Montag, 16. Dezember 2013

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Irgendwie ist es merkwürdig. Ich hätte gedacht das sie nicht mehr mit mir redet, mich meidet, mich verachtet. Und was macht Julii? Sie bringt mich zum lächeln, bleibt bei mir und redet wie immer. Das verwirrt mich und um ehrlich zu sein Haut es mich ziemlich um, dieses Mädchen haut mich immer wieder um. Genau wie Ci. Ich denke sie weiß es und trotzdem ist sie relativ normal zu mir, so normal wie man sein kann wenn man einen Zahn - OP hatte und nicht lachen kann, weil es weh tut. Sie Gipst mir sogar in Kunst mein Gesicht ein und wir lachen uns beide den Arsch dabei ab. Obwohl ich nicht richtig lachen konnte weil mein Mund und meine Augen zu waren. Alles war weg außer meine Nase, sonnst hätte ich ja keine Luft bekommen. Bei Gelegenheit zeige ich sie euch vielleicht mal. Aber erst wenn das Teil fertig ist. Denn ich möchte noch ein paar Dinge darauf Zeichnen, auch wenn nicht gerade das Talent dazu besitze. Vielleicht dann. 

Wärend der Englisch Arbeit, die mittelmäßig gut verlaufen ist, dafür das Englisch mal mein Lieblingsfach war, hat mich Magen verraten. Wieso muss Scheißding auch wärmend der Stille preis geben, dass ich es nicht Füttere. Natürlich hat N. mich doof angekuckt als ich in der Pause trotzdem nichts aß. Das gut an N. ist, sie redet nie. Sie ist wie mein Inneres ich. Ganz tief. Ich hasse reden. Ich denke lieber über Worte nach und schreibe sie auf. Schreiben war schon immer ein Ventil. Etwas das befreit hat. Ich habe Texte auf meinem Pc die Jahre alt sind. Da war ich gerade 9, vielleicht. Und ich habe von Regenbögen und Glück geschrieben. Und von Farbigen Menschen. Grün, Gelb, Orange. Ich habe von Einhörnern geschrieben. Ein Jahr später habe ich angefangen von Schranken zu schreiben. Von Autos und Flüssen. Von Landstraßen und Angst. In diesem einen Jahr hat sich mein ganzer Schreibstil, nein falsch mein ganzes Leben so schnell, so sehr verändert. Und am aller schlimmsten ist es glaube ich das niemand weiß wie schlimm Dad's Unfall für mich war. Wie schlimm es war von Dorfleuten gefragt zu werden wie es ihn geht, ob wohl ich es doch selbst nie wusste. "Natürlich, ihm geht es gut, er kommt bald wieder zurück nachhause" Niemand weiß was für ein Gefühl einen durchströmt wenn man sieht wie der eigenen Vater kaputt geht, an einen Unfall. Und vielleicht sollte ich das alles schon längst verarbeitet haben. Aus mir raus geschoben haben. Aber es geht nicht. Vor allem nicht jetzt um diese Zeit. Weihnachtszeit. Unfallzeit. Sein Bein tut immer weh egal wie sehr er es weg lächelt, er kann nicht gerade laufen. Nicht mehr rennen. Kein Fußball mit mir im Hof spielen. Kein Basketball. Er kann nicht mehr klettern oder lange Spaziergänge mit den (verstorbenen) Hunden und mir machen. Er kann mir nicht mehr Zeigen was frei sein ist, weil er selbst es nicht schafft. Und das kling vielleicht traurig und das ist es auch. Es ist unglaublich traurig, das er das alles nie wieder kann und das ich es nie wieder mit ihm erleben werde. Mir wurde somit im alter 10 Jahren der Rest meiner "wundervollen" Kindheit genommen. weil mein Vater krank und kaputt war und meine Mutter Arbeitssuchen, arbeitend und aggressiv durch die Welt läuft. In was flüchtet man sich dann? In was vergräbt man sich? Wer beschützt einen? Niemand. Alleine sein. Alleine Stark sein. Darauf wurde ich von Anfang an gedrillt. Und mittlerweile wünsche ich mir nichts sehnlicher als mein alleine sein. Hier aus diesem Drecksloch weg. Fort. Wenn auch mit schmerz. Aber weg. Irgendwo hin. 

Ein Dorf weiter hat jemand an eine Garage hässliche aber wahre Worte gesprüht. "Die Welt lacht über dieses Tote Drecksloch" und ich müsste lachen als ich es das erste mal gesehen habe, weil es so verdammt wahr ist. Könnte glatt von mir sein, nur das ich meinen Traum vom großen Graffiti noch in der Erinnerung hege. Weil es wertvoll ist. Und nicht irgend ein verbotenes gesprühe an Hauswände und Garagen. Aber manche Träume wurden gemacht um es zu bleiben. Um nie mehr als ein Traum zu werden. Genau Australien. Genau wie Klippen und Fallschirm springen. Genau wie fröhliche Weihnachten. Genau wie schöne Geburtstage. Genau wie alles. Jeder Traum wurde gemacht um ein Traum zu bleiben. Und selbst wenn sie wahr werden hat man sie sich doch anders vorgestellt. Träume sind genau wie die Freiheit, wie träumen alle von ihr doch wenn wir da sind und sie da ist, ist sie doch nicht das was wir als frei und unbeschwert empfinden. Es ist eben einfach schwer den Anforderungen der Menschen gerecht zu werden. 





