlich dankbar dafür das ich diese drei Menschen kennen gelernt habe. Und das sie immer da sind und auch immer da sein werden wenn es drauf ankommt. Ich bin so dankbar das ich den ganzen Tag Freudentränen weinen könnte - wäre da nicht diese Angst. Diese Gottverdammte Angst. 

Ich habe nur noch zwei Wochen. 
Die Zeit rennt mir davon. 
Brauche mehr von ihr.
Muss sie anhalten.
Sofort.



Sonntag, 21. Juni 2015

»284«

Freitag, 19.Juni.2015 

Ist das Leben für uns oder gegen uns?

Im Moment kann ich euch leider nicht sagen, ob mein Leben für mich spielt oder doch nur ein spiel gegen mich ist. Aber wenn ich eins weiß, dann ist es das ich gestern einen der schönsten Momente in meinem Leben erlebt habe.

Auch wenn diese Augenblicke so unbedeutend erscheinen ist es doch so ein großer Baustein in meinem Leben weil ich mir so oft, solche Momente wünsche.
Momente in diesen man einfach da sitzt und alles, was schön und gut und großartig war, review passieren lässt.

Wir sitzen da. Unter einem Gebäude in der Abenddämmerung. Versteckt von ein paar Autos, blicken wir durch die Lücke die wir gelassen haben. Meine Augen scannen das Bild ab und versucht sich alles einzubrennen. Jedes noch so kleine Detail wird gespeichert. Irgendwo in meinem Kopf und klammert sich fest.

Wir sind zu viert. Seit langem sind wir ganz alleine, nur unter uns. Ohne irgendwelche Menschen die uns stören. Ohne irgendwelche Menschen die, den Augenblick zerstören könnten.
Von uns selbst mal ganz abgesehen.

T. und S. gehen ihrem Rausch nach, während A. und ich unseren Rachen etwas mit Bacardi betäuben. Später wandern wir weiter und bringen T. und S. zur Bahnhaltestelle, weil sie Nachschub hohlen gehen wollen.

Als die beiden weg sind, setzen A. und ich uns in unser Lieblingscafé und trinken um kurz vor 0 Uhr einen Kaffee. Als das Café schließt, setzten wir uns vor ein Kaufhaus auf eine hohe Treppe und blicken auf die Stadt. Sehen nicht viel, aber für den Augenblick reicht es. Wir reden viel. Über alles und nichts aber das ist so schön.

Als die anderen beiden wieder zu uns stoßen, begibt sich A. auf den weg zu ihrem Freund.
Da waren es nur noch drei.

Doch ich habe S. und T. schon auf einigen Dingen erlebt. Aber ich habe sie nie so gesehen. Und ja ich halte noch immer nichts von Drogen und all dem. Aber die beiden sind alt genug um zu wissen was sie tun. Vor einigen Tagen habe ich meine Einstellung zu ihrem Drogenkonsum geändert.
Ich toleriere, das es diese Dinge in ihrem Leben gibt. Ich heiße es nicht gut aber ich toleriere es.
Und das scheint auszureichen.

Plötzlich wird es etwas stiller. Die Welt scheint sich in eine andere Richtung zu drehen.
Nicht mehr mit uns, sondern gegen uns.

Ich habe gestern tatsächlich eine Antwort auf eine Frage bekommen, die mich seit Monaten, nein Jahren schon zerstört. Seit sie weg gegangen ist..

Es ist die Frage ''Warum sterben die besten Menschen immer zuerst?''
Die Antwort kommt von S. und ich bin ihr unendlich dankbar dafür das sie mit mir diesen Satz geteilt hat. Wir sitzen so da und unterhalten und über Musik. Über einen Lieblingssänger von S. der bereits vor Jahren verstorben ist. Damals war sie wohl sehr traurig und ihr Vater hat ihr einen schönen Satz gegeben, der eigentlich alles erklärt.

''Wenn du auf einer Blumenwiese stehst, welche Blume pflückst du zuerst?
Die wunderschöne oder ein Gänseblümchen?''

