Donnerstag, 9. Januar 2014

»165«

Alles ist dunkelblau. Gelegentlich kommen ein paar kleine weiße Pünktchen, wie blitze durch die Bläuliche Umgebung hervorgedrungen und machen sich bemerkbar. 

Wir sitzen im IC nach Hause. Vor uns ist ein Tisch auf dem sich Zeitschriften, gesponsort von der Deutschen Bahn, breit machen. An meinem Kopf ist eine Steckdose an der Wand. Je näher ich komme desto mehr habe ich das Gefühl, die Elektrizität spüren zu können. Für einen kurzen Augenblick will ich die Hand heben und das unsichtbare Stromfeld abtasten. Aber ich lasse sie wieder sinken. Ich lackiere mir die Fingernägel während N. und die anderen auf der anderen Seite durch die Shoppingtüten wühlen und die Etiketten von den Stoffen abtrennen. Frii hört Musik. Julii sitzt mir gegenüber. Sie ist Müde und sauer. Wieso muss sie so verdammt süß sein, wenn sie sauer ist? Das ist doch echt mies. Ich meine ich hätte allen Grund dazu in irgendeiner Hinsicht sauer zu sein und was mache ich? Lackiere mir die Fingernägel in der Farbe »Bad Temper Blue«! Das gute alte schlechte Laune blau. Ich passe mich nunmal der Umgebung an und die Umgebung bewegt sich gerade mit ziemlich schneller und doch leisen "schritten" vorwärts und die Stadt zieht an uns vorbei. Ich schraube das Fläschchen mit dem »Schlechte Laune Blau« zu und werfe es in meine Tasche. N. hat mir eine (ich zitiere) "Monstermäßige Hipstermütze" rausgesucht die ich Natürlich kaufen musste, auch wenn sie das wahrscheinlich mehr Glücklich gemacht hat, als mich. Frankfurt war echt schön und so leise dafür das es eine ziemlich große Stadt ist. Solltet ihr jemals in Frankurt sein dann geht in die Zeil gallery und dort im 2.Stock zu Lush, weil erstens  die Verkäuferinnen sind super nett, zweitens es riecht total genial, drittens alles handgemacht und vegan und viertens es ist ein Paradies für Duschgelmonster und welche die eins werden möchten oder Pleite wie man's nimmt!! 

Heute war ziemlich langweilig, ich habe viel geschlafen, mich über die »Kein Netz - Congstar - Verbindung« aufgeregt und war mit mom nach einer neuen Brille für sie schauen. 

Das einzig gute heute ist das Mom wieder einen Job hat! Das hat mich so sehr gefreut. Endlich wieder mehr Raum für mich und doch auch mehr Raum für die Krankheit. Aber selbst im schönsten Apfel, steckt bekanntlich ja der Wurm. Alles was auf den ersten Blick gut ist, hat seine Kehrseite. Wäre sonnst ja auch viel zu einfach.

Wieso muss denn auch alles immer so kompliziert sein? Ich glaube das man uns diesen Weg aus dem Labirinth des Lebens nie beschreiben wird, es gibt keine Schatzkarte und keinen goldenen Schlüssel der und den Weg weißt. Vielleicht müssen wir den Weg erst gehen um sagen zu können das es richtig war, richtig ist. 




1 Kommentar:

  1. Hey meine Süße <3
    du schreibt und beschreibst so wunderschön. Ich finde es so faszinierend wie du die Welt erlebst. Man hat das Gefühl, dass du in die alltäglichsten Dinge so eine Tiefe bringst, so eine Bedeutung. Weißt du wie ich meine? Du denkst so viel mehr, als die meisten Menschen, hältst dich nicht an der Oberfläche von Situationen auf, auch wenn man dort besser atmen könnte. Du tauchst eher durch sie hindurch und siehst so viel, was andere nie sehen werden. Ich glaub nicht, dass das 'gut' ist, weil man wie gesagt unter Wasser nicht so gut Luft bekommt. Aber für Menschen, die auch das Gefühl haben, immer nur durch die Welt zu tauchen (wie ich) wirkt es unglaublich faszinierend jemanden zu finden, dem es so geht. Ich hoffe ich konnte mich irgendwie ausdrücken..
    Genau so ist es, wie du es in dem Kommentar sagst. Ganz exakt so.
    Ich hab dich auch unendlich doll lieb :) und noch viel mehr :*

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