Dienstag, 30. Dezember 2014

»270«

17. Diese fürchterliche Zahl schlägt mir bereits am Morgen direkt ins Gesicht als Dad mich aufweckt. Er reicht mir eine Tasse Kaffee und drückt mir einen Kuss auf die Wange. "Happy Birthday Geburtstagskind!" sagt er und verzieht seinen Mund dabei zu einem Lächeln. 
Ich stelle den Kaffee vorsichtig auf meiner Matratze ab und lasse mich zurück in meinen Kissenberg fallen. Wieder ein Jahr älter. Ein weiteres Jahr auf dieser Welt und trotz allem nichts erreicht. Versagerin. 

Erneut Schlinge ich meine Eiskalten Hände um die wärmende Kaffeetasse und schnappe mir eine Decke mit der ich auf dem Balkon verschwinde. Vergraben in meiner Decke, sitze ich da und puste kleine Rauchwolken in die Luft. Sie sind deutlich zu sehen in der Eiseskälte. Sie nehmen gestalt an und ich bilde mir ein Dinge darin zu sehen, die eigentlich nicht zu sehen sind. 

"Nichts bedeutet irgendwas, deshalb lohnt es sich nicht irgendwas zu tun." - Nichts (Janne Teller) 

Dieser Satz schleicht durch meinen Kopf während ich die Treppe herunter Laufe um zu Frühstücken. Wahrscheinlich nicht der schönste Satz für den letzten Tag des Jahres. Wahrscheinlich kein schöner Gedanke aber wahrlich der beste und wahrste der mir seit geraumer Zeit in den Kopf gekommen ist. 

Aber es stimmt nicht, das es sich nicht lohnt irgendwas zu tun! 


Denn wenn ich auf das Jahr 2014 zurück Blicke, dann sehe ich mehr als nur ein weiteres Jahr. 

Angefangen mit einem Januar voller Depression, Magersucht, Bulimie, Suizidgedanken, Selbstzerstörerischem Verhalten und dem hoffen auf ein Ende, ging es weiter.. 

Der Februar war schlimm in vielerlei Hinsicht. Die Verjährung von M.'s Tod und die damit verbunden Schuldgefühle und das unendliche vermissen zerstörten mich fast gänzlich und doch habe ich diesen grauenhaften Monat überlebt wenn auch nur durch die Hilfe und das erste Treffen mit der lieben Lia die mir an diesem besagten Tag zur Seite Stand und einfach da war als es sonnst niemand war. Und dafür bin ich ihr noch immer unendlich dankbar, denn ich wüsste nicht wirklich ob ich diesen Tag sonnst überlebt hätte..

Der März, war die erste große Etappe im Thema Prüfungen - ich hielt meine Präsentationsprüfung über Margarete Steiff und bekam 10 Punkte. Nicht das was ich erwartet hatte aber am Ende doch vollkommen okay. 

Der April war verschwommen zwischen Wiedersehen und den vielleicht schlimmsten Momenten meiner ES. 
Über viele -0 Tage und Kreislaufzusammenbrüche bis hin zu Panischer Angst vor den Schriftlichen Prüfungen, war alles dabei. 

Mai - der Monat des pausenlosen Lernens. Schriftliche Prüfungen liefen zufriedenstellend. Deutsch (2), Englisch (3) und Mathe (4)! Damit konnte ich leben. Ich began wieder mehr Sport zu machen und versuchte dadurch mehr zu essen. Was mir nicht wirklich gelang. Mir fehlte die Kraft um weiterhin auf Dauer Sport zu treiben. Ich verkroch mich zurück in mein Zimmer und schloss mich mit meinen Depressionen ein. Das vermissen von meinen damaligen Freunden (Julii, Cii..) wurde Schlimmer. Ich fühlte mich einsam und alleine.

Der Juni war voller aufschlussreicher und furchtbarer Momente. Über den schlimmsten Streit meines Lebens mit Julii der mich zum ersten Mal wieder daran erinnerte wie schnell man sein Leben wegwerfen kann und über die Erkenntnis das ich in Frii einer der wichtigsten Menschen meines Lebens gefunden haben. Darüber hinaus began die Thera bei Frau S. endlich irgendwie zu helfen, zumindest fühlte ich mich verstanden von ihr. Vielleicht auch einfach weil ich begann das zu sagen was ich dachte. 