Und auch wenn ich mir weiterhin den Kopf darüber zerbrechen kann wieso Gott all das zulässt und wieso es noch immer so weh tut, so kann ich mich nun wenigstens mit dem Gedanken anfreunden.
Denn vielleicht wurde M. mir nur genommen weil sie zu schön war für diese Welt?
Sie war die schönste Blume dieser Welt und wahrscheinlich hätten sich ein paar Milliarden Menschen darum geschlagen um sie zu pflücken.
Letztendlich wurde sie vielleicht nur aus diesem Grund aus dem Leben gerissen.
Und weil sie nicht mehr konnte.

Mir ist auch klar geworden, das ich M. nicht vergessen muss um weiter leben zu können.
Ich muss sie gut festhalten. Muss die schönen Momente in meinen Schädel einbrennen.
Muss mir jedes Detail von ihr aufheben, für die schweren Tage.
Ich hätte sie nicht retten können. Auch wenn ich alles gegeben hätte, um es zu können.

M. war kaputt. Genau wie ich. Genau wie wir alle hier. Wahrscheinlich auch genau wie du, der Mensch der diese Zeilen hier liest. Und ich möchte euch beiden etwas mit auf den Weg geben. M. und dir.

Zuerst einmal bist du dran:
Lieber Freund,
Ich weiß das Leben ist nicht immer einfach. Und es kann ein riesengroßes Arschloch sein.
Aber du hast es verdient glücklich zu sein. Stoß das Glück nicht von dir weg, es liegt vor deiner Tür
und ist vielleicht näher als du denkst. Die schlechten Tage kommen und gehen. Und das Leben ist nicht einfach.Und wir haben noch immer nicht die Wahl.Aber wir können das beste drauß machen.
Statt uns darüber zu beklagen, das es gegen uns spielt. Das Leben spielt nicht gegen uns.
Sondern die Zeit. Zeit ist so kurz. So wenig. Deshalb zählt jeder noch so kleine Augenblick.

Es Liebt und umarmt,
xoxo Lee ❤️




Freitag, 5. Juni 2015

»283« | #MakeTheRules

Hallo ihr lieben ❤️
Mir ist in den letzten Wochen oder auch Monaten etwas bewusst geworden. 
Ich brauche einen neuen Lifestyle.
Auch wenn Lifestyle vielleicht nicht das richtige Wort ist. Mehr eine neue Lebenseinstellung im Bezug auf Gesundheit, Fitness und auch Ernährung.

Wer mich jetzt schon länger kennt weiß das ich mich nie um meine Gesundheit gekümmert habe, deshalb hier die Ziele zum Thema Gesundheit:

- Mindestens einmal im Jahr zum Zahnarzt gehen 
- Alle 3 Monate zum Blutabnehmen gehen 
- Seh/- und Hörtest machen lassen
- Weniger rauchen

Hier die Ziele zum Thema Fitness:
• 2-4 mal die Woche in's Fitnesstudio gehen
• Jeden Abend (wenn möglich) ein paar Übungen machen
• Mehr Cardio machen 
• Trainrstunde machen (Habe mich bisher noch nicht getraut) 

Und zu guter letzt, Ziele zum Thema Ernährung
- wenig Fleisch essen
- nach 18h keine Kohlenhydrate mehr
- Tagesbedarf decken
- öfter kochen 
- mehr trinken (2-3 Liter pro Tag)
- einen Cheatday pro Monat (mind.) 


Jetzt fragt ihr euch vielleicht warum ich das hier poste? 
Vielleicht um euch zu sagen das ich etwas Plane. Das ich mich verändern will. Das ich werden will was ich sein will aber auf eine andere Art und Weise! 
Was hat es mir gebracht mich 20kg leichter zu hungern und zu kotzen? 
Nichts weil ich die Hälfte bereits wieder dazugewonnen habe. 

Und natürlich bin ich mit mir und meinem Gewicht noch immer nicht zufrieden. ABER und das ist der springende PUNKT: »ICH WILL ES GESUND SCHAFFEN!« 

Ich möchte nicht tagtäglich von unter 200 kcal Leben, wenn überhaupt. Ich möchte keine Zeit damit verbringen mich krank zu fühlen. Ich mag nicht schlapp und lustlos sein. 

Ich möchte Leben. Möchte raus gehen. Mit Freunden Dinge erleben. Möchte frei sein. Möchte mich bewegen. Möchte lachen. Strahlen und scheinen. Ich möchte gesund sein. Und ich werde es schaffen.
 



Montag, 25. Mai 2015

»282«

Überall immer dieses WARUM?
Es gibt geschätzt mehr als eine Millionen Warum-Fragen.
Und manchmal habe ich das gefühl, dass ich mir ziemlich jede Frage stelle die es zu stellen gibt,
auf diesem Planeten.

Manchmal bringen mich diese Warum-Fragen ziemlich aus dem Gleichgewicht.
Sie bringen mich zum weinen, zum grübeln und am aller meisten schaffen sie es das ich darüber nachdenke Warum Dinge so sind, wie sie sind.

In der Schule habe ich schon mit eingen Leuten darüber geredet, was sie für Warum-Fragen in sich tragen und doch sind die Fragen von jedem Unterschiedlich.

Das besondere ist auf diese Warum-Fragen gibt es so selten klaare Antworten.

In den letzten Wochen sind Fragen in mir aufgetaucht die vor allem mit Gott in verbindung zu bringen sind. Das scheint vielleicht komisch zu klingen aber nachdem ich vor einigen jahren auzfgehört habe an größere Mächte als das Schicksal oder Karma zu glauben, habe ich alles was mir davor wichtig war über Bord geworfen. Vielleicht liegt das daran das einfach zu viele Dinge passiert sind die mich an Gott glauben lassen können oder einfach daran, das ich zu viel Infrage stelle.
Und das tue ich ganz gewiss.

Meine Fragen beginnen bei Warum gibt es so viel Leid auf dieser Welt und Enden irgendwo zwichen Warum geschehen Dinge so wie sie geschehen. Und manchmal bin ich auf der Suche nach Antworten ohne begreifen zu können, das ich niemals eine Antwort erhalten werde. Niemand kann mir sagen ob es etwas wie Gott, Karma oder Schicksal wirklich gibt. Ich kann entweder daran Glauben oder es lassen.

Doch eigentlich möchte ich an irgendetwas glauben können. An irgendwas.
Aber mir fehlen die Beweise dafür um zu glauben. 

Wer mich kennt, weiß das ich nie einer dieser Menschen war, die strickt an Dinge wie die Bibel oder ähnliches geglaubt hat. Aber ich habe zumindest daran geglaubt das es etwas wie Himmel und Gott gibt und das dieser Gott irgendwo da oben sitzt und uns zusieht.

Aber dann sind taten gefolgt. Meine Mom behandelte mich so wie sie es immer tat und M. verließ diese Welt. Mein Dad wäre fast gestorben und ich wollte nicht glauben das Gott all diese Dínge zugelassen hätte, wenn es ihn wirklich gibt.

Wie oft habe ich in meinem Bett gelegen und geweint und gebetet und gefleht das irgendetwas anders wird. Das mich irgendwer rettet. Das Gott mich erhört. Aber es gab nie eine Antwort.
Auf die meisten Warum Fragen sind einfach nicht zu beantworten. Also stelle ich mir weiter und weiter und wieder und wieder, die selben und mit dazu immer neue Fragen bevor ich daran zerbreche.

Die Fragen, sie sind keine Fragen die mich retten. Es sind Fragen die mich töten.
Tag für Tag, weil somit loslassen nur noch schwerer wird. 

Sonntag, 26. April 2015

»281«

Seit Donnerstag geht es mir schlechter.
Es wird schlimmer. Ansträngender. Schwerer. Gegen mich selbst an zu kämpfen. Und ich weiß nicht wer diesen Kampf gewinnen wird. Ich oder das ich in mir. 

Freitag Morgen habe ich mit T. geredet und dann musste ich alles einfach mal los werden. Ich hab ihr von meinem Kotzproblem erzählt. Zum ersten Mal habe ich mit jemandem darüber geredet, der mir nahe steht. 

Freitag war ich beim Zahnarzt. Schockierende Nachricht. 4 Zähne müsse gezogen werden und er hat mich gefragt wieso meine Speiseröhre so in Mitleidenschaft gezogen ist. 

