Sonntag, 29. September 2013

»104«

Und ich habe das Gefühl ich kenne niemanden mehr. Niemanden. Aber am wenigsten mich selbst. Wir sitzen im Auto. Mitten auf dem weg nach Dillenburg zur Hengstparade. Frii hat mich eingeladen. Es war eigentlich echt schön und ihre Eltern waren wie immet total lieb. Nur das Problem war, ich musste essen. Die Show war schön, vor allem das Springen der Auszubildenden war gut. Und da ist mir aufgefallen wie sehr ich das reiten vermisse. Dieses kleine Bisschen Freiheit. Aber am Ende hat meine Reitlehrerin nur noch rum gestresst, ich war wie immer nie gut genug und hatte am Ende eh keine zeit mehr wegen der Schule. Auf dem Heimweg im Auto sind wir beide eingeschlafen. Erst als ich angefangen habe zu schreien und Frii mich aufgeweckt hat, war es zu Ende. So langsam packe ich das nicht mehr, immer diese Sachen und das geschreie. Mittlerweile bin ich lieber die halbe Nacht wach als zu schlafen. Ihre Mom hat mich vorsichtig gefragt was los sei. Ich hab ihr einfach gesagt das ich einen Albtraum hatte. Was ja auch stimmt. DEN Albtraum. Wir haben morgen Englisch. Ich hab es nicht fertig gemacht und Geschi auch nicht. Ich weiß ich schreibe in letzter zeit viel über die Schule aber es ist einfach so stressig da. Das ganze Jahr. Es wird nicht einfach. Ich meine da ist erst der Anfang, so zu sagen noch der einfache leichte Teil. Was mache ich denn wenn ich dann in die Schwere Phase komme? Am Besten komt der ganze Stress dann noch im Dezember - Februar. In der Gefahrzeit. Toll. Dann schaffe ich das dieses mal eh nicht. Dann muss ich wieder zu Fr.S und die Quatscht mich dann wieder voll. Ich mag das nicht. Dieses Reden. Ich bin eher der Mensch der Schreibt oder liest. Oder eben schweigt. Aber nicht reden. Deshalb lässt Ci mich eh bald alleine. Weil ich ein langweiliges etwas bin. Sie macht es einfach genau wie damals. Und das schlimme ist sie weiß nicht mal was sie damit angerichtet hat. Mit dem verlassen. Seit dem habe ich so verdammt große Angst allein gelassen zu werden. Auch wenn das jeder ein stückweise hat, denke ich. Aber ich hab jetzt schon Angst vor dem Abschluss weil unsere Freundschaft dann eh auseinander bröckelt. Wie der alte Putz an der Wand. 


Es wird Winter und ich habe Angst davor.
- und auf der anderen Seite hüpft mein Herz bei dem Gedanken an Lange Pulli's und dicke Wollsocken.  

Freitag, 27. September 2013

»103«

Ich warte seit 50 Tagen. Und noch länger auf den 27.September. Ich warte auf die Musik. Habe das Album bestimmt schon Ewigkeiten vorbestellt, nur damit ich es jetzt um 00:19 immer noch nicht hören kann. Ich warte und warte und warte. Verlasse den kostbaren Schlaf und gebe mich dem warten hin. Tick Tack. Tick Tack. Tick Tack. Ich werde nervös. Möchte endlich mal wieder etwas hören, Lieder hören die ich nicht auswendig kenne und bei der ich die nächste Hälfte vom Satz schon vorher weiß ohne groß darüber nach zu denken. Ich bin seit heute schon bei Dad. Ich habe es bei Mom einfach nicht mehr ausgehalten, auch wenn sie erst um 20 h wieder gekommen wäre, wollte ich weg. Deutsch und Mathe sind teilweise abgehackt, Chemie morgen verhaue ich. Das muss ich dann mit dem Mündlichen nachholen. Ich will dieses Jahr die 1. Am Samstag muss ich Mom beim Zeitung austragen helfen, abends auf dem Konzert helfen und Mittags mein Referat für den 5.November über New Jersey nochmal neu schreiben. Sonntag wird dann nochmal Geschi und Mathe gemacht und dann schlafe ich mal eine Weile. Vielleicht ja auch für immer, wer weiß. 

    Nicht nur an dir, sondern an diesem 
    Leben hier. Das macht mich kaputt!

