Donnerstag, 26. Dezember 2013

»156«

It still feels like i'm drowning every day of my life. 
Like i'm always on a battle between me and the water.



Dieses Wasser, dieses Gewicht, diese Last sich drückt mich immer weiter nach unten. Jeden Tag ein weiteres Stück, solange bis ich irgendwann auf dem Grund des Ozeans liege und nicht mehr wieder auftauchen kann. Schon allein deshalb nicht, weil die letzte Luft nicht ausreicht um wieder nach oben zu gelangen. Etwas Eisernes hat sich in mir breit gemacht. Es ist schwer und kalt. Vielleicht ist es die Einsamkeit? 


Julii hatte heute Geburtstag. Um 16 Uhr bin ich angekommen und um 18 Uhr wurden Frii und ich wieder raus geworfen, weil sie zu Schatz wollte. Naja ich bin jetzt doch noch bis Freitag bei Dad und deshalb schläft Frii morgen bei mir. Eigentlich wollte Julii auch da schlafen aber sie hat dann doch vorhin noch per Sms abgesagt. Über das Geschenk hat sie sich auch irgendwie nicht so richtig gefreut und dabei habe ich mir extra so viel mühe gegeben.. Zum einen hat sie den Taschenrechner bekommen, den wir für die Abschlussprüfung brauchen weil unser alter nicht zugelassen ist. Ja natürlich das alleine wäre ja wirklich langweilig gewesen, auch wenn der 25 Euro Taschenrechner den Geldbeutel so schon zum platzen brachte. Habe ich ihr ein Duschgelmonster Paket geschenkt. Mit 4 Duschgelen, einem Duschschaum, einem Handpeelig und passender Creme, Nagellack, Gesichtsmasken, Traubenzucker, Kaugummi, Tee, einem Labello und Lustiger Auspackanleitung. An dieser ich den ganzen Montag und Dienstag morgen gebastelt habe. Okay vielleicht ist es manchmal wohl auch schon zu viel verlangt Danke zu sagen, was erwarte ich auch. Sie ist doch eh das Ausrufezeichen. Und dieses Ausrufezeichen schreit nach allem möglichen. Ihre Mom hat sich vorhin bei mir Entschuldigt, das Julia uns einfach raus geworfen hat und meinte das es ihr leid tut. Wisst ihr was mich so richtig aufregt, Julii hat die Perfekte Familie. Ihr Papa und ihre Mama sind einfach toll und ihre Omi ist auch richtig lieb. Sie hat mir heute einen Brief geschenkt mit einem kleines Gedicht, ich schreibe es euch morgen mal auf. das wollte ich eigentlich schon jetzt machen aber der Umschlag ist unten in meiner Jackentaschen und wenn ich da jetzt runter gehe wecke ich nur Dad auf und dann regt er sich wieder auf das ich nicht schlafe. 

Als ob ich das mit abschicht mache! Ich würde jetzt auch echt gerne schlafen aber es geht einfach nicht. Die Schlafstörungen lassen grüßen. Ich hasse es so sehr nicht schlafen zu können obwohl ich so Müde bin. Eigentlich müsste ich die ganzen Ferien schlafen und doch weiß ich schon jetzt das ich die hälfte der Nächte mit lesen und wach sein verbringen werde. Vielleicht bringe ich ja auch endlich die dumme Abschlussarbeit fertig. Egal wann und wenn ich sie nachts schreiben muss. Mir rennt die Zeit einfach davon. So schnell, mit so hoher Geschwindigkeit. Als ob sie versuchen würde vor mir  davon zu rennen damit ich sie nicht anhalten kann um für eine kleine Sekunde auf zu Atmen. 


irgendwann frei bin. Das die Handschellen der Gefangenschaft von mir abfallen und ich unbeschwert sein kann. Ich fand den Schlüssel, die Rettung, die richtige Antwort auf all die falschen, verwirrenden, verschlüsselten Fragen. So viele davon betreffen das Leben. Aber welches Leben denn? Das Leben in Gefangenschaft. Es fühlt sich nicht wie leben an. Es fühlt sich nicht mal nach träumen an. Dieser Traum könnte genau so gut nur ein Wunsch aus tiefstem Herzen sein, der sich jetzt mit Hilfe meines Unterbewusstseins wirre Fäden durch die Nebelschwaden in meinem Kopf strikt. All der Gedanken Nebel versperrt selbst den wirklichen Träumen den Weg und lässt sie nur leise zu mir hindurch dingen. Tief im inneren setzten sie sich fest und bleiben doch ein ungeöffnetes Blatt. Ich bin der Ansicht das man zuerst einen Traum abhaken sollte bevor man den nächsten öffnet und versucht ihn zu erfassen und zu erfüllen. Doch vielleicht sind ja manche Träume Unerfüllbar und dann kaue ich mir mein Leben lang an diesem einen Traum die Zähne aus. Doch sich damit ab zu finden das manche Träume einfach geschaffen sind um nie mehr als Träume zu werden, bringt mich ziemlich aus der Fassung. Wieso Träumt man denn dann überhaupt? Wenn sich nichts von all dem Verwirklicht, macht es doch eigentlich keinen Sinn weiter zu träumen und doch ist Träumen die einzige Art und weise der schrecklichen Wirklichkeit mit ein wenig Wunschdenken und Phantasie den weg zu versperren. Träumen. Wünschen. Hoffen. Das alles tun wir weil wir vor der Wirklichkeit verschwinden, wir wollen ihr nicht in die Augen blicken und verschönern sie uns somit. Wir reden uns all das schön um besser mit dem eigentlich schrecklichen klar zu kommen, ein wenig zu mindestens. In so fern man mit der Wirklichkeit überhaupt irgendwann klar kommen kann. Irgendwie.