Der Juli war voller schöner Ereignisse. Angefangen mit der dreitägigen (zweiten) Abschlussfahrt nach Berlin in der ich mich unglaublich gut mit Cii verstand und viele schöne Momente erleben durfte, hinüber zu unserem Abschluss. Der voller Freude und auch voller Trauer endete. 
Damit begann der Urlaub mit Frii in unserer Sonnenstadt. In dieser ich auch die liebe Lia wieder traf und mich unheimlich darüber freute.
Langsam aber sicher bin ich wieder zum Leben erwacht.

August einer meiner Lieblingsmonate, würde ich sagen! Ich ging in's Fitnesstudio und schaffte es durch den ganzen Sport wieder ein Gefühl dafür zu bekommen was es bedeutet "richtig" zu essen. Auch wenn es traurig war das ich anfangs 4 Stunden trainieren musste um irgendwas essen zu können, habe ich es am Ende doch nur durch den August geschafft mich ein Stück aus der Essstörung zu boxen. Denn ich fing an meinen Körper zumindest etwas zu akzeptieren. Auch wenn ich noch immer täglich 2-3 mal auf die Waage stieg. 

Dann kam der September. Der Goldene September! ❤️ Meine Ausbildung fing an. Ich fand die tollsten Freunde die ich mir nur hätte wünschen können und ich begann wieder zu leben. Ich bekam ein Gefühl dafür was richtig und was falsch ist. Ich merkte wie man lebt und was ich brauche um zu leben auch wenn ich mich noch immer nicht vollkommen gesund ernährte, war ich zumindest im Kopf meilenweit voran gekommen.

Oktober war ein schöner Monat. Mein Alltag bestand aus Schule, KAFFE trinken und mit Freunden zusammen sitzen. Es war wundervoll.

November sah eigentlich fast genau so aus. Die ersten Klausuren wurden geschrieben und es lief eigentlich okay. Auch ein paar Hausarbeiten musste ich schreiben aber auch das schaffte ich dank einiger Nachtschichten zusammen mit T., während wir Digitaluhr spielten und uns immer wieder die Uhrzeit per Whatsappnachrichten sendeten :) 
Im Nobember began auch mein Praktikum und es war einfach unglaublich schön. Ich habe die Zeit in der Kita sehr genossen auch wenn es unheimlich anstrengend war. Aber die kleinen Knirpse haben es wie immer geschafft mich unendlich oft zum
Lächeln zu bringen. Und der November war auch der Monat in diesem ich es schaffte mich von meiner Mom los zu reißen. Ich zog zu meinem Dad und war seit Jahren zum ersten Mal entflohen aus der Hölle. 

So und nun zu guter letzt der DezemberZwischen unendlich viel Kaffee und vielen Zigarettenpausen und unzähligen Gesprächen wurde mir bewusst wie wichtig mir meine besten Freundinnen T. und A. sind. Und das nach gerade einmal +100 Tagen. Ein Leben ohne sie möchte und kann ich mir niemals vorstellen und ich hoffe das unsere Freundschaft noch eine ganze unendliche Weile andauern wird. Am besten Ja für immer! Ich bin so dankbar dafür die beiden kennen gelernt zu haben. So dankbar, ich kann es nicht in Worte fassen. Der Dezember endet mit dem letzten Tag eines weiteren Jahres das ich doch irgendwie in guter Erinnerung behalten werde. Denn am Ende zählenden nicht die Monate in denen man Glücklich war, sondern am enden zählt ob man noch immer glücklich ist. Und ich bin Glücklich. 
Wirklich Glücklich das ich Lebe und dieses Jahr erleben durfte. Denn es hat mich verändert. Hat mich stärker gemacht. Und hat mir zu guter letzt auch gezeigt das man alles schaffen kann, wenn man nur an sich glaubt. 


Ich wünsche euch allen, von tiefstem Herzen einen unglaublichen Start ins neue Jahr auch wenn ich keiner dieser Menschen bin die glauben das nur weil eine andere Zahl hinter den anderen Zahlen steht, das sich dann gleich alles drastisch ändern wird. Aber ich glaube daran das es für jeden vielleicht ein kleine Art Neubeginn sein kann. Ich drücke euch unendlich doll und sende euch ganz viele Umarmungen da raus in die Welt. 

