Montag, 28. April 2014

»206«

Seit Tagen ging es mir wirklich schlimm. Richtig schlimm. Erinnerungen haben mich zerrissen ich zerfetzt und nieder geschmissen. Heute habe ich den letzten freien Tag genossen. Die liebste V. hat mich heute morgen um 9h angerufen und gesagt das ihr der Weltuntergang bevor stünde und sie wirklich dringend eine Shoppingberatung bräuchte, also fahren wir zusammen nach DA. Um kurz vor 12 sind wir da und wisst ihr was schön war? Es war schön gefragt zu werden was man will. Wir schlendern durch die Gassen am Luisenplatz vorbei und werfen Glücksmünzen in einen Brunnen. Wir kaufen Rosefarbene Blumen, weil das eine meiner Lieblingsfarben ist. Wir ziehen komische Klamotten an und schöne. Seit Jahren ziehe ich mal wieder ein Kleid an und PASSE SOGAR REIN!! 
Kennt ihr das wenn ihr in einem Laden seit und absolut nicht wisst welche Kleidergröße ihr habt? Ich weiß nicht, ich weiß das nie. Auf jedenfall kaufe ich meine Kleidung immer (und mit immer meine ich immer) zu groß. Irgendwann sagt V. so: "Lee du musst aufhören viel zu große Sachen zu kaufen, du machst dich ja ganz dick." »Ich bin dick V.!!« 
"Nein! Nur in zu großen Klamotten." Und dann musste ich lächeln. Es ist lieb von ihr sowas zu sagen, auch wenn ich weiß das es nicht stimmt aber es ist schön sowas zu hören. Am Ende verlasse ich das Center mit 5 Oberteilen. Wir gehen auch zu Kaufhof und ich darf meinen Schreibwarenwahn ausleben und darf Bücher kaufen und an Chanels Chance  schnuppern und mich in ein Pinkes Lacoste verlieben. Später sitzen wir mit einem Saft vom Saftladen auf einer Bank und sagen einfach nichts. Wir saugen den Frühlig auf und es ist schön nicht alleine zu sein. 

Wenn V. heute nicht gewesen wäre, würde es mir immer noch schlimm gehen. Ich hätte gefressen und gekotzt und geschlafen. Und dank ihr habe ich ein Stück Pizza (!!!) gegessen und es geschafft mal wieder zu tanzen. Mom war schwimmen also hatte ich die Wohnung für mich. Mein Handy brüllt Musik durch die Räume und ich mache die Augen zu und fliege. Ein Gefühl durchzuckt mich, von dem ich geglaubt hatte es verloren zu haben. Es war Freiheit. So frei man sich in einer 70qm Wohnung eben fühlen kann. 

Wisst ihr als ich das letzte mal frei war, saß ich auf Commy und wir sind mal wieder als Schlusslicht durch den Wald geflogen nur um auf der großen Wiese aufzuholen und allem davon zu galoppieren. Es gab diese Stelle an dem Ausritten die ich geliebt habe. Der Moment in dem der Wald einfach aufhört und man die Dunkelheit hinter sich lässt und auf ein weites, freies Grünes Land sieht. Und jedes mal wenn wir da herraus Galoppiert sind, habe ich die Zügel los gelassen und die Arme ausgestreckt und bin geflogen. Ich war Frei - zumindest in diesem Moment. Und diese Freiheit, das ist das was fehlt.

Morgen dann wieder Schule. 4 Stunden Mathe und 2 Stunden Sport. Morgen Mittag gehe ich Joggen und muss endlich mal was lernen - Abschlussprüfung Klappe die zweite steht vor der Tür. In 21 Tagen! 
Omg I'm dying.





Montag, 21. April 2014

»205«

Am Donnerstag bin ich mit ein klein wenig Verspätung in xyz gelandet. Wie verrückt suchen meine Augen die Menschenmassen ab. Nichts. Rechts. Nichts. Links. Nichts. Ich drehe mich um. Nicht weit entfernt sehe ich das schöne Dunkelblau ihres Mantels aufscheinen. Wie ein Toter das weiße Licht in den Himmel. Wärme legt sich über mich, die ich in den letzten 49 Tagen wirklich schrecklich vermisst hatte. Wir laufen beide schneller und dann kann ich meine Lia endlich wieder in die Arme nehmen. Ihr Papi steht hinter uns und ich sage flüchtig über ihre Schultern hallo zu ihm. Dann als wir uns wieder los lassen gebe ich ihm die Hand und Lia sagt ganz Freudig: "Das ist Lee :)" Wir laufen die Treppe vom Bahnhof zum Parkplatz und ihr Papi tägt meinen (vollkommen überladenen) Koffer. Irgendwie tut mir das Leid. Vor lauter verpeiltheit sage ich, ich steige hinten ein und öffne die Vordertür. Wir lachen! Am Anfang verstehe ich den Dialekt ihres Papi's nicht so richtig und nicke einfach mal. Leider ist Lia schon an diesem Donnerstag etwas krank und dieser Zustand verschlimmert sich:( Am Mittag kommt J. zu uns. Zuerst habe ich wirklich schreckliche Angst davor, dass ich ihr 1. irgendwelche bösen Wörter an den Kopf werfe oder 2. Das ich mich unmöglich verhalte oder 3. das sie mich nicht mag. Auf der anderen Seite bin ich froh das es J. gibt! Schrecklich froh auch wenn sie Lia wirklich verdammt weh getan hat und dafür mal eine odentliche Meinung zum Sachverhalt verdienen würde. Aber dann als J. da ist finde ich sie furchtbar nett. Und ich bin Froh das Lia sie hat und das sie sich mitlerweile wieder so verstehen. Wisst ihr, jeder macht Fehler. Und ich hoffe sie weiß das Lia wehtun ein großer Fehler war. 

