Freitag, 18. Oktober 2013

»119«

Hast du jemals das Gefühl gehabt, ganz allein zu sein? Niemanden zu haben der einen Versteht und für einen da ist?

So fühle ich mich. Komplett egal und nutzlos. Wertlos. Nicht wichtig. Nicht gut genug.. Einerseits wird dieses Gefühl immer mehr verstärkt, weil Julii so abweisend ist. Sie tut mir weh. Und abgesehen davon das ich es eigentlich nicht mal richtig spüre, tut es einfach nur weh. Am Mittwoch war ich bei ihr. Voller Vorfreude sie mal wieder zu sehen. Sie war beim Pferd und ich hab zugeschaut. Ein paar Sprünge aufgebaut. Ihr gesagt was sie besser machen könnte. Ich weiß das ich mir solche Kommentare zu ihrem Reitstil besser verkneifen sollte, weil ich 1) selbst nicht mehr reite und das seit fast 1/2 Jahr jetzt und 2) weil Julii eh alles besser weis.

In der Hinsicht sind wir gleich. Wir waren früher in allem gleich. Liebten die selben Sachen und hassten die selben. Waren gleich. Wir wussten was der andere Denkt. Wie es ihm geht. Wenn es ihr schlecht ging, ging es mir schlecht. War sie Glücklich, war ich Glücklich. Und umgekehrt. Doch seit sie mit ihrem Freund zusammen ist, dreht sich alles um ihn. Den ganzen Tag. Klar sie liebt ihn und ich gönne es ihr auch von ganzen Herzen. Aber ich hatte halt einfach (in meinem Jugendlichen Leichtsinn) geglaubt das unsere Freundschaft vor ihrer Beziehung steht. Ich hatte nie gedacht, das sie mal so kalt zu mir wird.

Als ob es in mir drin nicht schon kalt genug wäre? Als ob der Eiszapfen in meinem inneren nicht ausreichen würde um an ihm zu erfrieren. Deshalb versucht sie also ihn noch größer zu machen? Damit ich erfriere? Damit ich weg bin? Ja das kann sie haben. Ich meine was habe ich denn noch hier? Meine Freunde brauchen mich nicht, Mom hasst mich, Dad kommt drüber hinweg ich habe in seinen Augen wahrscheinlich eh versagt. Und Ci, die beginnt gerade mich erneut gegen B. auszutauschen. Nochmal. Erneut. Und nochmal halte ich das nicht aus. Ich habe das damals gerade nur so geschafft und es war eine der schlimmsten Zeiten in meinem ganzen Leben. Es ist einfach nur so grausam zu wissen das wenn man weg wäre, das es niemanden interessieren würde.

Nach den Ferien gehen alle wieder schnell in die Schule. Der Platz neben Ci bleibt eben leer. Nach 1-2 Wochen sitzt dort eh B. Dann hat sie mich bereits vergessen. Julii sitzt eh neben Frii. Ich glaube fast das ich Frii wichtiger bin als Julii. Das ich Julii mehr egal bin. Das es ihr Scheiß egal wäre wenn ich hier bin oder in Australien oder eben tot. Eines Tages sterbe ich doch eh. Und wenn nicht ans Suizid dann an der Kälte in mir drin. Spätestens die tötet mich. Lässt mich erfrieren. Schon jetzt. Wie wird das denn wenn der Winter kommt? Ich habe mir heute ein Nest gebaut. Ich brauchte einen Ort an dem ich mich sicher fühle. Also habe ich mir ein Paar decken und Kissen geschnappt und mich verbuddelt.

Ich wollte einfach raus aus der Realität. Weg von diesem Scheiß leben. Einfach raus. Und da ich momentan nicht die Kraft habe um raus zu gehen, verbuddele ich mich eben drinnen. Ich schaffe mir eine eigene kleine Welt. Nach einer Stunde tauche ich hervor und Ringe um Atem. Die Lift wird dünn und salzig. Salzig von den Tränen. Ja ich Weine. Schon wieder. Ich bin mittlerweile so schwach das ich weinen kann. Und ich atme immer so komisch bei Weinkrämpfem. So kurz und ruckartig. So, dass wenig Luft in mich rein kommt. Damit ich leer bleibe. Damit gerade so viel Schmerz in mir drin sein kann, wie ich gerade so tragen kann. Dann habe ich mich frei geschnitten. Raus aus dieser Atemnot. Wieder Luft Kriegen. Luft die nach Rost schmeckt. Nach Rost und Blut. Nach altem Metall das erst vorsichtig und dann immer hektischer die Stille zerschneidet. Zerstückelt. Durchbricht. Ohne es letztendlich geschafft zu haben. Die Leere füllt alles. Ich bin leer. Leer und kalt. Eiskalt trotz einer Zwiebelschicht aus Pullovern die den Unfall verdecken sollen.

Jetzt starre ich an die Decke. Sie ist das einzige was gleich bleibt. Alles verändert sich. Aber nicht die Zimmerdecke. Sie bleibt immer so nah und doch so fern. Immer so beweglos und still. Immer so haltend. Die Decke hält mich fest. Sie versucht mich Fest zu Kammern. In meinem Bett fest zu halten. Mich zu entspannen. Und langsam kann ich wieder normal atmen. Der Weinkrampf hört langsam auf. Ein Paar letzte Tränen kullern mir die Wangen hinunter. Ich versuche zu schlafen. Ohne Monster. Ohne Träume und ohne Betäubung. 



1 Kommentar:

  1. Und wir brauchen dich ebenfalls, Süße <3
    Du bist es nicht wert, dass man dich so behandelt. Ich würd am liebsten zu dir fahren und dich umarmen. Eine große, warme Umarmung, die das Eis schmilzt.
    Wie wärs - wir klauen ein Auto, fahren irgendwo hin, besaufen und und geben einen Fuck auf diese Welt? ;-)
    glg :3 <3

    AntwortenLöschen