Setzt euch Ziele! Gesunde Ziele! Begreift was im Leben wirklich zählt und versucht zu Leben. Einfach für den Moment und nicht für ein paar Zahlen auf Waagen oder Maßbändern. Denn wenn ich euch eins sagen kann dann ist es das euch ein Kilo, weniger wert sein sollte als das Leben. Es lohnt sich nicht täglich von nichts zu leben, weil man dann auch nichts erlebt. Und darum geht es doch einzig und alleine beim Leben. Wir erleben etwas und dann sterben wir und dann ist es zu spät. Was ich damit sagen will ist das wir kämpfen müssen! Und das wir gewinnen werden! Ich glaube an euch! An jeden einzelnen! Und auch an mich! 



Danke für dieses Jahr! Danke fürs zuhören und danke dafür das ihr mir immer wieder Mut gemacht habt und mich verstanden habt! Ich bin immer für euch da! 

Es Liebt und feuert unzählige
Feuerwerke für euch ab, 
xoxo eure Lee ❤️


Montag, 29. Dezember 2014

»269«

Das Jahr ist fast vorbei. Langsam aber sicher ziehen die letzten Tage an mir vorbei. Befinde mich zwischen schönen Erlebnissen, unendlicher Einsamkeit und riesengroßer Angst. 

  

Dienstag hatte eine meiner besten Freundinnen, R. Geburtstag. Sie hat ihren 19. im Partykeller ihres Hauses gefeiert und es war echt schön. Immer wieder haben meinen Finger den Dunkelblauen Deckel von kleinen Fläschchen mit leicht brennendem Inhalt aufgedreht und in meinen Rächen gekippt. Gegen 11 Uhr sind wir in einen Irishen Pub gefahren und haben uns dort ein bisschen Live Musik angehört. Irgendwann sind wir in den Raucherbereich umgezogen wo R. und ich den anderen beim Dart spielen zugeschaut haben während wir einfach ein bisschen erzählten. Gegen halb 1 haben wir uns mit einem Taxi auf den Heimweg gemacht weil wir den letzten Zug vepasst haben :D (Typisch!) Bis in die Morgendstunden haben wir dann noch Wii gespielt bis wir eingeschlafen sind. 

Am nächsten Morgen oder besser gesagt Mittag ging alles ganz schnell. Wir haben aufgeräumt und sind dann gleich Los zu T. Wir haben sie bei sich zuhause besucht weil sie über Weihnachten eine Nacht nachhause durfte. Kennt ihr das wenn euch ein Mensch einfach unheimlich wichtig ist und ich heut 24/7 Sorgen macht. Dann gibt es diesen Moment wenn all die Sorge für ein paar Minuten von den eigenen Schultern abfällt und man sich um einiges leichter fühlt und ich genieße diesen Moment. 

Wir gehen rein, unterhalten uns und Ehe wir uns versehen, müssen wir auch schon wieder gehen. 
Stehe vor der Haustür und rauche mit R. zusammen eine Zigarette. T. Steht dabei und redet mit R. Und ehe ich mich versehe Schlinge ich meine Arme um Sie und möchte sie am liebsten garnicht mehr loslassen. 

Wieder einmal macht mir die Vergangenheit eine riesengroße Angst vor der Zukunft. 
Nachdem mich in meinem Leben schon unzählige Menschen verlassen haben..
Sei es durch Tot, Distanz oder einfach nur aus "unerklärbaren" Gründen (Cii..), habe ich wie immer eine riesengroße Angst das man mir jetzt erneut alles wegnimmt was mir irgendwie wichtig ist. und ja das ist schon irgendwie verdammt egoistisch aber ich brauche meine Freunde. Ich brauche T. und A.! Ich brauche die zum überleben und alleine das ich diesen Satz jetzt hier schreibe macht die ganze Sache schon wieder unglaublich kompliziert. Denn eigentlich wollte ich nie wieder für irgendeinen Menschen auf diesem Planeten alles aufgeben wollen. Wollte nie wieder jemanden zu meinem Leben werden lassen und was tue ich? Lass gleich zwei Menschen zu meinem Leben werden. Aber ich meine es stimmt die beiden sind mein Leben. Sie sind mir so unglaublich wichtig, auch wenn sie wahrscheinlich nicht in entferntester Weise wissen wieso überhaupt und was sie alles getan haben.. 

Ich meine dank den beiden wohne ich nicht mehr bei meiner Mom. Ich werde nicht mehr Tag für Tag, Monat für Monat durch mein Leben gequält. Ich werde nicht mehr andauernd geschlagen. Niemand wirft mehr Sachen nach mir oder tritt mich gegen die Haustür. Niemand schleudert mich Nachts durch den Raum, gegen einen Schrank nur weil ich nicht schnell genug aufstehen kann. Niemand hat mehr das Recht dazu mir meine Freiheit zu nehmen. Alleine dafür das sie mir (auf gut Deutsch) in den Arsch getreten haben und mir gezeigt haben was meine Mom aus mir macht, alleine dafür könnte ich die beiden heiraten oder so. 

