Dienstag, 29. Juli 2014

»242«

Mein Bett knackst als sie dagegen tritt.
Oder vielleicht ist es auch mein kaputter Rücken, wegen dem ich noch am Morgen beim Arzt war. "steh auf!" faucht mir eine Eiskalte Stimme in's Gesicht.
Also stehe ich auf. Blut fließt rasend in meine Beine und mein Kopf fühlt sich unglaublich schwer an. Meine Beine beginnen zu taumeln und werden Taub. Schon sitze ich wieder und brauche etwas um mich zu sammeln. 

Seit ich am Samstag umgekippt bin, ist mein Körper ein bisschen auf Streit aus. Oder er ist verwirrt, was ich ihm nicht verübeln kann. Frii wollte mich sogar in's Krankenhaus schleppen, aber ich konnte sie davon abbringen. Was hätten die denn schon gemacht? Mir gesagt ich soll mich hinlegen? Das kann ich wohl auch alleine aber jetzt habe ich keine Zeit dazu.
"Du sollst aufstehen und mitkommen!" Ihr gereizter Ton springt mich an. Bevor sie es tut. Nicht nur draußen regnet es. Sondern auch in meinem Zimmer. Faustregen vermischt sich mit dem Geschmack von Blut. Salzige Tränen fließen dazu. Meine Ohren sind taub. Möchte nichts mehr fühlen. Laute Schluchzer machen mir das Atmen schwer und für eine kleine Sekunde habe ich das Gefühl alles verschwimmt zu einer einzigen Masse. Die versucht mich zu zerstören. Oder mich am Leben zu halten. Ich weiß es nicht. Aber es hilft. 
Auch wenn ich das Gefühl habe zu ersticken bis wieder etwas Luft durch meine Luftröhre ströhmt und mich Atmen lässt. 

Sie riecht fürchterlich nach Alkohol aber das entschuldigt nichts. Schon lange nicht mehr. 

Vollkommen fertig liege ich in meinem Bett unter einer dicken deckenschicht vergraben und warte darauf das irgendetwas passiert. Das etwas besser wird. Das mein Körper aufhört weh zu tun. In meinem Kopf ziehen Eiskalte Gedanken ihre Kreise,  fast wie eine nervtötende Fliege summen sie vor sich hin. Verdient. Miststück. Wertlos. Undankbar. Allein. Angst. Kalt.

Halte mir die Hände auf die Ohren damit ich sie nicht mehr hören muss, aber es nützt nichts. Wünschte ich könnte die Tür absperren und mir etwas Sicherheit schaffen, aber selbst das kann ich nicht mehr. Wenn ich sage das sie mir alles genommen hat, dann meine ich wirklich alles. Aber am aller meisten, meine schon viel zu geringe Hoffnung. 

Nur noch 1 ½ Jahre Lena, dann kannst du gehen. Aber wirst du auch? Willst du daran schuld sein, das sie sich oder dich oder irgendwen umbringt? Mir wurde oft gesagt das mich keinerlei Schuld trifft, aber das stimmt nicht. Ab beiden Optionen bin ich allein Schuld. Man kann die Wege wählen, man kann sie gehen aber man muss damit Leben können, Menschen zu verletzen und zu verlieren. 

Die halbe Nacht liege ich noch wach, weil ich nicht sehen will was mit mir passiert ist. Nie wieder! Erst recht nicht im Traum. 
Irgendwann schlafe ich ein um in den frühen Morgendstunden wieder wach zu werden. 

Nachher muss ich zu Fr.S und ich weiß nicht was ich ihr erzählen soll. Über M. kann ich nicht wieder reden und über Mom auch nicht. Eigentlich kann ich über garnichts reden, außer über die Tatsache das sterben im Moment nicht die schlechteste Option wäre um diesem Albtraum endlich ein Ende zu bereiten.  

Montag, 28. Juli 2014

»241«

Jeden Tag treffen wir auf etwas das uns zerstört, das uns glücklich macht, etwas das wir lieben.
Das Leben. Jeden Tag stellt es uns wieder und wieder auf die Probe. Versucht uns zu zeigen das Fehler machen normal ist und das wir lernfähig sind. Jeden Tag zeigt das Leben uns das wir Grenzen haben, die man überwinden kann - aber nicht muss. Jeden Tag können wir aufs neune entscheiden! Entscheiden welchen Weg wir wählen. Jeden Tag erneut. Ängste lassen sich bewältigen. Probleme lassen sich lösen. Schöne Momente lassen sich einfangen. Fehler können wir beheben. Wir können jeden Tag auf's neue etwas aus der Vergangenheit lernen. Wieso als lassen wir die Vergangenheit über uns bestimmen und drehen den Spieß nicht einfach mal um. Wir bestimmen über unsere Vergangenheit. wir bestimmen was wir zulassen. wir bestimmen wer uns wichtig ist und wer es nicht wert ist. Wir bestimmen wer das Recht hat über uns zu urteilen und wer nicht. Wir bestimmen für wen wir weinen und über wen wir lachen. Wir bestimmen was wir kaputt machen. Und nicht anders herum. Das Leben lässt sich lenken. Das Leben ist wie ein Auto. Natürlich können wir es gegen einen Baum fahren und es zerstören. Aber wir können auch einfach die Fenster öffnen, das Radio aufdrehen und nach vorne fahren. Wir können bestimmen was unser Ziel ist und wo wir anhalten. Wir können bestimmen wann es Zeit ist zu gehen und wann es Zeit ist zu leben. Jeden Tag wieder. Immer wieder. Und nichts was wir gestern entschieden haben ist heute noch wirklich von bedeutung, denn alles was wir sagen lässt sich ändern. Jeden Entscheidung lässt sich beheben. Nur sterben nicht. Wieso ändern wir nicht einfach die Richtung. Lenken unseren Wagen irgendwo hin, wo es uns gefällt. An einen Ort den wir mögen, an dem wir bleiben wollen. Wieso nehmen wir unser Schicksal nicht selbst in die Hand? Wieso lassen wir uns immer wieder von anderen sagen was richtig ist und was nicht?
Es gibt kein Richtig. Es gibt kein Falsch. Solange es sich für uns Gut anfühl ist es das auch. Und wenn es sich falsch anfühlt, dann ist es falsch.

''Wir treffen Entscheidungen die wir bereuen, aber wir müssen damit Leben.'' das hat Cii mir mal gesagt.
Falsch! Wir können selbst wählen. Nicht immer. Nicht überall. Aber wir haben ein Recht darauf.





