Samstag, 28. Juni 2014

»231«

Erinnerungen vermischen sich mit kalten Tränen. Eiskalt tropfen sie heraus und ausnahmsweise bestehen sie einzig und allein aus Wasser. Was jedoch nicht bedeutet das der Schmerz weniger ist. Ganz im Gegenteil. So ist er noch viel Schlimmer. Lange Zeit hatte ich die Schneide Gedanken unter die Essstörung gestellt nur damit sie mich jetzt in der Einsamkeit überfallen. Wut. Schmerz. Einsamkeit. Das alles, es überfällt mich wie ein Gewitter aus dem heiteren Himmel. 

Blitzende Vorwürfe fliegen auf mich ein und schlagen mir, allein durch ihre Worte und ihr Gewicht in's Gesicht. Man wirft mir vor ich wäre an allem Schuld, ich wäre eine schlechte beste Freundin, ich solle mich doch um sie kümmern, solle doch für sie da sein und mich wieder mit ihr vertragen. Und vor allem soll ich den ersten Schritt machen. Es geht um Julia - um wen auch sonnst. Und B. - von der diese Vorwürfe ausgehen bewirft mich gnadenlos mit Schmerzenden Worten die mich zereissen. 

Wieso dürfen die Menschen alles mit mir machen und ich darf mich nicht einmal distanzieren ohne dafür verurteilt zu werden. Auf einmal reißt sich etwas mitten in mir auf und ich kriege kein Wort mehr heraus. Sitze einfach nur in meinem Bett und warte bis es aufhört weh zu tun. Das alleine sein. Das Schuld sein. 

Gefühle kriechen in mir hervor. Gefühle die das Verlassen hinterlassen haben. Gefühle die das einzige sind, auf das ich mich in diesem Leben wohl noch verlassen kann. Menschen gehen immer wieder. Aus den Verschiedensten Gründen. Das denkt man. Aber es stimmt nicht. Bisher haben mich Menschen immer genau dann Verlassen wenn sie gemerkt haben wie ich bin oder wenn jemand besseres kam. Dunkelgraue schleier ziehen sich an meinen Armen hinauf und wandern über meine Schulter direkt in meine Ohren. Sie machen  mich taub. Alles was ich höre ist meine eigene Stimme, viel zu laut in meinen Ohren. Sie sagt nur ein Wort aber es reicht: ''Schrecklich!''

Wie schrecklich muss ich sein, das mich immer wieder alle verlassen. Was stimmt nicht mit mir? Was verdammt mache ich immer wieder falsch? Von all diesen Menschen habe ich nie irgendetwas verlangt! Nichts! Außer das sie bleiben. Aber das haben sie nicht getan und ich kann nichts anderes tun als mir selbst daran die Schuld zu geben, weil es das einzige ist was irgendwie in entferntester weiße logisch erscheint. 

Meine Laune kippt schrecklich weit nach unten und reißt mich fast mit in eins dieser grausamen Löcher, in die ich eigentlich niemals wieder aus nur hinein sehen wollte, weil ich ohne Hilf nicht heraus komme. Zu tief. Zu dunkel. Zu alleine! Ich lehne schon über dem gefürchteten Abgrund als sich mein Gleichgewicht wieder fängt und mich nach hinten zieht. Gerade noch rechtzeitig. 

Aber die Wut brodelt in mir und man sollte meinen nach 101 schnittfreien Tagen sollte es mir leicht fallen nein zu dem scharfen Metall zu sagen aber das tut es nicht, ganz im gegenteil. Es springt mich nahezu an und wartet darauf die Verheilten Narben zu öffnen. Mein Kopf hört jedoch nicht auf zu denken und redet sich ein das sie es nicht wert ist. Meine Hand umklammert das Teppichmesser und ich frage mich: ''Ist sie es wert?'' und komme zu dem Entschluss, das ich so schnell wie möglich aus der Wohnung raus muss. Also fliegt das Messer durch die Luft und durchteilt sie in kleiner Stücke und erschwert mir somit das Atmen. Aber es geht. Als ich draußen bin, weg von all dem Geburtstags Trubel und dem gefährlichen Metall. Atme ich endlich wieder auf. ''Alles wird gut. Laufen. Nicht denken. Einfach ein bisschen laufen. Weglaufen''

Später bekomme ich eine Nachricht von Julia: ''Können wir reden?..''
Meine Antwort ist kurz und knapp. ''Morgen!''