Am Freitag haben wir J.'s Wohnung besucht und haben ein Geschenk für den Geburtstagsabend auf dem Lia und ich eingeladen waren gesucht. Also hat J. schnell mal eben ein tolles Mäppchen fertig genäht. Abends waren wir dann auf besagtem Geburtstag. Es war echt okay. Zwar ziemlich ungewohnt und ich kannte halt niemanden außer Lia aber zuhören ist für den Moment auch ganz okay. Es war trotz des Essens, okay. Nach 3 Stunden sind wir wieder gegangen, weil wir müde waren und weil es Lia glaube ich auch nicht so gut ging.

Am Samstag sind wir morgens zur Apotheke gelaufen weil es Lia wirklich nicht gut ging. Und Später konnte ich sie dazu bewegen doch mal bei einem Arzt vorbei zu schauen. Davor waren wir noch in der Stadt weil wir beschlossen hatten J. ein tolles Duschgelmonster Packet zu schicken. Und ich bin zum ersten mal Roller gefahren und auch wenn ich am Anfang totale Angst hatte war es cool und irgendwann hatte ich das Gefühl ich sollte Lia einfach mal vertrauen und nicht denken das ich, uns gleich auf den Asphalt haue. Wir fahren auch in einen Einkaufsmarkt und zum ersten mal in meinem Leben fühle ich mich nicht alleine verloren in dem ganzen Wirrwarr aus Essen und Kalorien. Man kann es mit einer einsamen Insel vergleichen. Es ist immer schöner irgendwo zusammen zu sein auch wenn es schwer ist. Am Abend haben wir das Duschgelpacket eingepackt und sie hat sich eine tolle Auspackanleitung dazu überlegt. Später kucken wir noch einen Actionfilm obwohl wir beide Ziemlich müde sind. 

Am Sonntag war ein ausruhtag. Wisst ihr es ist schön bei einem Menschen sein zu können, ohne andauernd angestrengt zu versuchen die Luft mit Worte zu füllen, weil man Angst hat es könnte den anderen Nerven. Seit Cii mich damals für dieses eine Jahr verlassen hat, hatte ich einfach aufgehört ich selbst zu sein. Bei jedem. Und es ist schön das ich mich bei Lia nicht verstellen muss. Es ist natürlich auch schön wenn wir reden. Es ist schön wenn wir rummy spielen (auch mit ihrem Papi), es ist schön einfach mal nichts zu tun. Es ist schön sich sicher und geborgen zu fühlen, weil niemand einen angreifen kann. Es ist schön das ich bei ihr sein durfte. Es ist schön das die Sonne scheint und wir spazieren waren. Es ist schön das es Lia gibt und das ich sie finden durfte. Am Abend war ich bereits furchtbar traurig, weil der Tag der Abreise immer näher gerückt ist. Und nachdem wir uns in der Küche mit Tee lange über Medizin und den Präp. Kurs und all das unterhalten hatten und sie mir einen Altas für den Körper gezeigt hatte war es schon furchtbar spät und so nah an Mitternacht. Wir reden noch ein bisschen und dann liegen wir einfach da. Irgendwann lege ich mich neben sie weil ich einfach keinen Millimeter zu weit Weg sein möchte. Sie erzählt viel und es ist schön. Ihre Stimme klingt leise und gleichmäßig und ich werde leider müde. Um halb 1 lasse ich sie schlafen und um 2 Schlafe ich ein. 

Am Morgen schläft sie noch und ich packe meinen Koffer aus um das Kaotische Kaos wieder zuklappbar zu machen. Später sitzen wir in der Küche. Sie hat mir meinen Lieblingstee gemacht war total lieb ist und ich überlege mal wieder viel zu lange was ich essen könnte. Ich weiß das ich irgendwas essen muss, sonnst schaffe ich die Zugfahrt nicht. Sonnst kriege ich meinen Koffer nicht auf die Doofe Ablage über den Sitzen und auch nicht wieder runter. Radieschen und Gurke landen auf meinem Teller. Nach dem Essen legen wir uns im Wohnzimmer auf die Weltallerbequemste Coutch und ich schlafe noch einmal ein. Danach gehen wir ein bisschen Spazieren. Sitzen auf derselben Wiese wie am Tag zuvor und sie ist etwas getrockneter. Keine Ameisen klettern an uns hinauf während wir Grashalme ausreißen und die Sonne aufsaugen. Etwas später stehen wir wieder auf und schaffen es bis zu einem See. Das Wasser glitzert schön von der Sonne und sie erzählt das man dort im Sommer Tretboot fahren kann. Ich erinnere mich an die Wasserskifreizeit in der ich von einem Tretboot geplatscht bin und wie wir im Wasser geplanscht haben. Ja damals - als 'Kinder' noch Kinder waren. Wir laufen weiter und ich scanne die Gegend wie gewohnt mit meinen Augen ab. Alles ist neu und groß und toll und ich kann nicht aufhören mich umzusehen. 