Samstag, 19. Juli 2014

»240«

Der Tag neigt sich langsam aber sicher dem Ende zu und um ehrlich zu sein, bin ich irgendwie froh darüber. Heute war ein schöner Tag. Am Morgen sind wir gegen 10 Uhr aufgestanden und standen vor einem liebevoll hergerichteten Frühstückstisch mit Tee für Frii und Kaffee für mich, über den ich mich wahnsinnig freue. Mein Blick wandert über das Brot auf dem Tisch zu meinen Haaren. ''Ich gehe mal duschen, wenn das okay ist?'' Etwa eine Stunde später und mit umständlich geföhnten Haaren, sitze ich vor dem Tisch und überlege während Frii duschen geht. Einige Zeit später Kippe ich den letzten Rest Kaffee durch meine Speiseröhre, die an diesem Morgen nur als Strohhalm benutzt wurde. Als wir beide bereit sind, ziehen wir los. Erst durch ein paar Gassen und Geschäfte. Später dann zu einer Burg. Obwohl der Berg für uns Landeier vollkommen klein erscheint - können wir nach der Hälfte nicht mehr und stoppen unsere Wanderung durch die glühende Mittagssonne. Im Schatten auf einer Bank, ruhen wir uns einige Minuten aus und überlegen was wir am Nachmittag noch machen könnten. Als wir dann endlich oben angekommen sind, Atmen wir wieder durch und sehen die Stadt zum ersten mal von oben. Wobei sehen das komplett falsche Wort ist weil ich vor lauter Nebel in meinem Kopf am Anfang nicht wirklich viel sehen konnte. Später ging es dann und wir haben uns etwas umgeschaut und es war echt schön da oben, obwohl wir laut Lia das beste nicht gesehen haben. Den Garten! Und wenn wir gerade beim Thema Lia angekommen sind. Sie war die Nächste die wir an diesem Mittag gemeinsam mit ihrem Freund trafen. Vollkommen Planlos und irgendwie total erfreut standen wir vor einer Kirche und überlegten was wir machen könnten. ''Wir könnten Eis essen gehen!'' schlägt H. (der übrigens total lieb ist) vor. Kennt ihr solche Situationen? Irgendwie habe ich immer das Gefühl das mich mein Gesichtsausdruck total verrät. Aber wahrscheinlich ist das einfach nur ein komisches Gefühl. Also gingen wir Eis essen. Beziehungsweise, in meinem Fall - Milchshake trinken (ca. 400+)! Wir unterhalten uns und irgendwie habe ich das Gefühl Lia hat endlich jemanden gefunden der ihr gut tut und ich hoffe sehr das es so bleiben wird - nein falsch ich bin mir ziemlich sicher. Später gehen wir noch weiter zu der selben Wiese von gestern und setzten uns hin. Reden weiter und genießen das (mittlerweile zu warme) Wetter. Da die Tante von Frii kein Wasser mehr zuhause hat und wir (leider Gottes - wie normale Menschen das halt tun) irgendwann mal etwas zu essen brauchen gehen wir zum Supermarkt. Während ich einen packen Wasser durch den Laden schleppe, sucht Frii nach Müsli und Milch. Draußen kaufen wir auf einnem Markt auch noch etwas Obst und Gemüse, während nebenbei das bescheuerte Wasser reisst und sich auf dem Boden auskullert. Ein hoch auf Plastikflaschen - obwohl ich die ja eigentlich nicht so gut finde. Auf dem Heimweg werden wir immer noch von den Beide begleitet, was ich total lieb finde. Der Schlüssel zu, Treppenhaus ist wie immer vergraben in den Tiefen einer Handtasche und als wir ihn gefunden haben schließe ich auf und drücke gegen die Haustür. Wie können vier Wasserflaschen so verdammt viel Gewicht haben? Denke ich mir die ganze Zeit als ich die Flaschen und einen Teil des Einkaufes nach oben schleppe. Besser gesagt ziehe. Oben angekommen sind wir fertig mit der Welt. Frii möchte gleich duschen gehen und verschwindet im Bad. Während ich auf dem Küchenboden sitze und mit verschwommener Sicht nach dem Haustürschlüssel suche. ''Wo ist der Schlüssel?'' schreie ich in Richtung Badezimmer und bekomme keine Antwort. Ein paar Sekunden später sehe ich ihn selbst, er liegt auf der Küchenzeile. Also schleppe ich mich erneut aus dem 4 Stock nach unten, um mich zu verabschieden und um Lia ihr Buch wieder zu geben.
H. schüttele ich die Hand und Lia knuddele ich. Es ist so schön sie nach all der Zeit, wenn auch nur kurz, im Arm zu halten. Sie ist einfach ein unglaublicher Mensch und gehört gemeinsam mit Frii zu einen der wenigen Menschen, die es schaffen mich nur durch ihre Anwesenheit Glücklich zu machen. Und keine Ahnung. Die tatsache das sie Glücklich ist - macht mich Glücklich :) Gibt das Sinn? Also Stolpere ich etwas durcheinander wieder in Richtung Tür, die ich natürlich erst einmal nicht aufbekomme. Als der Schlüssel ein knacken von sich gibt und die Tür aufmacht, lehne ich mich dagegen um das alte Teil auf zu kriegen. Wieso sind Türen eigentlich auch so schwer?


Als die Tür hinter mir wieder ins Schloss kracht, sehe ich mich um. Nach den ersten elf Stufen gebe ich auf und setze mich. Alles ist verdreht. Der Boden ist an der Decke. Die Stufe, die mir deutlich Spürbar in den Rücken sticht auch. Meine Hand hält sich am Treppengeländer fest. 'Du fällst jetzt nicht um Lena, dafür hast du garkeine Zeit' denke ich und schließe kurz die Augen.
''Siehst du mal. Kommt davon wenn man Milchshakes trinkt. Hättest du besser gleich auf mich gehört und das sein gelassen! Dann hätten wir den ''Salat'' jetzt nicht.'' meldet sich etwas in meinem Gehirn. Halt die Fresse. Halt die Fresse. Halt die Fresse. Denke ich immer wieder uns stehe auf, als alles im Treppenhaus wieder an der Richtigen stelle steht. Ein Paar treppenasätze weiter oben mache ich nochmal eine Pause. Verdammte Hitze. Wieso muss es auch so warm sein? ''Sei doch froh dann schwitzt du die Kalorien schneller wieder aus.'' KLAPPE JETZT! denke ich wieder und bin heilfroh als ich das Ziel sehe. Geschafft!! Todmüde erreiche ich den vierten Stock und schließe die Tür auf. ''Da bist du ja endlich'' begrüßt mich Frii mit Klatschnassen Haaren. ''Wenn du ins bad willst.. Ich bin fertig..'' fügt sie hinzu als sie meinem Blick zum Badezimmer folgt. ''Du könntest so tun als würdest du Duschen und deinem Magen statt dessen einen gefallen tun.'' NEIN!! ''Später'' sage ich zu Frii und falle vollkommen erschöpft auf meine Matratze. So liege ich da während sie Videos schaut und sich etwas zu essen macht.