Also muss ich heute irgendwann noch mit ihr reden und eigentlich will ich das überhaupt nicht. 
Ich habe den Schlussstrich schon gezogen und Schlussstriche zieht man nicht mit Bleistift. Ich hoffe nur das man den Edding nicht all zu gut mit Tippex entfernen kann, sonnst knicke ich ein und gebe nach. 
Was ich nicht will und nicht kann. Es fühlt sich so falsch an, so schrecklich falsch, vielleicht weil ich weiß das es falsch ist! Vielleicht aber auch nur weil ich Angst habe! 






Mittwoch, 18. Juni 2014

»230«

Fühle mich durchmischt, so als hätte man mich in eine Waschmaschine gestopft, den Deckel zu gemacht und mich bei 60c durch die Waschtrommel geschleudert. Vielleicht hat dieses Gefühl seinen Ursprung, tief in meinem Inneren? Wohl möglich bin ich selbst dafür verantwortlich dieses Gefühl, fühlen zu müssen. Heute war ein sehr verschlafener Tag. Nachdem ich mich am morgen erneut nicht aus dem Bett zwingen konnte, blieb ich liegen um weiter zu schlafen. Um 12:08h bin ich vollkommen erschrocken aufgesprungen weil mir eingefallen ist das ich um 14h Thera habe und um 12:33 mit dem Bus aus dem Kuhkaff raus fahren muss um um 13:22 dann in der Kleinstadt umzusteigen.

Wie immer macht mir die Umgebung angst, die ich mit dem Bus durchfahre. Immer wieder aufs neue bekomme ich Angst, die eigentlich vollkommen unnötig ist. Da ich einin paar Minuten zu früh bin, nehme ich einen anderen weg als sonnst und verlaufe mich natürlich gleich einmal. Komme dann aber doch noch rechtzeitig an und setze mich in den Eingangsbereich.

Sie fragt mich über was ich reden möchte und ich erzähle ihr kurz über das Wochenende und den Streit mit ihr und das mich das ziemlich fertig macht im Moment. Ich erzähle ihr das ich seit zwei Wochen wieder Beruhigungsmittel nehme um irgendwie schlafen zu können und das ich das gefühl habe das, dass nicht reicht. Also das ist nichts besonderes, nur irgendwas pflanzliches nehme ich an. Dad hatte die irgendwann  vor den Prüfungen gekauft. Später machen wir eine Übung die sich früher mal ''reise durch den Körper'' genannt hat oder so und sie baut später noch irgendwelche Licht-Strahlen-Effekte ein die sich durch meinen Körper schlängeln und verkrampfte stellen entspannen sollen. Irgendwie erinnert mich das sehr stark an eine Rotlichtlampe. Irgendwie war das schon faszinierend. Immerhin, ich weiß jetzt ganz bewusst das ich Fußzehen habe! Was ein Wunder!

Die ganze Busfahrt über komme ich mir leer vor und unglaublich verlassen. Zuhause fällt mir auf das ich irgendwas essen sollte, weil mir der Gedanke an essen ziemliche angst bereitet. Ohne Julii habe ich nichts hier. Ich weiß das ist verrückt und ich versuche wirklich sie nicht zu nah an mich ran zu lassen auch in meinem Hirn nicht aber ich schaffe es nur mit unendlich viel Aufwand. Es ist anstrengend und kostet so viel Kraft.

Genau wie essen. Ich weiß nicht woran es liegt aber ich schaffe das heute einfach nicht. Nachdem ich in der Küche angefangen habe loszuheulen wie schon lange nicht mehr, fing ich an Salatgurke (42) auf einen Teller zu schneiden. Dazu kamen dann noch Radieschen (10) und ein Stück Apfel (19). Allein für den dummen Gurkenanteil brauche ich eine halbe Stunde und als ich gegen 17h mit den 71kcal fertig bin,
fühle ich mich schlimm und noch dazu trinke ich viel zu wenig was echt nicht gerade schlau ist.

Seit gestern trinke ich an einer 1L Flasche und die ist jetzt immer noch halb Voll. Später war ich noch Radfahren. Einfach weil ich raus wollte oder mich bewegen was auch immer. Also bin ich ins Nachbarkaff gefahren, habe bei Julii geklingelt ihrer Schwester Hallo gesagt und bin gleich weiter gefahren. Es war schön die ''kleine'' mal wieder zu sehen. Krass das ich mich mit der kleinen Schwester meiner ''besten Freundin'' besser verstehe, als mit ihr selbst. Nach einer Stunde bin ich todmüde in mein Bett gefallen und hätte eigentlich auch noch aufräumen müssen, aber naja Unordnung ist doch auch ganz nett.


Und jetzt sitze ich in meinem Bett, den Laptop auf den Beinen und wundere mich ernsthaft wieso ich Bauchschmerzen habe und nicht schlafen kann?
Ich werde verrückt, ich sags ja!
Aber das macht jetzt auch nichts mehr aus.
Ich kann nicht mehr.


Montag, 16. Juni 2014

»229«

Noch 25 Tage bis zum Abschluss. ABSCHLUSS. Eigentlich ein so deutliches Wort. Doch irgendwie dringt es nicht in meinen Kopf. Die Bedeutung, des Abschlusses. So simpel sie auch sein mag ist nun mal abschließen und das kann ich nicht sonderlich gut. Noch 25 Tage und mit jedem tag weniger, fühle ich mich immer mehr unfähig die ganzen Gesichter und Menschen um mich herum zu ertragen. Am liebsten würde ich mich in eine kleine, weiße Kapsel stecken und mich auf den Mond schießen. Nur um endlich einfach mal mit mir selbst alleine zu sein ohne mich schlimm dabei fühlen zu müssen. Am Morgen bin ich einfach nicht aus dem Bett gekommen. Jeder Schritt aus meinem Zimmer fühlt sich so falsch und ungeschützt an. Deshalb blieb ich einfach liegen, stöpselte mir sie Kopfhörer in die Ohren und versuchte abzuschalten. Was mir nicht gelang.

Kurz vor ein Uhr bin ich aufgestanden um einkaufen zu gehen. Die paar Meter an der Luft waren ganz gut und haben mich aus meiner Trance gerissen. So als hätte die Sommerluft gerufen: ''He Lena, Aufwachen! Das Leben findet hier und jetzt statt!!'' doch wie immer wurde ich erneut viel zu schnell müde vom wach sein. Im Supermarkt husche ich durch die Gänge und komme mir unglaublich beobachtet vor. Was Natürlich nicht so war! In meiner Tasche landen Salatgurken, Radieschen, Äpfel, Platte Pfirsiche, Paprika, Kiwis, Himbeeren und eine Tütensuppe. Zuhause mache ich die Suppe (234) und lese mein Lieblingsbuch - zum neunten mal. Gegen Abend mache ich mir einen Platten Pfirsich (31) und esse die Himbeeren (122), dann noch Kirschen (72) und einen L-Carnitin Riegel (113) und mit dieser Mischung kann ich einfach nicht leben. Das Zeug landet zermatscht im Abfluss. Jetzt bin ich fertig. Und das von allen Seiten betrachtet. Das nächste Problem das sich mir ebenfalls in 25 Tagen stellt, ist der Abschlussball. Mein Kleid habe ich zwar schon eine Weile, aber besonders schön ist es nicht. Muss dringend Gewicht verlieren. Gott verdammter scheißkörper, mach doch einfach einmal das was ich von dir will.


Nach Berlin geht es schon in 14 Tagen. Irgendwie freue ich mich ja darauf und irgendwie auch nicht, weil Cii schon eine Sauftour durch die Clubs plant und Julii wahrscheinlich wieder mit Türen um sich schmeißt, wie in Frankreich. Mit dazu darf ich im Bus alleine sitzen oder nebe irgendwem -.- Weil meine ''Freunde'' sich ja schon recht passend verteilt haben. Auch sehr nett. Noch dazu macht mir das Essen ziemliche Angst und keine Ahnung. Ich glaube ich schaffe das nicht.