Kommentare:

  1. Ach Süße ♥ du schreibst wunderschön. Du beschreibst das so gut, so treffend, so lebendig. Auch wenn es vielleicht ironisch ist zu sagen, dass du das Gefühl zu sterben lebendig beschreibst..

    Deine wundervollen, lieben Worte tun noch so viel mehr, als zu 'reichen' Lee. Sie helfen mir zu atmen, sie breiten sich in mir aus wie eine wärmende Flüssigkeit, die mich davor schützt zu erfieren. Sie legen sich vorsichtig um mein Herz und geben ihm das Gefühl, dass es das Richtige ist weiter zu schlagen. Ich kann dir gar nicht genug danken für deine Worte, kann gar nicht genug beschreiben, wie wertvoll sie für mich sind. ♥ Danke, Lee, ich bin dir unendlich dankbar.

    Ich finde es schön, dass du an Gott glaubst :) Ich kann deine Zweifel so gut verstehen und finde es umso wertvoller, dass du trotzdem an Gott glaubst. Eine zeitlang war ich sehr durcheinander, was das Glauben betrifft, weil ich nicht verstanden habe, wieso mich Gott so leiden lässt. Als ich dann mit 15 wegen einer so bescheuerten Szene meiner Mutter in die geschlossene Kinder- und Jugendpsychiatrie musste und man mir sogar meine Kreuzkette abnahm (sie haben mir alles weggenommen, ich durfte dort nicht mal einen Teddy haben..) da hatte ich irgendwie das Gefühl, Gott hätte mich endgültig verlassen. Aber dieses Gefühl hat sich in den Jahren danach immer mehr gelegt. Es ging mir zwar furchtbar und ich musste durch noch viel mehr Mist als je zuvor, aber ich hatte in dieser Zeit so unglaublich viel Glück. Ich weiß bis heute nicht, wie ich das überlebt habe und wie es so viele Zufälle geben konnte, die mir geholfen haben zu überleben. Und für mich ist das wie ein Beweis, dass Gott da war. Dass er mir geholfen hat. Ich weiß nicht wieso Gott uns so viel durch machen lässt. Aber ich weiß, dass es mir geholfen hat, alles bisher zu überstehen und das ist ein sehr schönes Gefühl :) Vielleicht war es auch seine Absicht, dass wir beide uns treffen :) Ich glaube auch nicht alles was die Kirche sagt und erst recht nicht alles was in der Bibel steht. Für mich ist Glauben etwas sehr persönliches und niemand kann mir sagen, wie ich zu glauben habe. Ich denke nicht, dass Gott uns die Fähigkeit gegeben hat zu denken, damit wir gedankenlos allem folgen, was uns jemand erzählt. Ich finde es so schön, dass du auch 'irgendwie' glaubst, auf deine ganz eigene Art :) Und ich finde es auch total schön, dass du an Engel glaubst. Vielleicht bist du dir so sicher, dass es Engel gibt, weil du selbst einer bist ♥