"Kotzproblem." 

Diese verdammte Krankheit hat nicht nur dafür gesorgt das ich rein innerlich komplett kaputt bin. Sondern sie hat mich zum ersten Mal spüren lassen, das mein Körper auch an der ganzen Sache  kaputt geht. 

Am Abend hat S. mich angerufen und aus einem 5 Minuten Gespräch wurde ein 3 Stunden Telefonat über alles. Über jedes bisschen was mich zerstört. 

Jetzt gerade sind wir auf Studienfahrt. Ich liege in meinem Bett. Starre die Decken an und weiß nicht was ich tun soll. Im Bus habe ich T. gesagt das sie etwas trinken soll, weil sie viel zu wenig trinkt. 
"Nur wenn du etwas isst." war ihre Antwort. Sie trinkt. Ich esse.

Nach einer langen Busfahrt und einer unendlichen Stadtrundführung saßen wir dann beim Abendessen. Salat mit Hähnchenstreifen. T. lächelt mir zu. Und es tut gut jemanden zu haben der einem etwas Kraft gibt. Als ich beim Nachtisch angelangt bin sind sie und A. schon fertig mit essen und gehen eine rauchen. 
Auf dem Weg nach draußen kommt sie hinter mich und flüstert mir ins Ohr. 
"Ich bin Stoltz auf dich!" und ich kann hören wie sie lächelt und mir dann einen flüchtigen Kuss auf den Hinterkopf gibt, bevor sie den Raum verlässt. 

Kurze Zeit später stehe ich auf. Lasse den Nachtisch, einfach Nachtisch sein und gehe ins Zimmer. Dort lege ich mich kurz ins Bett und versuche die Magenkrämpfe zu unterdrücken. 
Versuche an alles zu denken außer an das was ich eigentlich denken will.

Ich gebe nicht auf.
Ich zerbreche nur.
Stück für Stück.
An alles und an jedem.
Aber am meisten,
an mir selbst..



 

Montag, 20. April 2015

»280«

»Wir können uns im Leben nicht aussuchen ob wir verletzt werden oder nicht. Aber wir können mitbestimmen von wem.«

Und ich für meinen Teil bin zufrieden mit meiner Wahl. Denn ich glaube das es egal ist wie lange wir versuchen uns selbst zu schützen, eines Tages werden wir verletzt werden. Und ich bin mir sicher das ich die richtigen Menschen ausgewählt habe. 

»Und es währe mir eine Ehre mir von diesen Menschen das Herz brechen zu lassen!«


Nach einem ziemlich anstrengenden Wochenende. Zwischen eiben Kurzen Besuch bei meiner Mom, Mathesamstag, Beziehungskriese von meinen Besten Freunden und einem kleinen Streit mit T. War die Zeit viel zu knapp. 

Im Moment stelle ich alle anderen vor mich selbst und das ist ein ziemlich großes Problem. Und noch ein Problem ist das mich die letzten Jahre sehr schnell verletzlich gemacht haben. Ich meine das T. Und ich uns gestritten haben ist mittlerweile eigentlich nicht mehr der Rede wert aber mir ist einfach nur aufgefallen wie wichtig sie mir ist und wie viel Macht dieser Mensch schon jetzt über mich hat. Auf jedenfall wurde die Beziheungskriese beendet und T. und ich haben uns wieder vertragen. 

Gestern wurde mir dann alles zu viel. Ich meine es reicht ja nicht das ich seit Wochen wieder Suizidgedanken habe und sogar davon träume, sodass ich nicht mal mehr ohne Tabletten schlafen kann seidenn ich habe Alkohol getrunken, wobei ich die Tabletten mittlerweile auch nehme wenn ich etwas getrunken habe. Was nicht unbedingt klug ist aber ich habe ja auch noch nie von mir behauptet das ich klug bin. 

Liege in meinem Bett. Starre die Decke an. Lausche der unendlichen Stille die sich wie ein Schwarzes Loch in mir und um mich herum ausbreitet und dann springe ich auf. Rennen ins Bad und stecke mir die Finger in den Hals. Somit bin ich meine Abendessen wenigstens wieder los geworden. 

