Montag, 4. November 2013

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Es ist jedes mal wie eine Welle. Eine Riesen große Welle, die über mich schwappt. Sie droht mich zu ersticken, zu erdrücken. Ich ertrinke. Aber dann holt man Luft und weiß das es keine Welle gibt. Man öffnet die Augen. Alles ist still hier. Auch ich. Das einzige was die Stille kurz durchbricht ist mein Atmen. Ich ziehe die Luft ein. Es fühlt sich nicht gut an. Nicht richtig. Die Schule ist zu viel. Das leben, es ist einfach zu viel. Und doch will ich es, so umbedingt schaffen. Will meinen Abschluss, will die Ausbildung. Will einen Job. Will auf kleine Kinder aufpassen. Will mir eine kleine Summe erarbeiten, will studieren. Irgendwas tun um Menschen zu helfen. Irgendwie. Doch zuerst muss ich wohl oder übel mir selbst helfen. Auch wenn ich das nicht will, nicht kann, nicht darf. Nicht tun werde. Meine Freunde wollen mich nicht mehr. Also habe ich mir neue gekauft. 2 x 10 Stück. 6,50€. Danke Drogeriemarkt. Es sind Freunde, die das leben erträglich machen. Und ich weiß das ich mich nicht weiter verletzen sollte, das ich Fr.S anrufen und mit ihr reden sollte. Das ich fragen sollte was ich machen kann. Aber tief im inneren weiß ich, das ich es garnicht will. Ich will nichts verändern. Ich will und kann den Schmerz nicht loslassen. Nicht jetzt. Mit dem Essen lief es gut. Heute Morgen 1 Liter stilles Wasser getrunken und 2 x von Julii Schokolade eingetopft bekommen, sie hat irgendwas gemerkt. nicht viel aber zu viel. Kann mit dem Gedanken nicht leben das sich in mir so viel Dreckige Schokolade und Abfall befindet. Mittags gewohnt nein gesagt. Mom ist es egal. Ich bin ihr egal. Sie hasst mich einfach. Und ich weiß es. In die Stadt Gefahren. Freunde gekauft. Fast Panisch. Vorfreude. Liebe. Hass. Das alles, es fließt durch mich. 1.2.3.4.5.6.7.8.9.10.11.12... 
Müde. Falle. Schlafen. Leben nicht mehr ertragen. Jemand ist heute von "der Brücke" gesprungen. Auf die Gleise. Es war alles gesperrt. Ich hab es nicht gesehen. Aber gehört. Ist nicht weit von der Schule. Traurig. Hätte helfen können. Helfen müssen. Helfen sollen. Hätte irgendwas machen müssen. Hätte Umarmen müssen. Einfach nur Umarmen. Aber ich weiß nicht mal wer es war. Mädchen. junge. Ganz egal. Ich habe nicht geholfen. Genau wie bei M. Hätte sie retten können. Retten müssen. Hätte sie zum Essen bringen müssen. Hätte sie.. Hätte irgendwas.. Vermisse sie. Vermisse unsere Träume und Pläne. Vermisse ihre Stimme. Ihr Art das Leben zu sehen. Vermisse alles. Aber M ist geflogen und da ohne mich. Heute Abend gegessen. Einfach weil ich es nicht ausgehalten habe. Alles wieder ausgespuckt. Den Dreck die Abflussrohre runter gespült und vergessen gemacht. Jetzt nur noch schlafen. Müde. Lebensmüde. Zu nichts mehr Fähig. Zu viel. Alles. Viel zu viel. Ich ertrinke. Welle erstickt. Verschluckt. Lässt mich verschwinden. Hoffentlich dann für immer. 