    Das mit Weihnachten tut mir leid. Das ist so falsch. Du solltest ein wunderschönes Weihnachten haben und deiner Tante würde ich liebend gern mal die Meinung sagen.. Aber ich finde es schön, dass du jetzt erst mal bei deinem Dad bist und auch das Frii bei dir übernachtet. Auch wenn es so schade ist, dass Julii im Moment nur Augen für andere Dinge hat :( Das tut mir leid Süße.. wir sollten uns beide von den J.s in unseren Leben nicht so weh tun lassen..
    Ich weiß wirklich nicht was ich denken oder fühlen soll was J. angeht. Manchmal hoffe ich, dass es einfach Zeit braucht und irgendwann alles wieder sein wird wie zuvor. Ich glaube ich würde J. immer wieder zurück nehmen, egal was passieren würde. Vielleicht mit genug Zeit dazwischen, aber uns verbindet glaube ich einfach zu viel. Das Problem ist, dass ich trotzdem nicht vergessen kann. Das mir jede Verletzung noch Jahr später unglaublich weh tut, selbst wenn sie gar nicht mehr daran denkt. Wahrscheinlich ist das Problem, dass ein Streit für mich nicht einfach ein Streit ist, dass es für mich nicht normal ist, dass man sich mal anmault und dann wieder verträgt. Weil mir alles, gerade bei J., einfach zu sehr weh tut. Ich denke deswegen habe ich mich auch so extrem zurück gezogen, nicht mehr versucht ihr hinter her zu rennen. Weil mich jedes kleine Anmaulen fast zerreißt und sie das in den letzten Monaten zu oft getan hat. Zu oft für mich. Ich denke ich bin einfach zu schwach, für eine ganz normale Freundschaft..

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  2. Ich meine das ganz erst Lee. Du wärst eine wundervolle Kindergärtnerin. Die Kinder würden dich lieben. Und wieder muss ich so schmunzeln, weil wir uns so ähnlich sind. Weil wir beide Kinder so besonders finden. Kinder sehen das Besondere im Alltäglichen und das können Erwachsene nicht. Wir laufen gedankenversunken und mit dem Handy vor der Nase und Musik in den Ohren im Eiltempo zur S-Bahnhaltestelle und schauen uns nichtmal um. Kinder würden auf dem Weg vielleicht die schönste Kastanie finden, die sie je gesehen haben oder im Schnee Fußabdrücke sehen, die aussehen wie Krümelmonster oder das Eichhörnchen bemerken, das flink und leise von einem Baum zum nächsten springt. Alles Dinge für die wir blind sind. Wir brauchen so viel mehr um uns zu freuen, um neugierig zu werden und etwas 'besonders' zu finden. Wir laufen mit Scheuklappen vor den Augen an den kleinen Wundern dieser Welt vorbei und sind traurig, weil wir denken, die Welt sei kalt und leer und langweilig. Deswegen ist es auch so toll Zeit mit Kindern zu verbrigen, sie können einem die Augen dafür öffnen, dass die Welt eben doch schön ist. Dass man sich freuen kann, ohne dass etwas ganz außergewöhnliches geschieht. Außerdem sind Kinder so klar und ehrlich und direkt. Man weiß immer woran man ist, sie spielen einem nichts vor (zumindest glückliche Kinder, die Kind sein dürfen). Ich liebe es einfach Zeit mit Kindern zu verbringen und ich denke, dass es eine unglaubliche Bereicherung ist einen Beruf auszuüben, bei dem man viel mit Kindern zu tun hat :)

    Manchmal, wenn ich deine Kommentare lese, wünschte ich so sehr du seist hier. Würdest in der Nachbarstadt leben oder so und es sei mehr als nur ein Traum mit dir über einen Spielplatz zu tollen :) Ich hätte so gerne einen so wundervollen Menschen wie dich auch im 'realen' Leben. Nicht, dass es mir nicht unglaublich viel gibt, mit dir zu schreiben, aber manchmal würde ich dich so gerne tatsächlich in die Arme schließen ♥

    Ich glaube nicht, dass irgendetwas mehr wert ist, als du mir geben kannst. Ich glaube nicht, dass es so etwas gibt. Denn du gibst mir so unbeschreiblich viel, dass mir einfach jedes Mal die Worte fehlen um es zu beschreiben oder mich genug zu bedanken.

    Ich glaube es hatte Sinn, all das durch zu stehen. Und wenn es 'nur' war um dich kennen zu lernen, dann war es schon das Richtige. Dann war es schon all das Kämpfen wert.

    You are wonderful. You'll never walk alone, too. I'll be right there by your side, whenever you'll need me. Thank you so much, that I don't need to be alone. I love you so much. ♥

    Danke für alles Lee :* Ich danke dir so sehr. Bitte fühl dich ganz fest umarmt. Ganz ganz fest. Ich habe dich so lieb ♥
    Deine Lia

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  3. Dankeschön :* ja man sollte sowas wirklich können. die gefühle einfach einmal abknallen. ich freue mich, dass dir dein wichtelgeschenk gefallen hat. darüber bin ich wirklich erleichtert! ♥

    und ich kann nur zurück geben, dass dein schreibstil wundervoll ist. wenn ich deine texte lese, dann versinke ich in ihnen und kann deutlich spüren, was du in deinen worten beschreibst!

    fühl auch du dich umarmt und ganz fest gedrückt! ♥
    deine m. verte

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