Montag, 14. Juli 2014

»236«

Irgendwann, da steht man vor diesem Spiegel. Einem Spiegel, der Wahrheit und Lügen zugleich verkörpert. Man sieht sich an und alles was man will ist raus. Raus aus dieser Hülle. Raus aus diesem etwas das ich vorgebe zu sein.

Der Himmel ist grau und Trägt die tiefschwarzen Wolken davon. Es sieht nach Regen aus. Auch in mir. Gefühle überkommen mich. Zerreisen mich. So als hätte jemand das Pflaster von meinem Herz abgerissen und nun muss es alleine weiter schlagen. Genau das ist der Punkt. Es schlägt, nur wie lange noch das weiß ich nicht.Tränen über Tränen, sie verlassen mich und bilden ein kleines Tränenmeer auf dem Fußboden. Liege seit Ewigkeiten da und versuche mich zu beruhigen. Aber es geht nicht.


Mein Puls ist zu niedrig sagt der Blutdruck. Mein Magen ist zu voll, obwohl er leer ist. Will das es aufhört. Dieses Leben und doch liebe ich es so sehr. Mal wieder weiß ich nicht im geringsten was ich will.
Will ich gesund werden? Will ich sterben? Will ich abnehmen? Was für eine Frage Natürlich will ich das, weil ich hoffe, das dadurch alles irgendwie irgendwann wieder gut wird.  Aber hören wir auf uns etwas vor zu machen. Spiele allen immer wieder vor das es mir gut geht. Sage allen das ich okay bin aber habe es nie so gemeint. Denn es stimmt nicht. Mir geht es schlecht.

Das Einzige was ich wirklich will ist vergessen. Die letzten Jahre vergessen. Vergessen was passiert ist, nichts mehr fühlen. Will endlich aufhören das alles noch weiter ertragen zu müssen. Will nicht mehr weiter benutzt werden. Will endlich vergessen. Mom vergessen. Marie vergessen. Julia und Cii vergessen. Alles Vergessen aber ich weiß auch das es nichts ändern würde. Suche eine Lösung für ein Problem auf das ich alleine keine finden werde.

Abgesehen von all diesen Gedanken in meinem Kopf und der Tatsache das es mit dem Essen trotzdem schlecht läuft, fühle ich mich unsicher. Seit Mom mir den Schlüssel für mein Zimmer abgenommen hat, habe ich nichts mehr was mich vor ihr schützt. Hasse Unsicherheit. Hasse Gefahr. Hasse Angst.

Angst. Auch etwas das mich heute beim Koffer packen sehr verunsichert hat. In 3 Tagen geht es schon los und ich meine Frii ist ein normaler und gesunder Mensch. Sie ist normal. Sie redet normal. Sie schläft normal. Sie ist gesund. Sie ist das, was ich nicht bin. Wir werden am Donnerstag erst einmal einkaufen müssen - Problem Nummer 1. Sie wird jeden Tag irgendwas mit mir kochen wollen - Problem 2. Ich schaffe keine drei Mahlzeiten am Tag - Problem Nummer 3. Was mache ich denn jetzt nur?

Auf der anderen Seite freue ich mich unglaublich, weil ich bei ihr für einige Zeit sicher sein kann.
Wahrscheinlich wird alles wie immer gar nicht so schrecklich. Mein Kopf strickt sich einfach immer wieder
Fäden aus unwichtigen annahmen und hört nicht damit auf bis es vorbei ist. Nie. Es hört nicht auf.
Nichts von all dem hört von alleine auf. Also werde ich versuchen es irgendwie aufzuhalten.


''Das Leben ist wie ein Anstieg aber wenn du oben bist und es geschafft hast, dann hast du eine tolle Aussicht.''  Werde weiterhin versuche meinen Weg zu gehen. Werde weiterhin kämpfen oder es zumindest versuchen. Werde den Anstieg eines Tages schaffen und voller Stolz sagen können: ''Endlich angekommen.''

Kommentare:

  1. Hey meine wundervolle Lee <3
    Ich hoffe dir geht es bald besser. Leider kann ich dir bei deinem Problem nicht helfen, tut mir leid, ich will dir nichts falsches raten.
    Danke für deine herzerwärmenden Worte! Ich hab dich lieb und fühl dich ganz fest gedrückt von mir <3 bleib stark Süße <3
    Deine Fee

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  2. Ich kenne diese angst immer wenn es wo anders hin geht und die Leute nichts von der ES wissen, noch schlimmer ist sie wenn man eben länger da ist aber ich habe aus eigener Erfahrung gelernt das es nie so schlimm war wie ich gedacht und mir es ausgemalt habe, ich kann jetzt schlecht sagen mach dir deswegen nicht so viel Druck aber vielleicht konnte ich dir mit meiner Erfahrung die angst was nehmen <3

    Wie es bei der Klinik aussieht weiß ich rein gar nichts, was für mich schlimm ist da ich ja auch in der Ausbildung bin und eben nur bis spätestens anfangs November aus der Klinik raus muss, wegen prüfungsvorbereitungen und es macht mir angst weil ich angst habe das ich erst spät was frei ist und ich deswegen nicht gehen kann, weil dann kann ich die nächsten drei Jahre überhaupt nicht in eine Klinik jetzt ist die einzige Möglichkeit für mich..stresst mich alles das man so uninformiert ist -.-

    Deine wonderlandlena <3

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  3. Liebe Lee,
    entschuldige meine späte Antwort, irgendwie konnte ich mich nicht dazu aufraffen eine angemessene Nachricht zu formulieren.
    Ja, meine Freundin lebt. Ich bin so froh darüber. Nur leider weiß ich nicht, wie es ihr momentan geht, weil ihr jeglicher Kontakt zur Außenwelt verboten ist. Sie will sogar zunehmen, ist motiviert und alles, aber sie hat anscheinend eine total gestörte Psychologin, die ihr eher schadet als nützt.
    Ich hoffe, sie kommt so schnell wie möglich in wirklich fähige Hände, die wissen, was sie tun.
    Danke für dein liebes Kompliment! Ein größeres hättest du mir nicht machen können :) (also dass du meinen Schreibstil magst)

    Ich wünsche dir ganz viel Spaß bei Frii! <3

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  4. Und danke für deine Aufmunterung, ich werde versuchen, stark zu bleiben, und nicht wieder krank zu werden. Aber die Dämonen in meinem Schädel schreien laut, sie wollen mich am Boden sehen.
    Ich schaffe das. Ich muss.

    Liebst,
    M

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