Sonntag, 23. Februar 2014

»187«

Heute morgen hatte ich Kindergottesdienst. Und es war alles unglaublich toll. Bevor ich mich mit der Leiterin getroffen habe, habe ich noch zwei Kinder abgeholt und sie mitgenommen, weil sie noch nicht alleine an der Hauptstraße laufen dürfen. Und am Mittag sind die kleinen dann nochmal gekommen und haben mich besucht. Das war so süß und dann haben sie ein Weihnachtsbuch dabei gehabt und ich habe ihnen ein bisschen daraus vorgelesen. Cii schrieb mir ob ich morgen mit ihr in die Stadt gehen kann. Ich habe zugesagt weil ich einfach ein paar Fragen habe, deren Antwort ich haben will. Und Am Abend war ich zuerst unglaublich sauer. Sauer auf fast alles und fast jeden. Und irgendwie am meisten auf mich. Und dann von einer auf die andere Sekunde wurde alles so viel heller und klarer. 

Wahrscheinlich haben nicht viele das Glück einen wundervollen Menschen wie Lia kennen zu lernen und ihn dann auch noch in Real kennen zu lernen. Und oh ich habe dieses Glück zugewürfelt bekommen. Und ich freue mich so unendlich sehr. Einfach weil allein ihre Anwesenheit diese Welt ein kleines riesengroßes bisschen besser macht. Schon zu wissen das es sie gibt ist unglaublich toll und zu wissen das ich sie schon am Mittwoch bei mir haben werde und sie nach gefühlt eine Millionen Luft und Gedanklichen Umarmung endlich mal wirklich umarmen kann das ist einfach großartig! Lange Zeit habe ich wirklich fest daran geglaubt das es sowas wie Glück und das Schicksal nicht gibt. Und das diese Dinge vielleicht wirklich einfach miese Verräter sind. Aber jetzt gerade, jetzt glaube ich daran das es all das gibt. Vielleicht muss man etwas warten und suchen aber es lohnt sich. Vielleicht war es wirklich Schicksal mit einer priese glück vermischt, dass wir beide uns gerade im richtigen Augenblick 'getroffen' haben. Und Gott ich danke dir dafür. Ich danke dir dafür das es Menschen wie sie gibt, die einem das Glück ein großes Stück näher bringen. Ich bin unendlich froh und Glücklich und bis Mittwoch habe ich bestimmt einen Krampf im Gesicht vom vielen Lachen.
Am liebsten würde ich euch allen ein kleines Stückchen von diesem wundervollen Gefühl hinterlassen damit ihr euch selbst auch mal kurz so fühlen könnt. Einfach Glücklich. Einfach Froh. Einfach Froh das alles irgendwie so gekommen ist, wie es halt gekommen ist. 




Samstag, 22. Februar 2014

»186«

In meinem Kopf schwirren viele kleine Vögel umher. Sie wirbeln mit ihren Flügeln den ganzen, alten Staub wieder auf. Er flattert durch die Luft und legt sich an meiner Schädelinnenseite fest. Doch dann zieht er sie nach innen. Saugt die äußeren Ränder meines Kopfes in sich ein und macht mich wahnsinnig. Es tut weh. Aber es lenkt ab. Auf einmal spüre ich ein ziehen in meinem Linken Bein. Dunkle Nebelschwaden klettern langsam die Knochen hinauf und lassen sich auf ihnen nieder. Mir ist Schwindelig. Scheißkörper. Gewöhn dich wieder daran mit wenig auszukommen. Du kannst dir nicht immer wieder das nehmen was du willst. Ich komme mir vor wie ein Hund dem man sagt das er nicht in die Wohnung pinkeln soll. Dem man sagt er soll nicht andauernd nach leckerchen betteln, solange er nichts dafür tut. 

Heute morgen, war ich ziemlich früh wach. Erst um 4h als Mom's "wunderpille" ihre Wirkung verloren hat. Und dann wieder um kurz nach 8 nachdem ich erneut eine halbe geschluckt hatte. Mein Magen hat sich beschwert. Aber es hat sich gelohnt. Obwohl ich so viel gegessen habe gestern, waren es heute -0.7 Kg (!) Das ist okay. Aber es geht besser. Es muss besser gehen. Ich kann so nicht mehr sein. Ich werde so nicht mehr sein, dass geht einfach nicht mehr. Ich will so nicht mehr sein! Gegen 10h habe ich mir dann eine Schüssel geschnappt um etwas Joghurt (59) und einen Apfel (72) zu essen. Danach habe ich ein bisschen Englisch gelernt und mein Zimmer aufgeräumt. Am Nachmittag hatte ich Nachhilfe. Davor habe ich etwas Knäckebrot (24) gegessen, damit ich etwas lernen kann. Nach der Nachhilfe brummt mein Kopf irgendwelche Formeln die ich bis Dienstag können muss. Immer wieder dotzen die Zahlen wie fliegen, an einer Glasscheibe, an meine Augen. Exponentialfunktion. Dotz. Trigonometrie. Dotz. Zinseszins. Doink. n berechnen. Dotz. A(o) berechnen. Ping. A(n) berechnen. Nein stopp A(n) hab ich. Päng. Ich habe keine Zeit. Nein stop ich habe kein q. Naja doch q habe ich. (100+87.3):100 = 1.873 ja logisch. Mann bin ich blöd. A(n) = A(o) • 1.873 hoch n/x was stopp. Hoch t. Mein Gott n ist doch t. Nein n ist x. Nein t ist x. n und t sind x. Was ist denn jetzt x? Ich werde wahnsinnig. Schon diese paar Zahlen überfordern mich total. Die letze Zahl klatscht gegen meine Augenwindschutzscheibe und klappt sie für einen Augenblick zu. 