Als wir auf einem (riesengroßen) Festplatz ankommen, beschließen wir hindurch zu laufen. Ich sehe Farben und Menschen und Kinder die Lachen aber mir ist nicht ganz so wohl. Es riecht nach Essen. Nach altem Bratfett und Bratwurst. Nach Gebrannten Mandeln und Zuckerwatte. Nach Crêpes und Tailändischen Nudeln. Nach verpackten Losbudenkuscheltieren und wasserrutschen Wasser. Es riecht nach Schokolade und Fisch und es riecht nach Vergangenheit. Natürlich sieht es auch schön aus. Es ist schön Kinder fröhlich und aufgeregt zu erleben. Es ist schön mit Lia dort zu sein. Es ist egal wo ich bin, es ist schön bei ihr zu sein. Doch als wir den Platz wieder verlassen schnappe ich ersteinmal nach Luft. Sie ist nicht rein, aber sauberer als in der Menschlichen Masse. Wir laufen zu einer S-Bahn Haltestelle und fahren mit dieser zurück, was ich für eine sehr gute Idee halte. Ich bin Müde. Zuhause angekommen spielen wir noch ein bisschen Rummy und mit jeder Sekunde bekomme ich mehr Angst vor dem Abschied, weil ich wieder einmal nicht weiß wie lange er sein wird. Oder doch für immer:( Natürlich bin ich unendlich froh das Lia ein kleines bisschen besser isst aber ich habe Angst das sie das nur gemacht hat weil ich da war oder ich weiß nicht. Sie sieht trotz allem so schlimm aus. Nicht von der Schönheit schlimm aber vom körperlichen her. Selbst wenn sie zugenommen hätte.. Es fällt nicht auf. NIRGENS. Ihr Rücken ist noch genau so knochig wie vor 50 Tagen und ihre Finger sind noch genauso kalt. Ihr Körper sieht immer noch krank aus und ich habe Angst das es so bleiben wird. 

Liebe Lia,
Die Zeit mit dir war unbeschreiblich auch wenn es dir vielleicht nicht so vorkommt. Man schätzt Zeit mit besonderen Menschen wie dir viel mehr wenn man nicht weiß wie viel einem eben genau von dieser Zeit bleibt. Du hast es mir versprochen. Essen ist Leben. Ich hab es ja selbst gesagt. Und ich hoffe du verstehst was ich damit meine. Ich will noch unzählige Male mit dir irgendwo im Gras sitzen und mich unterhalten oder deine Bilderwand in deinem Zimmer begutachten um zu sehen wie immer mehr schöne Momente hinzu kommen. Dein Leben ist wertvoll Liebes! DU BIST WERTVOLL UND WICHTIG! Lebenswichtig für mich. 
Ich will dich nicht verlieren. Möchte dich lachend und glücklich sehen. 
Ich liebe dich! You never walk alone! 

Der Abschied von Lia fiel mir unglaublich schwer. Den ganzen Tag hatte ich Angst vor diesem Moment und dann war er da und alles ging so schrecklich schnell. Ich umarme sie ein letztes mal ganz fest und versuche einfach nicht zu weinen. Auch wenn mir die Tränen ins Gesicht geschrieben stehen. Dann finden wir den Richtigen Wagon und ich steige ein. Das letzte was ich sage ist: Du hast es mir verprochen. Dann mache ich mich auf die Suche nach meinem Sitzplatz. 
Sitz 22. Ganz vorne, Linke Seite. Irgendwann schließen sich die Türen und wir schauen uns durch die trüben Fenster an. Es tut unendlich weh los zu lassen. Als wir aus dem Bahnhof ausfahren kann ich nicht anders und fange an zu weinen. Natürlich ist es blöd über schöne Zeiten zu weinen, aber was wenn sie nie wieder kommen werden? Was wenn wir uns nie mehr sehen? Was wenn alles endet? Diese Angst wird mich nach M. wohl einfach immer und überall hin begleiten. Irgendwann sind meine Augen Rot und der Mann, der so freundlich war mir beim Koffer hoch schieben zu helfen, sieht mich an und danach wieder auf sein Apple Air NetBook - Laptop, was weiß ich. Er löscht Bilder und benennt sie. Der Typ gegenüber telefoniert mit einer Bekannten oder seiner Freundin. Als er auflegt, sieht er mich an und fragt vorsichtig was los sei. »Nichts. Nichts. Es ist nur.. Ich habe etwas vergessen« Das dieses Stück etwas ich selbst bin, sage ich ihm nicht. Ich habe das Lee Stück in mir einfach bei Lia gelassen, damit es sie beschützt und immer bei ihr ist und wenn wir uns wieder sehen habe ich es kurz wieder. Kurze Zeit später tut mir alles weh. Mein Bauch, mein Kopf, mein Rücken, meine Augen. Sogar meine Beine. Als würde man tausend kleine Nadeln in mich pieckesen. Das Vermissen transportiert sich nach außen. Der Zug wird voller und mein Ticket wird kein eines mal abgelocht. Als ich in F.a.M. ankomme steht Dad schon am Gleis. Er drückt mich und sagt das ich schrecklich aussehe. Und so fühle ich mich auch. Leer. Alleine. Kaputt. Und mir ist schlecht. Also gehen wir in eine Bäckerei und kaufen ein Brötchen. Das ich im Auto zur hälfte auf den Boden krümele und als die andere hälfte in mir verschwunden ist wird mir noch schlechter. Die ganze Zeit warte ich darauf das mir die Zerkauten Stücke den Hals hinauf kriechen und an der Scheibe kleben bleiben. Aber sie bleiben dort wo sie sein solleten. Also werfe ich 2 Schmerztabletten und eine gegen die 'Gedanken' ein und schlafe den Rest der Fahrt. Am Ende weckt er mich und ich erzähle noch ein bisschen. 

Und jetzt liege ich hier. 
Bin wieder wach.
Und hab die ganze Zeit,
nur an dich gedacht.

Licht ausgemacht. 
Nicht durchdacht.
Es ist Mitternacht.