''Lee dir geht es gerade nicht so gut oder?'' fragt sie mich etwas später vorsichtig. Ich nicke. Wenn sie wüsste wie schlecht. Am Abend kommt die Tante nachhause und wir gehen noch einmal raus. Ein Glück nur in eine Kirche die ziemlich in der Nähe ist um uns dort etwas an zu schauen. Am ende fanden wir es alle ganz schön, vor allem weil es kein Gottesdienst war sondern quasi eine Erzählrunde. Geschichten über Obdachlose werden uns entgegen geworfen und ein Film über Problemfamilien wird und auch noch aufgetischt. Als mein Hunger nach Kirche war gestillt. Ein Glück hat niemand eine Ahnung - das ich in genau so einer Problemfamilie festsitze. Ein Gück ist der Optimismus von Frii unschlagbar. Sie hofft weiterhin - genau wie ich das es mit unserer Mini . WG in der Stadt noch klappt. Gerade eben war ich noch schnell duschen und sitze jetzt hier und schreibe einfach ein bisschen, weil das Tippen beruhigt. Mein Herz rennt davon und ich weiß nicht einmal wovor. Vielleicht brauche ich doch einfach kühleres Wetter oder doch etwas zu Essen oder einfach nur Schlaf.. Ich weiß es nicht!

Der Tag war trotz allem Wundervoll und ich hatte Spaß auch wenn es anstrengend war.
Schön ist und bleibt der Tag trotzdem - auch wenn er Schattenseiten hatte.




Freitag, 18. Juli 2014

»239«

Gerade sitze ich hier auf einer kleinen aber doch irgendwie gemütlichen Matratze auf dem Zimmerboden, die für die nächsten 8 Tage mein Schlafplatz sein wird und lasse den Tag noch einmal durch mein Gehirn laufen. Am Morgen sind wir um kurz vor 9 Uhr mit dem Ferbus los gefahren und sind, dank eines Staus erst um 13 Uhr angekommen. 

An unserem Ziel, traf ich zum ersten mal Frii's Tante - die furchtbar nett und doch etwas anders ist aber das ist vollkommen okay, sie hat mich "Eindringling" total lieb aufgenommen und uns alles gezeigt. Die Wohnung liegt im Dachgeschoss auf einer kleinen "Insel" direkt am Wasserufer eines Flusses. Nachdem wir die Koffer und unser ebenfalls viel zu schweres Handgepäck in die Wohnung geschleppt hatten, was ich erst einmal ziemlich fertig. 

Aber die Freude hat mich schnell wieder eingeholt und wir begannen die Stadt oder besser gesagt einen ganz kleinen Teil davon zu erkunden. Während wir durch die Straßen schlendern und uns einen Frozen Joghurt (bzw. Frii ein Eis) gönnen genießen wir einfach die Sonne. Sie erwärmt unsere Körper und verteilt das ganze Glück in uns. Wir sind Glücklich. Einige Geschäfte und Minuten später sind wir an Talia (Buchladen - der alles mögliche verkauft) vorbei gekommen und haben sage und schreibe eine ganze Stunde und ein paar zerquetschte Minuten darin verbracht. Unendlich viele Bücher. Ganz viele Filme. Meine Lieblingsserie - für die, die es nicht wissen 'Vampire Diaries'! Mittlerweile bin ich bei Staffel 3 und ahh ich liebe jede einzelne Folge einfach so sehr. Im Obergeschoss dann Bastelkram und Filofax(e) :o Und nein ich habe mir keinen Neuen gekauft - dafür beinah ein Reisetagebuch in dem Laden von Frii's Tante, der unglaublich toll ist! 

H&M statteten wir auch einen Besuch ab um uns ein paar neue Kleidungsstücke zuzulegen, nach diesem Besuch saßen wir bein Starbucks und entspannten ein paar Minuten. (Cool Lime Refresha - 71kcal) 

Gegen Abend sind wir in eine Kunstausstellung gegangen, die ich nicht so super fand. Aber naja Kunst ist für jeden ja verschieden! 

And then.. we met again ❤️
Wir saßen gerade auf einer Bank in der Nähe einer Kirche als mich von der Seite, ein besonderer Mensch anlächelt. Sofort springe ich auf und falle ihr im wahrsten Sinne des Wortes um den Hals. Meine Lia ❤️ Nach genau 2 Monaten sahen wir uns (an einem Donnerstag, dem 17.) wieder. Minutenlang bin ich vollkommen, ich weiß nicht - aufgeregt. Etwas Planlos aber ungaublich glücklich. Wir verabschieden uns von Frii's Tante und ziehen los. Laufen durch die Stadt, kaufen Kaffe und das schönste. Wir reden! Reden gemeinsam, alle miteinander. Immer wieder falle ich allen ins Wort weil ich so dringend etwas los werde muss. Es tut so gut irgendwie man selbst sein zu können. Nachdem wir mit ein paar Umwegen zu unserem Kaffe kamen, haben wir uns auf eine kleine Wiese in der Nähe des Flusses gesetzt und einfach weiter erzählt solange bis eine kleine Mäuse Familie uns vertrieb. Doch das hielt uns nicht auf, wir gingen noch zu einem Brunnen ganz in der Nähe, reden weiter und ich bin so Glücklich. 

Vielleicht weil ich zwei meiner aller liebsten Menschen bei mir habe, vielleicht weil es mir endlich gut geht. Vielleicht einfach weil ich das Gefühl habe irgendwie dazu zu gehören. Und wenn ihr euch jetzt fragt wozu? Zum Leben! Seit einer Ewigkeit bin ich wieder ein Teil dieser Welt und für einen Augenblick habe ich das Gefühl nichts kann das ändern. Nichts und Niemand! 

Nach fast frei Stunden und unendlich vielen Sätzen, verabschiedeten wir uns und ich bin so froh hier zu sein und nicht in Berlin oder Köln oder Hamburg oder sonnst wo. 

Wir sind richtig, genau da wo wir sind. 
Und das zum allerersten mal. 