Und sie haben noch etwas getan! Sie haben das "Tote Mädchen" wieder zum Leben erweckt. Auch wenn es schon viel Vorarbeit von Frii und auch von Cii gab, haben es doch erst die beiden wieder geschafft mich zum Lachen, zum Reden, zum Essen und zum Leben zu bringen. 
Ich fühle mich zum ersten Mal seit Jahren wieder ein stückweit lebendig. Irgendwie wieder ich. 
Ich bin nicht mehr nur ein Gedankenmeer in einr komischen Hülle. Sondern ich bin wieder eine Lee. Ein Mensch der Atmet und lebt und lacht und liebt und etwas fühlen kann. Und das ist das was zählt.

Auch wenn ich manchmal gerne Taub wäre. Denn die Tatsache das T. weg ist macht mich ziemlich fertig. Deshalb beginne ich auch zu weinen als sie mich umarmt. 

Das Problem ist man weiß nie wann man einen Menschen das letzte Mal sieht..

»T. ich heule deinen Pulli voll.« sage ich.
"Du süße, das macht nichts! Ich hab noch genug andere." erwiedert sie.
»Ich hab Angst das du nicht mehr wieder kommst..« 
"Davor brauchst du keine Angst zu haben. Ich komme wieder und mir geht es gut dort und man hilft mir jetzt." 
»Aber ich hab trotzdem Angst und mache mir Sorgen!« sage ich zwischen ein paar Schluchzern.
"Hörst du jetzt endlich auf zu weinen." sagt sie und drückt mir einen Kuss auf die Stirn während ich weitere Tränen in ihren Pulli sickern lasse. 
Irgendwann zieht R. mich zum Auto und wir fahren zurück zu ihr wo Dad schon auf mich wartet. Es kurz vor 5. Wir sind eine Stunde zu spät. R. versichert mir noch einmal das ich mir keine Sorgen um T. machen muss und ich drücke sie feste an mich, einfach weil ich sie lieb habe und weil sie ein unendlich toller und lieber Mensch Ist. Nachdem Dad's Auto dann auch noch nicht anspringen wollte, war der Tag für mich emotional eh schon im Eimer. Am Abend war ich bei meiner Tante. Mom war nicht da. Es war ein schöner Abend, trotz des vielen Essens. 

Die folgenden Tage verbrachte ich damit T. zu schreiben und darauf zu warten das A. mir antwortete. Erst Samstag bin ich wieder aus diesem Nebelartigen warten aufgetaucht und habe mich erst mit R. und ihrem Freund und am
Abend mit Frik getroffen, die dann kurzerhand bei mir geschlafen hat. Und ich war froh nicht alleine zu sein.

Jetzt gerade liege ich in meinem Bett. Vergraben unter ein paar Decken und Kissen versuche ich mich vor mir selbst zu verstecken. Aber so richtig gelingt es mir nicht. Dieses vermissen und diese Sorge sie frisst mich auf. Diese Angst sie frisst mich auf. Und ich werde in 48 Stunden 17 Jahre alt. Wieder ein Jahr vorbei und trotz allem, trotz all der guten Tage und all dem kämpfen 
frage ich mich noch immer "wofür?".. 








Dienstag, 23. Dezember 2014

»268«

Einsam. Obwohl ich es eigentlich garnicht bin. Obwohl ich eigentlich garkein Recht darauf habe mich einsam zu fühlen. 

Seit Freitag ist T. jetzt schon in der Klinik und auch wenn ich weiß das es ihr dort bestimmt besser geht und das man sich um sie kümmert, fehlt etwas ohne sie. Wisst ihr T. ist so ein Mensch - man muss sie einfach lieben und ins Herz schließen. Nicht weil sie Kindlich oder niedlich ist wie gewisse andere Menschen aus meiner Klasse. Sondern weil sie einfach sie ist. Vermisse es schon jetzt sie reden zu hören einfach weil ich ihr gerne zuhöre. Natürlich höre ich auch A. gerne zu. Eigentlich höre ich jedem gerne zu. Vielleicht weil ich es mag wenn Menschen reden. Ich liebe es Menschen beim reden zu beobachten. Mag es wenn Menschen reden, vielleicht einfach weil ich mich somit gebraucht fühle. 
Zum zuhören. 