Mittwoch, 25. September 2013

»102«

Der Wille bricht. 
Die Kraft sie stirbt. 


Dienstag, 24. September 2013

»101«

Die Minuten fliegen mir um die Ohren. so lange. Der Mathe Unterricht verstopft mir den Hals und lässt mich verstummen. Ich sitze neben Ci. Sie ist aufmerksam und versucht den Mist zu verstehen. Wir haben diese Woche 8 Stunden Mathe. Weil sich unser Stundenplan ab heute geändert hat. Dienstag Mathe, Mittwoch Mathe und Freitags Mathe. Jeweils 90 Minuten. Wir stehen auf und gehen hinaus. Auf dem weg zur Sporthalle Rauchen wir eine. Ich stehe mit ihr, Momo, Brunni, Luki, vana und Manu bei den anderen und rauche die Französischen L&M's noch 4 sind am Ende des Tages übrig. Am morgen hatte ich 7. Am Wochenende bekomme ich wieder Geld von Oma und das geht dann für zwei Päckchen drauf. Brunni kauft sie mir. Sie hat einen Ausweis von ihrer Mom. Zum Glück. Ich Brauch wieder Gauloises und zwar die guten. Die Blauen sind am besten. Mit dem Essen lief es einfach nur scheiße. In der Schule war ja alles noch gut. Ich hab mein Essen Zuhause gelassen und kein Geld mit genommen. Mittags bin ich Heim gekommen und Mom hatte das essen schon fertig. Also musste ich Spagetti Bolognese essen. Sie ist um 4 arbeiten gegangen. Dann ist das alles etwas ausgeartet und hat auf dem Klo geendet. So langsam packe ich das nicht mehr. Das essen und Kotzen und dann wieder hungern, nur um dann wieder zu fressen zu kotzen und weiter zu hungern. Kurz danach war ich dann erst mal eine runde Joggen und habe 324 kcal von den rund 800 zu mir genommenen abtrainiert, sage ich mal. Somit sind wir bei unter 500 + kotzen und damit war ich dann einigermaßen zu Frieden. Ich hab trotzdem Angst vor morgen. Die Waage wird mich mit ihren Zahlen bewerfen und zermahlen. Wie ein Stück Korn werde ich zwischen den kalten Zahlen und meinem aussehen zerquetscht. Ich habe das essen geplant für morgen. Mama wird mir nichts kochen weil ich erst mit einer Freundin nach der Schule in die Stadt gehe. Dort kann ich ihr dann auch endlich CHEMIE erklären und muss ihr das nicht auch noch morgen bei einer "Nachhilfestunde" erklären. Chemie ist eigentlich garnicht so schwer. Es geht um Formeln und Theorie. Mehr ist das nicht. Es gibt klare regeln die befolgt werden müssen. Genau wie bei mir. Ich hab den alten Plan wieder aufgestellt. Es gibt wieder nie mehr als 600 kcal. 500 sind besser. 300 sind gut. 150 sind sehr gut. 0 sind am besten. Ich muss mich wieder zum Trinken zwingen und mindestens 2.5 Liter trinken. Dazu kommt abends wieder das Tanzen, was wohl er für das Gefühl sorgt. Und ich versuche wenn ich zeit habe wieder Joggen zu gehen. 

Morgen gibt es 

Mittag: 
40 g Haferflocken = 148 kcal 
100 ml Milch (fettarm) = 46 kcal

Abend: 
1 Scheibe Toast (Vollkorn) = 62 kcal 
1 Scheibe Salami = 71 kcal 

Ergibt insgesamt = 327 kcal 
Kann sein das ich mir in der Stadt noch einen Kaffee hole oder einen Tee oder so. Mals schauen wie's wird. 
Hoffentlich klappt alles. 

Wobei weniger ist ja bekanntlich mehr.
Ich muss morgen noch Mathe, Chemie, Englisch und Äsbi machen. Ich weiß nicht wie ich das alles schaffen soll. Ich hab das Gefühl in letzter zeit ich bräuchte einfach Mal eine Woche zeit um zu schlafen. Einfach schlafen. Da liegen und nur Wasser trinken und schlafen. Die Realität vergessen und die Taubheit ausnutzen. Ich gehe jetzt auch mal. 