Ich freue mich so sehr auf die nächsten Tage, ich freue mich das alles so einfach ist mit den beiden. Ich freue mich, dass ich Glücklich sein kann. Ich freue mich so sehr, das ich es in kein Wort dieser Welt packen könnte. Diese Freude, sie ist unendlich. Dieses Glück, es ist unendlich. Und wir? Wir sind es auch. ❤️

Mittwoch, 16. Juli 2014

»238«

Ich fühle mich gerade wie eine Sektflasche an Silvester. Voller neuer Vorsätze sprudelt sie vor sich hin, bis irgendwer den Korken raus zieht und das Prickeln weiter verbreitet. Mir geht es gerade unglaublich gut und vieleicht liegt das alleine daran das ich mich unglaublich auf morgen freue. Vielleicht liegt es daran das ich gerade Nudeln gegessen habe! Wenn auch ohne Soße, aber ich meine Nuuuuuudeln.Vielleicht liegt es daran, das ich jetzt endlich die Kraft habe um mich wirklich zu freuen. Ohne Andauernd irgendwelche schwarzen Nebelwolken in meinem Gehirn vertreiben zu wollen.




Nachdem ich tagelang unter 100 kcal war, brauchte ich das wohl und es ist okay. Gott das ich das mal sagen würde hätte ich ja selst nie gedacht aber die Vorfreude macht gerade alles so viel Besser. Eine ganze Woche lang weg von Mom, weg von meinem Kuhkaff. Weg von all den Problemen, den Ängsten, weg von der Einsamkeit. Jetzt gerade schreibe ich mit meiner aller liebsten Lia ♥ und wir überlegen was wir machen könnten und wann wir uns gemeinsam mit Frii und ihrem Freund treffen und all das, und das macht mich gerade so unglaublich Glücklich. Ihr müsste mich mal sehen :D 

Heute kann mir niemand mehr meine gute Laune nehmen, keine Oma, keine Julia und vor allem keine bescheuerte Essstörung.
Niemand, weil ich es nicht zulasse! So das musste jetzt einfach mal raus. Auch wenn ich im Moment total oft zwischen den Stimmungen schwanke. Vielleicht gerade deshalb, gut Gefühle müssen festgehalten werden!
Ganz viel Liebe an euch! ♥
Eure Glückliche Lee :D




Dienstag, 15. Juli 2014

»237«

''Ich, ich bin ein Nerd. Aber kein schicker Hipster, 
mehr ein Vieldenker voll hirngespenster. 
Ich surf auf keiner Modeklischee-retrowelle, ich surf im Internet. 
Such Lesebrillengestelle für echte Augen, 
um Bücher zu lesen und Texte zu schreiben 
und nicht um Foto's zu schießen und mich bei Facebook zu zeigen. 

Und manchmal hab ich das Gefühl, ich bin anders und allein. 
Keiner scheint mir ähnlich und keiner scheint mir nah zu sein. 
Und manchmal hab ich das Gefühl niemand ist wie ich.
 Einen Platz an den ich passe, den gibt es für mich nicht. 
Aber warum bin ich anders und was muss noch passieren, 
ich mein was mache ich falsch, ich will doch bloß dazu gehören. 
Aber wozu, denn gehören? Und was soll das denn heißen, 
weil wir alle anders und dadurch wieder gleich sind. 

Und es geht auch um den Inhalt, viel mehr als um die Form. 
Es geht auch um den Einzelfall, viel mehr als um die Norm. 
Es geht nicht um Physik, sondern um Phantasie. 
Und vor allem gehts ums was, viel mehr als um das wie. 

Es geht auch darum das wir uns kennen, mehr als darum das wir manchmal einsam waren. 
Es geht nicht um das was uns trennt,sondern um das was wir gemeinsam haben. 
Es geht nicht ums gewinnen, sondern darum das du kämpft. 
Es geht nicht um den Tackt an sich, sondern darum das du dancest. 
Es geht nicht darum was wir haben, sondern um das was wir draus machen. 
Es geht nicht um den Witz an sich, sondern darum das wir lachen. 
Es geht nicht drum was wir tragen, wie wir lächeln, wir reimen, 
es geht darum was wir sagen, ob wir echt sind, was wir meinen. 
Und vielleicht gehts nicht ums Happy-End, sondern mal heute nur um die Geschichte.
Vielleicht gehts nicht darum ob ich anders, sondern darum das ich, ich bin.
Vielleicht gehts nicht drum die ganze Welt zu erfassen und alles zu verstehn, 
vielleicht gehts darum ''Hakuna Matata'' zu sagen und einfach mal gerne zu leben.

Weil es geht doch um den Inhalt, viel mehr als um die Form. 
Es geht nicht um dein oder mein Einzelfall viel mehr als um die Norm.
Es geht nicht um Physik sondern um Phantasie. 
Und vor allem gehts ums was, viel mehr als um das wie. 

Und was soll das überhaupt heißen? 
Was soll das überhaupt heißen: ''Jemand ist sonderbar und eigenartig?'' 
Das sind doch bloß Synonyme für besonders und für einzigartig. 
Jemand sagt dir du bist anders, 
dann denk dir für dich, 
anders ist nicht falsch bloß ne Variante von richtig. 
Und wer andere abgrenzt, grenzt sich selber ein. 
Wer andere Schwach macht, glaubt nicht stark zu sein. 
Ich mach mein Herz weit und lass leben rein,
weil ich dran glaube gut genug zu sein. 
Und dann treff' ich dich.

Und du siehst mich. 
Und du nimmst mich war, bist bei mir und bis für mich da. 
Nimmst meine Schatten und machst die Sicht klar. 
Machst mich wahrhaftig, machst mich sichtbar
und auf den ersten Blick bin ich vielleicht nicht so cool. 
Für manche vielleicht sogar Langweilig, 
aber ich hör dir gerne beim reden zu 
und ich mag deine klang, weil ich dich mag.
Und wie wir Welt für uns drehn, dadurch wirst du für mich schön. 
Und ich finde meinen Platz und ich finde meinen Raum,
 in der kleinsten einsamen Schnittmenge, aus deiner und aus meiner Welt. 
Wir sind unser kleinstes, gemeinsames, vielfaches, 
wir sind das was uns zusammen hält.

Und wir beide sind so viel mehr als die Summe unsere Teile, 
wir beide sind so viel mehr als nur die Stunden die wir teilen, 
wir beide sind so viel merkwürdig, eigentlich. 
Das ich das jetzt erst geblickt hab.