Danke für die schöne Zeit!
Danke für jede Sekunde,
die du mir schenkst.
Danke das es dich gibt! <3

Ich vermisse dich Lia :( 



Donnerstag, 17. April 2014

»204«

Ich sitze im Zug. Mit jeder Sekunde wächst das Lächeln auf meinem Gesicht. Dad hat mich heute morgen zum Hauptbahnhof gefahren und mich dort wortwörtlich abgesetzt. Im Zug abgesetzt. Er kam mit rein und hat meinen (viel zu schweren) Koffer abgestellt. Dann hab ich ihm auf den Backen geknutscht und gemeint er kann gehen. Wisst ihr das mit dem Loslassen ist wie John Green sagt: "Irgendwann muss das Pflaster ab, mit einem Stück, auch wenn's wehtut, aber dann ist es vorbei, und du fühlst dich besser." Und ich fühle mich gerade wirklich großartig. Gerade war eine Kontrollörin da und hat meine Fahrkarte abgeknipst. Sie war Jung, mit Blonden gewellten Haaren. Sie lächelt freundlich. Genau wie der Mann mir gegenüber. Am Anfang als ich ein gestiegen bin hat er lieb hallo gesagt und gefragt ob ich nicht lieber vorwärts fahren möchte und ob wir Plätze tauschen sollen. Noch ca 90 Minuten und ich bin da. Übrigens ist der Kaffee der Deutschen Bahn echt gut - ihr solltet den Probieren wenn ihr Zugfahrt. Bisher habe ich 6 von 10 Fingern lackiert. Den Rest machen ich später weil Kinder eingestiegen sind und ich nicht will das die mit dem Geruch zugeschüttet werden. Auf der Rechten Seite Sitzt ein Pärchen, sie schlafen beide und als der Mann telefoniert höre ich herraus das die beiden (anscheinend Schauspielstudenten oder sowas) auch in xyz aussteigen. Genau wie ich. Ich bin gespannt wie der Tag noch so wird. Das einzige Problem ist nur mein Rücken. So bequem die Sitze auch ausgelegt sind, es tut weh sich anzulehnen. Doofer Schrank. Doofe Mom. Aber es ist ein schöner Tag. Ich habe nur ein bisschen Angst das Lia noch schlimmer aussieht als letztes mal. Also Gesundheitlich gesehen meine ich.. An sonnsten ist sie wirklich wunderschön:) Gerade fahren wir an einem Stausee vorbei und es ist ein bisschen Ländlich. Kommt mir fast vor wie zuhause. Ich glaube ich würde mein Kuhkaff wirklich vermissen wenn ich in Da wohnen würde aber Städte haben natürlich auch Vorteile. Wir werden langsamer weil ein Güterzug an uns vorbeifährt. Der fährt bestimmt bis nach nach Hamburg und verläd die Ladungen auf große Schiffe die sie in die Welt hinaus bringen. Wisst ihr was ich schön finde? Es ist schön das ich noch kein eines mal daran gedacht habe, wie es wohl wäre unter besagten ICE zu liegen oder in dem Stausee zu ertrinken. Es ist schön sich umzusehen ohne dem Tot andauernd in's Auge zu blicken. Es ist gut das ich Lebe. Wenn ich auch eingefangen bin, wie ein Vogel im Käfig - ist es trotzdem schön. Mit meiner Kamera mache ich Bilder aus dem Fenster herraus und es ist schön. Es ist schön das ich in einer Stunde da bin. Es ist so schön Lia gleich wieder zu sehen. Ich freue mich so! Ihr hört von mir 
und Passt auf euch auf!! 

Ganz viele Liebe,
xoxo Lee <3 

Dienstag, 15. April 2014

»203«

Ich liege in meinem Bett. Worte fallen auf mich drauf und scheinen mich zu ersticken. Sie schreit herum. Ich weiß nicht mal wieso. Vielleicht macht es ihr Spaß? Nähe. Mal wieder viel zu viel nähe. Mir wird kalt. Obwohl ich mich in den Tiefen meiner Bettdecke verkrochen habe. Ich werde klein. Kleiner als ein Buchstabe auf einer Weltkarte. 
Kälte trifft meine Magengrube. Es soll aufhören. Weniger werden. Weniger Wehtun. Dann Schreit sie, ich soll aufstehen. Als ich den ersten Fuß auf den Boden setze, wird sie schon ungeduldig und schnappt sich meinen linken Arm um mich aus dem Bett zu ziehen. Ich klatsche mit dem Rücken gegen den Schrank auf der anderen Zimmerseite. Ich habe keine Zeit um zu schreien oder zu weinen oder um irgendwas zu sagen. Meine Hände Suchen den Griff der Schranktür um sich hinauf zu ziehen. Ich habe ihn gerade gefunden, als sie ihre Hände erneut gegen meine Schultern drückt damit ich auf den Boden klatsche. 
"Na? Sind wir so Müde das wir nicht aufstehen können?" sind ihre Worte. Natürlich bin ich nur Müde und mir tut natürlich auch überhaupt nichts weh - welch eine Ironie. Irgendwann schaffe ich es auf zu stehen, ohne mich irgendwo wirklich fest zu halten. Sie geht in den Flur, ich folge. Sie schmeisst mir den Schlüssel entgegen. Ich fange ihn. Das ist wohl das einzige was ich an diesem Abend richtig mache. "Geh Wasser holen!" Also laufe ich zum Auto. Ohne Schuhe, ohne Jacke. Nachts um 4! Das Wasser liegt auf dem Sitz vom Auto. Es liegt kalt in meinen Händen. Trotz der Plastikschicht habe ich das Gefühl es läuft direkt über mich. Mein Ohr pfeift und meine Nase tut weh. Als ich wieder oben bin, weiß ich auch wieso. Mal wieder Nasenbluten. Ich schmeiße ihr das Wasser auf die Coutch und gehe zurück in mein Zimmer. Ich schließe die Tür ab, wische meine Nase, für den Moment sauber und lege mich zurück in mein Bett. In knapp 2 Stunden muss ich aufstehen und in der "Kirche" mit ca. 25 Kindern spielen. Natürlich nicht alleine. 
N. ist auch dabei. Ich weiß nicht wie ich wieder lachen soll. Wie ich Leben soll. 
Ich weiß nur eins. Ich will hier weg. 