    Hoffentlich stehe ich mir nicht mehr 
    So oft selbst im weg! Wäre schön! 

Sonntag, 22. September 2013

»100«

Wie merkwürdig. Ich verfasse gerade meinen 100. Post! Jetzt wo es noch genau 100 Tage sind bis ich Geburtstag habe. Das verwirrt mich gerade. Nun zu gestern Abend. Wir waren beim Chinesen. Mom hat das essen bestellt und bezahlt. Ich esse den Reis und das Gemüse. Fleisch mag ich ohne hin nicht gerne. Nach 10 Minuten warten und einem Glas kaltem Wasser begebe ich mich auf die Toilette um den Dreck wieder aus mir raus zu holen. Nach den ersten paar Brocken höre ich ein Mädchen schluchzten. Ich wische mir den Mund mit Toilettenpapier ab, spüle und setzte mich auf den Klodeckel. Ich höre eine leise stimme. "Hör auf damit." »warum sollte ich?« "weil du irgendwann froh bist wenn du es jetzt lässt" »wer bist du überhaupt?« "Ich bin das gewesen was du in ein paar Monaten sein wirst, ein Monster ein's das Spuckt und Kotzt und Blutet und hasst. Das bin ich." »und was willst du von mir?« "dich vor dem beschützen." Ich stehe auf. »das kannst du nicht« Die Tür aufgeschlossen warte ich das sie aus der Tür heraus kommt. Doch niemand kommt heraus. Ich trete gegen die Tür, sie ist offen. Niemand war hier. Ich hab das alles nur im Kopf gehabt. Diese Warmung ernst nehmen? Nicht jetzt. Ich bin immer noch viel zu fett und ich kann das so nicht. Ich muss weniger werden. Wenn ich irgendwann Luft bin, dann ist es genung. Solange muss ich Kotzen und renne und hungern und mich bestrafen bis ich so leben kann. Doch im Moment machen mich die FA's fertig. Das ständige fressen macht mich wahnsinnig. So viel Müll landet in mir. Ich kann das nicht mehr haben. Ich will das nicht mehr. 


Samstag, 21. September 2013

»99«

Ich habe mir Wimperntusche, BB Creme und eine Schicht Puder auf's Gesicht gesetzt und meine Augen mit Eyeliner verziert. Und dann spüre ich wie die Maske beginnt zu bröckeln. Schnell fällt, das eben noch lächelnd geschminkte Gesicht herunter auf den Fußboden im Bad und klebt dort fest. Ich beginne zu zittern und ehe ich mich verstehe, liege ich auf dem Boden und langsam laufen die ersten Tränen. Ich wurde gebrochen, mal wieder. Nach einer Weile stehe ich wieder auf und schäle mich aus meinen Klamotten. Das Wasser aus der Dusche lässt mich aufwachen. Lässt die Krämpfe aufhören und die Tränen erneut Fliesen. Ich habe ihre Stimme im Kopf, die von damals. ''Wertlos. Fett. Hässlich. Dumm. Nutzlos." Das hat sie alles gesagt und noch so viel mehr. Und ich habe ihr geglaubt.

Jetzt sitze ich im Auto, nachdem ich unter der Dusche gefühlte Stunden geweint habe. Ich hab zum ersten mal alles raus gelassen. Ich brauche noch meinte Zeit um mit diesem Leben hier klar zu kommen. Noch eine ganze Weile..