Rückfall Nummer 2 für dieses Jahr. Kacke. Wobei ein kleiner Teil von mir auch die ganze Zeit einfach nur "Komm scheiss drauf" denkt und will das ich weiter mache. 

In der Schule haben wir darüber geerdete wie das zweite Ausbildungsjahr aussehen wird und irgendwie sind wir darauf gekommen wie man von der Schule geschickt werden kann. Depressionen. 
Depressionen können eine Möglichkeit für einen höflichen Schulverweis sein. Das macht mir Angst. Ich habe panische Angst das irgendein Ereignis auf mich zufliegen wird und mich niederschmettert und das ich danach nicht mehr aufstehen kann. 

Den ganzen Tag laufe ich heute mit einem gezwungen Lächeln durch die leere Schule und schaffe es alle zu überzeugen. 

Während dem Ernährungsuntericht malt T. mir etwas auf meinen Arm. 


Und ihr wisst garnicht wie viel mir dieser Satz bedeutet. Ich meine ich schreibe ihr so ziemlich jeden irgendwas auf ihren Arm oder ich Male sie an aber das man mir auch mal sagt das ich Stark sein soll ist irgendwie schön. Denn mir geht so langsam die Kraft aus. Und ich verschenke selbst das letzte bisschen auf alle anderen, anstatt an mich selbst zu denken. Und das tue ich von ganzem Herzen. 



Aber ich gehe kaputt.
An mir selbst.
Jeden Tag,
ein Stück mehr.




Dienstag, 14. April 2015

»279«

Sitze im Bus. Lasse die erwärmte Landschaft an mir vorbei ziehen. Mein Bauch tut furchtbar weh. Mir ist schlecht. Mein Kopf explodiert. Mir geht es nicht gut. 

So sehr ich versucht habe in der letzten Zeit alles zu verstecken. Ich schaffe es nicht mehr. Meine Maske fällt. 

Mein Selbsthass wird von Tag zu Tag schlimmer. Ich kann mich nicht mehr ansehen. Stehe zu lange vor spiegeln. Schaue mich andauernd in Fensterscheiben an. Kann nicht glauben was ich da sehe. So viel Fett. 

Wie konnte ich nur zulassen wieder so zu werden. Ich bin wütend. Wütend auf alles. Aber am meisten auf mich selbst.

Meine Therapie ist vorbei. Schon seit über einem Monat habe ich keine Regelmäßigkeit mehr in meinem Leben. 
Die Krankenkasse sagt nein. Eine weitere Verlängerung bekomme ich nicht. 

Aber wen kümmert es schon. Auf einmal stehen ich ganz alleine da. Ohne Therapeutin. Ohne Thera.

Worte durchfliegen meinen Kopf. 
Wie kann man einen Menschen der noch immer Depressionen und Selbstmordgedanken hat einfach so ins Leben laufen lassen. Ich komme nicht mehr klar. Weder mit mir, noch mit allem anderen. 

Versuche so gut es geht alles zu unterdrücken. Aber ich kann nicht mehr. 
Bin so kaputt. Wünschte T. oder A. oder S. wären jetzt hier. Damit ich nicht so alleine sein muss aber die drei haben ihr eigenes Päckchen Probleme mit sich herum zu tragen und ich will sie nicht belasten. Oder Nerven. Oder was auch immer. 

Blicke die ganze Fahrt aus dem Fenster. Fühle nichts. Bin so unglaublich leer. In mir ist wieder dieses Echo und es schreit. 

Wie sollen es andere mit mir aushalten, wenn ich es noch nicht einmal mit mir selbst aushalte? 

Ich weiß es nicht. 
Ich weiß nichts mehr.




Montag, 13. April 2015

»278«

Die Osterferien sind nun fast vorbei. Um ehrlich zu sein handelt es sich nur noch um vereinzelte Minuten bis der erste Schultag wieder da ist. Die Ferien waren unglaublich anstrengend aber auch unglaublich schön. Und ich glaube ganz ehrlich, es waren die besten Ferien seit langem.