Sonntag, 13. April 2014

»202«

Vorfreude. Riesengroße Vorfreude. Eigentlich mag ich Ostern und Feiertage und all das nicht wirklich, weil meine "Familie" einfach keine ist. Aber dieses Jahr freue ich mich unglaublich auf all das! Die Vorfreude schleicht sich schon seit einigen Tagen immer näher heran und mit jeder Minute wächst sie und wird größer. Der aufgeschlagene - fast fertig gepackte - Koffer liegt in der Mitte des Raumes und auch wenn ich alle 10 Minuten hinüber falle, wenn ich durch die Gegend laufe, wird er dort liegen bleiben. Eigentlich hatte ich frühestens damit gerechnet, das wir uns in den Sommerferien wieder treffen.. 
Aber unser Wiedersehen findet nach nicht mal 50 Tagen statt! Ich Freue mich unendlich sehr. Dad war so freundlich mal wieder etwas Geld für deine teuere Tochter fliesen zu lassen und hat mir zu Ostern eine Fahrkarte nach xyz geschenkt, damit ich dort meine Lia wieder sehen kann! Und Ohje ich freue mich schon so sehr!! :) 

Wisst ihr an dem Tag, an dem Lia wieder nachhause gefahren ist, hatte ich das Gefühl sie nimmt unendlich viel von mir mit. Eigentlich so ziemlich alles und ich war unendlich traurig. Vor allem weil sich immer wieder böse Fragen in mein Gehirn schlichen. "Was wenn sie es nicht bis zu unserem nächsten Treffen schafft?" "Was wenn ich sie nie mehr wieder sehen werde?" "Was wenn sich zu M. nun auch noch eine L. hinzu schleicht?" Ich weiß nicht ob ich das jemals überleben würde oder es versuchen könnte. Und ich hoffe wirklich das wir uns nach diesem Treffen noch tausend mal wieder treffen werden und das sie immer mehr gesund wird und immer mehr lächelt und stärker wird! Und mit jedem Treffen wunderschöner! Obwohl das fast nicht möglich ist. Denn Lia ist schon jetzt unendlich wunderschön <3 Aber eine gesunde Lia wäre nochmal wunderschöner!! Und ich weiß auch das sie es schaffen wird. Nicht jetzt sofort, nicht in dieser Sekunde, aber ich hoffe so sehr das sie mit jeder Sekunde, langsam aber sicher, der Gesundheit ein Schritt näher tritt und nicht dem tot! 

Ich habe so Angst das ich weinen muss, wahrscheinlich ist das merkwürdig, aber ich will an so einem Tag nicht weinen! 
Ich würde ihr gerne mal dieses Lächeln zeigen das sie im Moment auf mein Gesicht legt, wenn ich daran denke das ich schon in 4 Tagen wieder bei ihr bin und sie in den Arm nehmen kann. 
Vorfreude ist so unendlich schön, so unendlich wundervoll und vor allem so aufregend. Ich bin so aufgeregt! Und so Fröhlich und Glücklich, obwohl es mir eigentlich schlimm geht und das ist toll. 

"Ich bin glücklich und traurig zugleich und versuche noch immer herauszufinden, wie das eigentlich sein kann." 



»201«

Stehe neben dir. Rede mit dir. Aber nichts dringt zu mir hindurch. Bin taub für deine Worte geworden. Bin Blind für deine Bettelnden Hände geworden, die Flehen ich soll bleiben. Bin gefühlskalt für dein erinnern geworden. Bin still geworden, weil reden so viel Kraft braucht und schweigen so einfach ist.











Mittwoch, 9. April 2014

»200«

Die Uhr im Raum scheint auf einmal um das hundertfache an Lautstärke zu gewinnen. Es lenkt mich ab. Es verwirrt mich. Es wirft mich aus den Konzept. Gleichmäßiges Ticken und Tacken. Fr.S sitzt vor mir. Sie schreibt auf während ich langsam Anfänge zu reden. Letze Woche hatten wir es von den "Highlights" in meinem Leben und heute kamen dann eben die "unhighlightigen" Dinge dran. Das erste was mir einfällt ist - wie sollte es auch anders sein - M. aber ich schaffe es noch nicht ihren Namen über meine Lippen zu bewegen. Meine Zunge scheint festgefroren. Die Wörter brechen wie kleine, kalte Eiswürfel herraus. Ich beginne bei Mom und Dad's Trennung. Es ging heute eigentlich nur darum die ganzen Ereignisse zu benennen. Ich denke damit sie sich einfach mal einen kleinen Überblick verschaffen kann.
Gehe über Mobbing und Dad's Unfall und die Zeit in der Cii mich (zum ersten mal) verlassen hat, zu M. und Julii. Bei M. erzähle ich ihr das sie gestorben ist. Nicht an was und nicht wieso und ich fange schrecklich an zu weinen und es ist mir unheimlich peinlich. Sie sagt das, dass in Ordnung ist und das ich im Moment nicht näher darauf eingehen muss wenn ich das nicht für richtig halte und wenn es sich schlecht anfühlt. Also Atme ich kurz durch, wische in meinem Gesicht herum und mache weiter mir Julii. Wir haben heute fast 2 Stunden gemacht und ich fände es schön von ihr das sie das einfach so gemacht hat. Am Ende sagt sie noch das sie nun schon um einiges besser verstehen kann wieso es mir so geht und dann bedankt sie sich für mein Vertrauen. Ja um ehrlich zu sein vertraue ich Fr.S mittlerweile. Ich weiß nicht, vielleicht habe ich einfach ein bisschen Zeit gebraucht um mit ihr warm zu werden oder so? Ich weiß es nicht. 
Ich habe ihr zwar immer noch nicht von der ES erzählt..  Aber irgendwann werde ich das vielleicht noch machen.. vielleicht!
Die Heimfahrt dauert unendlich lange weil ich meinen Anschluss Bus verpasse kann ich 30 Minuten am Bahnhof warten. Zum glück Ist der Kaffeeverkäufermensch so nett und verkauft mir den Kaffe für 1.26€ statt für 1.30€! Weil ich Pleite bin und seine Miss Cappuccino, die sich heute nur einen Kaffee leisten kann. Vielleicht gehe ich morgen nur so zum Spaß hin und bringe ihm die 4 c't und kauf wieder die Standartbestellung, vorausgesetzt Mom gibt mir endlich mein Geld zurück.
Morgen 10 Stunden Schule! 
Oh Lord, I'll gonna die :( 



