Montag, 18. November 2013

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Sie behandeln mich anders. Auf eine andere Art und weiße. Und das gefällt mir nicht. Es ist so vorsichtig. Als könnte man mich im nächsten Moment zerbrechen. Wie ein Stück Glas, dass auf den Boden trifft. Fällt. Schlägt. Der Würfel ist gefallen. Der Würfel des Leben's. Ich habe mich dafür entschieden. Weil ich mir das Sterben aufheben will. Möchte damit warten, bis es sich lohnt. Bis es Sinn macht. Auch wenn sterben einfacher ist. Der Gedanke daran verschwindet nicht. Ich hoffe nur, dass er irgendwann verblasst. Das ich nicht mehr immer zu, an diese Momente denken muss. Vergessen. Ja das wäre der richtige Zeitpunkt. Aber wie vergisst man etwas, das Real ist. Das Zukünftig, Gegenwärtig und vergangen zu gleich ist. Sodass man es nicht los wird. Man wird gewisser weiße vom tot verfolgt. Er wartet darauf das man hinfällt und zu lange liegen bleibt. Damit er uns schnappen und davon schleifen kann. Als wären wir nichts. Und genau so fühle ich mich. Wie ein nichts. Ein totes und doch lebendiges nichts. Etwas das nicht da ist. Nicht normal ist. Etwas das es nicht geben sollte. Doch weil es das nichts gibt, gibt es auch mich. Ich bin da, solange ich ein nichts sein kann. Doch in letzter Zeit wird so oft von mir verlangt, ein jemand zu werden. Etwas das von Bedeutung ist. Ich will nie wieder für jemanden von Bedeutung sein. Will nie wieder jemanden, so nah an mich kommen lassen. So nah, hinter die Mauern. Ich habe sie ja nicht umsonst in Jahrelanger Übung perfekt aufgebaut. Nur damit ich jemanden dahinter lasse, der beginnt sie von innen zu zerstören. 
Manchmal habe ich einfach das Gefühl die Welt versteht mich nicht. Oder ich verstehe die Welt nicht. Was in beiden fällen nicht sonderlich schlimm ist. Man gewöhnt sich daran nichts zu verstehen und nicht verstanden zu werden. Es wird ein Standart. Etwas das einen Tag ein und Tag aus begleitet. Etwas das nie verweilt, weil es ewig bleibt. Missverstanden zu werden ist traurig. Aber noch viel Trauriger ist es wenn man verstanden wird obwohl man sich selbst nicht versteht. Und doch ist es schön. Es ist einfach ein Gefühlschaos. Ein's in mir drinn. Ein's das ich nicht besiegen kann. Nicht aufräumen kann. Es wird immer durcheinander bleiben. Bis sich irgendwer daran versucht, es wieder zu ordnen und es schafft. Wahrscheinlich muss ich einfach diesen Menschen warten. Solange bis ich sterbe. Vielleicht ist dieser Mensch ein Therapeut, vielleicht ein gut Freund, vielleicht die Liebe an die ich schon so lange nicht mehr glaube, vielleicht sind es ein Paar tröstende Worte von lieben Menschen die es schaffen die Ordnung in mir, für einen Kurzen Augenblick wiederherzustellen. Bis irgend welche unachtsamen Menschen auf mir und meinen Gefühlen und meinen Gedanken herum trampeln. Wie Elefanten. Ich bin ein Stein ich sehe Hart aus, aber wer weiß vielleicht bin ich im inneren ja doch aus etwas weichem. Etwas das zerbricht wenn man es den Flaschen Menschen in die Hände legt. Weil sie nicht wissen wie man mit etwas wie mir umgehen muss. Ich bin zerbrechlich. Noch schlimmer als ein Stück Glas und das ist ok. Doch das schlimme ist, ich darf nie zerbrechen. So oft man mich auch versucht hat zu kleben und Wunden hinterließ, war es letztendlich doch zwecklos. Sinnlos. Unwirksam. Ich weiß das ein Paar Gedanken und Handlungen immer ein Teil von mir sein werden, ein Teil den ich liebe und hasse zugleich. Es ist in Vielerlei  Hinsicht ein Hassliebe. Ein zwischendrin. Ein wo zwischen stehe ich. Zwischen was entscheide ich mich. Und diese Entscheidungen zermahlen mich. Wie ein Müller sein Mehl in der Mühle. Aber vielleicht Ende ich dann wenigstens als Mehl. Als Staub. Als etwas das leichter ist als Wind. Als etwas das fliegen kann. Das nicht da ist. Nicht wirklich. Vielleicht darf ich dann endlich fliegen. Frei sein. Wenn die Entscheidungen zwischen liebe und hass mich gebrochen haben. Wenn ich es zugelassen habe. Vielleicht dann. Vielleicht nie. Ich weiß es nicht. Und sollte ich es irgendwann herausfinden, dann schicke ich euch die Antwort. Die Lösung des Lebens. Selbst wenn ich jetzt noch nicht genau weiß wie. Doch Irgendwie muss es eine Antwort auf all das geben. Eine Antwort auf mich geben. Vielleicht muss ich einfach nur anfangen langsam, im inneren danach zu suchen. Wenn ich bereit bin. Irgendwann. 