Kommentare:

  1. Hallo du Wunderbare <3
    ich finde es total verständlich, dass du das noch nicht verarbeitet hast. Es gibt Dinge, die unglaublich lange weh tun und niemand von außen hat das Recht zu sagen es sei 'lange genug' oder 'zu lange'. Niemand außer dir wird je verstehen, wie sehr dir das weh tut und deswegen zählt auch nur das was du selbst denkst un fühlst. Und wenn es sich für dich noch schlimm anfühlt, dann ist das auch so.
    ich glaube die eigenen Eltern brechen zu sehen ist eins der schlimmsten Dinge, die man erleben kann..
    Außerdem tut es mir so leid, dass dir so ein großer Teil deiner Kindheit gestohlen wurde. Von dem wenigen was du überhaupt an Kindheit hattest.

    Ich finde es schön, dass du Träume hast, das ist so wichtig :) Und doch wünsche ich dir, dass sich ein paar deiner Träume noch erfüllen werden.

    Ich finde es total schön, dass du schon so lange schreibst :) Und dass es dir gut tut.
    Und ich finde es auch gut, dass du endlich mal wieder lachen konntest und die beiden okay zu dir waren.

    Weißt du denn wo du hin willst? Hast du eine bestimmte Genze nach unten oder ein bestimmtes Ziel?
    Das mit dem Mädchen mit den 52 Kilo ist wirklich krass.. ich glaube auch so eng sollte man das auf keinen Fall sehen..
    Das ist denke ich genau die Frage.. rettet dich die Grenze oder bringt sie dich um? Ich hoffe so sehr, dass wir beide zu denen gehören, die nicht irgendwann von ihrer Grenze umgebracht werden.. das Problem ist, dass es so schwer ist mit diesem Schild. Es erscheint vielleicht ab und zu, aber man kann es immer schön zur Seite schieben indem man sich denkt: "nur noch ein kleines bisschen". Das ist das Gefährliche.

    Dein letzter Satz ist so unglaublich wundervoll. Danke, vielen Dank. :) Ich hab dich so so so sehr lieb. Du bedeutest mir so viel und jedes deiner Worte auch. Danke :) <3
    Alles Liebe,
    Lia

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  2. Hallo Liebes <3
    Danke, dass du stolz auf mich bist <3 Es ist so wundervoll jemanden zu haben, der weiß, was solche kleinen Dinge für einen bedeuten. Das Wort dass du fürs Einkaufen benutzt hast trifft es auf den Punkt. Lebensmittel kaufen ist irgendwie etwas 'intimes'. Ich kann gut verstehen, dass du dann meist nur mit Getränken wieder nach hause gehst. Aber ich wünsche dir wirklich, dass du es auch irgendwann schaffst wieder mehr verschiedene Sachen mit zu nehmen.

    Tut mir leid, dass dich Ci. und Juli so verwirren. Ist es immer noch so wechselhaft?

    Es ist so grauenvoll, was du erleiden musstest. Es ist wie als würde man ein Kind ins Meer werfen und ihm seinen Schwimmreifen weg nehmen und sagen: 'Mal sehen, ob du ihn wieder kriegst, vielleicht lassen wir dich auch ertrinken.' Und dass es schlimm für dich ist daran erinnert zu werden finde ich sehr nachvollziehbar. Und dass dir auch danach noch so viel entrissen wurde durch den Unfall macht es noch schlimmer. Es tut mir furchtbar leid Süße.

    Du hast immer, zu jederzeit, das Recht Grenzen zu setzen. Gegenüber anderen Menschen genauso wie gegenüber dir selbst oder der ES. Man muss nicht kurz vorm Verhungern sein, damit man das Recht hat auf sich zu achten und auf sich auf zu passen. Oft ist es dann auch längst zu spät.
    Ich hoffe auch dass ich irgendwann, rechtzeitig, aufhören kann. Ich weiß gar nicht, ob ich so weit runter wollte, wie ich im Moment bin. Aber jetzt wo ich da bin finde ich mich noch immer viel viel viel zu dick.. und kann mir nicht vorstellen so dick zu bleiben. Trotzallem vergesse ich aber das Versprechen nicht, dass ich dir gegeben habe <3

    Ich hab sooo viel von deinem letzten Kommentar auf Zettel geschrieben :) Lee, du zauberst mir immer wieder ein Lächeln aufs Gesicht. Und das hilft unglaublich. Danke, ehrlich. Danke. <3

    Magst du beim Wichteln mit machen? :)

    Hab dich unendlich lieb Süße <3

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