Freitag, 21. Februar 2014

»185«

Der Tag begann alles in allem ziemlich merkwürdig. Nachdem ich mich überwunden hatte zum Frühstück ein bisschen Kirschsaft (62) mit Wasser (0) zu Trinken war mir schlecht. Und dann dachte ich, ich muss kotzen. Und dann hab ich gekotzt. Kirschsaftkotze. 

Zu Mittag hat Mom dann Feldsalat (30) und Lachs (200) gemacht. Danach war mir schlecht. Und dann dachte ich, ich muss kotzen. Und dann ist sie nicht weg gegangen. Und dann konnte ich einfach nicht kotzen. Und jetzt ist mir immer noch schlecht. 

Und vorhin, da dachte ich, ich esse mal einen Apfel (72) und dann dachte ich, ich rufe Julii mal an. Und dann hat sie sich gefreut und geweint und gefragt was ich mache und wie es mir geht und das es ihr leid tut und dann antwortete ich »Es geht, es geht.« und dachte ich lese ihr vor. Und deshalb habe ich ihr 3 Stunden und 47 Minuten Eine wie Alaska vorgelesen und sie hat gelacht als am Anfang jemand auf Alaska's titte gehupt hat und sie hat geweint als Alaska gestorben ist und irgendwann ist sie kurz eingeschlafen und ich? Ich habe gelesen. Stumm. Monoton. Gleich. Die ganze Zeit. Und jetzt? Jetzt hat sie verstanden wieso Cii mein großes Vielleicht und sie nur das große Fragezeichen ist und dann.. 
Dann hat sie einfach aufgelegt. Tut - Tut. 

Jetzt liege ich hier und ich glaube ich würde weinen, wenn ich könnte. 
Aber es geht nicht. Ich glaube man kann nicht um Menschen weinen, die einem nie wirklich gehört haben. Sie hat mir nie wirklich gehört in sofern sie mir gehören konnte. Sie war wie ein kleiner feiner Ring, der irgendwann einfach zu groß für meine Finger wurde und sich loslöste.
Und irgendwie bin ich sauer. Sauer auf mich. Das ich so viel gegessen habe und sauer darauf das ich sie zuerst angerufen habe und sauer das ich mir fast 4 Stunden Zeit genommen habe, um ihr ein Buch vorzulesen das sie größtenteils eh nicht verstanden hat. Und das wiederum macht mich traurig. Und jetzt denke ich ich sollte weinen. Aber statt dessen fliegt Alaska durch mein Zimmer und klatscht gegen die Wand. Und jetzt tut es mir leid das ich sie gegen die Wand geklatscht habe. "So geht man mit Büchern nicht um Lena." Würde Dad jetzt sagen, der selbst nie viel gelesen hat. Diese Leidenschafft hebt mich von beiden ab. Mom hat in ihrem Leben vielleicht 10 Bücher gelesen Dad vielleicht 5. Und ich? Ich habe mein ganzes Bücherregal ausgelesen. Habe die Wörter wie Wasser durch einen stohhalm hindurch drillet in mich hinein gesogen um sie nie wieder zu verlieren. Und jetzt? Jetzt hätte ich Lust weiter zu lesen. Aber statt dessen hat Mom mir eine Pille hingelegt die machen soll, das ich heute Nacht nicht wieder im Schlaf durch die Gegend schreie und ich glaube ich sollte sie schlucken. Und dann denke ich, ich will noch nicht schlafen. Und dann denke ich, ich sollte aufhören zu denken damit es endlich aufhören kann weh zu tun. Doch den Schmerz kann niemand aufhalten. Er haut nicht einfach ab. Verpufft nicht. Er wird nie ganz verblassen. Nie ganz nachlassen. Es wird immer weh tuen. An sie zu denken. Über sie zu schreiben. Über sie zu reden. Es wird immer weh tun und ein Loch in mir aufreißen dessen Echo lauter Leere hinterlässt. Wahrscheinlich ist es absurd jemanden zu vermissen den man nie wirklich richtig kannte. 

Vielleicht ist es absurd. 
Vielleicht sollte ich weg. 
Noch fünf. 


(Entschuldigt das ganze 'und dann' aber ich hatte heute einfach einen 'und dann' Tag und ohne die ganzen 'und danns' gefällt mir der Text noch weniger..)  

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen