Dienstag, 8. April 2014

»199«

Komischer Tag. Am Morgen erzählen uns Sanitäter und Polizisten, Feuerwehrmänner und Krankenpfleger etwas über die Gefahren von Alkoholkonsum hinterm Steuer. Nach einer fast 2 1/2 Stündigen Präsentation werden wir in kleine Gruppen eingeteilt. Unser erster Workshop hat irgendwas mir Koma zu tun. Ich höre nicht wirklich hin. Werde abgelenkt von kleinen, feinen Flügelschlägen in meinem Brustkorb. Irgendwann flattern die Flügel schneller und schneller und sie fliegen vor sich selbst weg. Ein Brummender Braunbär setzt sich in meinem Kopf fest. Kratzt mit seinen Krallen in mir herum, wühlt alles auf. Irgendwann legt er seine Tatzen vor meine Augen. Kleine schwarze Pünktchen werden zu gänzlicher Dunkelheit. Ich falle. 

Kurze Zeit später finde ich mich auf dem Boden wieder. Meine Augen flattern auf und der Mann, der den Vortrag gehalten hat, hält nun meinen Kopf fest. Ein Mädchen aus der Para Klasse hebt meine Beine ein bisschen in die Luft. 
Mann stellt mir Fragen. Hast du heute schon etwas getrunken? Ja denke schon. Hast du schon etwas gegessen? Ja - Lüge Nummer Eins. 
Geht es dir gut? Ja - Lüge Nummer Zwei. 

Ich will aufstehen aber der Typ und mein Körper Drücken mich zurück auf den Boden der Tatsachen. Er redet weiter über Koma(partienten), während ich in mein eigenes Koma falle. Irgendwann hilft er mir hoch und ich setze mich zurück auf meinen Platz. Kurze Zeit später gehen Frii und ich raus. Julii kommt hinterher gelaufen. Sie spricht Sätze aus wie "ich hatte voll Angst um dich!" Woraufhin Frii heftig mit den Kopf nickt. "Man das war grußelig mach das nicht nochmal" ist ihr nächster Satz und "das erste was ich gedacht habe ist, mach die Augen wieder auf." ihr letzter. Daraufhin muss ich mich erst mal setzen. Wie war das mit ich bin egal? Sind denn hier alle verrückt? Oder bin ich es? Ich könnte losheulen. Aber stattdessen Konzentriere ich mich auf meine Atmung. Irgendwann gibt Julii mir ein bisschen Apfelsaft (113) und daraufhin verringert sich die Lautstärke in meinem Kopf ein bisschen. Wir gehen wieder rein und als wir gehen dürfen fragt der Mann mich nochmal ob wieder alles okay sei und ob ich nicht vielleicht Nachhause gehen möchte? Nein Danke! Mir gehts gut, alles ist gut! [zuhause wäre es schlimmer als in der Schule - Mom ist schlimmer als Vorträge und Erinnerungen] 

Der nächste Workshop ist in unserem Gang und natürlich kommen wir zu spät. Thema: Notfallseelsorge 
Zeit: 60 Minuten
Gefühl: Mir ist schlecht. 
Ich muss kotzen. 
Hohlt mich jemand endlich hier raus?

Die Frau quatscht übers sterben und über Suizid und ich kann mir Waage vorstellen wer mich in diesen Kurs gesteckt hat. Die Zeit will einfach nicht vergehen und als sie rum ist beschließen wir zu gehen. Nachhause versteht sich. Zwar viel zu früh weil wir eigentlich noch hätten Länge Bleiben müssen aber erstens ich konnte nicht mehr und zweitens halte ich das alles nicht mehr aus. Ich weiß nicht wieso das passiert ist? Vielleicht fällt man schneller um wenn man keinen Schlaf hatte? Oder kein Essen? Oder keine Pause? Ich weiß es nicht. Aber es macht mir Angst. 




1 Kommentar:

  1. Liebes,
    ich mache mir Sorgen um dich... Ich weiß nicht, was ich schreiben könnte...
    Ich hoffe nur, dass es dir mittlerweile wieder besser geht! Nur noch diese Woche, dann sind Ferien. Dann haben wir erst mal zwei Wochen frei. Dann kannst du dich etwas erholen.
    Pass bitte auf dich auf und melde dich, wenn du etwas loswerden musst okay!!
    Ich habe dich lieb :**

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