"Ohne dich scheint vieles so schwer."

Eigentlich wollte ich es doch nie wieder zulassen, das Menschen mir so wichtig werden. Wollte niemanden mehr an mich und mein Herz ran lassen einfach damit mir niemand mehr weh tun kann. Damit mich niemand mehr verlassen und in Stücke reißen kann. Und auch wenn T. natürlich eigentlich rein Garnichts dafür kann und ich ihr auch kein bisschen böse dafür bin. Zerreißt mich diese Unwissenheit wann sie wieder kommt. Ich meine Klinikaufenthalte wegen Depressionen, Suizidalität und Selbstverletzendem verhalten können schon dauern. Klar das kommt immer auf den Menschen an sich an und um Gottes Willen ich will auf jedenfall das es ihr besser geht und das sie gesund wird (soweit man das werden kann)! Aber vermissen darf ich Sie trotzdem oder? 

"Du weißt nicht was Verlust bedeutet. Das begreifst du erst, wenn du jemanden verlierst, den du mehr als dich selbst liebst.” - Unknown 




Mittwoch, 17. Dezember 2014

»267«

Das Wir sitzen im Klassenraum. Unterhalten uns mit den anderen. Irgendwie kommen wir auf das Thema essen zu sprechen. T. sitzt neben mir. Ich schaue sie an und kombiniere die Aussagen die ich von ihr bisher aus ihrem Leben bekommen habe und die Tatsache das sie schon zwei Tage nichts gegessen hat. Sorge. Ein paar Minuten später stehe ich auf und verlasse den Raum. Kann das alles nicht mehr. In meinem Kopf toben die Worte. Eigentlich nur zwei Worte. Nein und M. Und es zerreißt mich schon wieder. Stehe  im Schulklo vor dem Spiegel und wünschte ich könnte etwas tun. Könnte machen das sie wieder da wäre. Das ich ihren Atem wieder auf meiner Haut spüren und ihre Umarmungen um mich herum spüren könnte. Zittere. Will nicht weinen. Nicht jetzt schon. Will mir diesen unerträglichen Schmerz noch aufheben. Will ihn aufsparen bis ihr Todestag wieder unvermeidlich vor mir steht und mich auffrisst. Mich auseinanderlegt und mir alles nimmt was ich mir in der letzten Zeit aufgebaut habe. Doch am meisten habe ich Angst schon wieder einen Menschen zu verlieren der mir alles bedeutet. 

Nach ein paar Sekunden geht die Tür auf und A. kommt herein. Sie weiß was ich denke und fühle und legt ihre Arme um mich. Zittere noch immer. Versuche die Tränen zurück zu halten. Es geht nicht. Zwei Sekunden später steht T. vor mir und schlingt ihre Arme um mich. 
"T. was blödes gesagt haben?" 
Ich schüttele nur den Kopf. 
Nein. Nein. Nein. Nein. 
"Du bist perfekt so wie du bist!" 
Dieser Satz kommt wieder von T. 
»Nicht wegen mir..« bringe ich gebrochen von meinem Gezitter und Geschluchzte hervor. A. hinter mir schüttelt ihren Kopf. Wünschte ich würde diese Worte aus mir heraus bekommen aber es geht nicht. Also beginnt sie zu erzählen. Versuche so gut es geht weg zu hören. Ich vermisse dich. Vermisse dich so sehr M. Wünschte du wärst hier. Wünschte ich könnte dich warnen. Könnte dir sagen das dieses etwas, das wir da beide geliebt haben. Dieser verfickte Krankheit. Das sie nicht schön oder gut oder sonnst was ist. Das sie gefährlich ist. Das sie Menschen umbringt. Täglich. Stündlich. Vielleicht sogar jetzt in dieser Sekunde. 
"Du bist nicht schuld." sind ihre nächsten Worte. Aber das ändert trotz allem nichts daran das es sich so anfühlt. Ein paar Fragen. Ein paar gebrochene Antworten. 
»Wenn dir jemals irgendwas passiert dann.. Das geht nicht.« gebe ich von mir. 

Denn nach all der Zeit und all den Menschen, die ich in meinem Leben schon verloren habe ist meine größte Angst das ich meine zwei Kippenschwestern jetzt auch noch verlieren könnte. 

Irgendwann fängt T. einfach an zu reden. Über ihre Boxershorts und alles andere. Und allein dafür liebe ich sie unendlich sehr. Warum ich Menschen mag die viel reden? Weil reden ablenkt, wenn man nichts anderes als schweigen will. Für immer. Kann die Kälte spüren. Sauge sie auf. Hellgraue Rauchwolken ziehen in den Himmel. Kann spüren wie sich der Rauch um meine Lunge legt und langsam aber sicher vergessen macht.

