Sonntag, 26. Oktober 2014

»260«

Wie beschreibt man Depressionen? 

Grausam. Kalt. Einsam. Verstörend. Zerstörend. Eingefroren. Leblos. Verdeckt. Riesengroß. Schwer. Benebelnd. Wahrnehmungs-einschränkend. Ausschaltend. Zerschmetternd. Müde. Hellwach. Durcheinander. Unfähig. 



Donnerstag, 9. Oktober 2014

»259«

Der Tag heute war einfach unglaublich. Unglaublich schön und unglaublich vergänglich, wenn man das so sagen kann? Wir hatten nur vier Stunden in diesen wir getöpfert haben und das war echt cool! Ich fand es zumindest unheimlich lustig, auch wenn ich das zum ersten mal gemacht habe und meine Schüssel nicht so wirklich nach Schüssel aussieht hat es mir Spaß gemacht:) 

Nach dem kurzen Schultag sind wir in die Stadt gegangen und waren bei Subway Mittagessen. Habe wieder ein halbes Chicken Teriaky (oder wie man es scheibt?) gegessen und zwei Cookies! Und ich bereue es garnicht! Die waren nämlich richtig lecker und ich liebe die Cookies! Ihr solltet umbedingt mal einen mit Macadamia essen! 

Danach haben wir uns in ein kleines, süße Café gesetzt und uns unterhalten. Viel ausgetauscht, geraucht und Bilder gemacht. 

Ich verstehe mich unheimlich gut mit A., sie ist wundervoll und ich habe das Gefühl bei ihr kann ich einfach so sein wie ich bin. Einfach ich halt. Mit all meinen Macken und Fehlern. Irgendwann fangen wir an zu reden. So richtig. Und die Worte sprudeln so richtig aus mir raus! Ich erzähle ihr von Mom, Dad, Cii, von Fr.S, sogar von M., viel von Frii und unheimlich viel von meiner Vergangenheit! Und es tut einfach so gut das alles los zu werden. Mein Gefühl sagt mir einfach das ich ihr jetzt so gut wie alles erzählt habe (also fast; die ES nicht aber die bin ich ja im Moemnt auch am besiegen!!! Hoffe ich, denke ich, weiß ich!!!!) und ihr Vertrauen kann. Auch sie erzählt unheimlich viel von sich und ich höre ihr so gerne zu. Ich glaube wirklich ich hätte noch Stunden mit ihr auf der Treppe sitzen können. Einfach weil, es fühlt sich so gut an. Ich will mich nicht verstecken! Versteht ihr? Ich will ich sein können und wer mich so nicht mag, der soll es halt lassen! Ich bin nicht Perfekt! Und werde es auch nie werden! Und will das auch garnicht! 

DENN FEHLER MACHEN UNS KOMPLETT! 

Fr.S ruft mich an während ich im Café mit A. und zwei anderen lieben Menschen sitze, die etwas später wieder zu uns gestoßen sind! Kurz gehe ich vor die Tür und unterhalte mich mit ihr am Telefon und erzähle ihr das alles im Moment perfekt läuft. Das Mom zwar immer noch schwierig ist aber das ich das schaffe! Weil ich es schaffen muss! Und will! 

A. Versteht mich einfach unheimlich sehr und das tut so gut. Ihr Freund hat auch so eine Mutter und deshalb kennt sie meine Gefühle ganz gut. Außerdem mögen wir total oft die selben Sachen. Wir sind uns einfach ähnlich auch von unserem denken her und das ist einfach toll! Ich bin so froh sie gefunden zu haben! Auch das ich T. und D. Gefunden habe macht mich unheimlich glücklich! Ich habe das Gefühl zum ersten Mal habe ich WIRKLICHE FREUNDE die mich so nehmen wie ich bin und das macht so viel, so viel besser! 

