Dienstag, 29. Juli 2014

»242«

Mein Bett knackst als sie dagegen tritt.
Oder vielleicht ist es auch mein kaputter Rücken, wegen dem ich noch am Morgen beim Arzt war. "steh auf!" faucht mir eine Eiskalte Stimme in's Gesicht.
Also stehe ich auf. Blut fließt rasend in meine Beine und mein Kopf fühlt sich unglaublich schwer an. Meine Beine beginnen zu taumeln und werden Taub. Schon sitze ich wieder und brauche etwas um mich zu sammeln. 

Seit ich am Samstag umgekippt bin, ist mein Körper ein bisschen auf Streit aus. Oder er ist verwirrt, was ich ihm nicht verübeln kann. Frii wollte mich sogar in's Krankenhaus schleppen, aber ich konnte sie davon abbringen. Was hätten die denn schon gemacht? Mir gesagt ich soll mich hinlegen? Das kann ich wohl auch alleine aber jetzt habe ich keine Zeit dazu.
"Du sollst aufstehen und mitkommen!" Ihr gereizter Ton springt mich an. Bevor sie es tut. Nicht nur draußen regnet es. Sondern auch in meinem Zimmer. Faustregen vermischt sich mit dem Geschmack von Blut. Salzige Tränen fließen dazu. Meine Ohren sind taub. Möchte nichts mehr fühlen. Laute Schluchzer machen mir das Atmen schwer und für eine kleine Sekunde habe ich das Gefühl alles verschwimmt zu einer einzigen Masse. Die versucht mich zu zerstören. Oder mich am Leben zu halten. Ich weiß es nicht. Aber es hilft. 
Auch wenn ich das Gefühl habe zu ersticken bis wieder etwas Luft durch meine Luftröhre ströhmt und mich Atmen lässt. 

Sie riecht fürchterlich nach Alkohol aber das entschuldigt nichts. Schon lange nicht mehr. 

Vollkommen fertig liege ich in meinem Bett unter einer dicken deckenschicht vergraben und warte darauf das irgendetwas passiert. Das etwas besser wird. Das mein Körper aufhört weh zu tun. In meinem Kopf ziehen Eiskalte Gedanken ihre Kreise,  fast wie eine nervtötende Fliege summen sie vor sich hin. Verdient. Miststück. Wertlos. Undankbar. Allein. Angst. Kalt.

Halte mir die Hände auf die Ohren damit ich sie nicht mehr hören muss, aber es nützt nichts. Wünschte ich könnte die Tür absperren und mir etwas Sicherheit schaffen, aber selbst das kann ich nicht mehr. Wenn ich sage das sie mir alles genommen hat, dann meine ich wirklich alles. Aber am aller meisten, meine schon viel zu geringe Hoffnung. 

Nur noch 1 ½ Jahre Lena, dann kannst du gehen. Aber wirst du auch? Willst du daran schuld sein, das sie sich oder dich oder irgendwen umbringt? Mir wurde oft gesagt das mich keinerlei Schuld trifft, aber das stimmt nicht. Ab beiden Optionen bin ich allein Schuld. Man kann die Wege wählen, man kann sie gehen aber man muss damit Leben können, Menschen zu verletzen und zu verlieren. 

Die halbe Nacht liege ich noch wach, weil ich nicht sehen will was mit mir passiert ist. Nie wieder! Erst recht nicht im Traum. 
Irgendwann schlafe ich ein um in den frühen Morgendstunden wieder wach zu werden. 

Nachher muss ich zu Fr.S und ich weiß nicht was ich ihr erzählen soll. Über M. kann ich nicht wieder reden und über Mom auch nicht. Eigentlich kann ich über garnichts reden, außer über die Tatsache das sterben im Moment nicht die schlechteste Option wäre um diesem Albtraum endlich ein Ende zu bereiten.  

Kommentare:

  1. Meine liebe Lee,
    das klingt fürchterlich. Es klingt für mich wie die Hölle auf Erden - es bricht mir fast das Herz, dass du sowas schreibst und erleben musst, auch wenn wir uns kaum kenenn. Ich denke mal, du sprichst von deiner Mutter..
    Aber liebe Lena, gib nicht auf. Wie du schon selbst sagtest: es sind nur noch lediglich 1,5 Jahre! Schau an, wie viele Jahre du es jetzt schon geschafft hast! Da sind diese 1,5 doch lächerlich! Und dann wenn diese 1,5 Jahre rum sind, kannst du alles alles alles machen was du willst. Was du schon immer machen wolltest, aber nie konntest. Und du musst NIE wieder dahin zurück, wo du herkommst!

    Ich muss jetzt los, aber denk an meine kurze, aber hoffentlich helfende Nachricht.
    Pass auf dich auf.

    Liebst,
    M

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  2. Schön wieder von dir zu hören.
    Ja wir sollten uns mehr auf positivies konzentrieren.

    Und wie viel schmerz man aushalten muss ist eine gute frage.
    Vielleicht sollte man dem schmerz mehr platz geben
    damit wir keine risse bekommen.

    liebe grüße
    mina

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  3. Danke für deine lieben worte,
    ich hab so ein lächeln auf dem gesicht und gleichzeitig berühren mich deine worte so,
    danke.

    Und ja da hast du recht, wir sollten diese hoffnung
    nicht verlieren das es erträglicher wird. Und auch deiner Meinung das der Platz um manche dinge besser zu machen
    manchmal nicht ausrecht kann ich nur zustimmen. Ja , ich hoffe du findest auch
    deinen Weg und wir machen das beste draus.

    Du bist einfach so eine liebe und ich lächel immernoch ,
    hab dich und deine worte auch lieb gewonnen.
    Haha ja normales verrückt sein trifft es ganz gut :D

    Umarmung zurück
    <3

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