 Zwei Wochen später wollten Frii und ich ja eigentlich erneut alleine nach Berlin fliegen um ihren Cousin zu besuchen, aber daraus wird wahrscheinlich nichts weil er sich von seiner Freundin kurzzeitig getrennt hat und wir uns kein Hotel leisten können. Vielleicht fahren wir statt dessen zu Friis Tante. Die hat eine Buchbinderei und dort ist Friis Cousin momentan auch untergekommen. Ehrlich gesagt ist es mir egal wo wir hin gehen. Hauptsache ich muss keine 8 Wochen mit meiner, bis dorthin wieder arbeitslosen Mutter in einer Wohnung verbringen. Das halte ich nämlich wirklich nicht aus..



Sonntag, 15. Juni 2014

»228«

Alles drückt mich zu Boden. Langsam aber sicher verschwindet sie, die Farbe. Sie verblasst und schneller als ich schauen kann ist es schon geschehen. Meine Welt bricht in sich zusammen. Als wäre ich ein altes Haus, von diesem die Fassade abbröckelt. Alles tut so weh. Selbst Atmen. Jeder Atemnzug reiß meine Lunge auseinander und lässt sie aufplatzen. Lange, rote Blutsfäden schlängeln sich durch meinen Körper und stechen hier und da von innen nach außen durch meine Haut. So als würden sie versuchen herraus zu klettern um sich dann wie ein Seil um mich zu legen und mich fest zu binden. An mir selbst. In mir selbst. Damit ich nicht entkommen kann.


Nachdem ich mir gestern anhören durfte das ich eine schreckliche Freundin bin weil ich mir nicht helfen lasse, habe ich die letzten Worte genommen und sie ihr gehen den Kopf geworfen. »Lass mich einfach in Ruhe! Ohne dich gehts mir besser!« Und es stimmt. Ohne Julii geht es mir besser aber auch schlechter. Sie hat mit einer Bekannten gesprochen wegen der Klinik und die musste nur zwei  Wochen warten. Schön für sie. Ich musste trotzdem in keine Klinik. Aber gut zu wissen das sie mich loswerden will. Denn jetzt ist sie mich los. Frii und N. haben sich über diese Nachricht so sehr aufgeregt das sie seit dem auch kein Wort mehr mit ihr gewechselt haben. Frii meinte auch das es Julii nichts angeht was in meiner Thera passiert und was ich mit einer Klink zu tun habe schon garnicht. Wie konnte sie nur jemals meine beste Freundin gewesen sein? 
Wie blind war ich? Ich bin so dumm. 
Es tut schon weh. Will sie nicht vermissen. Will loslassen. Aber es ist so schwer. Brauche Zeit. Brauche Ewigkeit. 
Brauche Freiheit. 





Freitag, 13. Juni 2014

»227«

Darf nicht weinen. Darf nicht weinen. Darf einfach nicht weinen.
Aber bin so schrecklich alleine. Und gleich unter Menschen.
Konzert und Musik. Fröhlich scheinen, innerlich weinen.














Mittwoch, 11. Juni 2014

»226«

Lange Nacht. Am Morgen zu spät aufgewacht. Viel zu lange mit vergessen verbracht. Nichts hat es besser gemacht.

Am Abend zuvor sind unendlich viele Worte durch die schwühle Sommerluft geflogen und haben sich unzählige male im Kreis um sich selbst, direkt in mich hinein gedreht. Es schien so als würde nichts auf dieser Welt Schutz vor ihr bieten. Keine abgeschlossene Tür, keine heruntergelassenen Läden, keine Deckenfasade. Nichts. 

Während sich an meiner Tür der Lärm eines Kleinkonzertes entlang hangelte bei diesem das Schlagzeug schlicht und ergreifend einfach durch die Wütenden Hände meiner rasenden Mutter ersetzt wurden, hielt ich mir die Ohren zu um dem Geschrei zu entkommen. 