Wir saßen auf meinem Balkon. Zu 4. Komplett. Mit komplett meine ich im Sinne davon, das keiner meiner Lieblingsmenschen fehlt. Haben getrunken, uns unterhalten, ich habe zu viel über die falschen Dinge erzählt und habe der Vergangenheit zu viel nachgetrauert. Auch wenn das, das einzige ist was bleibt heißt das nicht das, dieses nach trauern das einzige ist was ich an Optionen so offen habe.

Vielleicht ist es Schicksal das ich es immer nur dann schaffe über M. zu reden, wenn ich betrunken bin. Vielleicht liegt es einfach nur daran das ich so überhaupt irgendwelche Worte über sie aus meinem Mund bekomme ohne an meinem Tränenmeer zu ersticken. Oder vielleicht liegt es nur daran das M. mein  Kryptonitmensch  war. Ich glaube ich gehe den dreien auf die Nerven mit meinem ewigen vermissen und ich würde das sogar verstehen, weil ich mir damit manchmal selbst auf die nerven gehe.

Aber über die letzten Jahre verteilt habe ich einfach so oft ins Fleisch gebrannt bekommen, das vermissen letzten endes das einzige ist was bleibt. Ob dies nun ein Lebender oder ein Toter Mensch ist steht ausser frage. Denn es gibt noch einen Menschen den ich vermisse. Ein Mädchen das ich liebe. Nur das Problem ist sie weiß es nicht und ich werde es ihr niemals sagen weil ich a) zu viel angst davor habe sie dadurch zu verlieren und weil sie b) glücklich ist - mit jemand anderem. Vielleicht auch jemand besserem und das würde ich ihr um Gottes willen kein bisschen verübeln.
Denn sie hat etwas besseres verdient als ich.

Und eben habe ich T. geschrieben das ich wie immer nicht weiß was ich will. Und ich hab sie gefragt ob sie glaubt, das irgendwas mit mir nicht stimmt. Und schon allein dafür das ich sie frage.. Ausgerechnet T.? Ich meine glaubt ihr sie denkt jetzt das mit sich selbst auch was nicht stimmt? Dann wär mein ganzes Gefühlschaos echt ne ziemliche scheiße und ich muss mich jetzt mal für meine Schrift entschuldigen aber es ist kurz nach 12 und ich muss in 4 Stunden wieder aufstehen da ist mir ordentliches schreiben einfach zu anstrengend.

Ich weiß nicht ob ihr mich versteht. Ich tue es nämlich um ehrlich zu sein nicht.
Ich meine was ist denn los mit mir?
Hatte Frau S. so sehr recht?
Bin ich echt so Beziehungsunfähig wie sie mir das damals prophezeit hat.
Was ist nur los mit mir?

Ich beende den Post jetzt einfach hier und schreibe euch wahrscheinlich morgen den Rest über meine Ferien.. Ich krieg gerade einfach nichts mehr auf die Reihe.
Und am wenigsten krieg ich mein Leben auf die Reihe.


Sonntag, 29. März 2015

»277«

Kennt ihr das? Wenn euch ein Mensch direkt in die Augen sieht wenn er euch fragt wie es euch geht? 

Genau solch einen Moment hatte ich gestern. Ziemlich verloren saß ich mit Dad im Auto, nachdem er mich am Tag zuvor noch zum weinen gebracht hatte weil er meinte ich solle doch mal wieder etwas auf meine Figur achten. Schweigend führen wir zum Sportplatz. Durcheinander Blicke ich mich um und suche nach den leicht ausgeblichenen Feuerroten Haaren von S. Als ich sie entdecke gehe ich auf sie zu. Als sie mich sieht steht sie von der Bank auf, sagt "Halloo" und umarmt mich. Wir reden viel. Über alles mögliche. Regen uns gemeinsam über die fürchterliche Musik auf, die gespielt wird und warten darauf das T. sich endlich blicken lässt. 
Achso ihr solltet vielleicht wissen das T. und S. zusammen sind! Und im übrigen freue ich mich jedes Mal wenn ich die beiden zusammen sehe! Einfach weil sie sich irgendwie brauchen nach allem was den beiden in ihrem Leben schon passiert ist. Jeder ist der Anker des anderen. Und die beiden zusammen sind mein Anker. 

