Donnerstag, 20. November 2014

»264«

Hellgraue Nebelschwaden ziehen durch die Landschaft. Sie kriechen vor sich hin. Umhüllen Häuser, Autos, Straßenlaternen und auch mich. Es ist kalt. Eiskalt. Aber nichts ist vergleichbar mit der Kälte in mir Drinn. Ich erfriere in mir selbst. Jeden Tag, ein Stück mehr. 

Dabei ist mein Leben garnicht so schlimm im Moment. Mein Praktikum in der Kita läuft super. Es macht Spaß. Auch wenn es verdammt anstrengend ist und ich jetzt schon wieder am krank werden bin. 

Alte Gedanken schleichen sich in meinen Kopf. "Du isst zu viel, hör auf damit, du wirst noch Fetter, mach nicht alles kaputt was du bisher geschafft hast!" 

Und es stimmt. Ich esse momentan wirklich zu viel. Meist 1500-2200 kcal. Einfach weil ich nicht weiß wie viel normal ist. Normale Menschen essen wenn sie Hunger haben, aber ich habe so gut wie nie hunger. Bin taub dafür geworden wie viel richtig oder falsch ist. Kann das nicht einschätzen. 

Und es zerstört mich. Erneut. Drückt mich zu Boden. Lässt mich ertrinken. Ertrinken in mir selbst. In einem Gedankenmeer in meinem Kopf. 

Warte darauf das der Nebel sich verzieht. Der draußen und der in mir. Warte darauf wieder irgendwas zu spüren. Warte vielleicht auf den Tag der nie kommt.

Muss aufwachen aus dieser Depression. Muss aufwachen, Kaffeee trinken und ein paar Kippen verrauchen. Muss dem Tag ins Auge blicken. Muss es wenigstens versuchen. 


Dienstag, 11. November 2014

Freiheit

Seit heute. Seit dem 10. November. 2014  wohne ich nun nicht mehr bei Mom. Mein Auszug aus der Hölle verlief durcheinander. Mit vielen bösen Worten, die mir nichts mehr anhaben können weil ich nach all der Zeit, taub für sie geworden bin. 

»Your words can't break me!«

Alles ging unheimlich schnell und zog sich doch sehr in die Länge. Als Dad dann endlich um 21:38 Uhr vor meiner Haustür hielt und wir gemeinsam meine unzähligen Taschen einluden, durchströmten mich ganz neue Gefühle. Sicherheit. Freiheit. Vielleicht auch etwas Geborgenheit. 

Ich weiß ehrlich nicht ob ich das Richtige getan habe aber irgendwie denke ich doch schon. Zum ersten Mal habe ich mich gewehrt. Habe mich um mich selbst gekümmert. Habe mich um meine Leben gekümmert. UM MEIN LEBEN! 

Ansonnsten habe ich die besten Freunde die ich mir wünschen kann. Sie sind einfach unglaublich. T. und A. sind so besondere Menschen und ich habe sie so sehr lieb und habe Ihnen schon jetzt so viel zu verdanken. 

A. Hört mir immer zu, sie ist meine Kippenschwester, sie bringt mich zum Lachen, sie ist lustig, sie geht mit mir sushi essen und spielt mit mir Monopoly und geht mit mir viel zu oft Kaffee trinken. Sie merkt immer wenn etwas mit mir nicht stimmt und sie setzt alles daran, dieses etwas zu einem guten etwas zu machen. So auch dieses Mal.

T. ist ein besonderer Mensch. Sie ist lieb und lustig. Sie redet viel, schon allein deshalb mag ich sie unheimlich gerne. Aber sie ist nicht wie Julia - ich höre ihr gerne zu und weiß später auch von was sie geredet hat. Sie ist ebenfalls meine Kippenschwester und ich verstehe sie in mehr Weisen als mir eigentlich lieb ist. Sie spielt Fußball und das finde ich richtig cool. (Irgendwie erinnert sie mich ein bisschen an N.) Und um ehrlich zu sein Glaube ich das T. ziemlich kaputt ist, aber das macht nichts denn kaputte Menschen sind ja meistens die besten Menschen und außerdem ist nichts so kaputt, das man es nicht reparieren kann.

Ich liebe die beiden so sehr ❤️
Musste ich mal gesagt haben!! 

So ihr lieben. Jetzt sitze ich hier. Immer noch halb am auspacken meiner Sachen und bin verwirrt. Es fühlt sich so an als würde all das, was sie mir angetan hat auf mich nieder prasseln und mich zerdrücken. All ihre Worte nehmen mir die Luft zum Atmen und rauben mir die Kraft zum aufstehen. Und doch weiß ich das es vorbei gehen wird. Irgendwann. Vielleicht nicht jetzt. Aber irgendwann, werde ich vergessen können. 



 

Dienstag, 4. November 2014

»262«

"Lena du bist so süß! Du bist immer am Strahlen!" - Mädchen aus meiner Klasse 

Montag, 3. November 2014

»261«

Ich sitze im Bus. Mit immer schnelleren Schritten, komme ich dem Bahnhof näher. Mit immer schnelleren Schritten komme ich Cii näher. Mein Herz hüpft. Ich hab sie so vermisst. Sie ist und bleibt eben einfach ein großer Teil meines Lebens dem ich so viel zu verdanken habe! Ich würde ihr alles verzeihen und das ist okay! Zumindest für den Moment. 

Kennt ihr das? Ihr sagt euer ganzes Leben lang schon, das ihr Weg wollt. Egal von wo ihr herkommt? Und dann fragt ihr euch ob ihr in 10 Jahren vielleicht wieder genau im selben Scheißkaff wohnt wie jetzt? Das geht mir gerade so durch den Kopf! Aber das macht nichts! Ich lasse mir von meiner Zukunftsangst nichts mehr versauen. 

Komm wir leben den Moment! 
Denn wir kriegen ihn nie wieder.
Wir sind niemals jünger als genau
In dieser Sekunde, niemals leichtsinniger,
Niemals dümmer und doch so viel älter als es scheint. 

P.s: Vielleicht bin ich bis Januar 2015 endlich raus aus der Hölle. Drücken wir mal die Daumen das alles klappt! 

Es liebt, 
die Lee ❤️