Mittwoch, 18. September 2013

»98«

Es geht nicht allein darum. Die Kraft zu spüren. Sondern die Freiheit. Diese unglaubliche Freiheit. Ja ich habe wieder getanzt. Und ich bin geflogen. Nicht die Art von fliegen, die alles beenden würde. Sondern die Art von fliegen die alles etwas erträglicher macht. Und ich Gedanken bin ich über das ganze letzte Jahr geflogen. Ich habe mich mit jedem Schritt weiter in die Wirklichkeit gedreht. Nur um letzten Endes am Boden zu liegen und zu weinen. Die Quelle aus Tränen und Schmerz hat sich geöffnet und ist selbst jetzt noch nicht wieder versiegt. All der Schmerz aus den letzten Jahren will aus mir raus und ich liege da und kann nichts tun als weinen. Dem ganzen meine Tränen bei zu geben und Stumm die Schmerzen ertragen. Aber ich fühle etwas. Es ist besser als dieses Loch. Dieses Verdammt Loch das mich von innen auffrisst. Irgendwann wenn ich wieder dünn und gut bin. Dann werde ich mal eine Stunden zum Training gehen und die Mädels wieder sehen. Auch wenn es Eine Mischung aus Hip Hop und  Ballet ist. Auch wenn es nicht das ist was fliegen heißt. Und dann werde ich da stehen und Uli in ihr Gesicht spucken. Wäre sie nicht gewesen, hätte ich wohlmöglich nie aufgehört. Aufgehört den Tanz zu Leben. Doch jetzt muss ich die alte Sprache erst wieder lernen. Muss erst wieder verstehen und erkennen lernen was der gute alte Freund von mir verlangt. Und dann stehe ich wieder auf dem schmalen grad zwischen Spaß, Langeweile und übertreiben. Ich neige ja oft dazu Dinge zu übertreiben gleich beim ersten mal 100% zu haben. So war es schon immer und vielleicht muss ich einfach nur wieder ein bisschen licht in mein Leben bringen. Langsam und vorsichtig einen kleinen Stern zurück in mein Leben tanzen der für mich die Sonne spielt. Ich wünsche mir so sehr all die Farbe wieder zurück, aber die Wände sind schon weiß gestrichen und die Menschen sind dunkelgrau mit schwarz weißen Tupfen. Denn in allen von uns steckt der Teufel drin. Das Böse und das gute zugleich. 

Samstag, 14. September 2013

»97«

Wir beschmutzen unser gesicht täglich mit worten, zahlen und Fakten. Die Augen werden müde weil wir bis Spät in die Nacht vor dem handy hängen und die letzten worte als Nachricht an eine andere wachende Seele verschicken. Diese wiederum öffnet die Worthülsen und der Schmutz fliegt ihr entgegen. Es ist egal was man schreibt oder sagt. Am ende jedes tages steht auf jedem unserer Gesichter das selbe geschrieben. Undzwar Müdikeit, Erschöpfung und Kraftlosigkeit. Und wir sinken in den Schlaf, der für eine Kurze weile vergessen macht was der tag auf uns hinterlassen hat. Und am nächsten morgen fliegen uns direkt nach dem aufwachen die ersten Worte in’s Gesicht und plazieren sich dort für den rest des tages. Dieser vorgang wiederholt sich immer und immer wieder. Solange bis wir die Augen irgendwann einfach nicht mehr aufschlagen und sich die ganzen worte zu einem Buch zusammen fassen und unter einer decke aus Vernageltem Holz eine Dreckschicht in unserem Gesicht hinterlassen. Diesmal für die Ewigkeit.