Kurze Zeit später dreht sich der Schlüssel in meinem Türschloss und ich blicke in ihr Gesicht. Wütend, kochend, schon fast überschäumend so steht sie vor mir mit hochrotem Kopf und Schweiß im Gesicht. Und dann begann der Albtraum. Zwischen zwei Wimpernschlägen hatte sie es geschafft mit schnellen Schritten auf mich zu zu kommen und sich den Hocker, der neben meinem Bett vor meinem 'Schminktisch' stand zu schnappen um mit diesem auf mich ein zu schlagen. Worte wie "nutzlos" und "hässlich" durchbrechen die nächtliche Stille. Alles wird leer, unendlich leer und taub. Später krallt sie sich mit ihren Händen an meinen Haaren fest und schleppt mich in die Küche. Die ich in ihrem Beisein um ein Uhr in der Nacht, mit pochendem Körper aufräumen soll. Als ich gerade fertig bin und ihr den Rücken zukehre um in meinem Zimmer zu verschwinden, höre ich das Klimpern von Besteck auf dem Boden. "Du hast da was vergessen!" ertönt ihre kalte Stimme. Also musste ich erneut das Besteck vom Boden auflesen. Gerade als ich den Geschirrspüler zuklappe und endlich auf Schlaf hoffe, trifft mich ein Tritt von rechts und ich lande mit dem Kopf auf dem Boden. So bleibe ich liegen bis sich das Wirrwarr in meinem Kopf gelegt hat und ich das Gefühl habe aufstehen zu können. In meinem erneut verriegelten Zimmer angekommen schlucke ich 4 Schmerztabletten, eine Beruhigungspille und noch eine Schlaftablette um dann endlich einschlafen zu können. 


Die Nacht war grauenvoll und der Tag heute war auch nicht viel besser aber es ist immerhin vorbei. Das schlimme an der ganzen Sache ist das sie wie immer erreicht hat was sie erreichen wollte. Sie will in mir das Gefühl erwecken, wertlos zu sein und genau so fühle ich mich auch. Das schreckliche ist, dass sich das Gefühl durch nichts vertreiben lässt und das ich ihr deshalb einfach zustimme. Wie soll man sich fühlen, wenn man am ganzen Körper blau genug ist um als Schlumpf durch zu gehen. Wie soll man sich fühlen wenn man nichts mehr fühlt? Was soll man fühlen? Ich habe keine Antwort. Ich habe nur ein Vielleicht. 
Vielleicht einfach nichts. 



Dienstag, 10. Juni 2014

»225«

Mir geht es schlechter. Mom schreit mich an. Fühle mich so unendlich klein. Kann nicht aufhören zu weinen. Wünschte mir nur eins. Ein Ende. Ein Ende von diesem Schmerz und einen Weg aus dieser Hölle. Mach das es aufhört, egal wie Hauptsache vorbei. 



Sonntag, 8. Juni 2014

»224«

Vergessen wir meinen letzten Post einfach mal und scheißen auf dieses ''Blogpausending'' ich meine was habe ich mir denn da wieder gedacht? Ich liebe Bloggen! Warum soll ich damit denn um Gottes wille aufhören nur weil ich das Gefühl habe, das unerwünschte Menschen sich in meine kleine Geheime Welt eingeschlichen haben. Erneut. Wisst ihr, viele von euch kennen wahrscheinlich tumblr. und als Julii und ich damals noch gut befreundet waren und ich das Gefühl hatte ihr vertrauen zu können. Da habe ich ihr meinen tumblr. Blog gezeigt. Die Folgen waren das so gut wie jeder wusste wie es mir geht. Jeder wusste das ich ein krankes Selbtverletzendes Mädchen bin war und das weil sie mein vertrauen in die Ecke geschleudert hat und allen davon erzählt hat. Auch Dad. Mein einiges Glück war, dass ich euch dort nie erwähnt hatte und es Julii auch nicht gesagt habe.

Das Traurige ist das man nie weiß wem man auf dieser Welt vertrauen kann.
Ich meine ich dachte ich kann ihr vertrauen. Aber egal.