Ich habe mal geschrieben das vermissen das einzige ist was bleibt. Und ich bin noch immer der Meinung. Aber vielleicht ist vergessen der einzige Weg um weiter leben zu können. Vielleicht werde ich irgendwann vergessen. Nicht vollkommen aber ein Stückweit vielleicht.
Nur wann dieses irgendwann sein wird.. Ist und bleibt die Preisfrage.

Vielleicht verpufft all der Schmerz den M. in mir zurück gelassen hat eines Tages. Aber ich will nicht mehr warten. Will das es aufhört so zu schmerzen. Will einfach nur überleben. Will das alles irgendwie überleben und weiß doch nicht wie ich es schaffen soll. 








Mittwoch, 10. Dezember 2014

»266«

Bahnfahren. Die Lautsprecheransagen nicht mehr verstehen. Die Welt nicht mehr verstehen. Diese verfickte Dreckswelt. Habe gerade einfach einen riesengroßen Hass auf einen Menschen. Möchte diesen Menschen am liebsten erschießen! Kann nicht näheres schreiben weil ich es versprochen habe. 

"Manchmal wissen Menschen nicht was sie versprechen, wenn sie es versprechen!" - Eine wie Alaska

Ich weiß was ich verspreche wenn ich etwas verspreche. Und auch wenn dieser Mensch meinen Blog niemals lesen wird möchte ich nicht das irgendwer lesen kann um wen es geht. Selbst wenn ihr gerade alle riesengroße Fragezeichen in euren Köpfen habt.

Zwei Haltestellen weiter. Der Abend ist so schwarz. Bin so leer. Möchte irgendwas tun. Für meinen Lieblingsmenschen da sein. Ihr beistehen. Aber weiß nicht wie. Bekomme zitteranfälle. Werde wahnsinnig. Mache mir Sorgen. Habe Angst Menschen zu verlieren, die mir wichtiger sind als mein eigens Leben. 
Weine. 

»Wie viel kann ein Mensch aushalten, bis er daran zerbricht.«

Mein Lieblinsmensch ist zerbrochen, ich auch. Wir alle sind das doch irgendwie. Und trotz allem habe ich den allergrößten Respekt und bewundere diese Person. Das sie so viel geschafft hat. Das sie so viel Stärke besitzt. So unendlich viel. Denn ich weiß das diese Person stark ist! 

Aber ich kann es gerade nicht sein.
Noch immer finden eiskalte Tränen ihren Weg aus meinen mittlerweile roten Augen. Toten Augen. Sorgenumweben. Spinnennetze stricken sich aus meinen Gedanken. Möchte irgendwas tun. Einfach da sein. Diese Person niemals mehr alleine lassen. Sie hat das nicht verdient. Sie hat so viel mehr verdient. So viel mehr besseres. Ein besseres Leben. Und ich weiß nicht wie ich das Leben besser machen kann oder geschweige denn was ein besseres Leben ist aber ich werde es versuchen. Irgendwie. 

Köpfe hoch ihr lieben Kampfmenschen.
Ich glaube irgendwann schaffen wir es dieses Leben auf unseren Schultern zu tragen. Und bis dahin heißt es Stark bleiben und weiter kämpfen. 

In aller Liebe die ich hab,
xoxo eure Lee ❤️





Mittwoch, 3. Dezember 2014

»265«

Schnee. Eiseskälte. Erinnerungen. Dad's Unfall. Das Leben ohne Cii. Damals, wie heute. Halte das alles nicht aus. Ich kann das nicht. Ertrage das alles einfach nicht mehr. Einsamkeit. Alleine. Und doch unter Menschen. Aber nicht die richtigen. Brauche Menschen wie A. oder T. um mich. Brauche eigentlich nur irgendwen. Falsch. Brauche Cii. Vermisse sie unheimlich. Sie fehlt mir. Mein Leben, es fehlt mir. Es tut so weh das man einem Menschen so schnell egal werden kann. Es tut so weh zu sehen wie schnell alles was ich mir im letzten Jahr aufgebaut habe, wieder zusammen fällt. In einen Trümmerhaufen aus ihr und mir und all der ganzen Erinnerungen und Momente. 

Wie oft kann man an einem Menschen zerbrechen? 
Ich bekomme Risse.