Freitag, 13. September 2013

»96«

Bin bei Dad angekommen. Das erste was ich höre ist Essen. Bei dem Gedanken daran wird mir schlecht. Ich sage Oma das ich Halsschmerzen habe und keinen Bissen runter bekomme. Dad kommt erst heute abend um 10h wieder heim. Nachdem ich mich eine Stunde lang durch die Matheaufgaben gequält habe, schnappe ich mir meinen laptop und beginne an der Hausarbeit für den 24. zu schreiben. Ich hab New Jersey zugeteilt bekommen. Was ich nicht sonderlich schlimm finde. Es ist einfach nur dieses elende schreiben und dabei die Fakte nicht vergessen. Ich kann nicht einfach wie hier meinen Gedanken freien lauf  und die Finger über die tasten huschen  lassen. Ich bin mitlerweile mit der Geschichte Fertig. Eine 3/4 Seite. Dazu noch die politik eine weitere 3/4 Seite. Und das deckblatt. Unliebevoll aber geplant. Ich dachte mir ich füge eine Karte ein und beschrifte die Staaten selbst. New Jersey male ich irgendwie auffällig an damit jeder gleich weiss welchen Staat ich habe. Die Jahreszahlen beginnen beim 17 jahrhundert und hören nicht auf. Die worte klingen so dreckig, schon fast verschmutzt. tausende von menschen haben sie zusammen gewürfelt und verbessert. und abermals tausende haben sie kopiert und als Hausarbeit mit der Note 6 Abgegeben. Ich tippe mich somit also mal wieder durch den Tag, zwar nicht gewohnt wie immer mit dem handy dafür aber mit dem geliebten Laptop und der 10 Finger schreibweise. Die Fingernägel sind mit einem Silberfarbenen nagellack versiegelt und geschützt damit keins dieser verschmutzten woret auch nur die möglichkeit hat über die Fingerspitzen in den Kreativen schreibraum zu gelangen. Schreiben war für mich schon immer etwas besonderes, schon fast intimes. Deshalb ist es um so verwunderlicher das ich euch seit langer zeit, ich weiss nicht mal genau wie lange an meinen gedanken und worten teil haben lasse. Auch wenn es oftmals eh nur Gedankenfetzen und schnipsel sind die kein weisses Blatt mit text ergebn würden, ließt sich anscheinend doch der ein oder andere mein seelengebrabbel durch. Und das freut mich. Andererseits macht es mir auch Angst, wenn die Falschen leute meinen Blog kennen würden wäre ich wahrscheinlich geliefert. Ich hab es in tumblr gesehen. Julii hatte nicht mal drei tage meinen Blog im augenschein und ich wurde erneut zu einem Therapeuten geschleppt. Ist es denn so Krank, Krank zu sein? Wieso lassen wir uns alle immer wieder auf's neue einreden das es uns schlecht geht, mit dem was wir tuen. Denn eigentlich ist alles verdammt perfekt so wie es ist. Klar dieses Krank sein kann zum Problem werden. Aber ich mein was kann denn im schlimmsten fall passieren? Das wir sterben. Also wenn das, das schlimmste ist was mir passieren kann dann werde ich ganz bestimmt nicht aufbhören. Man kann nicht loslassen was man liebt und lebt und atmet, jeden Tag. Ich zu mindestens nicht. Dafür geht es mir so viel zu gut. Der winter kommt endlich zurück, schleicht sich langsam in die Herzen der Menschen. Sein vorbot der Herbst ist berreits angekommen und hat uns mit Kälte umhüllt. Das alles ist der neubeginn des alten spiels. ich hab versprochen das alles wieder besser wird. Vielleicht verstehst du unter besser eben nur einfach etwas anderes. Das herz erfriert im Dunklen Loch. Das Herz des Wintermädchens wird von nebel umhüllt. Es pocht kurz, nur um dann erneut auf zu schlagen. Wie die Kirschturmuhr um 12 Uhr nachts. Wie ein trommelschlag. Wie die roten Tropfen, die langsam aus den Adern quillen. Und du wünschst es ist vorbei und auf der anderen seite ist der moment so wundervoll das er niemals vergehen soll.


Donnerstag, 12. September 2013

»95«

Wieder einen Tag überstanden. Heute war es einfach nur stressig. Nachdem ich heute morgen viel zu spät um 6:00 aufgestanden von anstatt um 5:30 musste ich heute auf's Duschen verzichten. Wobei ich auf dem weg zum Bus auch gut vom Regen abgetröpfelt wurde. Der Regenschirm und die Tasche hängen wir selbstverständlich auf der linken Schulter und in der linken Hand. Eine Gauloises Blondés in der rechten. Die Ernährungsberaterin meinte immer das Frühstück ist die wichtigste Mahlzeit des Tages. Mein Frühstück besteht aus einer Kippe und einem zuckerfreien Kaugummi (9) Ich bin also recht gestärkt in den Tag gegangen. Doch im inneren Brodelt es. Alles. Jeder Millimeter zittert und zuckt. Alles ist angespannt jeder Nerv und jeder Sinn. Warum weiß ich nicht. In der Schule angekommen haben wir 5 Stunden á 45 min Vertretung. Die 6. und 7. haben wir entfall. Erst zur 8 + 9 haben wir wieder Religion. Mein Handy wurde übrigens geklaut von einem Jungen aus meiner Klasse. Ich hatte es heute in der Hand. Dad und ich fahren am Samstag erst zu seinem Dad und wenn das nichts nützt dann zur Polizei. Ich könnte euch jetzt die ganzen Dinge auflisten die gegen ihn sprechen aber ich bin zu schlapp und das tippen fällt langsam schwer. Bei jedem Tastenschlag ertönt ein klicken in meinem Handy und somit ergibt die Tippgeschwindigkeit und die Länge des Textes eine Melodie. Ich Spinne und webe also mit jedem Post eine Melodie und verstricke dabei die Wortfetzen in den Tönen. Mom hat irgend so einen Pflanzlichen Müll gekauft damit ich schlafen kann. Sie will mir nicht mehr die alten Kaufen, die sind zu stark und bei der Menge die ich schlucken würde würde ich mich damit am ende noch umbringen. Ja Mama, das war der eigentliche Plan. Einer von vielen. Nach der 4 Pflanzen Tablette werde ich wohl doch etwas müde. Ich will nicht wieder aufwachen. Will die Bilder nicht sehen. Will den ganzen Schmerz nicht fühlen, will nicht in die Tiefe fallen. Will nicht in Löcher fallen, die mich verschlucken. Oder die ich verschlucke. Da unten ist es so schwarz.