Dienstag, 8. April 2014

»199«

Komischer Tag. Am Morgen erzählen uns Sanitäter und Polizisten, Feuerwehrmänner und Krankenpfleger etwas über die Gefahren von Alkoholkonsum hinterm Steuer. Nach einer fast 2 1/2 Stündigen Präsentation werden wir in kleine Gruppen eingeteilt. Unser erster Workshop hat irgendwas mir Koma zu tun. Ich höre nicht wirklich hin. Werde abgelenkt von kleinen, feinen Flügelschlägen in meinem Brustkorb. Irgendwann flattern die Flügel schneller und schneller und sie fliegen vor sich selbst weg. Ein Brummender Braunbär setzt sich in meinem Kopf fest. Kratzt mit seinen Krallen in mir herum, wühlt alles auf. Irgendwann legt er seine Tatzen vor meine Augen. Kleine schwarze Pünktchen werden zu gänzlicher Dunkelheit. Ich falle. 

Kurze Zeit später finde ich mich auf dem Boden wieder. Meine Augen flattern auf und der Mann, der den Vortrag gehalten hat, hält nun meinen Kopf fest. Ein Mädchen aus der Para Klasse hebt meine Beine ein bisschen in die Luft. 
Mann stellt mir Fragen. Hast du heute schon etwas getrunken? Ja denke schon. Hast du schon etwas gegessen? Ja - Lüge Nummer Eins. 
Geht es dir gut? Ja - Lüge Nummer Zwei. 

Ich will aufstehen aber der Typ und mein Körper Drücken mich zurück auf den Boden der Tatsachen. Er redet weiter über Koma(partienten), während ich in mein eigenes Koma falle. Irgendwann hilft er mir hoch und ich setze mich zurück auf meinen Platz. Kurze Zeit später gehen Frii und ich raus. Julii kommt hinterher gelaufen. Sie spricht Sätze aus wie "ich hatte voll Angst um dich!" Woraufhin Frii heftig mit den Kopf nickt. "Man das war grußelig mach das nicht nochmal" ist ihr nächster Satz und "das erste was ich gedacht habe ist, mach die Augen wieder auf." ihr letzter. Daraufhin muss ich mich erst mal setzen. Wie war das mit ich bin egal? Sind denn hier alle verrückt? Oder bin ich es? Ich könnte losheulen. Aber stattdessen Konzentriere ich mich auf meine Atmung. Irgendwann gibt Julii mir ein bisschen Apfelsaft (113) und daraufhin verringert sich die Lautstärke in meinem Kopf ein bisschen. Wir gehen wieder rein und als wir gehen dürfen fragt der Mann mich nochmal ob wieder alles okay sei und ob ich nicht vielleicht Nachhause gehen möchte? Nein Danke! Mir gehts gut, alles ist gut! [zuhause wäre es schlimmer als in der Schule - Mom ist schlimmer als Vorträge und Erinnerungen] 

Der nächste Workshop ist in unserem Gang und natürlich kommen wir zu spät. Thema: Notfallseelsorge 
Zeit: 60 Minuten
Gefühl: Mir ist schlecht. 
Ich muss kotzen. 
Hohlt mich jemand endlich hier raus?

Die Frau quatscht übers sterben und über Suizid und ich kann mir Waage vorstellen wer mich in diesen Kurs gesteckt hat. Die Zeit will einfach nicht vergehen und als sie rum ist beschließen wir zu gehen. Nachhause versteht sich. Zwar viel zu früh weil wir eigentlich noch hätten Länge Bleiben müssen aber erstens ich konnte nicht mehr und zweitens halte ich das alles nicht mehr aus. Ich weiß nicht wieso das passiert ist? Vielleicht fällt man schneller um wenn man keinen Schlaf hatte? Oder kein Essen? Oder keine Pause? Ich weiß es nicht. Aber es macht mir Angst. 




Montag, 7. April 2014

»198«

Ich wurde von meiner lieben Lia getaggt ❤️ Dankeschön dafür! 

