Montag, 14. Oktober 2013

»116«

Ich habe eben mit Fr.S telefoniert. Ich habe es einfach gebraucht. Ich habe sie gefragt ob ich so bald wie möglich einen Termin haben kann. Und ich muss anscheinend echt aufgelöst  gelungen haben, denn sie meinte ich kann morgen schon vorbei kommen. Ich muss ihr das jetzt einfach erzählen. Denke ich. Ich weiß nicht. Und außerdem muss ich mit ihr über Julii reden. Ich komme damit einfach nicht klar. Alleine nicht. Ich bin ihr einfach so Scheiß egal geworden.

Das habe ich ihr auch eben geschrieben und das sie sich melden kann wenn sie wieder normal ist. Und ich hab wie immer tschüss geschrieben. Ich finde tschüss ist so ein merkwürdiges Wort. Ich weiß auch warum ich das an dauernd schreibe. Ich habe die Gedanken wieder, sie sind wieder voll da. Nicht mehr nur ab und zu. Sondern dauerhaft. Jeden Tag. Seit ein paar Tagen. Ich weiß auch nicht wieso.

Vielleicht wegen dem ganzen Schulstress. Vielleicht weil ich wieder Fresse wie ein Schwein. Vielleicht weil ich nicht's mehr fühle. Ich hab mich geschnitten, aber ich hab's nicht gefühlt. Aber immerhin ich hab die Kontrolle nicht ganz verloren, ich hab mich nicht wieder von der Klinge anspringe lassen. Nur ein bisschen. Ganz wenig.

Ich bin Taub. Nicht von Gehör, sondern von den Gefühlen. Alles ist tot. Ich bin tot. Innerlich. Und ich weiß das habe ich in letzter zeit oft geschrieben gerade erst heute Nacht. Es ist mir einfach nur so sehr klar geworden, das ich immer noch so bin wie am Anfang der Thera. Ich Ritze immer noch, ich hasse immer noch, ich kotze und hungere immer noch, ich will immer noch sterben. Es hat sich nicht verändert.

Manchmal bin ich so verunsichert, in wie weit ich Fr.S Vertrauen kann, am Ende liefert sie mich doch in die Psychiatrie ein. Hr.S wollte da ja auch damals machen. Er war immer hin der erste der von der ganzen Ritzerrei wusste. Neben Julii und Ci.

 Ich habe Magenkrämpfe von dem viele essen des Wochenendes und aus den Tränen von heute Mittag ist ein scheiss Heulkrampf geworden. Ich höre einfach nicht mehr auf. Meine Zimmertür ist abgeschlossen. Auf meinen Bett liegen meine Bücher. Alle. Ich wollte mich in ihnen verstecken. Wollte mich unter ihnen vergaben. Verstecken. In sie hinein fliehen. Aber nichts lässt dieses Leben besser werden. All die Psychologen, die Freunde, die Familie konnten den hass nicht aufhalten. Er hat sich tief in mich vergraben und krallt  sich dort wie eine Zecke fest. Selbsthass wird man nicht so schnell los. Einmal gehasst, immer gehasst. Nur eben von sich selbst.



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