Mittwoch, 11. September 2013

»94«

Fr. S sitzt da mit ihrem "ich bin nett und immer für dich da Lächeln" mir wird schlecht. Vielleicht liegt es daran das ich die ganze zeit noch nicht gegessen habe, vielleicht liegt es daran das sie so falsch aussieht. Ich bin froh das sie nichts von den Suizide Gedanken weiß. Und von Ana und Mia nicht alles. Sie meinte sie würde sich gerne noch alle 2 Monate mit mir treffen um zu schauen wie ich klar komme. Werde ich hier überwacht oder was? Ich hab ja gesagt von aufgestanden und gegangen. Natürlich kam dazwischen noch der "schön das du da warst Abschieds handschüttler" jetzt hab ich erst mal 2 Monate zeit um alleine zu sein. Heute Mittag im Bus fing alles an. Juli meinte wieso ich das gemacht habe und das ich doch noch nicht so weit bin. ich hab gesagt das sie eh nichts bringt. "Ich hab Angst vor dem Winter" sagt sie. Ich schweige. "Weil du sich da verstecken kannst und ich kann nichts machen." Sie denkt wirklich ich habe aufgehört. Es ist ja nicht so das ich es auch verstecken kann, so wie das ganze erste Jahr fast. Sie hat echt gedacht mit geht's gut. Also hat es funktioniert. Der Rückfall heute morgen hat eine der ersten neuen Kerben auf dem Linken Arm hinterlassen. Ich weiß nicht ob noch mehr folgen. Das einzige was ich weiß ist das ich Angst habe. Angst vor dem was kommt. Angst vor der Zukunft, doch am meisten Angst vor mir selbst. Angst vorm Leben. Die einzige Angst die ich nicht habe ist die vorm Sterben. Sterben ist friedlich und leicht. 



Dienstag, 10. September 2013

»93«

Das Problem: Ich lebe immer noch! 
Das andere Problem: mein Handy wurde auf Abschlussfahrt geklaut. Das größte  Problem: morgen endet die Thera. Weil ich es so wollte. Ich hab mittlerweile ein bisschen Angst. Ich meine ich bin dann wieder vollkommen allein und ich kenne mich  gut genug um zu wissen das es nicht lang dauern wird bist alles wieder so ist wie vor einem 3/4 Jahr. Frau Schmid hat nichts verändert. Juli hat nicht's verändert. Die Thera hat nichts verändert. Deshalb auch der Abbruch. Psycho Nummer 2 hat es also auch nicht geschafft mein Gehirn zu waschen und mich wieder normal zu machen. Erst Herr Schuster und dann  Frau Schmid. Die beiden haben nichts gebracht. Der Typ von der Notaufnahme, der hat nichts gebracht. Ich weiß den Namen nicht mehr. Nur das er relativ Jung war und ein Stundent. Er meinte nur ich soll mir helfen lassen, solange es noch geht. Es war zu spät lieber Studi! Selbst da. Vor 1 1/2 Jahren schon. Vielleicht hab ich einfach keinen anderen Ausweg mehr als zu sterben. Ich meine wenn selbst die Psycho's mir nicht helfen konnten. Wer soll es denn dann schaffen. Ich hab schon lange aufgegeben. Mir ist es nur nicht klar geworden. Ich bin viel weiter unten als ich dachte. Viel weiter als man Fällen kann. Ich bin wieder im Loch gefangen. Und der Winter kommt. Mit ihm die Langen Pullover. Alles Beginnt von vorne, als wäre nie etwas gewesen.