Mittwoch, 15. Mai 2013

»53«

Bin immer noch zuhause. Mom ist arbeiten. Sie ist um 13 Uhr gekommen um mich voll zu stopfen. Sie gibt mir eine Banane und Käse. Geht auf's Klo und sieht zu wie ich die Banane auf schäle. Langsam ziehe ich die Schalen enden, vier insgesamt bis zur Mitte der Banane herunter. Dann beisse ich vorsichtig ein Stück ab. Mein Mund füllt sich mit Banane und ich Kaue viel zu viel auf dem Stück herum. 
Mom wird langsam ungeduldig. 1.2.3.4.5...10...16..23..29...37 dann schlucke ich nachdem fast nichts mehr von dem Stück übrig ist. Mein Magen schreit auf. Heul fast auf. wie eine Alarm, der Stop schreit um eine Warnung von sich zu geben. Ich kann spüren wie sich der Brei langsam meine Speiseröhre hinunter rinnt und sich schwer in meinen Magen legt. Hätte ich einen ganzen Baumstamm verschluckt? wäre das auch nicht leichter gewesen. Nach dem ich noch einmal abgebissen habe, gibt sie mit einen Kuss auf die Backe und verschwindet zurück zur Arbeit. Ich renne ins Bad und spucke die Banane aus. Befreie meinen Magen von dem Glibber den er in sich tragen muss und spüle die in stücke gemanschte Banane und das stück Käse im Klo davon. Das was da unten Lebt, wird sich freuen wenn es was zu essen bekommt. Im gewissen Sinn sind die Abwasserkanäle wie der Tot. Man weiß nicht was sich hinter ihnen verbirgt und wie es dort ist, bis man dort war. Alle sagen immer die Abwasserkanäle sind ekelig  und stinken. Alle haben Angst vorm Sterben. Stimmt es deswegen auch? Es gibt bestimmt auch Menschen die Kanäle interessant und schön finden. Und es gibt bestimmt auch Menschen die Sterben schön finden. Doch mit dem Letzten rauschen der Klospülung ist auch dieser Gedanke für eine Weile davon gespült worden. Zurück in meinem Zimmer schlucke ich die Tabletten. Mein Magen rumort während sich die Banane einen weg hinaus bahnt. Ich pendle lange zeit zwischen Badezimmer und Bett hin und her. Bis mein Magen nach 4 Stunden nichts mehr hergibt und sich langsam beruhigt. Ich fühle mich vollgestopft. Wie früher nach Weihnachten bei Oma. Alles mögliche Steht auf dem Küchentisch. 
Vorspeise: Erst Salat und Suppe. 
Hauptspeise: Schweinebraten, Schnitzel mit Kochkäse, Gebratene Fleischwurst, Nudelauflauf, Würstchen, Reis, Gemüse, Gekochte Tomaten und zuletzt Ingwerbrot, ganz viel Ingwerbrot. Nachspeise:  Käsekuchen, Zimtkuchen, Weihnachtsstollen, Rosinenzopf, Rosinenbrötchen, Weihnachtsplätzchen;  welche mit Schokolade, welche ohne Schokolade, welche mit Puderzucker, welche ohne Kuhmilch (Laktose?) für meine Tante, welche mit normaler Marmelade, welche mit Himbeermarmelade für mich und meine Cousine, welche mit Nüssen, welche mit Kososraspeln, welche mit Zimt, welche mit Orangen und welche mit ganz vielen bunten Streuseln darauf. 

Und ich fühle mich gerade so, als hätte ich das alles gegessen. Und morgen werde ich aufwachen und die Waage wird mich fürs essen bestrafen. Ich werde wütend durch die Wohnung laufen und mich bestrafen. Ich werde nichts essen. Ich werde dünn sein. Irgendwie. Irgendwann. Ich werde 47 wiegen wollen, 42 wiegen wollen, 39 wiegen wollen, 34 wiegen wollen. Ich werde immer weniger wiegen wollen. Niemals Perfekt. Niemals dünn genug. Niemals gut genug. Die Null wäre gut. Null Kilo. Kleidergröße Null. Einfach Nicht existieren. So dünn sein das ich fliegen kann. Denn dünn werden heißt fliegen lernen. (Tut mir leid liebes, nachdem ich deinen Blog aufgesaugt habe, musste ich das einfach schreiben und es passt gerade so gut) will nicht mehr da sein. Weg sein. Das Leben nicht mehr ertragen müssen. Meinen anblick nicht mehr ertragen müssen. Mich selbst nicht mehr ertragen müssen. Ich will raus aus mir, weg von mir, weg von hier.


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