Dann klappen sie wieder auf und meine Matratze knirscht unter mir. Der Laptop ohne Internet wird angeschaltet und ein Film wird eingelegt. Ein Tee (5) findet seinen Weg durch mich hindurch. Somit sind es (159) dabei muss es bleiben. 

Sinnloses Gehüpfe von Cheerleaderinnen macht sich vor meinen Augen breit. "The Art of war" ertönt. Ja die Kunst des Krieges. Das gute alte Buch. Es wurde von einem Chinesen geschrieben der den Krieg wohl irgendwie mit erlebt hat oder zumindest viele Strategien hat um ihn zu gewinnen. Sie schauen sich viel davon ab. Überlegen sich neue Tricks und lassen mich für einen kurzen Augenblick eintauchen, in ihre Welt. 

Und dann berührt mich etwas. Eine Art Stromschlag zuckt durch meine Venen. Ich sollte schlafen. Morgen habe ich Kindergottesdienst. Doch ich kenne nicht mal die Geschichte über die ich erzählen soll. Kenne nicht mal die Handlung. Weiß nichts. Außer das ich keine Ahnung habe wie ich es schaffen soll, ohne komplett zusammen zu brechen. 

Things change, doesn't mean they get better. Because some things wont get better at all.

Noch 4. Noch 4. Wie weit ist es 
nur bis zu dir? Bleib doch 
noch ein bisschen hier.
Bei mir. Hinterlass mir eine Wahl.
Und nicht nur diese Qual. 
Es tut so weh. Es tut so weh.
Also gut, dann geh.

Freitag, 21. Februar 2014

»185«

Der Tag begann alles in allem ziemlich merkwürdig. Nachdem ich mich überwunden hatte zum Frühstück ein bisschen Kirschsaft (62) mit Wasser (0) zu Trinken war mir schlecht. Und dann dachte ich, ich muss kotzen. Und dann hab ich gekotzt. Kirschsaftkotze. 

Zu Mittag hat Mom dann Feldsalat (30) und Lachs (200) gemacht. Danach war mir schlecht. Und dann dachte ich, ich muss kotzen. Und dann ist sie nicht weg gegangen. Und dann konnte ich einfach nicht kotzen. Und jetzt ist mir immer noch schlecht. 

Und vorhin, da dachte ich, ich esse mal einen Apfel (72) und dann dachte ich, ich rufe Julii mal an. Und dann hat sie sich gefreut und geweint und gefragt was ich mache und wie es mir geht und das es ihr leid tut und dann antwortete ich »Es geht, es geht.« und dachte ich lese ihr vor. Und deshalb habe ich ihr 3 Stunden und 47 Minuten Eine wie Alaska vorgelesen und sie hat gelacht als am Anfang jemand auf Alaska's titte gehupt hat und sie hat geweint als Alaska gestorben ist und irgendwann ist sie kurz eingeschlafen und ich? Ich habe gelesen. Stumm. Monoton. Gleich. Die ganze Zeit. Und jetzt? Jetzt hat sie verstanden wieso Cii mein großes Vielleicht und sie nur das große Fragezeichen ist und dann.. 
Dann hat sie einfach aufgelegt. Tut - Tut. 

Jetzt liege ich hier und ich glaube ich würde weinen, wenn ich könnte. 
Aber es geht nicht. Ich glaube man kann nicht um Menschen weinen, die einem nie wirklich gehört haben. Sie hat mir nie wirklich gehört in sofern sie mir gehören konnte. Sie war wie ein kleiner feiner Ring, der irgendwann einfach zu groß für meine Finger wurde und sich loslöste.
Und irgendwie bin ich sauer. Sauer auf mich. Das ich so viel gegessen habe und sauer darauf das ich sie zuerst angerufen habe und sauer das ich mir fast 4 Stunden Zeit genommen habe, um ihr ein Buch vorzulesen das sie größtenteils eh nicht verstanden hat. Und das wiederum macht mich traurig. Und jetzt denke ich ich sollte weinen. Aber statt dessen fliegt Alaska durch mein Zimmer und klatscht gegen die Wand. Und jetzt tut es mir leid das ich sie gegen die Wand geklatscht habe. "So geht man mit Büchern nicht um Lena." Würde Dad jetzt sagen, der selbst nie viel gelesen hat. Diese Leidenschafft hebt mich von beiden ab. Mom hat in ihrem Leben vielleicht 10 Bücher gelesen Dad vielleicht 5. Und ich? Ich habe mein ganzes Bücherregal ausgelesen. Habe die Wörter wie Wasser durch einen stohhalm hindurch drillet in mich hinein gesogen um sie nie wieder zu verlieren. Und jetzt? Jetzt hätte ich Lust weiter zu lesen. Aber statt dessen hat Mom mir eine Pille hingelegt die machen soll, das ich heute Nacht nicht wieder im Schlaf durch die Gegend schreie und ich glaube ich sollte sie schlucken. Und dann denke ich, ich will noch nicht schlafen. Und dann denke ich, ich sollte aufhören zu denken damit es endlich aufhören kann weh zu tun. Doch den Schmerz kann niemand aufhalten. Er haut nicht einfach ab. Verpufft nicht. Er wird nie ganz verblassen. Nie ganz nachlassen. Es wird immer weh tuen. An sie zu denken. Über sie zu schreiben. Über sie zu reden. Es wird immer weh tun und ein Loch in mir aufreißen dessen Echo lauter Leere hinterlässt. Wahrscheinlich ist es absurd jemanden zu vermissen den man nie wirklich richtig kannte. 

Vielleicht ist es absurd. 
Vielleicht sollte ich weg. 
Noch fünf. 


(Entschuldigt das ganze 'und dann' aber ich hatte heute einfach einen 'und dann' Tag und ohne die ganzen 'und danns' gefällt mir der Text noch weniger..)  

Dienstag, 18. Februar 2014

»184«

Meine Knie zittern. Den Rücken Drücke ich an die Wand hinter meinem Bett. Bilde mir ein verschwinden zu können, wenn ich genug Drücke. Möchte mich in die Wand hinein drücken. Hindurch. Doch es klappt nicht. Es ist kalt. Die Heizung funktioniert nicht, weil Mom die Miete nicht überwiesen hat. Meine Arme umschlingen meine herangezogenen Knie. Alles ist leer. Ich kann es nicht verhindern. So sehr mein Kopf stop schreit, so sehr er all diese Leere nicht möchte. Sie ist doch da. Langsam kriecht der Nebel unter der Zimmertür hindurch. Drückt sich auch durch das Schlüsselloch und die Balkontür. Dann erreicht er mich. Bin unvorbereitet. Es wirft mich komplett aus der Bahn. Eigentlich wollte ich jetzt noch Deutsch für Morgen weiter lernen aber es geht nicht. Mein Kopf ist vollkommen Leer. Ich bin leer. Alles ist weg. Jeder. Nichts ist Greifbar. Vielleicht klingt das jetzt vollkommen wahnsinnig aber ich fühle mich trotzdem ein Stück weit geborgen. Der Nebel umhüllt mich. Macht mich Taub und Leer. Muss endlich nichts mehr fühlen. Keine Schmerzen mehr. Kein Stress. Keine Angst. Keine Versagensangst. Keine Zukunftsangst. Keine Cii. Keine Brennenden Messerstiche in meiner Brust die tiefe klaffende Löcher hinterlassen. Nichts. Alles scheint mit einem mal egal. Vollkommen unwirklich und so unendlich weit weg. Ich bin Müde. Ich sollte Schlafen. Doch ich kann nicht. Denn das einzige was der Nebel mit sich bringt sind Erinnerungen an seinen letzten Besuch. Cii ist Meilen weit entfernt. Sie ist Glücklich mit B. Niemand braucht mich. Julii hat Schatz. N. hat V. und Seelendieb hat Frii! Wahrscheinlich werde ich nie irgendwo dazu passen. Dazu gehören. Bin unmenschlich. Unnormal. Will einfach nur weg. Weit Weg. Doch das Schlimmste sind Albträume. Seit ein paar Tagen träume ich durchgängig von ihr. M. Und wieso verdammt kann ich nichts machen außer Schreien und weinen und vermissen. Wieso tut es so weh? Wieso tut mir alles weh? Wieso tuen mir alle weh? Will meine Ruhe. Vor Julii und Cii. Vor der Schule. Vor Fr.S! Vor Mom und Dad. Will meine Ruhe vor mir selbst. 