Weil es geht um den Inhalt, viel mehr als um die Form. 
Es geht um dein oder um mein Einzelfall viel mehr als um die Norm. 
Es geht nicht um Physik, sondern um Phantasie und 
vor allem gehts ums was, viel mehr als um das wie.''

- J. Engelmann
(Youtube Link ♥)

                       Dieses Gedicht ist so viel mehr als nur ein Stück Literatur. Es bewegt - finde ich. 

Heute war kein guter, aber auch kein schlechter Tag. 
Weil ich mein Leben und das Leben an sich ganz gerne mag. 
Hab viel zu oft, über die falschen Dinge nachgefragt.
Hab zu oft, die falschen Worte gesagt. 
Hab zu oft vergeben, zu oft vergessen.
Vielleicht ist das der Grund dafür, 
das wir uns jetzt hassen?

Aber trotzdem kann ich es nicht lassen, 
dich zu lieben - war schon immer schwer. 
Und trotz allem, kamst du wieder her. 
Und auf einmal bin ich, der Mensch der wieder wichtig ist.
Der Mensch, den du ganz plötzlich in deinem Leben vermisst?
Den du vergisst, 
weil du merkst das du ohne ihn besser dran bist. 
Und nun? Was ist? 
Was ist mit uns geschehen?
Haben uns heute wieder gesehen? 
Können nicht aufhören uns die ganze Zeit,
 um die selben Geschehnisse zu dreh'n.
Können nicht aufhören, 
die ganze Zeit die selben Probleme zu sehen.

Wir sind nicht soweit, kein stück bereit. 
Auf unsere kleine Ewigkeit, zu zweit.
Sie flog davon, die gute alte Zeit.
Und nun bist du Vergangenheit.
Sitzt weiter da, auf deiner Bequemlichkeit 
und lässt dich begießen, mit deiner neu gewonnen Freiheit.
Aber wo bleibt meine Vorbereitungszeit?
Du sagst, es gab keine andere Möglichkeit.
Aber ist dass was du sagst auch die Wahrheit?
Ich denke es ist Zeit. 
Wir sind beide Abschied - bereit.

- mein Versuch ist nicht ganz so gut gelungen :)


Mal abgesehen von der Tatsache das ich heute ziemlich viel gegessen habe, was vielleicht daran lag das ich bei Fr.S war, bin ich ziemlich durcheinander. Zum einen Vielleicht weil ich am Abend bei Julia gewesen bin. Wir sind immer noch irgendwie Freundinnen aber mit Distanz und diese Distanz werde ich bewahren.
Und irgendwie war es okay bei ihr zu sein aber ich wollte die ganze Zeit weg. Mein Kopf hat die ganze Zeit geschrien ich soll weg von ihr. "Renn! Renn! Renn! Lauf um dein Leben!" Ich weiß nicht ob das sowas wie Selbsterhaltung ist oder so. Aber mein Herz war da wie immer anderer Meinung. Aber wie immer wurde ich im Endeffekt doch nur ausgenutzt und durfte mir ihre Pobleme anhören. Wie gesagt, ich denke es ist Zeit - wir sind bereit für einen längeren Abschied. Wenn auch erstmal nur bis zum September weil da die Schule ja wieder anfängt. Aber solange will ich einfach meine Ruhe vor ihr haben. Es ist so gemein das ich es schon wieder zulasse, das es mir schlecht geht wegen ihr. Das hat sie doch garnicht verdient.


Ansonnten habe ich heute Morgen meinen Koffer gepackt, Wäsche gewaschen und gebügelt.
Nebenbei mein ''Frühstück'' wieder ausgekotzt und ein Dance Workout gemacht.
Danach wieder eine Laugenstange mit etwas Schinken (eww Fleisch, war doch keine so gute Idee -.-), Tomate und Gurke gegessen schätzungsweise also (350 - 400) kann es nicht genau sagen, weil ich versuche mir zumindest für die Zeit mit Frii abzugewöhnen, mein Essen andauernd zu wiegen. 

In der Therapiesitzung, zu der ich danach gefahren bin, habe ich heute irgendwie viel und doch so unendlich wenig geredet. Vor allem über die letzte Zeit, einfach über Geschehnisse und den Abschluss. Wie es mir damit geht, was ich jetzt in meiner Freien Zeit alles vorhabe und vor allem haben wir beschlossen das wir das nächstes mal eine Wunde aufreißen, sie ausbluten und dann sauber vernähen werden. 

Das klingt erst einmal total komisch aber nur so kann das was M. in mir kaputt gemacht hat irgendwie wieder ordentlich zusammen wachsen, ohne andauernd zu eitern und weh zu tun. Danach haben wir mal wieder etwas EMDR also im ganzen ''Eye Movement Desensitization and Reprocessing'' was sowas wie eine Desensibilisierung und Wiederaufbereitung durch, wie in meinem Fall, Augenbewegungen sein soll gemacht.

Wisst ihr was ganz lustig war, heute hat der Typ vom Straßenverkauf am Bahnhof - bei dem ich mir immer nach der Thera meinen Kaffee hole - mich wieder seine ''Miss Cappuccino'' genannt, weil ich mittlerweile schon oft genug dort war und jedes mal das gleiche haben wollte :) 
Aber eins muss man ihm oder besser gesagt seiner Kaffemaschine lassen - der Cappuccino ist so gut, 
den trinke sogar ich mit halbwegs gutem Gewissen! (weil Milch und so..)

Jetzt gleich werde ich noch mein Handgepäck fertig packen, weil mich Papa morgen schon um 11 Uhr mit dem Koffer abholt, damit wir am Folgetag gemeinsam mit Frii ganz schnell losfahren können. 
Glaube ich mache danach noch mein Lieblings Dance Workout ♥  und gehe dann auch irgendwann mal schlafen! 
Bis Bald meine Lieben ♥ 

Montag, 14. Juli 2014

»236«

Irgendwann, da steht man vor diesem Spiegel. Einem Spiegel, der Wahrheit und Lügen zugleich verkörpert. Man sieht sich an und alles was man will ist raus. Raus aus dieser Hülle. Raus aus diesem etwas das ich vorgebe zu sein.

Der Himmel ist grau und Trägt die tiefschwarzen Wolken davon. Es sieht nach Regen aus. Auch in mir. Gefühle überkommen mich. Zerreisen mich. So als hätte jemand das Pflaster von meinem Herz abgerissen und nun muss es alleine weiter schlagen. Genau das ist der Punkt. Es schlägt, nur wie lange noch das weiß ich nicht.Tränen über Tränen, sie verlassen mich und bilden ein kleines Tränenmeer auf dem Fußboden. Liege seit Ewigkeiten da und versuche mich zu beruhigen. Aber es geht nicht.