Julii hat am Freitag komische anspielungen gemacht
und einen Satz von mir zitiert den ich nur hier geschrieben habe..
Das kann natürlich alles nur ein dummer Zufall gewesen sein oder so!
Aber was wenn nicht?Was wenn sie genau diesen Satz in diesem Moment jetzt liest?
Was wenn meine Welt jetzt nicht mehr nur meine Welt ist?

Heute Mittag hatte ich gedacht das es okay ist nicht mehr zu Bloggen.
Aber das Stimmt nicht. Ich lasse mir nicht schon wieder den einzigen guten Ort der Welt  in meiner Welt wegnehmen, wegen eines komischen Satzes und auch nicht wegen ihr.
Ich lasse mir mein Leben nicht weg nehmen!! Von niemandem, nicht mal von mir selbst.

Morgen werde ich mehr oder weniger gezwungen um 7 auf zu stehen obwohl ich frei habe,
weil meine Mutter meint sie müsste mit einer Freundin von ihr und mir auf den ***tag gehen.
Mir geht dieses ganze Fest schon sowas von auf die Nerven. Am Freitag kam der Bus deswegen auch erst um 14h statt um 13.05h! Naja das gute ist morgen hat die Reitgemeinschaft offen.
Also kann ich zur Not dort hin zur Frii flüchten. Manchmal verstehe ich die Menschheit einfach nicht.
Und mich noch weniger, aber das macht nichts.

Ihr hört von mir! Vielleicht Morgen? :)
Sagen wir Bald!


»223«

Dieser Post fällt mir unendlich schwer, aber ich habe eine Entscheidung getroffen.
Ob bewusst oder unbewusst weiß ich nicht genau, aber sie nun mal beschlossene Sache. .

Nach 542 Tagen habe ich mich dazu entschlossen das Bloggen für einige Zeit zu unterbrechen.
Aufhören klingt so unendlich schlimm, deshalb vermeide ich diesen Begriff einfach mal.

Wer weiß vielleicht breche ich den Entschluss ja schon morgen wieder? Man weiß es nie.
Ich weiß es auch nicht. Aber im Moment fühlt es sich okay an für einige Zeit tschüss zu sagen.

Aber bevor ich das sage und meinen vielleicht letzten Post in die Welt der Blogger setzte möchte ich euch etwas sagen und zwar: DANKE! 

Ohne euch 84 wundervolle Menschen wäre ich heute nicht mehr hier. Ohe eure lieben Kommentare, 316 insgesamt hätte ich die letzten 542 Tage nicht überlebt. Nicht im geringsten. Ihr habt dazu beigetragen, dass ich jetzt das Gefühl habe bereit für das Leben zu sein. Insofern man das nun mal irgendwie sein kann. Ich durfte euch mit schrecklichen Gefühlen und lieben Worten, mit Hoffnungsschimmern und Hoffnungslosigkeit bewerfen und wurde von euch aufgefangen wenn ich das Gefühl hatte der einzige Mensch auf der ganzen Welt zu sein, dem es schrecklich geht.Was, wenn man im Nachhinein darüber nachdenkt verdammt egoistisch ist.

Mir geht es im Moment nicht gut. Aber besser als vor 542 Tagen und daran habt ihr einen großen Teil dazu beigetragen. Ich durfte über meinen Blog unendlich viele liebe Menschen kennen lernen, die alle auf ihre ganz eigene weiße Besonders sind.

Der Grund warum ich euch jetzt auf einmal tschüss sage ist ganz einfach. Ich will wissen wie es ist zu leben.
Ohne mir die ganzen schlimmen Dinge des Tages in's Gedächtnis zu rufen und sie aus mir heraus zu schleudern. Worte und schreiben hat mir schon immer geholfen, deshalb möchte ich mich ab heute auch wieder meinem eigentlichen Ziel widmen. Ich werde mein Buch endlich weiter schreiben.

Am Anfang meines Blogs habe ich darüber geschrieben was ich sein will,
jetzt schreibe ich darüber was ich bin.

Ich bin Lena, 16 Jahre alt und endlich bereit.
Macht's gut.

