Freitag, 14. Februar 2014

»182«

Sitze in meinem Bett. Eine Mischung aus Gefühlen überlädt mich. Klappt über mich hinweg. Verbiegt mich und rammt mir ein Messer in den Hals. 


Cii hat mich am Dienstag in Sport gefragt 'was mit mir los ist?' und naja natürlich kann ich nicht sagen »ja meine ES vermanscht mich in den letzten Wochen und mit meinem Kopf läuft es generell auch total super ja und dann bist da auch noch du!« Schnell überlegt. »Es ist nichts.« "ja das nichts kennen wir ja" wieder dieses wir, als würde sie nur darauf warten mich wie ein Hund anzufallen und mich wieder auffliegen zu lassen. Ich meine Ja es ist Februar. Ja es ist der 14. Ja mir geht es genau so scheisse wie vor 365 Tagen, trotz Fr.S! Na super und jetzt? Ich überlege weiter was ich ihr erzählen könnte. »Ja und außerdem war Dad im Krankenhaus und es geht ihm trotzdem nicht besser und ich mache mir halt sorgen« sie schweigt. ”wieso hast du das nicht erzählt?" Hahaha weil wir vor ein paar Tagen noch, keine Worte mehr mit einander geredet haben und ich es dabei eigentlich auch belassen wollte. (I never said that..) »Hatte viel um die Ohren, wir müssen wieder rein.« ich laufe aus der Umkleide und setze mich auf eine Bank. 
Ursache: starke Erkältung,
wie Mom schrieb. 
Diagnose: Schlachtfeld auf mir, mit dem ich mich nicht vor den anderen umziehen kann, denke ich. 


Momentan ist es 5:42 und ich habe Angst. Angst vor der Abgabe gleich. Angst vor der Deutscharbeit nächste Woche. Angst vor der Chemie Überprüfung. Angst vor Mathe am Dienstag in einer Woche. Angst vor Cii und Julii. Angst vor allem. 
Aber am meisten vor mir. 

Im Moment komme ich mir vor wie ein Fressmonster. Ich stopfe und stopfe und stopfe alles mögliche in mich rein. Kotze es aus. Und fange wieder von vorne an. So lange bis ich irgendwann nicht mehr kann und heulend auf dem Boden liege. Solange bis ich endlich ein Stück vergessen kann. 


Die Zahl des Todes ist 12, 
und morgen wir es die 11 sein. 
Wenn die Uhr die 0 schlägt.
Dann ist Sie wieder da,
wieder nah. 

Und doch so fern,
vermisse Sie ungern.
Die Null wollte sie haben,
jetzt ist sie eine.

Weg fort, fort.
An einem anderen Ort. 
Noch 12, noch 12.
Dann heulen die Wölf'! 


Ja ich sollte das mit dem Reimen wohl einfach lassen. Vielleicht sollte ich alles lassen. Dieses ganze scheiß Kämpfen hängt mir im wahrsten Sinne des Wortes zum Hals raus. Wo verdammt soll ich denn noch Kraft hernehmen? Da ist nichts mehr, kein Fünkchen. 
Und ich bin mittendrin, das einzige zu verlieren, was mir je wirklich wichtig war.
Nämlich mich selbst. Ich hasse es nicht zu wissen wer ich bin und ich schlittere immer mehr, immer weiter von mir weg auf diesem verdammten Eis. Früher konnte ich Schlittschuh drüber fahren und jetzt? Jetzt breche ich mir die Beine dabei und den Rest gleich mit. 


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