Mein Puls ist zu niedrig sagt der Blutdruck. Mein Magen ist zu voll, obwohl er leer ist. Will das es aufhört. Dieses Leben und doch liebe ich es so sehr. Mal wieder weiß ich nicht im geringsten was ich will.
Will ich gesund werden? Will ich sterben? Will ich abnehmen? Was für eine Frage Natürlich will ich das, weil ich hoffe, das dadurch alles irgendwie irgendwann wieder gut wird.  Aber hören wir auf uns etwas vor zu machen. Spiele allen immer wieder vor das es mir gut geht. Sage allen das ich okay bin aber habe es nie so gemeint. Denn es stimmt nicht. Mir geht es schlecht.

Das Einzige was ich wirklich will ist vergessen. Die letzten Jahre vergessen. Vergessen was passiert ist, nichts mehr fühlen. Will endlich aufhören das alles noch weiter ertragen zu müssen. Will nicht mehr weiter benutzt werden. Will endlich vergessen. Mom vergessen. Marie vergessen. Julia und Cii vergessen. Alles Vergessen aber ich weiß auch das es nichts ändern würde. Suche eine Lösung für ein Problem auf das ich alleine keine finden werde.

Abgesehen von all diesen Gedanken in meinem Kopf und der Tatsache das es mit dem Essen trotzdem schlecht läuft, fühle ich mich unsicher. Seit Mom mir den Schlüssel für mein Zimmer abgenommen hat, habe ich nichts mehr was mich vor ihr schützt. Hasse Unsicherheit. Hasse Gefahr. Hasse Angst.

Angst. Auch etwas das mich heute beim Koffer packen sehr verunsichert hat. In 3 Tagen geht es schon los und ich meine Frii ist ein normaler und gesunder Mensch. Sie ist normal. Sie redet normal. Sie schläft normal. Sie ist gesund. Sie ist das, was ich nicht bin. Wir werden am Donnerstag erst einmal einkaufen müssen - Problem Nummer 1. Sie wird jeden Tag irgendwas mit mir kochen wollen - Problem 2. Ich schaffe keine drei Mahlzeiten am Tag - Problem Nummer 3. Was mache ich denn jetzt nur?

Auf der anderen Seite freue ich mich unglaublich, weil ich bei ihr für einige Zeit sicher sein kann.
Wahrscheinlich wird alles wie immer gar nicht so schrecklich. Mein Kopf strickt sich einfach immer wieder
Fäden aus unwichtigen annahmen und hört nicht damit auf bis es vorbei ist. Nie. Es hört nicht auf.
Nichts von all dem hört von alleine auf. Also werde ich versuchen es irgendwie aufzuhalten.


''Das Leben ist wie ein Anstieg aber wenn du oben bist und es geschafft hast, dann hast du eine tolle Aussicht.''  Werde weiterhin versuche meinen Weg zu gehen. Werde weiterhin kämpfen oder es zumindest versuchen. Werde den Anstieg eines Tages schaffen und voller Stolz sagen können: ''Endlich angekommen.''

Samstag, 12. Juli 2014

»235«

Zum dritten mal am diesem Tag sitze ich hier. Versuche zu beschreiben wie es sich anfühlt seinen Abschluss in den Händen zu halten, aber ich schaffe es nicht. Bringe keinen ordentlichen Satz zustanden. Bin unzufrieden mit allem was ich schreibe. Bin unzufrieden mit mir selbst. Mit dem was ich da die ganze Zeit tue. 

Am Mittag war ich bei Dad und habe die Busfahrkarten für Frii und mich gekauft, mit diesen wir am Donnerstag schon zu ihrer Tante fahren werden. Ich freue mich riesig. Noch mehr als vorher weil es zwischendurch kurze Zeit davor stand das die Reise abgesagt wird aber Dad hat wie immer alles geregelt also geht es am Donnerstag los. Besonders freue ich mich weil ich mich in der Zeit hoffenltich auch einmal mit meiner aller liebsten Lia treffen werde! 

Un nun ist es Mitternacht und der Grund wieso ich euch jetzt schreibe ist, das es mir gerade so unendlich gut geht. Nachdem ich lange Zeit versucht habe einen Teil von mir weg zu sperren weil es sich falsch angefühlt hat kam ich eben gerade um kurz vor 11 auf die Idee einfach mal wieder joggen zu gehen. Vielleicht kam diese Idde davon das ich für meine Verhältnisse viel zu Abend gegessen habe. Aber versteht nicht falsch, es sollte jetzt nicht so ein "Wir rennen um unser Leben um die Kalorien wieder aus unserem Körper herraus zu kriegen" rennen sein. Ganz im Gegenteil. 

Nach einer ½ Stunde in dieser mir immer wieder die Luft wegblieb, wurde ich sauer. Sauer darauf das ich meinen Körper so gehen lies. Das ich ihn mit der Magersucht und der Bulimie davon laufen lies. Einfach so. Das ich Dinge aufgab die ich früher so sehr geliebt habe. 
Als ich Richtung zuhause renne strahlt mich das Licht eines Parkplatzes an, der direkt um die Ecke ist. Erinnerungen flattern durch mein Gehirn. "Warum eigentlich nicht?" denke ich und gehe näher. Ein paar Minuten vergehen und ich stehe mitten auf dem Parkplatz, mit Ohrenbetäubender Musik die mein Trommelfell pulsieren läss. 

Die Dunkelheit verkriecht sich für einen Augenblick hinter ihren eigenen Schatten. Auf einem Parkplatz, mitten in der Nacht stehe ich und beginne zu Tanzen. HipHop. Jazz. Ballett. Alles verfließt zu einer einheitlichen Masse. Würde mich jetzt irgendwer beobachten würde er vielleicht lachen, aber das ist egal denn mir tut es gut. Nachdem all diese Wut aus mir drausen ist. Überkommt mich ein Gefühl.. Ich weiß nicht ist das Glück? Ist das Zufriedenheit für einen kurzen Augenblick? Was es auch ist, es ist unglaublich!

Ich gebe nicht auf. Wenn ich tanzen und sport machen muss um glücklich zu sein dann tue ich das, solange ich genug Kraft habe. Ich muss in keiner Gruppe mitmachen. Muss für niemanden irgendwas tun. Außer für mich selbst.
Das ist mir heute klar geworden! 