Und doch weiß ich zum ersten mal seit Monaten das es gut ist, nichts zu fühlen. Ein Stückweit. Es macht Frei. Von all dem Schmerz. Wenn auch nur für einen Augenblick. 


»I Know I'm nothing to you.« 
- immer noch. 

Sonntag, 16. Februar 2014

»183«

Die Tür fällt in's Schloss. Alles ist wie immer. Es riecht nach Tomatensuppe (114). Mein Magen dreht sich um. Nicht schon wieder. Sie steht im Flur. "Hallo mein Kind." »Hey« Meine Tasche rutscht von meiner Schulter in meine Ellenbogenbeuge. Dort bleibt sie hängen. Das Gewicht zieht mich kurz nach unten. 
Sie kommt auf mich zu. Langsam wie ein Leopard vor dem Sprung. Langsam legt sie ihre Hand auf meine Wange. Es macht mir Angst. Jede Berührung macht mir Angst. "Na wie war es bei deinem Arschloch von Vater? Hat er dir endlich sein wahres Gesicht gezeigt." Ihre Augen leuchten, doch ich muss ihre Erwartung leider enttäuschen. »Er ist kein Arschloch.« "NATÜRLICH IST ER DAS!" »Ja, zu dir vielleicht.« Ihr Atem trifft mich, es riecht nach Bier. Sie ist zu nah. Geh weg, muss weg. Eng. Alles so Eng. Im Nacken die Tür. Rechts mein Zimmer. Links die Küche. Vor mir sie. Sie kocht. Rasend vor wut. Meine Tasche fliegt gegen meine Terassentür und meine Linke gesichtshälfte knallt gegen die Tür hinter mir. Monotones Gesicht. Alles ist Leer. Nichts zu fühlen da. Meine Knie geben nach und ich schlittere an der Tür runter auf die Fliesen. Sie lächelt. Sie lächelt. Und ich bin tot. Der Leopard hat den Vogel gefressen, weil er seine Flügel zu langsam ausgebreitet hat. "Er ist sehr wohl ein Arschloch!" Etwas tropft in meinem Gesicht. Zuerst denke ich es ist Blut. Doch dann verstehe ich es. Sie hat mir in's Gesicht gespuckt. Erniedrigend. Wertlos. Ein Haufen Dreck. "Er ist ein Arschloch! Du weißt es auch!" Sie lacht und geht in's Wohnzimmer. Dort schließt sie die Tür. Ich schließe mich im Bad ein. Will dieses Gefühl los werden. Will diesen Dreck los werden. Spüre kein Wasser. Keine Wärme. Keine Seife. Keine Sauberkeit. Nichts. Wieso ist sie so? Die ganze Zeit war alles einigermaßen okay. 
Wahrscheinlich hab ich das einfach verdient. Es ist okay. Alles ist okay. 
Weiß seit heute einfach nur nicht mehr wer ich bin und was ich hier eigentlich mache. Aber es ist okay. Ein bisschen. Einen Augenblick überlege ich mir wieder zu Julii abzuhauen und mich auf dem Bachboden im Alten Bett zu verkriechen. Doch dann fällt mir ein, das nichts mehr so ist wie Früher. Die Zeit heilt alle Wunden? Aber vielleicht entstehen einfach viel zu viel neue. Vielleicht hört das alles nie auf weh zu tun. 

»Wie kommen wir aus dem Labyrinth des Leidens?« Vielleicht gibt es keine Antwort, Alaska. Vielleicht doch. Vielleicht hast du sie gefunden. Vielleicht M. Vielleicht werden wir, auf manche Fragen niemals eine Antwort erhalten, weil wir sie nie gestellt habe und keine Zeit mehr dafür finden, um sie zu stellen. 
Und dann ist es zu spät. 

Freitag, 14. Februar 2014

»182«

Sitze in meinem Bett. Eine Mischung aus Gefühlen überlädt mich. Klappt über mich hinweg. Verbiegt mich und rammt mir ein Messer in den Hals. 


Cii hat mich am Dienstag in Sport gefragt 'was mit mir los ist?' und naja natürlich kann ich nicht sagen »ja meine ES vermanscht mich in den letzten Wochen und mit meinem Kopf läuft es generell auch total super ja und dann bist da auch noch du!« Schnell überlegt. »Es ist nichts.« "ja das nichts kennen wir ja" wieder dieses wir, als würde sie nur darauf warten mich wie ein Hund anzufallen und mich wieder auffliegen zu lassen. Ich meine Ja es ist Februar. Ja es ist der 14. Ja mir geht es genau so scheisse wie vor 365 Tagen, trotz Fr.S! Na super und jetzt? Ich überlege weiter was ich ihr erzählen könnte. »Ja und außerdem war Dad im Krankenhaus und es geht ihm trotzdem nicht besser und ich mache mir halt sorgen« sie schweigt. ”wieso hast du das nicht erzählt?" Hahaha weil wir vor ein paar Tagen noch, keine Worte mehr mit einander geredet haben und ich es dabei eigentlich auch belassen wollte. (I never said that..) »Hatte viel um die Ohren, wir müssen wieder rein.« ich laufe aus der Umkleide und setze mich auf eine Bank. 
Ursache: starke Erkältung,
wie Mom schrieb. 
Diagnose: Schlachtfeld auf mir, mit dem ich mich nicht vor den anderen umziehen kann, denke ich. 


Momentan ist es 5:42 und ich habe Angst. Angst vor der Abgabe gleich. Angst vor der Deutscharbeit nächste Woche. Angst vor der Chemie Überprüfung. Angst vor Mathe am Dienstag in einer Woche. Angst vor Cii und Julii. Angst vor allem. 
Aber am meisten vor mir. 

Im Moment komme ich mir vor wie ein Fressmonster. Ich stopfe und stopfe und stopfe alles mögliche in mich rein. Kotze es aus. Und fange wieder von vorne an. So lange bis ich irgendwann nicht mehr kann und heulend auf dem Boden liege. Solange bis ich endlich ein Stück vergessen kann. 


Die Zahl des Todes ist 12, 
und morgen wir es die 11 sein. 
Wenn die Uhr die 0 schlägt.
Dann ist Sie wieder da,
wieder nah. 

Und doch so fern,
vermisse Sie ungern.
Die Null wollte sie haben,
jetzt ist sie eine.

Weg fort, fort.
An einem anderen Ort. 
Noch 12, noch 12.
Dann heulen die Wölf'! 


Ja ich sollte das mit dem Reimen wohl einfach lassen. Vielleicht sollte ich alles lassen. Dieses ganze scheiß Kämpfen hängt mir im wahrsten Sinne des Wortes zum Hals raus. Wo verdammt soll ich denn noch Kraft hernehmen? Da ist nichts mehr, kein Fünkchen. 
Und ich bin mittendrin, das einzige zu verlieren, was mir je wirklich wichtig war.
Nämlich mich selbst. Ich hasse es nicht zu wissen wer ich bin und ich schlittere immer mehr, immer weiter von mir weg auf diesem verdammten Eis. Früher konnte ich Schlittschuh drüber fahren und jetzt? Jetzt breche ich mir die Beine dabei und den Rest gleich mit. 


Dienstag, 11. Februar 2014

«181»

Zwischen den Welten. 

Auf der einen Seite könnte der Tag heute nicht mehr viel schöner werden. Heute Mittag hat Mom mich angerufen und mir gesagt das Post aus DA gekommen ist. Natürlich bin ich sofort vollkommen ausgerastet und meinte sie soll das aufmachen und mir vorlesen. 

Aufatmen. »ZUSAGE« 
von der Privatschule. 

Cii steht neben mir. Sie hört zu. Scheint wirklich zu zu hören. Fange an herum zu hampeln und zu lächeln. Sie weiß bescheid. Wieder dieses Wort. »Zusage« werde das in den nächsten Tagen wohl noch in meinen Wortschatz einprägen müssen. 

Mom scheint sich auch zu freuen. 
Naja sie weiß ja auch noch nicht das ich dann im Wohnheim wohnen werde, wenn alles gut geht. Dad ist Glücklich, weil ich Glücklich bin und doch ist das alles irgendwie so verbindlich. 

Keine Ahnung wieso aber irgendwie denke ich immer noch das ich nicht der richtige Mensch bin. Vom inneren schön aber vom äußeren passe ich einfach nicht in die Schiene rein. 

Vielleicht ist das alles ja auch nur klische aber ich denke Menschen die mit Kindern arbeiten sollten nicht rauchen oder sich verletzen oder depressiv sein oder eine ES haben. Irgendwie ist es.. Ich weiß nicht totz allem habe ich Angst. 

Aber wenn es einen Grund gibt wenigstens mit den ersten 2 Punkten aufzuhören dann ist es meine Ausbildung. Vielleicht klingt das verrückt aber ich würde töten um einfach irgendwann den Beruftitel zu haben. 

Nun muss Mom die erste Rate von 198€ bis zum 20.01 bezahlen. Das ist in 9 Tagen (!!) aber die meinte sie kriegt das Geld zusammen. 

Irgendwie gefällt mir der Post nicht aber naja nicht alles kann so sein wie man es haben möchte. Verzeiht die Umgangssprache. Ich bin das selbst so nicht gewöhnt aber im Moment will ich ne noch in mein Bett und schlafen. Nach 5 (!!) Stunden Mathe heute denke ich habe ich auch ein großes recht darauf.

Goodnight ihr süßen,
Ich hoffe es geht euch allen 
wenigstens  einigermaßen gut <3 

Küsschen, 
xoxo Lee :*

Sonntag, 9. Februar 2014

»180«

Als Alaska im Buch von John Green starb. Habe ich gedacht. »Nein das kann doch jetzt nicht das Ende sein! oder? «

Gerade stelle ich mir die Frage ob das "unser" Ende sein wird. Ob Cii und ich nie wieder näher zusammen finden werden als dieses 'Hallo - Tschüss' Ding. 
Natürlich auch früher waren wir nie gut im reden und ich glaube sie hat es nie ganz verstanden. Normalerweise rede ich ziemlich viel, wobei das garnicht so viel ist, aber bei Cii werde ich still. Vielleicht zum einen weil ich immer einen gewissen Respekt vor ihr hatte. Vielleicht auch Angst. Das ist vielleicht zu viel gesagt. Wobei ich allen Grund dazu gehabt hätte. 

Erinnerungen fliegen durch mein Gedächtnis: Januar. Kalt. Schnee. Ihr Zuhause. Schweigen. Reden nie viel. Langweile sie. Sie spiel Sims. Sehe ihr zu. Sie bestellt Pizza. Abends läuft irgend ein Film von Otto im Fernseher. Schlafe früh ein. Nächster Morgen abgeholt. Ohne verabschieden, ohne nicht. 
Sie ist weg. Ganz weg und mir war es von Anfang an klar. 

Cii ist damals gegangen weil ich ihr nicht Spannend genug war, weil B. besser war, weil ich nie gut genug war. Mittlerweile frage ich mich totz ihrer Briefe und der Nachricht von ihr ob es vielleicht wieder so ist. Ob ich vielleicht wieder zu langweilig war. Vielleicht war ich einfach nicht genug? Vielleicht habe ich zu wenig mit ihr geredet? Vielleicht habe ich mir zu viele Sorgen gemacht? Vielleicht bin ich einfach zu schlecht für jemanden wie Cii. 
Mir war immer bewusst das sie etwas besseres ist als ich. Das sie mehr ist. Aber noch nie war mir das alles so sehr bewusst wie jetzt gerade. 

Kenne sie nicht mehr. Mich nicht mehr. 
Erkenne nichts mehr wieder. Alles ist so fremd, so neu und doch so bekannt. 
Ich lasse sie ziehen. Verkrümele mich in meiner dunkelgrauen Welt und denke zu viel nach. Ein Strudel aus Gedanken, Erinnerungen und Gefühlen zieht mich zu sich um mich dann durch die Luft zu wirbeln. Es tut so weh. Mir wird schlecht. Ich glaube ich muss kotzen. 

Mein Gefühl war immer das ich bei ihr so sein kann wie ich bin, eben nicht das lächelnde, glückliche Mädchen das wie ein Wasserfall unnütze Worte aus sich herraus fallen lässt. Vielleicht war das der Fehler? Vielleicht hätte ich selbst ihr einfach dieses Glückliche ich vorspielen sollen. Aber ich habe es nicht gemacht, weil ich ihr vertraut habe, weil ich dachte es ist okay einmal bei jemandem ich selbst zu sein. Ein einziges verdammtes mal. Aber es war nicht okay und jetzt habe ich das Gefühl das es wieder an mir liegt. Das ich zu still war, zu viel weg. Zu weit weg, zu nah, zu..
Vielleicht war ich einfach zu viel ich? 
 

Ich will sie nicht wieder in meinem Leben haben und irgendwie doch so sehr. Es ist eine Hassliebe. Ein ich brauche sie und ein ich will sie nicht haben. Ein ständiger Kampf in meinem Kopf. Eine ständige Frage! Ein ständiges Wirrwarr in meinem Kopf das mir immer mehr den Verstand und die Denkkraft raubt und immer mehr Platz ein nimmt. Das immer mehr an die Oberfläche dringt. Es ist ein durcheinander das sich nicht in Ordnung bringen lässt, egal wie viel ich auch aufräume.. Manche Sachen werden wohl nie so sein. Nie ordentlich sein. Sie werden immer wild in mir umherflattern. Ich werde sie nicht los. Niemals. 

Samstag, 8. Februar 2014

»179«

Gefühle durchschwemmen mich. Pumpen mich voll mit eiskaltem Wasser. 
Der Winter erledigt den Rest. Wie von selbst gefriert alles in mir ein. Allein.
Nebelschwaden ziehen vor meinen Augen vorbei. Wie kann das nur sein? Allein. Sie klettern durch mich hindurch und hangeln sich an meinen Knochen entlang, verkriechen sich in meinem Bauch und in meiner Lunge. Summe und Brumme. Dumme Einsamkeit macht sich breit. Nicke im tackt. Bin so abgefuckt. Werde Verschluckt. Keine Kraft mehr zu reden. Keine Kraft mehr zu Leben. Keine Kraft mehr, für nichts. Allein. 