Ich werde versuchen erstmal weniger zu bloggen, weil ich das Leben leben möchte. Aber ich melde mich bei euch! Ich danke euch und drücke euch ganz fest! Alle Kraft dieser Welt sende ich euch zu! Haltet durch meine Kampfmenschen! 
Es liebt euch, 
Die Lee ❤️


Mittwoch, 1. Oktober 2014

»258«

Kaputte Hoffnung. Kaputtes Leben. 
Am Mittag sitzen wir in der Stadt an einem großen Brunnen und unterhalten uns mit ein paar Leuten aus der Nachbar - Klasse. Bereits am Morgen hatte ein Junge, mit ziemlich kurz rasierten Haaren und einer Weinroten Jacke von einem Wohnheim erzählt. Also Frage ich ihn ein bisschen aus. Er gibt mir die Nummer von der Frau dort und ich soll mein Glück mal versuchen, vielleicht kriege ich ja einen Platz. Noch auf dem Weg zum Bahnhof, rufe ich das erste Mal dort an. Im Zug erneut. Und da wird mir etwas bewusst. Nachdem ich seit knapp 11 Jahren von meiner Mom schlecht behandelt werde, wird mir klar das ich das nicht mehr kann. Das es nicht mehr tragbar ist. Zu viel. Zu schwer. Zu schwere Last auf meinen Schultern, die ich seit dem Kindergarten mit mir herum trage. Last, von vergangenen Zeiten. Vergangenen Taten. Von Abwertung, über Blaue Flecken, bis hin zu Polizeibesuchen. Das ist mir alles zu viel. Tausend kleine Erinnerungen flackern auf. Mein Kopf dreht durch. Ist verwirrt von all den Dingen und Wörtern und Zeiten. Neben "du hast das verdient, du bist ein schlechter Mensch" und "du musst da weg", bekomme ich fast einen Hörschaden. Fragen und Aussagen durchschmettern, meine Träume. 

Sie sagt mir das ich kein Recht darauf haben auszuziehen. Das ich gefälligst bei ihr bleiben solle. Das ich noch nicht alleine Wohnen kann. Das sie mir mein Geld (das mir zusteht!) nicht geben wird. Dann wieder das übliche. "Wenn du gehst dann muss ich aus der Wohnung raus. Dann habe ich kein Zuhause mehr, willst DU daran schuld sein? Wenn du gehst, dann habe ich kein Geld mehr! Da kann ich mich ja gleich umbringen. Kannst du das dann verantworten? Willst du daran schuld sein?" 

Mir wird schlecht. Ihre Druckmittel machen mir wie immer zu schaffen, auch wenn es jedes Mal die gleichen sind. Muss etwas essen. Fressen. Gefühle müssen weg. Bin alleine. Gehe in die Küche. Mache mir ein Brötchen mit Marmelade und beherrsche mich. 
Kauen. Denke zu viel über das Essen nach, das sich in meinem Mund befindet.
Warm oder Kalt? Groß oder klein? Flüssig oder fest? Hart oder weich? Süß oder Sauer? Scharf oder Salzig? Wie viel kaue ich? Mag ich das, was in meinen Mund ist? Ja order nein? Wenn ja, was mag ich? Wenn nein, was stört mich? Warum stört es mich/woran liegt das? Gibt es eine Verknüpfung die ich mit diesem essen verbinde/herstelle? 

Atmen. Wenn ich so weiter mache, brauche ich noch zwei Stunden für mein Brötchen. Also esse ich schneller. Immer mit dem Hintergedanken, das ich keinen Fressanfall schieben und auch nicht kotzen werde. Diesen Tryumph gönne ich meiner Mutter nicht. Also Musik an. Hingelegt. Nachgedacht. Musik wieder ausgemacht. Höre im Schatten der Vergangenheit noch immer ihre stechenden Worte. Wie kleine Nadeln, drücken Sie sich durch meinen Schuh und erinnern mich bei jedem verdammten Schritt wieder erneut daran. 

»Und wenn sie meinen du stehst nie wieder auf, dann lass sie reden! junge, zeig Ihnen das ist dein Traum, du wirst ihn Leben und Beweis diesen Leuten, die niemals an dich geglaubt haben, das was sie haben kannst du auch haben. Denn wenn sie meinen du hast hier nix verloren, dann zeig es Ihnen. Zeig es allen. Keiner hält dich mehr auf, komm lass dich fallen. Heb den Kopf und blick einfach nach vorn und jetzt Versuchs, ich sag versuchs! Alles wird gut!" - Bushido