Montag, 29. Dezember 2014

»269«

Das Jahr ist fast vorbei. Langsam aber sicher ziehen die letzten Tage an mir vorbei. Befinde mich zwischen schönen Erlebnissen, unendlicher Einsamkeit und riesengroßer Angst. 

  

Dienstag hatte eine meiner besten Freundinnen, R. Geburtstag. Sie hat ihren 19. im Partykeller ihres Hauses gefeiert und es war echt schön. Immer wieder haben meinen Finger den Dunkelblauen Deckel von kleinen Fläschchen mit leicht brennendem Inhalt aufgedreht und in meinen Rächen gekippt. Gegen 11 Uhr sind wir in einen Irishen Pub gefahren und haben uns dort ein bisschen Live Musik angehört. Irgendwann sind wir in den Raucherbereich umgezogen wo R. und ich den anderen beim Dart spielen zugeschaut haben während wir einfach ein bisschen erzählten. Gegen halb 1 haben wir uns mit einem Taxi auf den Heimweg gemacht weil wir den letzten Zug vepasst haben :D (Typisch!) Bis in die Morgendstunden haben wir dann noch Wii gespielt bis wir eingeschlafen sind. 

Am nächsten Morgen oder besser gesagt Mittag ging alles ganz schnell. Wir haben aufgeräumt und sind dann gleich Los zu T. Wir haben sie bei sich zuhause besucht weil sie über Weihnachten eine Nacht nachhause durfte. Kennt ihr das wenn euch ein Mensch einfach unheimlich wichtig ist und ich heut 24/7 Sorgen macht. Dann gibt es diesen Moment wenn all die Sorge für ein paar Minuten von den eigenen Schultern abfällt und man sich um einiges leichter fühlt und ich genieße diesen Moment. 

Wir gehen rein, unterhalten uns und Ehe wir uns versehen, müssen wir auch schon wieder gehen. 
Stehe vor der Haustür und rauche mit R. zusammen eine Zigarette. T. Steht dabei und redet mit R. Und ehe ich mich versehe Schlinge ich meine Arme um Sie und möchte sie am liebsten garnicht mehr loslassen. 

Wieder einmal macht mir die Vergangenheit eine riesengroße Angst vor der Zukunft. 
Nachdem mich in meinem Leben schon unzählige Menschen verlassen haben..
Sei es durch Tot, Distanz oder einfach nur aus "unerklärbaren" Gründen (Cii..), habe ich wie immer eine riesengroße Angst das man mir jetzt erneut alles wegnimmt was mir irgendwie wichtig ist. und ja das ist schon irgendwie verdammt egoistisch aber ich brauche meine Freunde. Ich brauche T. und A.! Ich brauche die zum überleben und alleine das ich diesen Satz jetzt hier schreibe macht die ganze Sache schon wieder unglaublich kompliziert. Denn eigentlich wollte ich nie wieder für irgendeinen Menschen auf diesem Planeten alles aufgeben wollen. Wollte nie wieder jemanden zu meinem Leben werden lassen und was tue ich? Lass gleich zwei Menschen zu meinem Leben werden. Aber ich meine es stimmt die beiden sind mein Leben. Sie sind mir so unglaublich wichtig, auch wenn sie wahrscheinlich nicht in entferntester Weise wissen wieso überhaupt und was sie alles getan haben.. 

Ich meine dank den beiden wohne ich nicht mehr bei meiner Mom. Ich werde nicht mehr Tag für Tag, Monat für Monat durch mein Leben gequält. Ich werde nicht mehr andauernd geschlagen. Niemand wirft mehr Sachen nach mir oder tritt mich gegen die Haustür. Niemand schleudert mich Nachts durch den Raum, gegen einen Schrank nur weil ich nicht schnell genug aufstehen kann. Niemand hat mehr das Recht dazu mir meine Freiheit zu nehmen. Alleine dafür das sie mir (auf gut Deutsch) in den Arsch getreten haben und mir gezeigt haben was meine Mom aus mir macht, alleine dafür könnte ich die beiden heiraten oder so. 

Und sie haben noch etwas getan! Sie haben das "Tote Mädchen" wieder zum Leben erweckt. Auch wenn es schon viel Vorarbeit von Frii und auch von Cii gab, haben es doch erst die beiden wieder geschafft mich zum Lachen, zum Reden, zum Essen und zum Leben zu bringen. 
Ich fühle mich zum ersten Mal seit Jahren wieder ein stückweit lebendig. Irgendwie wieder ich. 
Ich bin nicht mehr nur ein Gedankenmeer in einr komischen Hülle. Sondern ich bin wieder eine Lee. Ein Mensch der Atmet und lebt und lacht und liebt und etwas fühlen kann. Und das ist das was zählt.

Auch wenn ich manchmal gerne Taub wäre. Denn die Tatsache das T. weg ist macht mich ziemlich fertig. Deshalb beginne ich auch zu weinen als sie mich umarmt. 

Das Problem ist man weiß nie wann man einen Menschen das letzte Mal sieht..

»T. ich heule deinen Pulli voll.« sage ich.
"Du süße, das macht nichts! Ich hab noch genug andere." erwiedert sie.
»Ich hab Angst das du nicht mehr wieder kommst..« 
"Davor brauchst du keine Angst zu haben. Ich komme wieder und mir geht es gut dort und man hilft mir jetzt." 
»Aber ich hab trotzdem Angst und mache mir Sorgen!« sage ich zwischen ein paar Schluchzern.
"Hörst du jetzt endlich auf zu weinen." sagt sie und drückt mir einen Kuss auf die Stirn während ich weitere Tränen in ihren Pulli sickern lasse. 
Irgendwann zieht R. mich zum Auto und wir fahren zurück zu ihr wo Dad schon auf mich wartet. Es kurz vor 5. Wir sind eine Stunde zu spät. R. versichert mir noch einmal das ich mir keine Sorgen um T. machen muss und ich drücke sie feste an mich, einfach weil ich sie lieb habe und weil sie ein unendlich toller und lieber Mensch Ist. Nachdem Dad's Auto dann auch noch nicht anspringen wollte, war der Tag für mich emotional eh schon im Eimer. Am Abend war ich bei meiner Tante. Mom war nicht da. Es war ein schöner Abend, trotz des vielen Essens. 

Die folgenden Tage verbrachte ich damit T. zu schreiben und darauf zu warten das A. mir antwortete. Erst Samstag bin ich wieder aus diesem Nebelartigen warten aufgetaucht und habe mich erst mit R. und ihrem Freund und am
Abend mit Frik getroffen, die dann kurzerhand bei mir geschlafen hat. Und ich war froh nicht alleine zu sein.

Jetzt gerade liege ich in meinem Bett. Vergraben unter ein paar Decken und Kissen versuche ich mich vor mir selbst zu verstecken. Aber so richtig gelingt es mir nicht. Dieses vermissen und diese Sorge sie frisst mich auf. Diese Angst sie frisst mich auf. Und ich werde in 48 Stunden 17 Jahre alt. Wieder ein Jahr vorbei und trotz allem, trotz all der guten Tage und all dem kämpfen 
frage ich mich noch immer "wofür?".. 








Kommentare:

  1. So berührende Worte, ich weiß gar nicht, was ich sagen soll...
    Aber Liebes, irgendwann wird der Zeitpunkt kommen, an dem du sagen kannst Dafür habe ich gekämpft! Irgendwann wir dieser Zeitpunkt kommen, bestimmt. ♥

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  2. die frage im letzten satz ist gar ne so uninteressant...

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