Montag, 26. August 2013

»90«

Mia ist wieder da. Mom ist weg. Habe zu viel gegessen. Viel zu viel. Mir ist schlecht und ich muss den ganzen Dreck wieder los werden. Mein Magen würgt und drückt aber er gibt nichts mehr von sich her, auch wenn ich weiß das er noch lange nicht leer ist. Auf einmal kommt Blut. Genau wie Freitag auch. Das macht mir etwas Angst, aber hat mich trotzdem nicht dazu gebracht auf zu hören. Sondern nur mir den Finger noch ein mal in den Hals zu drücken. Es komm noch mal ein bisschen von dem essen und noch mehr Blut. Ich bin immer noch nicht leer. Aber ich höre auf. Spüle den Dreck das Klo hinunter und drehe mich um. Ich sehr mich im Spiegel an. Ziehe das Shirt hoch. Unter den Wunden und Narben ist das Fett versteckt. Als ob ich es verstecken könnte. Einfach weg malen. Weg schneiden. Abschneiden. Ich drehe mich hin und her. Ich bin fett. Sollte auf hören so viel zu essen. Sollte aufhören zu essen. Sollte meilenweit rennen solange bis die kaputte Lunge keucht und pumpt wie noch nie. Aber es Regent. Ich will nicht krank werden. Nicht vor der Abschlussfahrt. Am 01.09 geht es los nach Le Pradet. Mein Koffer liegt auf dem Boden. Ein paar Sachen sind schon darin. Ich muss noch in die Apotheke mir wieder Tabletten holen. Falls ich wieder die Kopfschmerzen bekomme. Und noch Vitamine. Sonnst liege ich nach ein paar Tagen auf dem Boden und kann nichts mehr machen. Ich habe nur so Angst wie es wird. Mit dem Essen und auch mit dem Borderline. Ich hab Angst das ich dort wieder ausraster bekomme und Heim geschickt werde. Ich hab Angst das Juli mich im Bad voller Blut finden muss, ich hab Angst das ich einen FA bekomme und dann jeder weiß das die Fette Lee Krank ist. Ich muss auch noch Schlaftabletten besorgen. Ich kann dort nicht macht's rum schreien und heulen. Ich kann Nachts nicht mal an die Luft. Mein Kopf wird zerplatzen, an dem Druck. Ich werde zerplatzen. Ich freu mich aber auch ein bisschen. Wer weiß vielleicht ertrinke ich ja im Meer oder werde von einem (nicht vorhandenen) Hai gefressen oder noch besser ich 'Falle' einfach von einer Klippe Hau mit den Schädel auf und sterbe. Meine Zukunft war schon immer nur eine Zukunft. Nur ein Blick in Richtung, zu dem was kommen wird. Die Ankunft ist fraglich und das Ziel werde ich nie erreichen. Der Traum vom guten Leben ist zerplatzt, vor 3 Jahren schon. Und jetzt bin ich ein Mädchen zwischen den Fronten. Zwischen drin. Wie in einer Mühle. Und alle versuchen mich zu zermahlen und trotzdem bin ich immer noch hier. Das einzige was ich will, ist von hier weg. Das alles beenden. Den Schmerz einfach nicht mehr aushalten müssen.  



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