Lia's Fragen:
1) Welcher Gedanke gibt dir Kraft? 10 <3
2) Was war das Schönste, was du bisher in 2014 erlebt hast? Dich! 
3) Was ist dein Lieblingszitat? Oh da gibt es unendlich viele! 
"Wenn du alles gibst, hast du schon gewonnen" und "It is the unknown we fear, when we Look upon Death and Darkness nothing more"
4) Was magst du an dir? Früher mochte ich meinen Schreibstil ganz gerne auch wenn ich diesen im Moment ein bisschen Schleifen lasse.
5) Wer war dein Kindheitsidol?
Selena Gomez, Miley Cyrus und Demi Lovato.
6) Was magst du am Bloggen besonders? Eigentlich Alles! Ich liebe es das ich dadurch ein Stück weit vergessen kann. Man kann sich alles von der Seele schreiben, natürlich sind die schlimmen Dinge auf einmal nicht verpufft und weg aber sind werden kleiner und handlicher, sodas man damit umgehen kann. Ich mag es das ich durch meinen Blog so wundervolle Leute kennen gelernt habe und hoffe das ich noch viele weitere interessante Leute kennen lernen werde. Ich mag es zu schreiben, weil das so ziemlich immer funktioniert. Reden ist schwer. Aber schreiben tut gut. Schreiben ist befreiend. Schreiben ist Freiheit. 
7) Was gibt dir ein Gefühl von Sicherheit?
Ich fühle mich ziemlich selten sicher, zum einen weil ich mir bei vielen Menschen nie sicher sein kann wie lange sie mir diese Sicherheit vermitteln oder gar schenken können, ohne mich dabei entgültig zu verlassen. Zum anderen aber auch weil ich bei Mom immer aufpassen muss. Ich kann mir nie sicher sein wie sie im nächsten Moment handelt. Ich weiß nie was ich nicht machen darf. Einmal findet sie mein Handeln gut und ein anderes mal klatscht sie mir eine dafür. Es ist anstrengend. Wirklich sicher habe ich mich in meinem Leben nun mal wirklich nicht oft gefühlt aber vor nicht all zu langer Zeit hat ein kleiner Rotschopf  dafür gesorgt das klein Lee sich seit langem endlich einmal wieder unglaublich sicher gefühlt hat:) 
8) Für was bist du im Moment oder im allgemeinen dankbar? Eigentlich bin ich für vieles Dankbar. Ich bin dankbar dafür das ich angefangen habe zu Bloggen, das ich Menschen wie Lia und Lucy und all die anderen kennen lernen darf/durfte. Ich bin dankbar dafür das ich laufen kann und sprechen und sehen und hören kann und auf diese Art und weise wenigstens gesund bin. Ich bin dankbar dafür das Dad noch lebt und das ich tolle Zeiten mit Cii und Julii hatte - auch wenn sie nun endgültig vorbei zu sein scheinen. Ich bin auch dankbar dafür das ich Fr.S habe und das ich ihr mittlerweile langsam etwas vertrauen kann. Ich bin dankbar dafür das es öffentliche Verkehrsmittel und Ostern gibt. Ich bin dankbar dafür das ich Freunde habe die mich trotz all dem nicht alleine gelassen haben - bisher. Ich bin dankbar dafür das ich lebe oder es zumindest versuchen kann. Ich bin dankbar dafür das ich ein Bett und Washi Tape habe. Ich bin dankbar dafür das ich verrückt sein kann. Ich bin dankbar dafür das Mom ab Freitag wieder halbwegs Arbeiten geht. Ich bin dankbar dafür das ich einen Ausbildungsplatz habe und das ich meine Präsiprüfung einigermaßen gut hinter mich gebracht habe. Ich bin dankbar dafür das ich M. gekannt haben darf. Ich bin dankbar dafür das ich träumen darf und das einige Träume in erfüllen gehen werden und gegangen sind. Ich bin dankbar dafür das ich nach Frankreich fahren durfte und das ich im 4 Ausbildungsjahr ein Auslandspraktika machen kann. Ich bin dankbar dafür das ich getaggt wurde und das ihr mich so oft zum kämpfen gebracht habt, wenn ich eigentlich schon am aufgeben war. Ich bin dankbar dafür, dass es EUCH alle gibt! 


So und nun zu meinen Fragen:
1) wie lange bloggst du schon und was ist dir besonders wichtig an deinem Blog? 
2) An wen oder was denkst du gerade? Ist der Gedanken positiv oder negativ? 
3) Was war das letzte Buch das du gelesen hast und was ist dein Lieblingsbuch? 
4) Welche Musik hörst du am liebsten? 
- was ist dein Lieblingslied? 
5) Was ist deine Lieblingsfarbe? Und warum? Hat sie eine besondere Bedeutung oder einen Hintergrund für dich?
6) Was ist dein größter Wunsch/Traum?
7) Was hast du bisher schon alles Erreicht/geschafft? was du nicht geplant hattest? 
8) Bist du Froh das du lebst? wenn ja, wieso? Wenn nein, solltest du Froh sein denn dein Leben wird 100%ig wieder besser werden und dann solltest du erst recht froh sein das du es überlebt hast, denn du wirst es überleben! 

Ich tagge wie immer jeden der Lust hat die Fragen zu beantworten! ❤️
Noch dazu interessieren mich die Antworten meiner lieben Lucy [Fly away] ❤️ brennend, wenn sie Lust hat die Fragen zu beantworten! Noch dazu würde ich gerne die liebe Yessy [Missunderstood] ❤️ taggen weil ich ihr schon so lange nicht mehr geschrieben habe und mir das ein bisschen leid tut! :( 

Freitag, 4. April 2014

»197«

Alles durcheinander. Vermischt. Verwoben. Warum habe ich die alten Bilder nur aufgehoben? Will nicht denken. Nicht sehen. Nicht atmen. Nicht fühlen. Erinnerungen durchfluten mein Seelenmeer und die Wellen brechen sich direkt an meinem Herz. Sie klatschen dagegen. Das Wasser schwappt immer wieder darüber und lässt mich schaudern. Erfrieren. Kalt. 