Auch wenn es mir manchmal schwer fällt mit dem beiden irgendwo zu sein. Nicht weil ich etwas gegen Menschen habe die Bi oder Lesbisch oder sonst was sind, sondern weil mir dann in den Kopf kommt das ich jetzt vielleicht genau so glücklich sein könnte. Wäre M. nicht gestorben. Vielleicht hätte ich sie mittlerweile dazu überreden können in mein Kuhkaff zu ziehen und ich hätte sie jeden Tag um mich gehabt. Hätte sie auch so küssen können wie die beiden sich küssen. Hätte meinen Kryptonitmenschen bei mir gehabt. Jeden Tag. Und selbst wenn alles anders gelaufen wäre; dann wäre das okay. Aber ich hätte noch immer die Chance ihr zu sagen wie sehr ich sie geliebt habe. 
Aber dieses Chance ist mir entglitten. So wie sie mir entglitten ist. Und manchmal überkommt mich dieser Gedanken einfach wenn ich die beiden so sehe. 


Aber versteht mich um Gottes willen bitte nicht falsch. Es ist auch verdammt schön zu sehen wie einfach S. es schafft T. zum Lächeln zu bringen. Und dieses Lächeln ist einfach unbezahlbar. Ich meine ich habe in den letzten 5 ½ Monaten viele Gesichter und Fassaden von T. kennen gelernt und glaubt mir keine ist so echt wie dieses Lächeln. Und manchmal wünsche ich mir ich könnte auch irgendwen so zum Lächeln bringen. Wünschte irgendwer würde mir sagen das ich sein ein und alles bin. Wünschte irgendwer würde mich lieben für das was ich bin. So wie die beiden sich lieben für das was sie sind und für das was sie für einander sind.


Kalter Wind pfeift vermischt mit Regen über den Fußballplatz. Als S. mich plötzlich ansieht und fragt 
"Wie geht es dir Lenaii?" 

Für einen Moment bringt mich diese Frage aus meinem Konzept. Mein Kopf rechnet panisch einige Möglichkeiten durch. Also Entweder sie will höflich sein und fragt einfach nur so oder.. Meine Maske verrät mich. 

Ich lächle sie an. »Gut« sage ich und nicke. Ich kann spüren wie meine Augen glasig werden. Nicht jetzt. Nicht hier... "Wirklich?" Ich höre mit dem genicke auf und sage die Wahrheit. »Ich weiß nicht. Irgendwie nicht so aber jetzt bin ich hier und jetzt geht es mir gut!« Diese Aussage scheint sie zu akzeptieren. T. steht im Tor und stampft die Gegner mit ihrem Killerblick zu Boden. Die Mannschaft verliert leider. Dementsprechend passt sich Ihre Laune an. Erst als wir alle in ihrem Auto sitzen und Musik hören taut sie wieder etwas auf. Wir singen alle zusammen "Flash mich von Mark Forster" und ich muss daran denken wie ich meine Hand aus ihrem Auto gehalten habe als wir mit 120 im dunkelen über die Schnellstraße geflogen sind. 

Das sind diese Momente die für alle anderen nicht viel Bedeutung haben. 
Für mich aber schon. Es ist so einfach mich glücklich zu machen. Und ich wünschte ich könnte diesen Moment einfangen und ihn in ein Glas packen um ihn immer und immer wieder zu erleben. 

Wisst ihr, auch wenn ich weiß das meine Freunde diesen Blog und diesen Post niemals zu Gesicht bekommen werden muss ich das einfach schreiben. Nur für den Fall wenn ich eines Tages gehe.

