Freitag, 8. November 2013

»135«

Flüchte. Vergrabe mich in meinem Loch. Bin einsam. Aber nicht alleine. Lese. Habe Zeit. Endlich mal wieder im eine andere Welt ab zu tauchen. »Eine wie Alaska - John Green« steht auf der Leseliste ganz oben. Beginne. Hätte bisher viel von diesem großen vielleicht gehört. Hatte auf diversen Blogs davon gelesen. Hatte mich verliebt in die Vorstellung, das mein großes Vielleicht das Leben an sich beschreiben könnte. Das mein großes Vielleicht. Mein Leben ist. Es ist jeden Tag wieder ein Vielleicht. Vielleicht will man Leben. Vielleicht nicht. Eine ständige Entscheidung zwischen Ungewissheit und Spontanität. Im Grunde ist beides Ungewiss und Spontan. Leben und sterben zugleich. Aber in meinen Augen ist der Tot das Ungewisse und Leben spontan. Eigentlich ist es traurig. Traurig, traurig zu sein. Aber noch viel trauriger ist es, wenn man traurig sein will und es nicht sein kann. Natürlich sind das alles nur Gefühle. Kleine feine Dinge die sich in meinem Kopf zusammen Spinnen. Die denken sie wäre größer als ich. Die denke sie können beherrschen. Aber Gefühle kann man nicht fühlen, wenn man nichts fühlt. Oder nichts fühlen will. Wenn man sich tot fühlt und zugleich so lebendig wie noch nie zuvor in seinem ganzen Leben. Doch mein Leben ist und bleibt ein Vielleicht. Ein großes Vielleicht zwischen Leben und sterben. Vielleicht ist das, das vielleicht das John Green sucht? Vielleicht nicht. Vielleicht sucht jeder von uns nach einem anderen vielleicht. Nach einem anderen Fragezeichen. Vielleicht bahnt sich jeder von uns seinen eigenen weg aus dem Labyrinth des Lebens, auch wenn wir alle das selbe Ende entdecken. Sterben. Alle sterben. Jeder Stirbt. Selbst die Welt stirbt irgendwann, an den folgen des Todes. Am Massentöten der Menschheit. An der Grausamkeit. An der Kälte. An all dem was Menschen sind. Ich befinde mich in einem großen Zimmer. Im 3 Stock unterm Dach. Der Sturm schreit um die Wände herum und für kurze zeit fühlt sich alles, aber wirklich alles an als würden wir fliegen. Als würde das Haus abheben und sich seinen eigenen weg suchen. Den eigenen Platz. Nachdem es Jahrzehnte Lang an einer Stelle stand. Nach dem es verfiel und wieder geflickt wurde. Nachdem es eine Reihe an Farbpalltetten auf sich trug. Schien das Haus sich seinen eigenen Platz in der Welt zu suchen. Es Verlies an diesem Abend das Dorf. Flog hinaus in die Größe Weite Welt und Platzierte sich irgendwo auf einem Hochhausdach, von dort aus man das große Leben sehen könnte. Doch fühlen konnte man es nicht. Nie. Fühlen darf man nicht. Ist die Oberste Regel. Wer fühlt, verliert. Und das einzige was ich fühle ist das nichts. Ein taubes schwarzes Loch vollgestopft mit leere und drückender Luft. Voll mit dunklen Farben und nässe. Voll mit Gedanken. Voll mit Angst. Voll mit all dem was man hasst. Und in genau so ein Loch hat man mich abermals geworfen. Und dieses mal hat man mir nicht ein mal mehr eine Kerze da gelassen. Das Leben kennt keine Gnade. Es kennt nur tot. Denn den hat es geheiratet. Schon lange bevor wir wussten was Leben ist. Hat sich das Leben in den tot verliebt. Und deshalb kann man nicht an das Leben denken, ohne an den Tot zu denken. Und deshalb kann man auch nicht an den Tot denken, ohne an das Leben zu denken. Es ist ein Kreislauf. Ein nie endender Wasserfall, der nie austrocknet. Es ist der Anfang vom Ende und das Ende von Anfang. Doch, wo ist der Anfang? Und wo das Ende? 


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