Der Morgen beginnt bereits einfach schrecklich. Die Küche ist leer bis auf etwas Kirschmarmelade (26) und Senf (48)! Also gehe ich ohne Essen weg. 

Auf dem Weg zum Bus, presst sich leise Musik in meine Ohren. Alles ist so still. Im Bus bin ich verunsichert. Wenige Plätze und keine Kraft die 30 Minütige Fahrt im Stehen zu verbringen. Ich laufe Richtung Mitte an Julii vorbei, als sie ihre Hand ausstreckt und mich neben sich auf den Sitz zieht. "Gut", denke ich. "Schön." Auf einmal beginnt sie zu reden. Einfach so. Irgendein Zeug das mich nicht interessiert und mich eigentlich auch nicht zu interessieren hat. 

Als Seelendieb einsteigt Atme ich auf und erhebe mich, damit er sich vollbrabbeln lassen kann. Knapp hinter den Beiden ist noch ein Platz frei also setze ich mich dort hin, stecke mir die Kopfhörer in die Ohren und schließe die Augen. Irgendwann tippt mir der Typ, neben mir auf die Schulter. Aufstehen und am Fenster erneut Platz nehmen. Sauge die Stille auf, die nur von der Musik ab und an gebrochen wird. Dann geht alles ganz schnell. Aus dem Bus stolpern, Kopfhörer aus den Ohren reißen und zu den anderen gehen. Umarmt werden und trotzdem alleine sein. "Englisch" verbringen wir mit Geschi und in Kunst stellt uns die Lehrerin schon wieder so eine persönliche Aufgabe. 

Wieso springen einem eigentlich immer, zuerst die schlechten Erinnerungen in's Gesicht? 

Nach den paar Stunden und einem Stück Brezel später, stehen wir am Edeka und warten auf V. und N. die gerade drin sind weil sie noch irgendwas holen wollen bis der Bus kommt. Kurz bevor der Bus ankommt, springen die beiden aus dem Laden und V. drückt mir einen lieb gemeinten, Kühlschrank kalten Kaffe Latte in die Hand und lächelt. Wieso um Himmels Willen haben 230ml von dem Zeug 136kcal? Ein kleines verzogenes Lächeln, legt sich auf mein Gesicht und meine Hände öffnen den Deckel. Schmeckt klebrig und zu süß und garnicht nach Kaffee. Schmeckt nach Zucker. Klebt wie Honig. Hellbraun als wäre mehr Milch als Kaffee Drinn. Ich hasse es so böse, über so lieb gemeinte Gesten zu denken. Immerhin haben sie mir keine Schokolade oder so mitgebracht. So wie Seelendieb. Der sich das Zeug trotz seinen "ich bin zu dick" Aussagen - direkt auf die Hüften fließen lässt. Ja und meine 136kcal zuckerbrühe quetschen sich unter meiner Haut zu neuen Fettschichten. Mir wird schlecht.
Dann endlich kommt der erste Bus und wir steigen ein, steigen um und stehen am Bahnhof. Julii steht neben mir und irgendwann legt sie ihre linken Arm auf meine Schulter und ich schüttle sie ab. "Ach kleine!!" sagt sie und legt ihren Arm ganz um mich. »Gehts noch?!« wieder schüttele ich mich und sie lässt mich los. Mir Reichts."Was?" »Man LASS MICH! Geh zu deiner Scheiß Frii die ist eh viel besser als ich. Geh zu deinen ** - Freunden. Aber lass mich einfach in Ruhe. Ich Pack das nicht mehr.« meine Stimme bricht also halte ich den Mund obwohl ich noch so viel zu sagen hätte. 

Natürlich stand Frii dabei und war erst mal richtig sauer. Na bravo. Ich bin so dumm. Es ist einfach nur so, dass es mir den ganzen Tag schon nicht sonderlich gut geht und ich sage ihr im Bus später auch wieso und dann knuddelt sie mich und sagt das sie mich lieb hat. Natürlich ist Frii nicht scheiße! Nicht im geringsten. Sie ist toll und bewundernswert aber NICHT Scheiße! 

Zuhause stolpere ich zur Tür rein und schmeiße mich auf mein Bett um ein bisschen zu schlafen, was mir nicht gelingt aber ich kann ein bisschen entspannen auch wenn mein Kopf fürchterlich hämmert und Pocht. 
Um halb 4 stehe ich auf, nehme mir meine Mathe Sache und setze mich auf den Balkon, um zu lernen und Gott sei dank habe ich diese blöden Formeln endlich in meinen Kopf gekriegt. Nach 2 Stunden, gehe ich wieder rein und springe unter die Dusche. Später kommt Mom vom Schwimmen wieder und bringt ein bisschen Obst mit. Birnen! Ich weiß nicht ob ich das schon einmal geschrieben habe aber ich habe schreckliche Angst vor Birnen. Das ist echt verrückt aber naja. Auf jedenfall sammeln sich jetzt 2 Kilo Birnen und ein paar Rote Weintrauben in unserer Küche, die ich heute nicht mehr betreten werde. Statt dessen vergrabe ich mich unter meiner Decke und versuche krampfhaft nicht zu denken. Einfach atmen. Luft einziehen und ausatmen. Brustkorb heben und senken. So liege ich wieder mal viel zu lange da. Viel zu konzentriert. Viel zu angestrengt. Viel zu erschöpft. Ich bin Müde. Müde vom kämpfen. Müde vom wach sein. Müde vom lächeln. 
Müde von diesem Leben, das mich einfach nicht schlafen lässt.