Ich habe so ziemlich die besten Freunde die es auf diesem Planeten, wenn nicht vielleicht sogar im Universum gibt. Und keine kommt an sie ran. Diese drei Menschen haben es geschafft das ich fast ein halbes Jahr nicht gekotzt oder extremst gehungert habe. Einfach weil ich von keinem dieser Menschen jemals gehört habe das ich zu Fett bin. Oder das ich zu still bin. Oder das ich zu viel Rede. Oder das ich NERVE. Oder das ich sterben gehen soll. Diese drei Menschen nehmen mich einfach so an mit meinen Fehlern und manchen aus mir Tag für Tag einen besseren Menschen ohne mich zu verändern. Wenn ich morgens auf diesen kleinen Haufen von Lieblingsidioten zulaufen fange ich schon 10 Meter vorher an zu grinsen weil ich weiß das der Tag gut ist weil diese Menschen da sind. Und weil ich weiß das egal was kommen und gehen mag, das diese drei Menschen bleiben. 

Es ist so viel Wert solche Menschen um sich zu haben und ich wünsche jedem von euch, wirklich jedem das er solch einen Menschen Findet falls er ihn noch nicht gefunden hat. Und ich bin so glücklich das ich die Ehre habe gleich drei solcher Menschen in meinem Leben zu haben.

Die drei sind mein Anker der mich festhält wenn alle Stricke reißen. Sie sind meine Luft, weil ich nichts anderes brauche als die drei. Sie sind mein alles. Und ich würde alles für diese Menschen tun und alles für sie sein und ja! Ich würde alles für sie aufheben, selbst mein Leben wenn ich sie damit retten und glücklich machen könnte. 

Und Ja! Ich habe mir vor einigen Monaten geschworen das ich es niemals mehr zulassen werde das mir ein Mensch so wichtig wird wie Julii und Cii das für mich waren und in diesem Sinn habe ich meine Regel auch nicht gebrochen. Denn T., A. und S. sind mir jetzt schon so viel wichtiger als die beiden es jemals waren. Sie sind so viel mehr und bedeuten mir so viel mehr. Und ich hoffe das ich diese drei Menschen niemals verlieren werde. Weil es unmöglich ist einen Verlust zu überleben den man nicht ertragen kann. 

Thanks for saving my life. 
So many times.
I love ya all to the Moon and Back. ❤️

Stay Strong,
Ich weiß das ihr alles schaffen könnt! 
Xoxo eure Lee ❤️

Montag, 16. März 2015

»276«

Aufgegeben. Über ein halbes Jahr Stand gehalten, nur um jetzt zu scheitern. Komme von einem anstrengenden Praktikumstag zurück. Schmeiße meine Tasche in die Ecke. Laufe in die Küche. Schnappe mir essen. Gehe hoch. Schlinge alles runter. Schütte Wasser drauf. Kotze in eine Tüte. Der Raum füllt sich mit vertrautem Geruch. Selbst nach all der Zeit brennt er nicht in meiner Nase. Laufe erneut in die Küche. Hole mehr essen. Schlinge alles runter. Kotze nochmal. Aufgegeben. Versagerin. Schaue in den Spiegel. Hasse das was ich sehe. Leerer Blick. Tote Augen. Will sterben. Will dieses Leben so nicht mehr. Versuche mit einer Dusche den Geruch des Versagens von mir abzuwaschen aber es klappt nicht. Scheiss Versagerin.

Möchte Rennen. Möchte meine Lunge zerstören. Möchte diese Welt vergessen. Brauche irgendwen der mich zusammenhält. Aber es ist niemand da. 
Und selbst wenn, dann nicht nah genug. 

''Fear doesn't shut you down. It wakes you up.'' - Four (Divergent)

Angst hindert uns für gewöhnlich daran Dinge zu tun die in der Gesellschaft oftmals für falsch empfunden werden. Aber was passiert wenn eben diese Angst verschwindet. Was passiert wenn der natürliche schutz unseres Körpers, nähmlich die Angst plötzlich verschwindet. Was wenn all das, was wir fürchten von der einen auf die anderen Sekunde nicht einmal mehr halb so furchteinflösend ist wie noch vor ein paar Tagen.
Was ist wenn ich mich wieder verliere und dann wieder verliere. 
Was wenn ich einfach wieder aufgebe und es dabei belasse. 
Wofür kämpfen wenn mich das alles trotz allem nicht zufrieden macht.

Oh Gott, ich bin so zersplittert. So durcheinander. So verloren. 
Ich bin nach all der Zeit noch immer so kaputt.


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