Donnerstag, 9. Januar 2014

»166«

»Ich habe das Gefühl, alles verschwimmt. Das Leben verschwimmt zu einer matschigen Pampe. Es frisst sich durch meine Adern und hinterlässt lange graue Schleier in mir, die sich durch meinen leeren Körper fressen. Sie dringen vor zu meinen Augenlidern, klappen sie zu nur um sie kurze Zeit später wieder auf zu stemmen und lassen mich müde werden. Ein Schauer durchfährt mich. Dann ist alles still. Mein Atem wird immer flacher, immer leiser. Doch mein Puls rast. Er rennt um sein Leben und doch flieht er genau davor. Nach weiteren Sekunden, die mir wie eine Ewigkeit vorkommen, wird auch mein Puls ruhig. Die Schmetterlingsflügel meines Herzens hören auf wie wild zu flattern. Meine Augen schließen sich erneut. Ich schlafe ein.« - lee's Diary 

Traurig das ich selbst jetzt, ein Jahr später immer noch genau so fühle. Mit der Zeit wird man Meister darin, seine wahren Gefühle zu verstecken. Vor allem vor Menschen die mit diesen Gefühlen nur noch schlimmeres anstellen würden. Dad's Stimme erscheint. "Zwangseinweisung" "gestört" "krank" "abnormal" "beängstigend" und noch so viel mehr. Seit Wochen fühle ich mich zum ersten mal wieder richtig schlimm, weil alles so neblig wird. Grau. Schwarz. Dunkel. Allein. Weil Ci weg ist und Julii weg ist. Weil auch ich weg bin. Ich fühle nichts. Bin tot. Seit Wochen zum ersten mal wieder das tote Mädchen. Das aus dem Tagebuch. Das was ich bin. Das Monster. Ich will es nicht sein. Will nie wieder so sein. Will lieber ich bleiben. Doch das Problem ist, das Monster bin ich selbst. Es gibt keinen Monster Teil und keinen lee Teil. Es kommt mir so vor als hätte es die ganze Zeit nur geschlummert um mich nun mit voller Wucht zu überfallen und mir jegliches Gefühl zu rauben.

When I'm alone, the only thing I can't think of, ist hurtig myself. 

Blut. Der Geruch liegt in der Luft, diese ich vorher selbst zerschnitten habe. Ich habe die ganzen Luft und Staubpartikel mit meinem Schwert zerkleinert und besiegt. Habe sie klein gemacht um sie in eine Schublade zu pressen, in die sie nicht hinein passen. Ich würde dem Schmerz so gerne entkommen, entfliehen. Davonrennen. Doch es ist zu spät. Er hat mich gefunden, will mich zerreißen, zerstören. Ich kann nichts tun. Alles ist so dunkel. Wo ist der Ausgang, wo war der Anfang? Wo ist unten und wo oben? Ich weiß nichts mehr. Nur noch das ich weg muss, so schnell es geht. Irgendwo hin, wo mich niemand findet. Alleine. Stille. Leere. Vertrautheit. Versuche all das zu finden was ich hasse, weil ich es liebe. 


Kommentare:

  1. Süße, du bist nicht allein, das wollte ich dir nur sagen. Du bist nicht allein, mit deinen schlechten Gedanken und Gefühlen. Du bist nicht allein mit dem Gefühl, tot zu sein. Du weißt, mir geht es momentan genauso. Du bist nicht allein, niemals. Wenn was ist, scheib mir, jederzeit. Auf meinem Blog oder per Mail, das ist egal. Ich möchte für dich da sein, weil ich genau weiß, wie es dir geht und wie du dich momentan fühlst.
    Fühle dich ganz lieb und ganz doll geknuddelt ♥

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  2. Oh Süße :( Du bist kein Monster, auf gar keinen Fall! Wenn ich deine Persönlichkeit malen sollte, dann würden mir viele Dinge einfallen, aber alle wären wunderschön. Eine wunderschöne Blume, zart und einfühlsam, ein wunderschöner Löwe, der nie aufgibt, egal wie oft ihn das Leben in die Knie zwingt, ein wunderschöner Schmetterling :) Aber auf ganz und gar keinen Fall, hätte irgendwas davon auch nur die geringste Ähnlichkeit mit einem Monster!
    Hat dein Dad wirklich solche Dinge über dich gesagt? :o Wieso tut er das.. Kann er sich nicht vorstellen, wie sehr es weh tut das zu hören? :(
    Wieso nur tun dir so viele Menschen weh, nur weil du krank bist? Ich wünschte sie wüssten, wie wenig man sich das aussuchen kann und vorallem dass man es sich nicht aussuchen würde. Klar, wir wählen bewusst ein krankes Verhalten, weil es uns hilft mit unserem kranken Kopf klar zu kommen. Aber wer würde einen kranken Kopf wählen, wenn er weiß wie schlimm es ist damit zu leben?
    Es tut mir so leid, dass es dir vor einem Jahr schon so schlecht ging :-( Das ist nicht fair. Und ich finde wir sollten Beschwerde einlegen und fordern, dass es dir mit sofortiger Wirkung besser geht und du Schadenseratz erhälst indem dir für die kommenten Jahre tausend Tage Traurigsein erspart bleiben. Das wäre nur gerecht <3
    Danke für so vieles Lee. Du änderst gerade so unglaublich viel für mich *_*
    Danke für das Schmerz-nehmen-wollen.. das wäre so schön. Aber einen Teil davon nimmst du mir längst Lee :) Tag für Tag.
    Ja, sie verschwinden einfach.. lösen sich in Luft auf und werfen uns in die Tiefe. So sollte das nicht sein, das sollten wir nicht durchmachen müssen :-( Kein J. der Welt sollte uns so weh tun dürfen.. Ich wünschte wir könnten einfach immun sein gegen diesen Schmerz.
    Hab dich so lieb Süße :* Soooo sehr.
    DeineLia

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