Mittwoch, 9. Juli 2014

»234«

Das Dämmerlicht dringt von draußen durch die Fensterscheibe hindurch. Es regnet schon eine ganze Weile.
Das Nasskalte Wetter macht es mir nicht gerade leichter mich gut zu fühlen. Normalerweise mag ich Regen und Nebel und all das. Aber die Einsamkeit macht es nicht besser, dieses Gefühl. Leere. Würde man mir ein Wort ins Gesicht hauchen, hätte ich es wahrscheinlich in Form eines Echos wieder aus mir heraus Katapultiert. Aber keiner Spricht. Niemand ist hier. Sauge die Stille auf. Liebe es nichts tun zu müssen. Daliegen. Schlafen. So geht das den ganzen Vormittag. Habe einfach keine Kraft mehr. Kann nichts tun.
All der Optimismus ist verflogen. Die Hoffnung, sie ist wieder verschwunden. Begraben unter einem Berg voll Angst und bösen Worten. Kriege es nicht aus meinem Kopf. Kriege diese Verdammte Stimme einfach nicht aus meinem Kopf. Würde alles tun, würde alles sein. Wenn es nur aufhören würde. Nur für einen Augenblick. Einmal wirkliche Ruhe. Ohne sich wegen des Nichtstuns schlecht fühlen zu müssen. Ohne Schlechtes Gewissen. Vielleicht geht es mir im Moment so schlecht weil am Freitag die Abschlussfeier ist und ich dort in Kleid und High - Heels antanzen werde. Vielleicht komme ich deshalb so wenig mit mir klar?

Um ehrlich zu sein, weiß ich genau woran es liegt. So stark der eine Teil in mir auch ist, ein größerter Teil ist es noch nicht. Nach dem Streit mit Julia ist mir alles so schrecklich egal geworden. Alles was mich selbst betrifft. Sie nicht, immer noch nicht.

Versuche zu vergessen, weil es mal wieder das einzige ist was ich tun kann. Aber es hilft nicht. Der größere Teil in meinem Gehirn spricht immer wieder ihre Worte aus und quält mich. ''Ich wäre froh wenn du dich damals umgebracht hättest.''  Die Tatsache das sie mir wünscht, das ich tot wäre macht es schwierig weiter zu kämpfen. Weiter kämpfen zu wollen. Ich weiß, darf so nicht denken, aber es ändert nichts an der Tatsache das ich es trotzdem tue.

Am Nachmittag habe ich 2 Tassen Wasser in einen Topf gekippt und Gewürz dazu geworfen.
Das bedeutet bei mir Suppe. Das ist alles so gestört. Wieso bin ich so? Will so nicht sein?
Kann es trotz allem nicht abschalten. Zu schwach. Kann nicht mehr. Aufgegeben - dank dir.

Manchmal habe ich das Gefühl ich bin gar nicht mehr wirklich teil dieser Welt. Worte erreichen mich nur schwer und meine Konzentration genügt nicht einmal um einen Post zu lesen und dazu dann ein Kommentar zu schreiben. Noch bevor ich am Ende eines Satzes ankomme, vergesse ich den Anfang bereits wieder.
Was wahrscheinlich größtenteils daran liegt, dass ich nichts essen kann. Von meinem Kopf aus.

Es geht einfach nicht. Was ist nur los mit mir? Mein Mund fühlt sich so an, als hätte ihn irgendwer zugeschnürt und meine Lippen vernäht. Alles ist so unendlich schwer. Noch zwei Tage Lena, Atmen.
Nur noch zwei Tage.





Samstag, 5. Juli 2014

»233«

Mir ist Schwindelig und das ausnahmsweise einmal nicht von der zu geringen Nahrungszufuhr, die ich meinem Körper normalerweise gestatte. Alles dreht sich. Bin disorientiert. Komme keinen Schritt vom Fleck. Habe Angst. Angst davor was kommt, wenn alles und alle gehen. Angst vor mir selbst. Vielleicht ist es absurd?
Und wenn ich sage ANGST, dann meine ich richtige Angst. Welche die durch den ganzen Körper zuckt und einem das Blut in den Adern gefrieren lässt. Angst die nicht einfach nur ein paar Schrecksekunden hervorruft sondern eine Angst, die mehr als nur eine Angst definierbar ist. Angst die einen lähmt und nicht mehr weiter gehen, reden oder atmen lässt. Eine Angst, die das Leben so gut wie unmöglich macht.

Seit einer unendlich langen Ewigkeit hatte diese Angst nicht mehr, aber jetzt ist sie da und sie nimmt mir all das was ich mir in den letzten Monaten an Stärke und Kraft aufgebaut hatte. Sie streckt ihr langen, blassen Finger nach mir aus und berührt mich sanft. Eiskalte Tropfen pulsieren durch meinen Körper und machen jede Bewegung unerträglich. Jedes Wort unmöglich und das Leben, das damit in Verbindung steht, zu einem kleinen Häufchen etwas, welches trotz all dem unmöglich zu meistern scheint.

Auf einmal gibt alles keinen Sinn mehr. All das Lachen. All die Fassaden. Sie bröckeln zu einem Scheiterhaufen zusammen, auf dem ich selbst zu verbrennen drohe. Die eigenen Mauern wurden mir in den letzten Minuten zu meinem größten Feind. Neben mir selbst, versteht sich. Für was lachen, wenn es nichts zu lachen gibt? Für was reden, wenn keiner zuhört? Für was essen, wenn es mich zu Dingen zwingt die mir wünsche aufzwingen, diese ich nicht haben möchte. Wünsche nach dem Tod. Aber das ist falsch. Möchte leben. Möchte irgendwas tun. Möchte etwas erreichen. Habe es nach all den Jahren, in diesen ich tatenlos zusah wie jeder Mensch um mich herum mit mir tat was er wollte, nicht verdient einfach so aufzugeben. Sterben muss man sich verdienen. Aufgeben ebenso.

Und Leben muss man sich erkämpfen. Vielleicht sollte genau das mein Ziel sein. Nicht irgendwelche Zahlen auf einer bescheuerten Waage. Nicht eine niedrige Kalorienanzeige in meinem Gehirn. Es sollte nicht mein Ziel sein irgendwann in eine Kleidergröße 34 oder kleiner zu passen oder Untergewicht zu haben, von diesem ich um ehrlich zu sein noch einige Zeit entfernt bin. Es sollte nicht mein Ziel sein, in einem verdammten Monat9 Kilogramm abzunehmen. Es sollte nicht mein Ziel sein mich zu zerstören oder zu Sterben.Nichts an sterben oder Essstörungen oder sonnst irgendwelchen Krankheiten ist ungefährlich. Nichts davon ist erstrebenswert. Nichts davon ist gut. All diese Dinge sind schrecklich.Und man sollte sie bekämpfen und nicht fördern.