Kommentare:

  1. Vielen Dank für deine Kommentare <3 Danke, dass du an mich denkst, danke, dass du da bist. Das hilft. Ich hab dich lieb Kleines.

    Ich bin seit gestern abend endlich wieder daheim und hoffe sehr, dass es mir bald wieder besser geht.. vielleicht war das alles einfach etwas viel in letzter Zeit. Hab kurzfristig am Freitag einen Termin bei einem Psychiater aus der Klinik bekommen, in der ich war und der mir immer sehr geholfen hat. Wenn mir im Moment jemand helfen kann dann er..

    Mir tut das alles so unglaublich leid mit deiner Mutter.. Kein Kind sollte bei einer solchen Mutter leben müssen. Es ist einfach nicht richtig.. Jedes Kind sollte eine liebende Mutter haben. Man braucht liebevolle Eltern um gestärkt in diese Welt gehen zu können. Es ist nicht nur so, dass solche Eltern ihrem Kind nichts geben, sie nehmen ihm so viel. Selbstwertgefühl, die Fähigkeit zu vertrauen, das Gefühl sicher zu sein und so vieles mehr.. Es tut mir leid. Ich wünsche dir so sehr, dass du Teile dessen, was dir nicht gegeben wird irgendwann an anderer Stelle finden wirst. <3

    Ich verstehe schon irgendwie, dass dein Vater das wissen wollte, ich finde nur die Art und Weise nicht richtig.. aber Eltern denken irgendwie viel zu oft die Grenzen ihrer Kinder seien nicht so wichtig. Zumindest nicht ihnen selbst gegenüber.
    Ich glaube jetzt verstehe ich ein bisschen besser, was du "aufgeben" müsstest. Und ich verstehe, dass es sehr verlockent ist an dem Ort zu bleiben, an dem der Krankheit möglichst wenig im Weg steht. Ich hoffe dass du dich trotzdem irgendwann für den Ort entscheiden wird, an dem du mehr geliebt wirst, und an dem deiner Gesundheit weniger im Weg steht..
    Es ist traurig, das Menschen immer fordern und fordern, wenn sie nicht verstehen, wie schwer es ist ihren Forderungen nach zu kommen.
    Du hast keine schlechte Angewohnheit, die man mal eben ablegen kann. Du hast eine Krankheit und das Schneiden ist nur eine Art, auf die sie sich zeigt. Wenn du damit aufhörst wird die Krankheit nicht weg sein. Sie wird in dir wachsen mit jedem Tag, den sie unterdrückt wird und sich irgendwann einen neuen Weg suchen in dein Leben einzugreifen. Ich denke das müssten die Menschen begreifen. Es geht nicht darum was du tust. Es geht darum wie es dir geht. Keine Krankheit bricht einfach ab. Sie braucht Zeit zu heilen. Zeit, die man dir geben sollte. Es sollte den Menschen nicht um die Schnitte auf deinen Armen gehen sondern um DICH. Alles andere macht nur noch mehr kaputt in dir.

    Kannst du mir einen riesigen Gefallen tun? Kannst du dir von mir das hier auf einen Zettel schreiben oder ausdrucken: "Du bist wertvoll. Du darfst dir die Zeit nehmen, die du brauchst um gesund zu werden. Bitte kämpfe weiter, du kannst das besiegen. <3 Ich hab dich lieb." Und es dir ein oder zweimal am Tag ansehen? Mindestens so oft denke ich es mir, aber leider kann ich es dir nicht so oft sagen wie ich gerne würde.
    Ich bin sicher du findest deinen Weg.

    Gut dass du das verstehst :) Dass man manchmal gerade einfach nicht die richtigen Worte findet oder einfach warten will bis man genug Zeit hat um in Ruhe zu antworten. Es ist einem ja wichtig.

    Ja.. Erinnerungen können furchtbar sein. Es gab eine Zeit, da haben sie mich bei allem was ich getan hab so zerissen, dass mir leben so sehr weh getan hat, dass ich alleine ihret wegen sterben wollte. Aber so schlimm ist es zum Glück nicht mehr. Es fühlt sich nicht mehr ganz so oft so an wie als würden sie mich jeden Moment umbringen.

    Mir kommt das so bekannt vor, sich so zu fühlen, wie als könnte man jeden Moment zerbrechen.. Mir kommt es manchmal vor, wie als wäre meine ganze Haut abgekrazt worden und ich müsste wund und ungeschützt durch Säure kriechen..