Ich liebe euch!
xoxo eure Lee ♥

Donnerstag, 5. Juni 2014

»222«

Rennen und stolpern. Hinfallen und aufstehen. Liegenbleiben.Es ist schlimmer geworden, das allein sein.
Eigentlich bin ich nicht alleine, da sind so unendlich viele Menschen die mir wichtig sind. Diesen ich allerdings nicht einmal im entferntesten so viel bedeute wie sie mir. Genau das ist mein Problem.

Am Montag hatte ich eine Sitzung bei Fr.S und zum ersten mal seit 1 1/2 Jahren fühle ich mich von ihr irgendwie verstanden. Nachdem der Schulmorgen grässlich verlaufen war, hatte ich beschlossen mit dem Rad zur Therapie zu fahren. Während ich fahre und fahre und fahre und fahre und die Autos an mir vorbei ziehen, wie Vögel im Herbst in den Süden, lege ich mir unendlich viele Sätze zurecht, die ein Gespräch eröffnen könnten. Als ich dann auf einem kleinen Feld kurz angehalten habe um Bilder zu machen ist mir klar geworden das ich meine Worte nicht einfach planen kann, deshalb lies ich es sein.

Kurz vor meinem Ziel bin ich wie immer zögerlich. Es ist einfach unheimlich verängstigend in den Kreisel hinein zu fahren der die Abzweigung zwischen der Psychiatrischen Klinik, von meinem eigenen Weg trennt.

Als ich ein paar Minute zu früh, die Grüne (verdammt schwere) Metalltür aufschiebe und den Hausflur betrete riecht alles wie immer. Es riecht Modrig und nach Chemie. Steril irgendwie. Aber dieser Geruch nach Verwahrlosung, der drückt sich selbst durch die Wände des warm orangenen Gebäudes.

Die Treppen hinauf und dann an der Glastür Klingeln. Die Sekräterin kommt und öffnet die Tür.
''Hallo liebes'' Ich muss etwas lächeln. ''Frau S. ist gerade noch in einer Sitzung, du wirst noch einen Augenblick geduldig sein müssen.'' teilt sie mir mit. ``Kein Problem`` sage ich und setze mich auf einen der großen Sessel die im Eingangsbereich stehen.

Kurze Zeit später kommt Fr.S dicht gefolgt von einem Mädchen um die Ecke. Dunkelbraune Haare. Braune Augen. Schwarze Jeans - Blaues Oberteil mit weißer Aufschrift. ''Ich komme gleich zu dir ja!'' sagt sie während sie mir zur Begrüßung die Hand drückt und mich freundlich anlächelt, nur um gleich darauf in einem anderen Zimmer zu verschwinden.

''Hey. Auch hier?'' fragt eine leise, freundliche Stimme. Die sich gerade an ihrer Jacke zu schaffen macht um sie vom Kleiderhaken zu nehmen. ''Sieht ganz so aus..'' Irgendwoher kommt sie mir bekannt vor, aber ich weiß nicht woher. Noch bevor ich fertig überlegen kann ertönt ihre Stimme erneut und füllt den Raum mit den Worten ''Bis Bald''! ''Machs gut'' hauche ich in ihre Richtung bevor die Tür ins schloss klinkt.

Fr.S geht mit mir wie immer in den ein und selben Raum.
Mein Platz ist links neben der Tür, ihrer gegenüber. Ich blicke in Richtung Fenster.
''Hallo Lena, wie geht es dir denn?''
Immer die selbe Antwort. Gut was denn auch sonnst?
Wir wissen beide das es mir nicht gut geht aber das gut macht es irgendwie erträglicher.
''Hast du für heute etwas bestimmtes Mitgebracht?''  JA.

Ich bin selbst erstaunt von meiner Antwort und noch erstaunter bin ich darüber das ich die Komplette restliche Zeit mit Positivem gerede über Julii fülle.