Für was sterben? Wenn man leben kann? Für was? Um Glücklich zu werden? Ich glaube nicht an das große Glück oder ein Happy end oder sowas. Aber ich glaube daran das man im Leben immer nur das bekommt, was man zu verdienen glaubt.

Viel zu lange habe ich geglaubt es ist okay mich von Menschen schlecht behandeln zu lassen. Mich Misshandeln zu lassen. Aber das stimmt nicht. Nichts von all dem ist okay oder in Ordnung. Kein Hass. Keine schrecklichen Worte. Nichts davon ist oder war okay. Nichts. Und vor allem habe ich es nicht verdient.

Noch nie habt ihr aus meinem Mund gehört das alles wieder gut wird, weil es nicht stimmt. Nichts wird in entferntester Weise wieder gut. Es wird einfach nur besser. Erträglicher. Darauf hoffe ich. Daran glaube ich. Ich glaube daran das alles besser wird. Vielleicht weil es nicht mehr viel Schlimmer werden kann, aber vielleicht auch einfach weil wir im Leben wirklich nur das bekommen, von dem wir glauben es verdient zu haben.

                                                                   - Ich will dafür kämpfen. 




Mittwoch, 2. Juli 2014

»232«

Der Bus fährt mit mehr als 100 km/h in die Richtung unseres Zuhauses. Berlin ist riesengroß. Das Hostel war wunderschön und die Zeit war, sagen wir in Ordnung. Es war verdammt anstrengend. Vor allem die Tatsache das Julia sich nicht entschuldigt hat, lässt mich irgendwie brodeln. Das Essen war unendlich schrecklich. Obwohl ich garnicht so viel gegessen habe, aber einfach die Tatsache das es mindestens +1000 Kcal am Tag waren, macht mich wahnsinnig. In den letzten Wochen habe ich, dank der Tablettenumstellung über 13 kg abgenommen. Nur um jetzt bestimmt wieder 4 Kilo mehr zu wiegen. Auf der anderen Seite freut sich mein Körper mal wieder über etwas Essen das nicht aus Gemüse oder Pulversuppe besteht. Auf der andren Seite schreit er mich fürchterlich an, dafür das ich ihm all das zumute. Okay wir sind auch jeden Tag mehr als 12 Kilometer gelaufen aber trotz allem hatte ich fast die gesammte Zeit Magenkrämpfe und Übelkeit. Abends könnte ich, Wiedermal nicht schlafen weil es verdammt kalt war obwohl es eigentlich warm war. Das hat Frii zumindest gesagt. Montag habe ich eine Schlaftablette genommen und mit Pulli und zwei Decken geschlafen. Dienstag genau das selbe nur mit Depressionspillen und einem total überteuertem grünen Tee. 

Wir haben unendlich viel gemacht und doch irgendwie viel zu wenig. Es war schön und riesengroß und irgendwie aber auch genau wie meine kleine große Frankfurt Stadt. Die schönsten Augenblicke wurden durch die Straßenmusiker hervorgerufen. Einmal standen wir am Alexanderplatz mit gefühlt tausenden Shoppingtüten und müssten einfach stehen bleiben und dem jungen Mann zuhören. Die Musik war berauschend, fast Magisch und wir haben kurzzeitig überlegt die EP von ihm für 5€ zu kaufen. Was wir am Ende doch nicht taten. 

Der verstörendste Moment fand im Forever 21 statt. Meine Finger hielten den weißen Stoff in die Luft, vor meinen Körper rum zu schauen ob das Shirt passen könnte. So geht das einige male, bis Frii mir irgendwann das Shirt aus der Hand reiß und meint fragt wieso ich meine Klamotten immer viel zu groß kaufen und drückt mir das selbe Shirt zwei Nummern kleiner in die Hand. Vollkommen verwirrt gehe ich in die umkleide und muss feststellen das sie recht hat. Es passt. Merkwürdig. Also werde ich in den letzten zwei Tagen mehr oder weniger gezwungen Kleidung zwei Nummern kleiner zu kaufen. 

Die Abende waren schön, weil Cii jeden Abend zu uns in's Zimmer kam und wir uns einfach unterhalten haben. Einfach geredet auch wenn ich nicht all zu viel erzählt habe war es für uns beide okay. 

Julia gehe ich aus dem Weg auch wenn sie das nicht will, aber das ist mir egal.

 In 15 Tagen fahren Frii und ich zu ihrer Tante und bleiben dort dann eine Woche lang und machen die Stadt unsicher. Vielleicht fahren wir in den Herbstferien nochmal nach Berlin oder nächstes Jahr. Auf jeden Fall zusammen. Da sind wir uns einig :)

Wir kommen heute Nacht gegen 2h wieder zuhause an. Also haben wir noch einige Stunden fahrt vor uns und sind gerade einmal eine Stunde unterwegs. 
Wahrscheinlich nehme ich gleich nochmal eine Tablette und verschlafe die schreckliche letzte Zeit einfach. 

Ich kann nicht mehr. Nach fast 72 Stunden unter ständigen Beisein von Menschen brauche ich einfach ein bisschen ruhe, die ich bei Mom nicht finden werde, weil sie seit einer Woche wieder Arbeitslos ist und nun ständig zuhause ist. 

Was meiner Bulimie einen Strich durch die Rechnung macht. Der anderen Krankheit aber einen ziemlichen stroß versetzt. Ich kriege es mit dem Essen einfach nicht hin und ich weiß nicht einmal wieso. Vielleicht weil es mir im Moment auch schlechter geht, vor allem durch den Streit mit Julia aber auch durch die Tatsache das ich so schlecht schlafe. Vielleicht auch weil wir nächste Woche Abschluss haben und ich schreckliche Angst davor habe.

Jeder Mensch aus meiner Klasse ist besonders. Manche vielleicht besonders anstrengend aber alle sind besonders, auf ihre ganz eigene Art. 

Auf der Klassenfahrt jetzt habe ich mich auch viel mit den Jungs unterhalten und es war wirklich lustig und interessant. Wir sind nach all den Jahren irgendwie zusammen gewachsen und wir werden und vermissen. Vielleicht nicht jeder. Vielleicht nicht sofort. Aber bald, irgendwann bestimmt. 

Auf der Daily pictures Seite lade ich dann einfach mal ein paar Bilder hoch, die ich in den letzten Tagen gemacht habe, vielleicht schaut ihr ja mal vorbei.