    Ich wünsche dir so sehr ein paar positive Momente, ein paar bessere Tage, ein kleines bisschen Licht. Etwas was deine Entscheidung für das Leben bestärkt denn sie ist wundervoll und stark und richtig :)

    Ich hab dich lieb Süße <3 Danke für alles!

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  2. Danke für deine liebevollen Worte! ♥
    Ich drücke dich ♥

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  3. Hey Süße..

    jetzt habe ich wieder so lange gebraucht um zu antworten.. tut mir leid <3

    Danke für dein Kommentar. Es ist so schön, etws von dir zu lesen :)

    Weißt du, es ist furchtbar was deine Mutter erlebt hat. Kein Mensch sollte das durch machen müssen. Aber es ist niemals eine Entschuldigung für das Verhalten, dass man dann seinem eigenen Kind entgegen bringt. In dem Moment, indem du dich entschließt ein Kind zu bekommen (oder zu behalten wenn es kein Wunschkind war) bist du in der Verantwortung für ein unschuldiges hilfloses Lebewesen zu sorgen und es zu schützen. Unabhängig davon was dir passiert ist. Sie hätte kein Kind bekommen müssen, wenn sie nicht für eines sorgen kann..
    Du kannst nichts für das was ihr passiert ist, aber du bist die, die jetzt darunter leidet. Das ist einfach nicht richtig und nicht fair.
    Du bist so viel mehr wert <3
    Und ich finde es so gruslig, was dein Vater erzählt hat.. falls du dich irgendwann dafür entscheidest zu ihm zu ziehen, bitte teil ihr dass dann nicht alleine mit.. und pass auf, dass du in der zeit danach erstmal nicht alleine bist. Ich habe wirklich Angst um dich..

    Ich kann so gut verstehen wie du dich fühlst.. und du beschreibst das so schön.. auch wenn es natürlich gar nicht schön ist. Dieses jeden Moment zerbrechen können..

    Ich glaube auch, dass niemand je komplett verstehen kann, wie das krank sein ist und wie sich jeder einzelne Tag anfühlt, wenn er es nie erlebt hat. Bitte hör deswegen nicht auf diese Leute, wenn sie dir vorschreiben wollen, wie du "gesund zu werden hast". Sie haben kein Recht dazu, sind nicht die richtigen, um das zu tun.

    Ja, da hast du sicherlich Recht. Hätten wir nicht so schlimme Dinge erlebt, dann wäre das Erinnern sicher nicht so schlimm.. Ich hasse es wenn Menschen Sachen sagen wie "Zeit heilt alle Wunden" ohne eine Ahnung zu haben, dass es Wunden gibt, die nicht heilen. Und die vorallem nicht einfach mit der Zeit verschwinden. Wenn ein Mensch einen Schnitt in der Halsschlagader hat, sagt man auch nicht einfach "die Zeit wird das heilen". Aber mir hat Zeit trotzdem geholfen. Einfach weil ich mit der Zeit neue Erinnerungen sammeln konnte, die zwischen mir und dieser furchtbaren Zeit liegen, in der all die traumatisierenden Erinnerungen zustande kamen. Die neuen Erfahrungen gehören nur mir, sie nehmen ein bisschen Platz in meinen Gedanken ein und verhindern manchmal, dass ich mit den anderen Erinnerungen alleine sein muss. Und das hilft. So habe ich in einigen Momenten das Gefühl, dieses Leben irgendwie aushalten zu können.

    Es ist soooo unglaublich süß, was du geschrieben hast mit dem Engelchen.. danke, danke, danke, du bist so lieb!! Ich hab dich so lieb :)

    Und ja, ich denke es gilt für uns beide.. die Menschen, die uns so weh getan haben, haben überhaupt keine Ahnung, wie wir eigentlich sind. Sie kannten uns nie. Wir sollten nicht auf sie hören.. auch wenn das oft so unglaublich schwer ist.

    Und der Satz von Ci. ist ausnahmsweise mal wirklich schön :) Wir sollten nicht auf geben! Wir können das schaffen!

    Irgendwie finde ich den Gedanken schön, dass so viele der Menschen, denen ich jeden Tag begegne du sein könntest :) Das erinnert mich an den kleinen Prinz und daran, dass er sagt, dass es für den Mann ab heute immer wunderschön sein wird, in den Sternenhimmel zu sehen, einfach weil er weiß, dass auf einem dieser vielen Sterne, irgendwo da oben, jemand ist den er liebt. Und ich denke so ist es auch, wenn ich die Menschenmengen ansehe. Ich weiß irgendwo inmitten all der vielen Menschen in Deutschland ist ein Mensch, der ganz besonders wundervoll ist und den ich so sehr lieb habe.

    Ich hab dich lieb Süße, so sehr!
    Alles Liebe,
    Lia

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