Donnerstag, 6. Februar 2014

»178«


Yeah That's what i thought today.

But then.. I Smiled brighter that the Sun :) 

Heute Morgen wurde ich dezent ignoriert. Von Cii vor allem. Das hat mich unglaublich aus der Bahn geworfen. Die ganze Zeit habe ich überlegt was genau ich zwischen gestern und heute falsch gemacht haben könnte doch mir ist nichts ein - oder aufgefallen. In Chemie machen wir jetzt Organische Chemie. Viel Kohlenstoff. Gut. Müsste doch zu schaffen sein. Will Dad einfach nicht enttäuschen. Powi bleibt ohne Lebensinhalt im Raum stehen weil Fr.P viel Papierkram mit den anderen zu erledigen hat, die jetzt FOS machen wollen. Langeweile frisst sich von innen nach außen durch uns hindurch. Nachdenken kann und will ich nicht, es ist vielleicht ganz gut so, dass ich nichts fühlen konnte. Das mich der geliebte Nebel eingefangen und umhüllt hat. Erdkunde verläuft genau so langweilig. Dann Pause. Seelendieb, Julii und ich (!) laufen zum Chinesen. Julii bestellt sich 10 Frühlingsrollen Seelendieb isst Gemüsenudeln mit Hähnchen. Mir ist schlecht. Kotzübel schon allein von dem Geruch nach Hähnchen. Als die beiden im Park essen, rauche ich eine. Mein Mittagessen. Danke Gott, Danke! Das Kippen keine Kcal haben! In Reli machen wir ein Casting wen wir mit auf eine Einsame Insel nehmen würden, wir sollten halt immer jemand änderst sein. Ich war Carola, habe Kunstgeschichte Studiert und bin verzweifelt auf der Suche nach Arbeit und finde keine. 
Ja super. Immerhin. V. hätte eine Magersüchtige (!) spielen müssen, aber sie kam nicht mehr dran. Unser neues Thema ist: Vertrauen. Ich glaube ich habe genug vertrauen. Zu euch zum Beispiel. Zu Lia. Zu viele Leuten. Doch das Problem ist glaube ich das viele Vertrauen nutzen. Zum Beipiel Cii. Sie tut mir einfach weh und langsam halte ich das nicht mehr aus. Vielleicht ist es besser so wenn wir nicht mehr befreundet sind. Vielleicht ist es besser für mich. Vielleicht auch nicht. Don't Know what to think about her and that what she did. 

Nach der Schule bin ich zur Post weil Mom gestern angerufen hat und meinte am Dienstag kam ein Zettel an, das bei der Post was für mich abgegeben wurde, weil zuhause keiner war. 

Also bin ich Schnellsmöglich den doofen Berg hoch gerannt, kann man schon fast sagen und hab das Päckchen aufgemacht :) 

And that's then Reason why i smile! =) 

Es ist von meiner lieben Lia <3 
Und Gott ich hab mich sooooo gefreut, bin durch's Haus gehüpft wie ein Flummiball und Oma hat gefragt ob ich noch alle Tassen im Schrank habe. Und das lustige war, da hab ich gedacht naja selbst wenn, dann wären die jetzt wohl nach dem Rumgehüpfe eh rausgefallen und zerdeppert gewesen! 

Und ich meine wir reden hier von einem wundervollen Teddybären, super riechenden Duftkerzen, einem Süßen Schlüsselanhänger der sofort in meiner Jacke die Mini Tasche für den Skipass bekommen hat und von einem wundervollen Buch. Und das ist sooo süß und ich freue mich immer noch sooooo sehr das ist einfach unglaublich lieb <3 Mir hat selten jemand so viele Schöne und vor allen liebe Dinge gesagt, wenn überhaupt. 

Und irgendwie habe ich jetzt das Gefühl, das du wirklich richtig real bist liebes und nicht nur irgendein wundervoller Traum der Verpufft wenn ich aufwache. Ich meine dich gibt es wirklich. Du bist wirklich da und jetzt sogar noch ein Stückchen näher.

Danke für alles, die letzten Wochen waren so viel besser mit dir! Dank dir! 
Danke das ich dich kennen darf! 
Danke das wir uns gefunden haben! 
Danke für alles, für die vielen lieben Worte und für all die Hilfe! Danke für's immer da sein rund um die Uhr! Einfach Danke das es dich gibt! Ich hab dich lieb <3

