Dienstag, 22. Oktober 2013

»123«

Nichts wird jemals wieder so wie es einmal war. Alles verändert sich mit der Zeit die sich immer weiter dreht. Heute war ein guter Tag, ich habe in der Kirsche geholfen. Mich gefreut. Habe einen kleinen Jungen Glücklich gemacht. Und musste selbst, oft ein paar mal lachen. zwar war dieses Lachen selbst dann, nicht immer leicht aber es hat sich immerhin ganz gut angefühlt, mal wieder ein bisschen zu lachen. Auch wenn mir selbst in diesem Moment mehr nach weinen zu mute war. Mit Julii läuft es auch nicht besser. Ich werde ihr immer mehr egal, total egal, auf den Tot egal. Aber ich meine, es spielt ja keine Rolle ob ich Leben oder nicht. Es ist egal, hat keinen Wert mehr, nicht für mich und nicht für Sie. Für niemanden. Ich war schon immer das kleine hässliche, Mädchen das niemand braucht, das man ersetzen kann, so leicht, so einfach, so schnell. Und das tut verdammt weh. Zu wissen dass man jedem egal ist. Auf den Tod egal. Das es egal wäre ob ich hier bin oder nicht. Das schlimmste ist das niemand den Gedanken vertreiben kann. Den Gedanken an's sterben, den Gedanken an den Tot. Das schlimmste ist, dass ich weiß das sich alles wieder genau in die selbe Richtung dreht. Das alles genau so wird, wie damals. Das jede Sekunde so wird wie am Anfang. Dass sich nichts verändert hat. Und das es niemand ändern kann. Das alles so bleibt wie es war, genau so wie es war, bevor Fr.S versucht hat es zu ändern, bevor Julii versucht hat es zu ändern, bevor ci versucht hat es zu ändern, obwohl es niemand von ihnen auch nur an nähernd geschafft hat. Niemand kann mich noch retten, ich bin verloren, verloren in mir selbst. Schon seit Jahren, versuche ich herauszufinden warum ich so geworden bin. Warum ich ein kaltes, totes Winter Mädchen geworden bin. Ich meine welche Situation, welche Sachen, welcher verdammte Moment hat mich zu dem gemacht was ich heute bin? Und wenn ich ehrlich zu mir selbst bin, dann kenne ich die Antwort. Zum einen weil Dad, der damals beinahe seine geliebte Tochter, alleine gelassen hätte, der mich verlassen hätte, seine Tochter und das für immer. Und noch in dieser Nacht beschloss ich, dass wenn er stirbt, das ich dann auch sterbe. Damals war ich 10. Das ich auf  dieser abgefuckte Welt nicht alleine sein wollte, war schon immer klar. Ich meine welches fünfjährige Kind bleibt gerne allein zuhause. In einem zuhause, mit Monstern und Angst die, das kleine Kinderherz verstören. Wer würde gerne zuhause sein, in einem zuhause das keins war, und nie eins gewesen ist. Wer wäre gerne in einem Haus geblieben in dem Schmerz das einzige war was man liebte und liebe das einzige war das Schmerzen zufügte.  Ich weiß selbst heute, dass meine Kindheit trotz allem schön war. Dass ich ein Kind war das gelacht hat, das Lachen konnte. Solange es denn wollte. Doch dann irgendwann, da kam der Augenblick in dem sich alles in eine ganz andere Richtung gedreht hat. In dem Moment, an dem ich lernte das Schmerz, eben doch nur Schmerz war. Der Moment in dem ich spürte das Schmerz  gut sein kann. Dass er nicht gehasst sein muss, wie ich das als Kind immer glaubte, dass Schmerz das einzige war was Schmerzen verdeckte. Dass ich nur Schmerzen fühlen konnte, weil ich nicht geliebt worden bin. Nie. Und heute versucht Mom mir krampfhaft ihre Liebe zu zu stecken. Mich damit zu überfluten. Mich damit zu ertränken. Mich damit zu überhäufen, solange bis ich vergebe. Ihr vergebe das, dass alles nichts war. Dass mein Leben und ich nichts waren und nichts sind. Ich werde michmorgen um 7 h aus dem Bett aufraffen, die müden Knochen aufwecken, mir gefühlt ein Kilo Schminke ins Gesicht klatschen und versuchen mit dabei ein Lächeln mit schwarzer Tinte ins Gesicht zu schmieren. Ich werde versuchen zu lachen, schon allein der Kinder wegen. Weil sie glücklich sind, wenn ich es bin. Auch wenn der ein oder andere wohl spühren wird, dass es nicht so ist. Dass ich nicht das glückliche und lachende Mädchen bin. Werden sie mir trotzdem glauben. Sie werden mir glauben dass alles okay ist, das es mir gut geht, das mein Lachen echt ist und die Tränen, Freudentränen sind. Besser Schmerz der tief auf dem Herzen vergraben liegt, als Tränen die erkannt und gehasst werden. Ich bin, und war nie das was ich vorgab zu sein. Ich versuchte immer mehr zu sein. Mehr als ich war. Ich wollte viel zu viel. Wollte viel zu viel sein. Und hab es letztendlich doch nie geschafft.



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen