Dienstag, 19. August 2014

»248«

Das Herbstlicht dringt durch meine Fensterscheiben hindurch. Es saugt sich überall fest und taucht meine Umgebung in ein völlig neues Licht. Die Luft ist kalt und doch warm. Durchfliegt meine Lunge, wie weiche Seide. Lässt mein Herz erfrieren und zugleich höher schlagen.

Zu viel freie Zeit tut mir nicht gut. Bin zu viel zuhause. Zu viel bei Mom. Flüchte in's Fitnessstudio. Laufe. Renne. Renne vor mir davon. Gestern alleine mehr als 4 Stunden im Studio verbracht. Nun quält mich mein Knöchel der mir zum dank blau angelaufen ist und mein Knie schmerzt bei jedem Schritt. Aber das ist nichts im vergleich zu dem was ich fühle. Natürlich kann man Gefühle ausschalten. Wir wissen es alle. Man verfällt in eine Art Pause. Nimmt nichts mehr war. Fühlt nichts mehr. Man gefriert. Innerlich. Stück, für Stück. Jeden Tag ein bisschen mehr. Man vergräbt sich hinter den höchsten Mauern und versucht zu sein, was alle Welt von einem erwartet. Und das ist genau das was ich tue, weil es der einzige Weg ist zu überleben ohne in tausend kleine Stücke zu zersplittern.

Es ist so leicht. Fast wie Atmen, auch wenn mir das in letzter Zeit immer schwerer fällt.
Ehe man sich versieht hat man sich ein Loch gegraben in dem man verweilen kann.
Nichts zu fühlen, bedeutet auch nichts an sich heran zu lassen. Nichts hat mehr Bedeutung.
Nichts ist mehr Wichtig. Man fühlt nichts. Man ist nichts mehr. In den letzten Wochen hat man mir oft genug gesagt ich sei wertlos und mittlerweile habe ich das Gefühl nicht mal mehr so viel Wert zu besitzen um noch als wertlos durch zu gehen. Bin so weit darunter. Mom gibt mir das Gefühl ein nichts und ein niemand zu sein. Sie macht mich kaputt und niemand kann das ändern, nicht mal mehr ich selbst. Denn mir fehlt die Kraft also wähle ich den einfacheren Weg, ich lasse alles mit mir machen. Denn ich fühle eh nichts mehr. Alles ist weg. So weit weg. Mein Leben ist weg. All das was mich fest gehalten hat, breitet seine Flügel aus und fliegt davon. Vor mir davon weil ich kein guter Mensch bin, weil ich zu vielen Menschen weh getan habe, weil zu viele Menschen wegen mir verletzt wurden. Möchte Weg. Möchte Weg von mir. Raus aus mir. Raus aus diesem Menschen. Raus aus dieser Hülle, die sich selbst nicht verzeihen kann. Niemals. Möchte fort von all dem Schmerz und zugleich auch fort von dieser Gleichgültigkeit. Halte dieses Leben hier so nicht mehr aus. Schaffe es nicht mehr. habe viel zu lange versucht gegen etwas zu kämpfen, das so viel größer ist als ich es bin. das so viel größer ist, als ich es jemals war und jemals sein werde.

Danke für nichts. Danke das du mir seit Jahren das Leben zur Hölle machst. Danke das ich mit 16 jahren erwachsener sei muss als andere mit 40 Jahren. Danke das ich nie Kind sein konnte. Danke das ich immer Angst haben muss. Danke das ich niemandem mehr vertrauen kann. Das ich Menschen verlassen habe, die ich geliebt habe weil du das so wolltest. Danke das du niemals eine Mutter warst. Danke das du die beste bist was es betrifft zu Lügen. Danke für nichts. Danke das ich mir wieder einmal Wünsche zu sterben, dank dir. Ich hasse dich!!! Fast so sehr wie ich mich hasse.



Kommentare:

  1. Verdammte scheiße, du bist nicht wertlos! Und du bist auch kein schlechter Mensch! Es macht mich so fassungslos und zugleich so wütent, wie man seiner eigenen Tochter sowas antun kann, dass sie sich selbst nicht mal mehr wahr nimmt und sich selbst so hasst. Liebes, du bist so wundervoll und ich hoffe so sehr für dich, dass du da bald raus kommst. Vielleicht kannst du ja wirklich bald zu deinem Vater ziehen... Es werde wieder bessere Zeiten kommen, man muss die schlechten nur irgendwie überstehen, überleben. Und das wirst du!
    Sieh mal, in drei Wochen fängt die Schule wieder an, dann hast du wieder etwas Struktur und musst nicht mehr die ganze Zeit bei deiner Mutter zu Hause sein. Und bald ist auch schon dein Praktikum. Das dauert gar nicht mehr so lange, du wirst sehen. Und dann bist du unter wundervollen Kindern, die einen so unendlich glücklich machen können. Liebes, ich wünschte, du könntest sehen, wie wundervoll du (als Mensch) bist! :*
    Den letzten Absatz könnte man eins zu eins auf meine Mutter übertragen... Du weißt, ich verstehe dich nur zu gut!
    Fühl dich ganz ganz lieb gedrückt und umarmt! ♥
    Ich habe dich sehr lieb!! :*
    Deine Lucy ♥

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  2. Ai trazrig :c war auch nie kind, oder durfte es nicht.
    und herbst..? naja okay vom wetter her ist es echt nicht so doll grad!
    ohman fühl dich mal gedrückt liebes :)

    lg
    http://adrenalinkicks.blogspot.de/2014/08/master-of-desaster-tiefenreinigungsdiat.html

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  3. Du bist weder schlecht noch wertlos.
    Ich muss irgendwie oft an einen Satz denken, ich glaub der war in TIntenblut oder so. "Unter Schmerz wird man zu schnell erwachsen" oder so. Ich weiß auch nicht, der Satz berührt mich immer wieder, er ist so wahr.

    Fühl dich gedrückt <3 (wir haben scheinbar übrigens den gleichen musikgeescmack^^)

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  4. Wie uninterteressant hier. Nur geklaute 0815 Bilder anstatt eigener. Und dann diese nervigen Schneeflocken auf dem Bildschirm

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    1. Wenn's dir nicht passt kannst du gerne gehen! Ist ja mein Blog - der muss dir nicht gefallen! Tschüss.

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    2. Wie gut das es nicht dein Problem ist und wie gut das du das ja überhaupt gar nicht lesen musst und dich dann ja wieder um deinen eigenen Kram kümmern kannst :-D bei der nächsten Hirnverteilung bitte anwesend sein! !!!

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  5. ❤️ all die lieben worte an dich zurück , bist auch wunderbar

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  6. Hey du,
    ich habe dich getaggt :)
    Wenn du Lust drauf hast, schau mal auf meinem Blog vorbei :)

    ohdiesemelancholie.blogspot.com

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  7. Leeeee, meine liebe! :)
    Ich habe dich getaggt. Ups, ich sehe gerade, dass ich dich nicht als einzige getaggt habe... Aber vielleicht hast du ja trotzdem Lust, etwas Ablenkung und so... :)
    Liebste Grüße ♥
    Lucy

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