Mittwoch, 5. Februar 2014

»177«

Die Wände sind kalt. Der Gelbe Gestrichene Putz bröckelt allmählich von den Wänden ab. Es regnet. In der Regenrinne ist ein Loch. Es Prasselt leise an meinem Ohr vorbei weil der Regen durch die Rohre abfließt. Vorsichtig gleite ich auf den Boden. Lege den Kopf an die Wand und Atme. Noch 5 Minuten. Ganz Ruhig Lena. Langsam erhebe ich mich wieder und gehe in das Gebäude. Es riecht Modrig und doch neu. An der Wand steht schon ihr Name. Fr.S! Im Flur stehen ein Paar Stühle zum warten. Ich lasse mich in einen Fällen und tippe auf meinem Mobiltelefon herum. Sie späht um die Ecke. "Ah da bist du ja" »Hallo«. 
Langsam versuche ich ihr ein bisschen was zu erzählen. Nicht viel, wie immer. Nichts was ihr helfen könnt um mich zu verstehen. Langsam erzähle ich ihr auch von Dad. Das er im Krankenhaus ist und das ich mir sorgen mache. "Ja das ist verständlich, aber er wird schon wieder." 
Toll Danke! Er wird schon wieder? Das ist genau wie mit diesem Alles wird wieder gut gequatsche. Ja toll und was wenn nicht? Was wenn er nicht wieder wird? Wenn er mich dieses mal alleine lässt? Ich meine Klar Fr.S weiß nichts von dem Unfall. Sie weiß nicht wie sehr mich das belastet. Wie sehr weh es tut. Wie sehr ich seit dem Angst habe verlassen zu werden. Wie sehr Cii mir damals weh getan hat. 


Wie sehr sie mir immer noch weh tut und wie sehr sie mich verwirrt hat. Heute Morgen kommt sie zu Frii und mir und meint so "Ich hab was für dich" »okay« Sie gibt mir eine Tüte. Darin ist ein großes Päckchen. Ich packe es aus. Darin wiederum ist eine Collage. So auf 2 x A4 neben einander. Darauf sind 4 Bilder. Und in der Mitte ein Buntes Herz, darauf steht Beste Freunde 4 ever. Ich bin verwirrt ich weiß nicht was ich denken soll, was ich sagen soll, was ich machen soll? Alles scheint sich zu drehen. Die Welt dreht sich in dem Moment in sich selbst um sich selbst herum. Dabei verknotet und verheddert sie sich so sehr das sie sich selbst fesselt und sie kommt nicht mehr frei. Bleibt gefangen. Nur wie lange, das weiß niemand. Zuhause packe ich die Tüte aus und.. Und finde 6. Briefe! 

Darauf steht:

Öffnen wenn... 

... du wütend/verstört oder traurig/verletzt bist

... du lachen möchtest

... du Trost suchst, aber keinen zum reden hast

... du einfach mal ein paar aufmunternde Worte hören möchtest

... du wissen willst, was für eine wundervolle und wunderhübsche Freundin du bist 

... du wissen willst wie sehr ich dich mag/ liebe 

Ich verstehe die Welt nicht mehr. Meine Welt. Ihre Welt. Alles. Es scheint sich zu drehen. Aber in die komplet falsche Richtung. Ich weiß nicht was Richtung und was falsch ist, weiß nur das es nicht richtig sein kann und das es sich falsch anfühlt. Wo ist oben? Wo ist unten? Wo ist der Boden unter meinen Füßen? Wo bin ich? Wo ist sie? Was mache ich blos? 
Ich weiß nicht was ich machen soll.
Ich weiß nicht ob ich sie wieder so einfach in mein Leben lassen kann. 
Ich glaube das geht einfach nicht mehr. 
Keine Ahnung. Weiß einfach nichts mehr. Es tut so verdammt weh und es hört einfach nicht auf.. 




Ich glaube das einzige was ich wirklich weiß ist, das ich im Grunde genommen nicht weiß was ich eigentlich wirklich will. 

Sonntag, 2. Februar 2014

»176«



Gebrochene Worte. Stecken in meinem Hals. Will sie raus schreien. Raus reißen. Will sie einfach los werden, doch es geht nicht. Sie haben sich in meinem Mund unter meiner Zunge versteckt und krallen sich dort fest.So als hätte jeder Buchstabe einen kleinen Haken an sich um mir meine Zunge damit heraus zu reißen, sobald ich versuche das Wort aus meinem Mund zu katapultieren. ANGST.  Sie hakt sich in meinem Mund fest und ich werde sie einfach nicht los. Immer wieder diese ANGST: Darf sie nicht haben. Muss sie los werden. Sofort. Sie muss verschwinden diese ANGST.  Doch sie geht nicht. Nie. Sie bleibt immer da. Lässt mich nicht alleine. 

Es hört nie auf. Niemals. Wie komme 
ich  nur hier raus. Wo ist der Anfang? Wo das Ende? Und wo bleibt Zwischendrin wenn man am Anfang schon vom Ende spricht? Wo bleibe ich? Wo bleibt mein Herz wenn es bricht? Wer spuckt mir als nächstes ins Gesicht. Oh Gott, Oh Gott ich weiß es nicht.