Kommentare:

  1. Oh Süße, deine Worte ergreifen meine Seele grade total...
    Ich kann so gut nachempfinden, wie du dich fühlst, mir geht es momentan nicht anders.
    Diese kleinen silber blitzende Freunde, die kenne ich nur zu gut und in mir drin, tief in mir, weiß ich auch, genauso wie du, dass ich diesen Schmerz, diese Freunde nicht verlieren will...
    Liebes, wenn was ist, melde dich bitte bei mir ja?! Ich lasse dir mal meine Mail und eine ganz ganz liebevolle Umarmung da! ♥ Du bist nicht alleine! ♥
    mail-an-lucy94@web.de
    Schreib mir, wenn dir danach ist. ♥

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  2. Bitte fühle dich auch mal ganz ganz fest gedrückt. Weil ich dich lieb habe, weil du jemanden haben solltest, der dich in den Arm nimmt, weil du besonders bist, weil ich wünschte du seist nicht so traurig.
    Ich kann dieses Gefühl so gut verstehen, dass eine Welle über einen schwappt, einen zu Boden drückt und den Atem raubt. Es ist ein furchtbares Gefühl. Und überall dieser Druck auf den Ohren, diese unheimliche Stille.
    Ich finde es toll, dass du trotz all dem noch weißt, was du dir eigentlich wünscht. Und es ist so schön, dass du Menschen heflen willst. Ich weiß, dass du das super könntest. Ganz bestimmt. Eine Zeit lang, war der Wunsch irgendwann einmal anderen Menschen helfen zu können das einzige was mich am Leben gehalten hat. Es hat mich überleben lassen, bis wieder andere Gründe hinzu kamen. Es hilft mir auch unglaublich Medizin zu studieren.

    Es ist schön, dass dir das Bild gefällt. Das Bild habe ich von weheartit, aber den Text habe ich selbst drauf geschrieben. Er war im Prinzip der Anlass meinen neuen Blog so zu nennen, wie er heißt.
    Danke für deine lieben Worte.. ich habe sie heute in der Uni gelesen (ich kann mit dem Handy die Seiten aufrufen, mich aber leider nicht einloggen um zu antworten) und sie haben mir wirklich sehr viel Kraft gegeben.
    Ich kann leider wirklich nicht bleiben, wenn er kommt. Ich schaffe das nicht. Diese Erinnerungen an die schlimmste Zeit in meinem Leben, an Dinge, die Teile von mir nicht überlebt haben, sie sind einfach zu schlimm. Sie reißen mir immer wieder den Boden unter den Füßen weg und lassen mich so tief fallen.

    Es tut mir leid, dass deine Wohnsituation so schwierig ist. Es sollte nicht deine Verantwortung sein, dass deine Mutter finanziell klar kommt.. Wieso denkst du, dass dein Vater genauso wie Ci denken würde? Weiß er denn ein bisschen etwas von deinen Problemen? Ich glaube Eltern können manchmal lernen, dass das ganze ein Prozess ist und man nicht zu viel fordern darf. Ich denke es liegt daran, dass sie sich auf der einen Seite einfach wünschen, dass dir besser geht. Auf der anderen Seite steht denke ich das Problem, dass man die Krankheit nicht sieht. Wenn man sich damit nicht auskennt, und es niemals erleben musste, vielleicht kann man dann schwer verstehen, dass ein psychisch kranker Mensch das krankhafte Handeln nicht einfach abstellen kann. Das ist traurig und es macht die Situation nur noch schlimmer.. Wir wissen das und wenigstens gibt es damit schon mal zwei Menschen mehr auf der Welt, die an niemanden solche Erwartungen stellen würden.
    Als ich mit 15 das erste Mal in einer Klinik war hätte es mich unglaublich entmutigt, wenn ich gewusst hätte, das ich Jahre später noch immer so am kämpfen sein würde. Vielleicht ist es manchmal ganz gut, dass man das ganze zuerst etwas naiv sieht..

    Danke für alles <3 Ich hab dich lieb!! Du bist toll :) Einfach toll.

    P.S.: Wilkinson-Klingen habe ich früher auch verwendet, bitte sei damit extrem vorsichtig. Man gerät zu schnell zu tief..

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  3. dein Text ist echt krass traurig :( bitte Versuch das leben einfach nicht so ernst zu nehmen , lass alles auf dich zukommen :)
    und du bist nie alleine , glaub mir das :*

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