''Wissen sie es ist nicht okay, das sie mich so benutzt. Ich glaube, nein ich weiss ich habe ein recht darauf das es mir gut geht und sie hat mir in den letzten Monaten viel zu oft das Gefühl gegeben nichts wert zu sein, aber das Stimmt nicht. Es ist ein unterschied ob ich mir selbst nichts wert bin oder anderen. Vielleicht bin ich mir selbst ja auch nichts Wert, aber ich bin etwas Wert. Ohje das klingt so komisch, entschuldigen sie. Aber es ist einfach nur weil sie mein Leben war, heißt das doch nicht gleich das ich deswegen jetzt mein Leben nicht selbst übernehmen darf. Ich will Leben wissen sie. Ich will Glücklich sein und  dazu brauche ich Abstand - von ihr. Aber so sehr ich auch versuche sie von mir fern zu halten, es klappt einfach nicht. Und ich will dass sie mich in ruhe glücklich werden lässt ohne mir meine Fortschritte (zumindest im Kopf) kaputt zu machen. Ich will keine Fußmatte sein und kein Apfel den man Abnagt und einfach so weg wirft, weil er seinen Zweck erfüllt hat. Es gibt wege um besser zu werden, aber sie ist nicht das was ich immer von ihr dachte. Sie ist keime Stütze, sie ist ein Hinderniss. Eins auf das mann mit 4 Galoppsprüngen zurast nur um zu bemerken das es der Falsche weg war.''

So viel habe ich noch nie mit ihr gesprochen, erst recht nicht an einem Stück und wenn ich jetzt so darüber nachdenke dann ist es Richtig was ich gesagt habe. Julii tut mir einfach nicht gut und ich will sie nicht brauchen, macht das Sinn? Sie ist nicht der Richtige weg um Glücklich zu werden. Sie war es vielleicht mal, aber sie ist es nicht mehr und ich kann mich nicht mein ganzes Leben lang an die Vergangenheit klammern nur weil ich hoffe das es irgendwann einmal wieder so wird wie früher. Ich habe ein Recht darauf mir Abstand von Menschen zu nehmen, die mir nicht gut tun. Ich habe ein Recht auf Leben. Ein recht darauf Glücklich zu werden.








Sonntag, 1. Juni 2014

»221«

Böses erwachen! 
Noch vor 3 Stunden lag ich in meinem Bett. Wie ein kleines, verstörtes, kaputtes Mädchen und jetzt? Jetzt fühle ich mich auch so. 
Mein Kopf ist durcheinander von den viele Fragen die sich immer wieder durcheinander wirbeln und keine Antworten zulassen. Es ist.. ich weiß nicht, ich gehe mir selbst auf die Nerven mit diesem ständigen Stimmungswechseln. Ist es merkwürdig nicht mit sich selbst klar zu kommen? Ich glaube das größte Problem ist, wie sollen mich andere Menschen jemals wirklich akzeptieren können, wenn ich es bislang selbst noch nicht einmal kann? Ich meine wie soll das denn funktionieren? 

Gerade eben bin ich aufgestanden und alte Gefühle haben mich überschwemmt. Wie eine riesengroße eiskalte Welle voller kleiner Nägel, die sich wie von selbst in mich hinein drücken und Blutspuren hinterlassen. Mal wieder lande ich auf dem Boden der Tatsachen und klatsche auf den Eiskalten Boden, der im Gegensatz zu meinem Inneren der wärmste Ort auf Erden zu sein scheint. 

Weinen ist verrückt. Gefühle haben ist verrückt. Ich bin verrückt. Aber das ist okay.
Doch was nicht okay ist, das ich nicht auf mich höre. 
Es ist falsch Menschen in mein Leben zu tackern nur damit ich nicht alleine bin.
Ich meine alles wäre besser als das hier. Sogar Sterben. 

Sind wir ehrlich mein Leben ist nichts mehr und es gibt keinen Sinn mehr und ich schaffe das alles nicht mehr es ist ohne Julii bin ich nichts und mit ihr bin ich auch nicht also was bin ich denn dann noch? Wer bin ich denn dann noch? Was mache ich hier denn eigentlich? Ich wünschte so sehr es würde aufhören. Dieser Schmerz er soll ein für alle mal verschwinden. Will ihn abtöten - muss ihn abtöten. Mach das es aufhört.